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Romane Historisch - Montmorency. Dieb¸ Gauner¸ Gentleman

Man sollte nicht unbedingt von einem Titel und einem Titelbild auf den Inhalt eines Buches schliessen. Das habe ich zwar vor dreissig Jahren schon gelernt, aber ich falle immer noch darauf herein, vor allem wenn es, wie bei diesem Buch, hervorragend gemacht wurde. So war ich doch der irrigen Meinung ein Buch im Stil eines Sherlock Holmes vor mir zu haben. Nun ja, irren ist männlich. Eleanor Updale erzählt uns die Geschichte von dem Dieb und Gauner Montmorency, der die neueste Errungenschaft in London des Jahres 1875 nutzt. Die neu erbauten Abwasserkanäle der Stadt. Und schwupps, befinden wir uns auf der anderen Seite des Gesetzes. Montmorency wurde übel zugerichtet in das städtische Gefängnis gebracht und dort von einem Arzt zusammen geflickt. Der ehrgeizige Arzt Dr. Farcett benutzt ihn aber auch für neue chirurgische Tests. Da sich unser Gauner relativ gut führte, wurde er vom Arzt als Anschauungsobjekt mit auf Tagungen genommen, wo Montmorency sehr viel lernte. Dabei kam es dem jungen Arzt eher darauf an, sich einen guten Namen zu machen. Kaum aus dem Knast raus, geht er dazu über sein Wissen zu nutzen. Vor allem erkennt er, in den Abwasserkanälen einen Weg, um ungesehen in fremde Häuser einzubrechen und unerkannt zu fliehen. Während der Erzählung wechselt Montmorency seinen Namen, seinen Lebenswandel und die Einstellung zum Bürgertum. Aus dem Verbrecher wird mit der Zeit ein ehrbares Mitglied der Gesellschaft. Dabei ist vor allem der Weg dorthin sehr interessant und spannend geschildert. Das Buch kommt ausser der Beschreibung seiner ersten Verletzungen, die er sich während seines letzten Einbruchs zuzog, völlig ohne Gewalt aus. Montmorency ist mehr ein Gentlemandieb, ohne die Absicht einen seiner heimgesuchten Opfer körperlichen Schaden zuzufügen. Er führt eine Zeitlang ein Doppelleben. Auf der einen Seite den Kriminellen Handlungsträger, der sich mit seinen nächtlichen Streifzügen zu einem gewissen Reichtum bringt, auf der anderen Seite, der reiche, aber zurückgezogen lebende Montmorency, in einem Hotel, der sich Schritt für Schritt in die gut bürgerliche Gesellschaft einführt, um einmal dazu zu gehören. Eleanor Updale ist eine erfinderische Schriftstellerin, die es versteht eine vortreffliche Geschichte zu schreiben. Ihr Held ist überzeugend dargestellt, seine Ideen sind vielseitig und zum Schluss wird er sogar ein Held fürs Vaterland. Was mir an diesem Buch besonders gefiel, war die spielerische Art, wie Frau Updale mit ihrem Helden und seiner Zeit umging. In jedem Fall war das Buch an keiner Stelle langweilig. Und wie schrieb ich zu Anfang, Irre sind Männer, das Buch hat nichts mit Phantastik zu tun. Es ist ein astreiner Krimi.

Dies ist eine Rezension aus
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dem monatlich erscheinenden Newsletter vom Club für phantastische Literatur, Erik Schreiber.



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Name: Montmorency. Dieb¸ Gauner¸ Gentleman

Art: Roman für Romane Historisch; 190 Seiten; Taschenbuch;

Publikationsjahr: 2006

ISBN-10: 3-79418-038-0

ISBN-13: 978-3-79418-038-7

Preis: 15 Euro

Kontakt: Sauerländer

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