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Otherland 1: Stadt der goldenen Schatten

Ziemlich überrascht war ich, als ich die Ankündigung las, dass es eine Hörspielumsetzung von dem Romanzyklus geben wird. Schließlich umfassen die vier Bücher mehr als 3.500 Seiten.

Inhalt
Es gibt in dieser Erzählung mehrere unterschiedliche Handlungsstränge, die sich manchmal treffen, doch erst im letzten Band verbinden. So werde ich zunächst nur die verschiedenen Abschnitte der Handlung einzeln präsentieren, ohne auf die Verbindungen einzugehen.

Reenie Sulaweyo lebt mit ihrem Vater und ihrem Bruder in Südafrika. Ihre Mutter ist vor Jahren verstorben, und ihr Vater leidet noch immer darunter. So ist Reenie zur Ersatzmutter von ihrem Bruder Stephen geworden. Sie ist eine Computerspezialistin und arbeitet als Dozentin.
Bei einer Schulung im Netz wird sie von Stephen zu Hilfe gerufen. Doch sie kann ihm nicht helfen. Zuhause entdeckt sie, dass Stephen nicht mehr ansprechbar ist. Er befindet sich in einer Art Koma. Mit Hilfe ihres Schülers !Xabbu macht sie sich auf die Suche nach einer Lösung. Dabei hilft den beiden die blinde Rechercheurin Martine Desroubins. Das Bildnis einer goldenen Stadt führt sie nach Otherland in die virtuelle Welt. In der realen Welt müssen sie sich noch einigen anderen Bedrohungen stellen.

Der junge Orlando Gardiner hat ebenfalls die goldene Stadt im Netz gesehen. Er zog als Barbar Thargor durch die Fantasy-Welt Midland, als er durch die goldene Stadt abgelenkt und Thargor getötet wird. Gemeinsam mit seinem Freund Sam, der eigentlich das Mädchen Salome Fredericks ist und in Midland den Dieb Pithlit verkörpert, macht er sich auf die Suche nach Midland. Beezle, der Computeragent von Orlando hilft ihm dabei.

Patrick Sellars ist ein gebrechlicher Mann, der im Rollstuhl sitzt. Er hat die unterschiedlichen Menschen nach Otherland gelockt. Im Netz kann er sich frei als helles Licht bewegen und einigt die verschiedenen Charaktere zu einer Gruppe. Im wirklichen Leben steht er unter Hausarrest auf einem Militärstützpunkt und wird nur selten von der kleinen Christabel Sorensen besucht.

Der älteste Mann der Welt Felix Jongleur ist eigentlich so gut wie tot. Im Netz zeigt er sich als Gott Osiris und ist zugleich Kopf der sogenannten Gralsburderschaft, den Herren von Otherland. Ihm zur Seite steht der skrupellose Killer Dread, der Jongleur als Spion innerhalb der Gruppe von Sellars.

Völlig unabhängig und teilweise leicht bizarr ist die Handlung um Paul Jonas. Zunächst liegt er in den Schlachtgräben des ersten Weltkrieges. Überall ist Tod und Elend. Doch als er sich plötzlich in einem leeren Schlachtfeld wiederfindet, einen Baum sieht, der in die Wolken wächst, und eine Frau trifft, die Flügel hat, meint er schon, er wäre verrückt. Doch als er wieder aufwacht, hält er eine Feder in den Händen.
Paul desertiert und flieht über das Leichenfeld. Ständiger Beschuss erschwert den Weg. Doch schließlich taucht ein schimmerndes goldenes Licht auf. Seine Freunde Finch und Mullet aus dem Schützgraben fordern ihn auf zurückzukommen. Aber sie sehen anders aus, und so geht Paul durch das Licht.
Er verliert jeden Bezug zu Raum und Zeit und findet sich in einer Welt wieder, in der sich eine weiße und eine rote Königin bekämpfen. Doch seine Verfolger sind an seinen Fersen. Mit Hilfe des jungen Gally, dessen Freunde alle ermordet wurden, kann Paul erneut fliehen, indem sie in den Fluss springen.
Als sie wieder an die Oberfläche kommen, befinden sie sich auf einer besiedelten Marslandschaft. Dort trifft Paul die Vogelfrau wieder, die Vaala heißt und in Gefangenschaft ist. Paul rettet sie, doch das Auftauchen seiner Verfolger Finch und Mullet lässt Vaale zurückschrecken. Paul und Gally setzen hinterher, doch sie stürzen mit ihrem Luftschiff ab. Alles scheint zu Ende, doch Paul wacht allein inmitten von Neandertaljägern der Eiszeit wieder auf.

Umsetzung Mehr als zweihundert Sprecher sind an diesem Hörspiel beteiligt. Sehr gelungen ist die Umsetzung der verschiedenen Handlungsstränge. Es gibt insgesamt zwölf verschiedene Erzähler, die es einem leicht machen, den verschiedenen Ereignissen zu folgen.
Zwischen den verschiedenen Episoden kommen, wie auch aus dem Buch bekannt, Nachrichten aus der Zeit, in der Otherland spielt. Durch die Ansage werden die unterschiedlichen Handlungen noch deutlicher von einander abgegrenzt.
Etwas verwirrend ist am Anfang, dass die unterschiedlichen Figuren, die sich sowohl in der realen als auch in der virtuellen Welt bewegen, zwei verschiedene Stimmen haben. Aber das ist nur logisch und konsequent.
Neben den sehr guten Sprechern gibt es eine gelungene Musik und sehr viele Hintergrundeffekte und Geräusche.
Positiv ist, dass die CD fast alle fünf Minuten ein neuen Track hat. So ist ein Wiederfinden und Neustarten sehr gut möglich. Meist ist der Start eines neuen Tracks deckungsgleich mit dem Beginn einer neuen Episode.

Ausstattung Die sechs CDs befinden sich in einer Doppel-CD-Box. Alle drei Boxen sind in einem Schuber aus harter Pappe. Ein Booklet informiert über die Sprecher.

Fazit: Ich habe die ganze Zeit beim Hören überlegt, ob ich der Handlung auch so gut folgen kann, wenn ich das Buch nicht gelesen hätte. Das scheint mir etwas schwierig zu sein.
Die Umsetzung ist sehr gut gemacht. Ich habe lange Zeit kein so gutes Hörspiel mehr gehört, und ich bin sicher, dass ich es mir nicht nur einmal anhören werde.


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Thomas König
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    Name: Otherland 1: Stadt der goldenen Schatten

    Art: Hoerbuch für Otherland; 6 Audio-CDs;

    Publikationsjahr: 2004

    ISBN-10: 3-89940-116-6

    ISBN-13: 978-3-89940-116-5

    Preis: 30 Euro

    Kontakt: Dhv - der Hörverlag
    Homepage: www.hoerverlag.de/

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    Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20