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Otherland 1 bis 4: Otherland

Der erste Band "Stadt der goldenen Schatten" führt den Leser in die Welt von Otherland. Die Geschichte spielt einige Jahrzehnte in der Zukunft. Eine der Hauptfiguren ist die in Südafrika lebende Irene "Renie" Sulaweyo. Sie ist Dozentin für Virtualitätstechnik und hat eigentlich einen guten Job. Doch im privaten Leben läuft nicht alles so rund. Ihre Mutter ist schon früh verstorben, und so muss sie die Erziehung des jüngeren Bruders Stephen übernehmen. Der gemeinsame Vater ist auf Grund seines Kummers auch keine große Hilfe mehr.
Stephen ist ein großer Fan vom Netz, und besonders das Verbotene zieht ihn und seine Freunde an. Renie gelingt es, ihn einmal noch aus dem Club Mister J zu retten, doch beim nächsten Mal gelingt es Renie nicht. Stephen liegt im Koma, und kein Arzt kann ihm helfen.
So versucht Renie also auf eigene Faust und mit Hilfe des Studenten !Xabbu, der zum Wüstenvolk der Buschleute gehört, hinter das Geheimnis zu kommen.
Sie wenden sich an eine frühere Professorin von Renie, die ihr auch helfen und dazu den Kontakt mit der Rechercheurin Martine Desroubins herstellen will. Doch bevor das gelingt, wird die Professorin ermordet.
Auch Renie und ihre Freunde werden bedroht. Gemeinsam mit dem Chauffeur der Professorin, der im Laufe der Handlung zu einem treuen Gefährten wird, flüchten sie. Mit Hilfe von Martine, die man schließlich doch gefunden hat, gelangt man in der virtuellen Welt in das sogenannte TreeHouse. Dort treffen sie auf einen pensionierten Häcker, der vor Jahren an einem Sicherheitssystem für ein Projekt Namens "Otherland" gearbeitet hat. Alle seine Kollegen starben unter mysteriösen Umständen, und so vermutet man, dass mehr hinter Otherland steckt. In der Realität führt der Weg die Freunde schließlich in eine stillgelegte Militärbasis. Dort befinden sich V-Tanks, in denen man sich über längere Zeit in der virtuellen Welt befinden kann.

Ganz andere Sorgen hat zunächst der junge Amerikaner Orlando Gardiner. Er ist schwer krank und verbringt so viel Zeit in der virtuellen Welt. Am liebsten reist er in einem Rollenspiel als Barbarenkrieger Thargor durch die Lande. An seiner Seite ist meist sein Online-Freund Fredericks, der - wie sich später herausstellt - ein Mädchen ist.
Bei einem Kampf wird Orlando/Thargor durch das Bild einer goldenen Stadt abgelenkt, und seine Online-Figur stirbt. Der Verlust seines mühsam aufgebauten Charakters weckt den Wunsch, mehr über die geheimnisvolle Stadt zu erfahren. So sucht Orlando ebenfalls und findet auch das TreeHouse und Otherland.

Die kleine Christabel Sorensen trifft sich gegen den Willen ihrer Eltern mit ihrem väterlichen Freund, Herrn Sellars. Der ist gefangen auf einem Militärstützpunkt der Vereinigten Staaten, und im weiteren Verlauf verhilft Christabel ihm zur Flucht.

Völlig unabhängig und teilweise leicht bizarr ist die Handlung um Paul Jonas. Zunächst liegt er in den Schlachtgräben des ersten Weltkrieges. Überall ist Tod und Elend. Doch als er sich plötzlich in einem leeren Schlachtfeld wiederfindet, einen Baum sieht, der in die Wolken wächst, und eine Frau trifft, die Flügel hat, meint er schon, er wäre verrückt. Doch als er wieder aufwacht, hält er eine Feder in den Händen.
Paul desertiert und flieht über das Leichenfeld. Ständiger Beschuss erschwert den Weg. Doch schließlich taucht ein schimmerndes goldenes Licht auf. Seine Freunde Finch und Mullet aus dem Schützgraben fordern ihn auf zurückzukommen. Aber sie sehen anders au,s und so geht Paul durch das Licht.
Er verliert jeden Bezug zu Raum und Zeit und findet sich in einer Welt wieder, in der sich eine weiße und eine rote Königin bekämpfen. Doch seine Verfolger sind an seinen Fersen. Mit Hilfe des jungen Gally, dessen Freunde alle ermordet wurden, kann Paul erneut fliehen, indem sie in den Fluss springen.
Als sie wieder an die Oberfläche kommen, befinden sie sich auf einer besiedelten Marslandschaft. Dort trifft Paul die Vogelfrau wieder, die Vaala heißt und in Gefangenschaft ist. Paul rettet sie, doch das Auftauchen seiner Verfolger Finch und Mullet lässt Vaale zurückschrecken. Paul und Gally setzen hinterher, doch sie stürzen mit ihrem Luftschiff ab. Alles scheint zu Ende, doch Paul wacht allein inmitten von Neantertaljägern der Eiszeit wieder auf.

Der älteste und wahrscheinlich reichste Mann der zukünftigen Welt ist Felix Jongleur. Da er physisch so gut wie tot ist, verbringt er die meiste Zeit als Gott Osiris in einem virtuellen Ägypten. Er ist der Vorsitzender der Gralsbruderschaft, die das Otherland errichtet hat. Doch auf Grund der Verzögerungen bei der Fertigstellung gibt es Streitereien in der Bruderschaft. Um seine Position zu festigen, schickt Jongleur seinen Lakaien und Meuchelmörder Dread aus, ein ehemaliges Mitglieder der Bruderschaft zu töten.

In der virtuellen Welt treffen nun einige der Protagonisten aufeinander. Renie und !Xabbu landen in einem südafrikanischen Land und werden von Soldaten Bolivars Atasco gefangen genommen. Orlando und Fredericks geraten auf ihrer Suche ebenfalls in die Gefangenschaft von Atasco. Sie alle und noch einige weitere Gefangene werden nun vor Atasco gebracht. Dort befindet sich auf Herr Sellars, der ihnen berichtet, dass zwischen dem Otherland-Projekt und der Erkrankung von Tausenden von Kindern, wie bei Stephen, ein Zusammenhang besteht.
Die Versammlung wird unterbrochen, als die Simulationsfiguren vom Ehepaar Atasco erstarren. Sie waren das Ziel von Jongleurs Anschlag. Sellar fordert die anderen auf, in das Netzwerk zu fliehen und dort nach einem Jonas Ausschau zu halten. Sie fliehen auf einem Schiff.

Nahtlos setzt sich die Handlung im zweiten Band "Fluss aus blauem Feuer" fort. Das Schiff, mit dem die Gefährten geflohen sind, ist nun ein Blatt. Sie befinden sich in einer Simulation, in der sie von Insekten und Vögeln, die wesentlich größer sind als normal, bedroht werden. Renie und !Xabbu werden von der Gruppe getrennt und begegnen dem Besitzer der Insektensimulation. Bei einem Angriff von gigantischen Ameisen fliehen sie und sehen Orlando und Fredricks. Sie versuchen sie zu retten, doch das schlägt fehl, und so passieren alle das Gateway nur zu anderen Welten.
Renie und !Xabbu landen in einer seltsamen Welt des Zauberers von Oz, wo sie von dem Löwen und dem Blechmann gejagt werden. Sie fliehen mit Hilfe von Emily 22813 aus der Simluation.
Orlando und Fredericks landen in einer alten Küche aus einem Zeichentrickfilm. Dort erleben sie einige Abenteuer mit Wesen, die Warenetiketten und Besteckschubladen entsprungen sind, und landen schließlich in einer alte Ägyptensimulation.

Die anderen Weggefährten Martine, Florimel, Quan Li, Sweet Williams und T4b konnten ebenfalls die Insektenwelt verlassen und landen in der Welt Aerodromien, in der die Bewohner und auch die Gefährten fliegen können. Als plötzlich ein Mädchen der Bewohner verschwindet, werden die Gefährten in ein stockdunkles Höhlenlaybrinth, die "Stätte der Verlorenen", gebracht.

Paul ist nur kurz in der Eiszeit. Als er von einem Höhlenhyänen angegriffen wird, bricht er durch das Eis in den Fluss. Er erwacht und sieht die Wahrzeichen von London. Er wähnt sich schon zu Hause, als er erkennen muss, dass er sich in einem zerstörten England befindet. Ein Angriff vom Mars, wie bei H.G. Wells "Krieg der Welten" hat die Stadt zerstört. Paul lernt das Ehepaar Pankies kennen und macht mit ihnen einen Ausflug zum Hampton Court, in dessen dortigen Labyrinth er erneut die Welt wechselt. Ein Fremder hat in durch das Gateway geschubst. Der Fremde stellt sich als Nandi Paradivasch vor. Er ist Mitglied des sogenannten Kreises, der die Bruderschaft bekämpft. Ihm gelingt es, Paul davon zu überzeugen, dass er nicht verrückt ist, sondern nur ein Gefangener in einer gigantischen Simulationswelt ist. Als Simulationen, die Paul bisher besucht hat, gehören Felix Jongleur. Bevor Paul noch mehr erfährt, werden die beiden getrennt, und Paul schlüpft in die nächste Simulation.
Im Venedig des späten sechzehnten Jahrhundert trifft er Gally wieder, der sich aber an Paul nicht mehr erinnert. Paul trifft auf Eleanora, die ihm noch einige Hinweise und Informationen über das Projekt Otherland gibt.
Doch auch hier wird Paul von Finch und Mullet, den Zwillingen, wie sie allgemein genannt werden, aufgespürt. Gally wird getötet, und Paul flieht in eine Simluation des antiken Ihtaka, wo er der griechische Held Odysseus ist.

In der wirklichen Welt teilt sich Dread mit der Softwarespezialistin Dulcy Anwin die Überwachung der Gefährten. Aber Dread hat ein übles Laster. Er tötet Menschen aus Lust, und so heftet sich die Polizistin Calliope an seine Fersen.

Am Ende gelingt es Renie, mit Hilfe eines Art Schlüssels den Kontakt zu Martine und ihrer Gruppe wieder herzustellen. Nach der Vereinigung zeigt Dread, hinter welcher Maske er sich versteckt, und flieht mit dem Schlüssel.
Zu Beginn des dritten Buches "Berg aus schwarzem Glas" sitzen die Gefährten dort fest. Mit großer Mühe gelingt es ihnen, ein Gateway zu öffnen, und sie gelangen in eine Simulation, die nur aus einem großen Haus besteht. Martine wird dort entführt. und die Gruppe macht sich auf die Suche.
Paul durchlebt das Leben des Odysseus, aber irgendwie andersherum.
Orlando und Fredericks treffen in der Ägypten-Welt auf weitere Mitglieder des Kreises, die Felix Jongleurs weiteres Handeln verhindern möchten.
Herr Sellars gelingt es, einige Militärs zu überzeugen, und auch sonst gibt es einige Ereignisse in der wirklichen Welt, die das Geschehen in der Simulation beeinflussen.
Alles endet im vierten und letzten Band "Meer des silbernen Lichts".

Mehr möchte ich eigentlich nicht von der Geschichte verraten. Schließlich soll ja auch noch ein bisschen Spannung bleiben.
Wer schon mal einen Tad Williams Roman gelesen hat, der wird seinen Stil kennen und sich daran gewöhnt haben, dass es manchmal sehr ausführliche Beschreibungen gibt. Speziell im zweiten Buch erschwert das den Lesefluss. Aber da gilt nur durchhalten.

Fazit:
Otherland ist ein rundum gelungenes Werk. Lediglich der zweite Band hat einige Längen, doch insgesamt sind es über 3650 Seiten sehr gut Unterhaltung. Den Roman in eine Kategorie reinzupressen fällt schwer. Er hat von allem ein bisschen und ist es doch nicht ganz. Er ist Krimi, Fantasy, Science-Fiction, Märchen und Abenteuerroman.
Sehr unterhaltsam sind die Pressemeldungen zu Beginn eines Kapitels, die nichts mit der Handlung zu tun haben und doch einen guten Einblick geben über das Leben im 21. Jahrhundert.



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Thomas König
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Name: Otherland 1 bis 4: Otherland

Art: Roman für Otherland; Vier Bände im Schuber;

Publikationsjahr: 2004

ISBN-10: 3-60893-425-1

ISBN-13: 978-3-60893-425-0

Preis: 60 Euro

Kontakt: Klett-Cotta
Homepage: www.klett-cotta.de

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20