Romane Fantasy - Wahl
Der sechzehnjährige Gemm 16884 lebt im ‚Jahr er Seelenruhe 2407' in der Sozialen Allianz im westlichen Sektor. Mit seiner Schwester Gemma 16884 führt er ein sorgloses Leben. Durch die täglich zu sich genommenen Serotonin-Getränke ist das Leben immer rosarot. Keine Probleme¸ kein Ärger. Und jeder Mensch ist wunschlos glücklich. Das ist auch das Ziel der Allianz. Es geht darum die Menschheit in Harmonie zu halten und dies garantiert das Wohlergehen. Die Menschen sind inzwischen ziemlich dekadent¸ tragen Masken und versuchen möglichst unauffällig zu sein. Doch Gemm 16884 hat ein Problem. zuerst verfolgen ihn nur Träume die ihn etwas verstören¸ dann hört er Musik. Unverständliche Gefühle suchen ihn heim¸ eine Sehnsucht nach einem Zustand¸ den er so nicht erhalten kann. Damit fällt er natürlich solchen Personen wie Führer 77502 auf und landet schliesslich als Krimineller Mensch vor dem Ältestenrat. Der Rat stellt ihn vor die Wahl. entweder Erneuerung¸ das ist der Tod im Wonnerausch¸ oder Therapie. Die Therapie sorgt dafür¸ dass der Junge in der Vergangenheit der Menschheit landet. Hier soll seine Andersartigkeit ausgelöscht werden.
Gemm 16884 erwach im Jahr 1348 als Sohn des Geldverleihers und Juden Menachem mit dem Namen Johannes. Das Jahr ist auch ein Jahr¸ in dem die Pest in Europa wütet. Das leben für die Juden ist nicht einfach. Schon immer verfolgt¸ wird ihnen in dieser intoleranten Zeit auch die Pest in die Schuhe geschoben. so kommt es¸ dass sie auch diesmal zu den Sündenböcken¸ vor allem der katholischen Kirche¸ werden. Auch nach Strassburg¸ dem Ort¸ wo Gemm 16884 landet¸ kommt die Pest. Dabei wird Gemm / Johannes die Pest nie erleben. Denn bevor sie in die Stadt kommt¸ wird er mit anderen zusammengetrieben und auf dem Friedhof verbrannt.
Sonia Levitin schrieb den Roman 1999. Er berichtet von Intoleranz¸ Fremdenfeindlichkeit¸ Macht- und Geldgier. Die Beschreibungen des Alltags der damaligen Zeit sind äusserst faszinierend geschrieben. Die gleichzeitig beschriebenen Szenen von Folter¸ Rechtlosigkeit und geschürtem Volkszorn hinterlassen eine unangenehme Beklemmung. Die zuerst in der dritten Person erzählte Geschichte sorgt für ein wenig Abstand. Doch dann wechselt die Erzählebene. Es wird sehr viel persönlicher. Aus diesem Grund wird die Geschichte mit seiner Andersartigkeit uns doch viel näher herangetragen. Der Leser und die Leserin werden betroffen. Sollte dieses Buch auch nur einem Kind die Augen öffnen¸ dass man den anderen Menschen freundlich und unvoreingenommen gegenübertritt¸ dann hat das Buch seine Ziel erreicht. sehr empfehlenswert
Dies ist eine Rezension aus Der phantastische Bücherbrief dem monatlich erscheinenden Newsletter vom Club für phantastische Literatur, Erik Schreiber. |
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