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Romane - Steinerne Rose 1: Der Verfluchte

Tarvish, der Herzog des Waldvolkes führt sein Volk in den Kampf gegen den Blutmond-Clan und dessen ebenso geschickten wie erbarmungslosen Anführer Roe. Es kommt zur Schlacht und einem Zweikampf der Anführer, den Tarvish mit viel Mühe für sich entscheidet. Als er seinem Gegner den Helm abnimmt, um ihm ins Gesicht zu sehen, erkennt er seinen seit Jahren verschwundenen Bruder, den zu suchen er sich nach der Schlacht aufmachen wollte. Durch die Tötung des eigenen Bruders schwer getroffen, verläßt er sein Volk und begibt sich auf Wanderschaft. Dem Tode nahe, wird er von Menschen gerettet, die bald darauf seine Hilfe brauchen. Hier hört er erstmals die Legende der Steineren Rose und erhält so ein Ziel, das ihm die Hoffnung gibt, hinter das denkwürdige Schicksal zu kommen, welches seinen Bruder zum Feind und ihn zum Verfluchten machte.

Für ein Erstlingswerk des Autoren Cedric Caine wäre es eine beachtliche Leistung, für den alten Hasen Al Wallon, der sich hinter diesem Pseudonym verbirgt, ist es nach "Thorin" vermutlich nur eine weitere Kerbe auf seinem Schreibgriffel für Fantasy. Der Roman ist routiniert geschrieben und baut eine Spannung auf, die den Leser zu fesseln in der Lage ist. Das liegt nicht zuletzt am Protagonisten, denn die Figur des Herzogs Tarvish, der sich selbst in die Verbannung schickt, überzeugt durch ihre Vielschichtigkeit: Einerseits der Führer seines Volkes im Kampf, ist er doch ein sensibler Mensch, der sich Gedanken über seine Familie und die eigene Zukunft macht und dem die Tötung des eigenen Bruders sehr nahe geht. Man bemerkt, daß er anfänglich sehr stark in den Vorstellungen der kleinen Welt seines Waldreiches gefangen ist und erst langsam beginnt, größere Zusammenhänge zu erkennen und auch zu akzeptieren.

Die Suche nach der Steinernen Rose beginnt ein wenig spontan, wird aber durchaus glaubwürdig durch die Haltlosigkeit Tarvishs, die ihn nach jedem Strohhalm greifen läßt, um seinen Leben, daß er nicht selbst beenden kann, wieder einen Sinn zu geben. Die Entwicklung, die ihn schlußendlich zu einem "Auserwählten" macht, gefällt mir persönlich weniger, als Suchender hatte er bei mir mehr Sympathien.

Der eigentliche Knackpunkt liegt meiner Ansicht nach jedoch bei den Nebenfiguren. Es sind nicht direkt Stereotypen, da sie durchaus Eigenheiten offenbaren, aber irgendwo sind es doch Standard-Charaktere, wie sie bereits sehr häufig im Genre aufgetaucht sind. Da hätten wir den Veteranen als "Aussteiger", den abgrundtief schlechten Statthalter, das friedfertige Opfer der Umstände, den selbstgefälligen Händler, den pflichtbewußten Hauptmann et cetera. Was die Antagonisten angeht, hatte ich eher den Eindruck, als würde sich der Autor dort noch alles offenhalten wollen, jedenfalls tritt dort niemand so recht in Erscheinung. Die Macht der Antagonisten präsentiert sich durch Täuschung und Visionen, wie weit ihr reales Gefahrenpotential geht bleibt im Verborgenen. Was ich wirklich vermisse sind die ernstzunehmenden realen Widerparts, die Bedrohung durch das gestaltlose Chaos ist beinahe etwas zu abstrakt und erscheint in seinem Auftauchen etwas uninspiriert. Warum und wodurch die weiteren Ereignisse ausgelöst werden soll, erhält jedoch auch die Erwartung auf die Fortsetzung der Handlung.

Der Zyklus um die Steinerne Rose soll drei Bände umfassen, wobei auch der Abschluß der Trilogie von Cedric Caine verfaßt werden soll, während der 2. Band aus der Feder von Antje Ippensen stammen wird. Wenn der Lesewert der Folgebände dem des ersten Bandes gleicht, steht vermutlich ein abgeschlossener Fantasy-Zyklus ins Haus, den man im Auge behalten sollte.

Eine Rezension von



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Name: Steinerne Rose 1: Der Verfluchte

Art: Roman für Romane; 231 Seiten; Taschenbuch;

Publikationsjahr: 2001

ISBN-10: 3-93116-470-5

ISBN-13: 978-3-93116-470-6

Kontakt: MG
Homepage: www.mgverlag.de

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