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Cthulhu - Horror im Orient Express 3: Italien/Zagreb

Inhalt
Im dritten Band der Kampagne um den legendären Orient-Express kommen die Charaktere dem eigentlich Fahrt der Ziel, Konstantinopel, immer näher. Doch vorher gilt es, Abenteuer in Mailand, Venedig und Triest zu bestehen.
Am Ende des letzten Bandes bot sich den Charakteren die Gelegenheit, eine berühmte Opernsängerin kennen zu lernen, von welcher sie in die Mailänder Scala eingeladen wurden, um dort einen Auftritt der Diva mitzuerleben.
In Mailand angekommen, wird den Charakteren schnell die bedrückte Stimmung bewusst, die über der Stadt hängt. Woran das liegt, ist nicht ersichtlich. Im Hintergrund wartet bereits ein Gegner auf die Charaktere, der am gleichen Artefakt wie die Gruppe interessiert ist und schon lange mit der Suche nach jenem zugebracht hat. Mehr kann ich hier einmal mehr nicht schreiben, da Spielern sonst der ganze Spass genommen werden würde – aber natürlich werden die Charaktere Mailands Sehenswürdigkeiten bestaunen können, sich in de Oper umsehen (die von wahrlich skurrilem Volk nur so wimmelt) und schlussendlich die Reise im Orient-Express mit einem weiterem Teil des Artefaktes fortsetzen.
Venedig, die Stadt der Kanäle und Brücken, ist das nächste Ziel. Im Zug lernt die Gruppe eine junge Frau kommen, die gerade von einem Verwandtenbesuch in Mailand nach Venedig zurückkehrt, um dort der Beerdigung ihres Vaters beizuwohnen. Schnell machen sie die Bekanntschaft mit dem Verehrer der Dame, einem unsympathischen Bürokraten und Schwarzhemd, also einem Anhänger des Faschisten Mussolini. Er nutzt seinen Einfluss, um den Charakteren ihren Aufenthalt in Venedig so schwer wie möglich zu machen, hält er sie doch für Freunde der Dame, die ihn um seinen Erfolg bei ihr bringen wollen. Leider liegt es nicht in den Händen der Charakteren, das Werben des Mannes zu beeinflussen, hat die junge Dame doch bereits eine Wahl getroffen und ihr Herz an einen kommunistischen, charmanten Studenten verloren. Auf der Suche nach einem weiterem Stück des Artefakts bringen die Charaktere einige Tage in Venedig zu, was sie zu Zeugen des Kampfes der beiden Verehrer machen und sie schlussendlich zu einem filmreifen Showdown (aber mit einem unerwartetem Gegner) im Palast des Dogen bringt. Aber auch hier gilt: mehr Informationen sind ohne Spoiler nicht möglich, um niemandem den Spass zu nehmen.
Nach dem Showdown werden die Charaktere Venedig Richtung Triest verlassen, hoffentlich im Besitz eines weiteren Artefakt-Teiles. Triest ist die nächste Station und eine interessante noch dazu, denn hier wird die Gruppe das erste Mal in dieser Kampagne mit Mythoswesen zusammentreffen (und natürlich deren menschliche Diener). Ein verwirrendes Detektivspiel geht dem Showdown unweit von Triest voraus, in das sich nicht nur Kultisten einmischen, sondern auch Geister, Gegner von unerwarteter Seite und NPCs, die mit dem Plot an sich nichts zu tun haben. Triest wird von einem garstigen, unmenschlich kalten Nordwind terrorisiert, der für die Gegend zwar typisch ist, aber normalerweise nicht so kalt. Fast hat man das Gefühl, als würde der Wind einem das Leben aussagen, ganz langsam, aber stetig. Ist der Wind mit dem Stück des Artefakts verbunden, das in Triest vermutet wird? Oder haben andere Mächte ihre Finger im Spiel? Am Ende werden es die Charaktere wissen und wenn alles gut geht, Triest mit einem weiterem Stück des Artefakts verlassen.
Was wäre eine Zugfahrt ohne einen zünftigen Zugraub? Wer mag, kann seine Gruppe mit dem Zusatzszenario „Der große Zugraub“ während der Fahrt nach Zagreb auf Trab halten.
Zagreb wird nur kurz gestreift und die Charaktere dort in ein stimmungsvolles, kafkaeskes Traum-Abbild der Stadt gezerrt, aus dem sie mit wertvollen Informationen entkommen können. Wenn es ihnen denn gelingt.
Regionalbeschreibungen der italienischen Städte sowie ganz Italiens runden den Band ab und geben dem Spielleiter die nötigen Informationen, um dem Land Anfang der 20er Jahre Leben einzuhauchen. Wie auch Deutschland ist Italien zu der Zeit von politischen Spannungen geprägt und ein beginnender Faschismus macht Freidenkern das Leben schwer – und führt Italien, wie wir alle wissen, direkt in die Katastrophe: an der Seite von Hitler-Deutschland in einen verbrecherischen Weltkrieg.
Handouts und NPC-Statistiken schließen den dritten Band der Kampagne ab.

Aufmachung
Natürlich ist auch der dritte Teil der Kampagne in der gleichen hochwertigen Aufmachung wie die beiden bereits erschienenen Bände zu bewundern. Es gab ja auch keine Notwendigkeit, den Stil innerhalb der Serie zu ändern. Und so gehört auch der dritte Band in die gleiche hochwertige Ecke wie seine beiden „Kollegen“.

Fazit:
Natürlich kommt man nicht umhin, auch diesen Band zu kaufen, wenn man die ersten beiden Bände schon in seiner Sammlung hat. Aber die Regionalbeschreibungen Italiens und der Städte sind diesmal so gut geworden, dass sie Spielleitern genug Material an die Hand geben, um eine Kampagne einmal dort spielen zu lassen. Mit der lange zurückreichenden Geschichte und dem Vatikan als Zentrum der katholischen Kirche (wie viele Mythosbücher lagern wohl in den Bibliotheken der Kirche?) gibt es viele Möglichkeiten, seine Gruppe einmal zwischen Olivenbäumen auf uralte Ruinen stoßen zu lassen, die ein unirdisches Geheimnis bergen. Die Abenteuer in diesem Band haben mir noch etwas besser gefallen als die in Band 2 veröffentlichten, was auch an den Settings wie der Scala oder dem Venedig im Karneval gelegen haben mag. Auf jeden Fall kann ich diesem Band nur meine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen!

Es gibt eine weitere Rezension von Karsten Sassenberg zu diesem Produkt! Lesen?


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Lars Heitmann
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  • Orient Express 1: London
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    Qualität Optik
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    Wie wird gewertet?

    Name: Horror im Orient Express 3: Italien/Zagreb

    Art: Abenteuer für Cthulhu; 160 Seiten; Softcover¸ Handouts;

    Publikationsjahr: 2005

    ISBN-10: 3-93782-628-9

    ISBN-13: 978-3-93782-628-8

    Preis: 20 Euro

    Kontakt: Pegasus Press
    Homepage: www.drosi.de/to_pegasus.htm

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    Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20