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Cthulhu - London: Im Nebel der Themse

Der Inhalt
London ist eine faszinierende Stadt, die schon lange als Hintergrund für Coc-Kampagnen hergehalten hat ("Gaslicht"), zu lange aber ohne richtiges Quellenbuch auskommen musste. Chaosium hat zwar vor fast zehn Jahren auch mal ein "London Guidebook" veröffentlicht, damit hat dieser Band aber nichts zu tun, handelt es sich doch um eine Pegasus-eigene Arbeit.
Im Vergleich zum Berlinquellenband fällt auf, dass diesmal der Stadtbeschreibung deutlich mehr Platz im Vergleich zu den Abenteuern eingeräumt wurde, was ich nur begrüßen kann, wirkte die Beschreibung Berlins eher wie ein Abenteuerband mit angehängtem Quellenteil - im Idealfall sollte es ja umgekehrt sein…
Wie dem auch sei, die Beschreibung Londons beginnt so recht erst im zweiten Kapitel. Nach einem Vorwort der Autoren folgt in Kapitel eins eine interessante Übersicht über die Geschichte Londons, der u.a. die Lage und Ausdehnung der Metropole erklärt, aber naturgemäß wenig Handfestes für Spieler bietet.
Kapitel zwei ist ein "Streifzug durch London", in dem jeder Stadtteil genauer beleuchtet und vorgestellt wird, wodurch man schon ein Gefühl für die Stadt bekommt. Es bleibt in diesem Kapitel nicht bei einem Streifzug durch die Wohngebiete der Stadt, auch Parks, Hospitäler und ähnliches werden ausführlich vorgestellt und tragen ihren Teil dazu bei, das Bild der Stadt zu festigen. Und natürlich wird die Lebensader der Stadt und Verursacher für den allgegenwärtigen Nebel ausufernd beschrieben: die Themse. Sehr interessant und wirklich toll geschrieben.
Jetzt kennt man sich also halbwegs in der Stadt aus - so gut das in einer derart weitläufigen Urbanität wie London überhaupt möglich ist. Aber wie lebten die Menschen zur CoC-Zeit? Kapitel drei gibt Auskunft darüber und beginnt mit einem der wichtigsten Londoner Charakteristika: dem Wetter. Weiter geht es mit dem Alltag eines Londoners aus den verschiedenen Schichten, Verkehr, Polizei und vielem mehr. Eben alles, was einem so im Alltag einer Großstadt begegnen kann.
Kapitel vier geht dann näher auf das Dasein als Spielercharakter in London ein. So werden z.B. einige neue Berufe eingeführt (Butler, Bright Young Thing…) und mit anderen, für die Stadt typischen Berufe, als Charakterwahl ans Herz gelegt. Nach einem recht kurzen Überblick über Zeitungen, Bibliotheken u.ä. geht es in Kapitel fünf mit dem "Okkultismus und Mythos in London" weiter. Hier werden einige (mehr oder weniger geheime) Gesellschaften, Vereinigungen und Kulte vorgestellt, die die Wege der Charaktere kreuzen können und sich entweder als Gegenspieler oder Verbündete erweisen könnten.
"Nebel der Wahrheit" heißt das erste der beiden Szenarien und Kapitel sechs für sich einnimmt. Ich sag' nur drei Worte: Jack The Ripper. Damit dürfte klar sein, worum es in dem Abenteuer geht, natürlich mythosmäßig aufgepeppt.
Abenteuer Nummer zwei ist da schon ein wenig anders, auch wenn es mindestens ebenso viel detektivischen Spürsinn von den Spielern verlangt wie die Jagd auf Jack the Ripper. "Elwoods Kinder" sind einige kleine Statuen, die Teil einer komischen Wesenheit sind, erschaffen von einem Nichtsahnenden. Eine dieser Statuen erwacht zum Leben und droht, die Stadt zu verschlingen. Natürlich liegt es an den Charakteren, dies zu verhindern…
Einige nützliche Tabellen und eine ausführliche Zeitleiste bilden dann den Abschluss des Buches.

Die Aufmachung
Hardcover, sehr schön. Mal ehrlich, eigentlich will man doch jedes RPG-Buch als Hardcover haben, die Dinger sind einfach toller. Pegasus scheint das ähnlich zu sehen und schmückt das gute Stück dazu noch mit einem sehr atmosphärischem Cover. Fehlt nur noch das Lesebändchen und ich wäre wunschlos glücklich. Auch im Inneren kann das Buch überzeugen. Übersichtliches Layout, viele kleine Info-Kästen und jede Menge zeitgenössisch wirkender Fotos machen den Band zu einem echten Highlight. Für Pegasus-Verhältnisse ist das ja schon Standard, danke mal dafür!

Das Fazit
Die Autoren haben anscheinend aus dem Berlin-Band gelernt und diesmal der Stadtbeschreibung deutlich mehr Platz gegeben, was dazu führt, dass London mit all' seinen Facetten sehr lebendig und ausführlich beschrieben wird, sehr schön. Wer sich nach dem Lesen dieses Buches die Stadt an der Themse nicht vorstellen kann, hat das Hobby verfehlt… Die beiden Abenteuer haben mir allerdings nicht so gut gefallen, die würde ich unter "Durchschnitt" einordnen. Jack The Ripper mag ein klassisches London-Thema sein, aber ist dadurch auch viel zu ausgelutscht. "Elwoods Kinder" erschien mir ein wenig zu verworren und erfordert auf jeden Fall vom Spielleiter verdammt viel Vorbereitung und Übersicht. Der Quellenteil ist dafür aber erste Sahne und geht echt in die Tiefe.
Wer seine Gruppe in eine der faszinierendsten Städte für ein CoC-Spiel schicken will, kommt um den Kauf des Bandes nicht herum. Das Buch strotzt nur so vor Informationen und ist jedem Spielleiter eine große Hilfe, egal ob er im Gaslicht-Zeitalter oder in den Goldenen Zwanzigern spielen will. London ist alt und verdammt groß und so ein perfekter Schauplatz für viele Abenteuer rund um den Mythos. Pegasus hat mit dem London-Quellenbuch ein sehr gutes Produkt abgeliefert, das ich uneingeschränkt empfehlen kann!


Es gibt eine weitere Rezension von Karsten Sassenberg zu diesem Produkt! Lesen?


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    Wie wird gewertet?

    Name: London: Im Nebel der Themse

    Art: Quellenmaterial für Cthulhu; 200 Seiten; Hardcover;

    Publikationsjahr: 2004

    ISBN-10: 3-93063-589-5

    ISBN-13: 978-3-93063-589-4

    Preis: 30 Euro

    Kontakt: Pegasus Press
    Homepage: www.drosi.de/to_pegasus.htm

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    Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20