BattleTech Romane - Albatros-Akte (6)

Qualität Text: - | Qualität Optik: - | Nutzen/Spaß: - | Gegenwert: -
(Wertung in Punkten 1=Schlecht bis 10=Exzellent; 0=Ohne Wertung)

Art: Roman für BattleTech Romane; 331 Seiten; Taschenbuch;
Publikationsjahr: 2005
ISBN10:
ISBN13: 978-3-89064-526-1
Preis: 9 Euro
(ca. Preis, unverbindlich, ggf.gerundet)
Kontakt: FanPro
Homepage: www.fanpro.com


Im Jahre 2838 herrscht Krieg in der Inneren Sphäre. Der Zweite Nachfolgekrieg hetzt die großen Häuser der Menschheit nach kurzer Verschnaufpause wieder gegeneinander. Und erneut sieht sich das Lyranische Commonwealth an zwei Fronten bedrängt. In dieser Lage müssen alle Kräfte gebündelt werden, um den Feind zu bezwingen.

Doch im Hinterland des Protektorats Donegal bahnt sich eine neue Bedrohung an. Archonet Christian Delcord von Mahone ist dabei, sich ein eigenes Reich aus den Besitztümern Haus Steiners zusammenzuerobern, und keine der Mechgarnisonen auf den von ihm angegriffenen Welten kann ihn aufhalten. Wie durch Zauberhand fallen die gewaltigen Maschinen aus, sobald sie sich seinen Truppen entgegenstellen.

Verfügt Delcord über eine neuartige Waffe, die es ihm ermöglicht, die Könige des Schlachtfelds vom Thron zu stoßen? Falls ja, muss verhindert werden, dass sie einer feindlichen Großmacht in die Hände fällt. Der lyranische Geheimdienst LNC setzt ein Team aus vier Topagenten in Marsch, die Lage zu klären, bevor der Feind davon erfährt.

Agenten-Stories scheinen in der Classic-Serie beliebt zu sein, denn dies ist schon der zweite Roman, der sich mit diesem Thema befasst, während mir in den ersten zwanzig Büchern der "BattleTech"-Serie noch keiner begegnet ist. Schafft es Reinhold H. Mai, den durchwachsenen Roman "Über dem Gesetz" von Michael Diel zu toppen? Meines Erachtens mit Leichtigkeit....

Der Plot beginnt mit der Einführung des Problems: Ein Herrscher einer Handvoll Welten innerhalb des Lyranischen Commonwealth namens Delcord lehnt sich gegen seinen rechtmäßigen Herrn auf und schlägt mit Hilfe einer geheimnisvollen Waffe die BattleMech-Garnisonen, die sich ihm entgegenstellen, auf nahezu friedfertige Weise mit seinen eigenen konventionellen Truppen aus Infanterie und Panzern. Die Mechs fallen einfach, wie auf Knopfdruck, aus. Da das gesamte Militär momentan mit den Bedrohungen durch den Krieg an den Grenzen zu tun hat, mobilisiert der Lyranische Geheimdienst ein Team von Agenten, die sich der Sache annehmen sollen.

Die Agenten besteigen vier BattleMechs, reisen auf eine äußere der betroffenen Welten und geben sich als loyale Soldaten Haus Steiners aus. Nachdem sie sich selbst von den Auswirkungen der Waffe überzeugt haben, werden sie gefangen genommen. Im Gefängnis schmieden sie den Plan: Zwei Agenten sollen ausbrechen, direkt auf die Hauptwelt des Bezirks reisen und versuchen, näheres über Delcord herauszufinden und wie er an die Waffe gekommen ist. Die anderen beiden sollen bleiben, versuchen die Armee von Delcord zu unterwandern und sich eine der Waffen zu beschaffen, um sie später zu analysieren.

Der Roman ist durchaus sehr spannend geschrieben; so sehr, daß ich ihn streckenweise gar nicht aus den Händen legen wollte und ihn innerhalb weniger Tage gelesen hatte. Die Charaktere, allen voran die vier Agenten, sind vom Charakter her sehr schön gezeichnet und keine austauschbaren Figuren wie in manch anderen Romanen dieser Serie. Auch wenn es im Verlauf des Romans keine unüberwindbaren Probleme für die vier Agenten gibt und die Handlung sehr geradlinig ist, wirkt der Plot nicht unrealistisch, da die Agenten sehr planmäßig vorgehen.

Auch wenn es später noch zu Konflikten mit den anderen Häusern in Form von feindlichen Agenten kommt, so ist dieser Roman, wie für die "Classic BattleTech"-Serie fast schon typisch, kein klassischer BattleTech-Roman. So fehlen die entscheidenden Konflikte zwischen den Häusern nahezu völlig, es gibt keinerlei Politik-Plots außer den Differenzen zwischen Delcord und Steiner, und BattleMech-Kämpfe sind sehr rar gesäet. Trotzdem oder gerade weil er sich von den anderen Romanen wohltuend abhebt, ist er vor dem Hintergrund des Agenten-Genres sehr empfehlenswert.

Mai arbeitet nach der Trennung des Vierer-Teams sehr gerne mit Cliffhangern: Ein Kapitel beschreibt den Fortschritt eines der Zweier-Teams bis es gegen Ende in eine prekäre Lage gerät. Dann wechselt die Szenerie zum anderen Team, die Handlung setzt sich dort fort und derselbe Kniff kommt zur Anwendung. Sein Schreibstil kommt dem Roman entgegen, ist angenehm und an keinem Punkt schwierig. Fanpro hat scheinbar dazugelernt und gegenüber den vorherigen Romanen endlich geringfügig bessere gefunden beziehungsweise überhaupt mal Lektoren eingestellt, denn ich habe nur eine einstellige Anzahl an Rechtschreib- oder Tippfehlern gefunden.

Fazit:
Guter, wenn auch für das BattleTech-Universum nicht perfekter, Agenten-Thriller.

Markus Pöstinger

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