Romane - Phantastische Bibliothek 9: Zarathustra kehrt zurück
Wer vor einiger Zeit den phantastischen Bücherbrief 437 gelesen hat, wird Herbert W. Franke wieder erkennen. Ab und zu ist es schön, mal wieder nach alter SF zu greifen, vor allem, wenn es Kurzgeschichten sind. Ich hatte schon immer ein besonderes Interesse an ihnen und möchte daher nicht versäumen, auf dieses Buch hinzuweisen. Leider wird es nur noch im Antiquariat angeboten und wer es 1:1 für 6 Euro statt 6 D-Mark erhält, kann sich noch glücklich schätzen.
Die vorliegende Sammlung umfasst 16 Kurzgeschichten. Die Geschichten handeln vor allem von Menschen und den Eigenschaften, die einen Menschen ausmachen. In vielen Fällen überspitzt dargestellt und stark heraus gearbeitet, aber nie so, dass sie aufgesetzt wirken. während sich manch einer der Autoren der 70er und 80er Jahre damit befasste, Space Opera zu schreiben, was meist in Wild-West im Weltall ausartete, schätze ich bei ihm die mehr psychologische Seite der Erzählungen.
Herbert W. Franke fasziniert dadurch, dass er seine Sprache knapp und präzise einsetzt, die eindeutig von der Technik behauptet wird. Ein Punkt der sicherlich zu seinem Erfolg beitrug ist das Spiel mit der Angst. Angst vor der Technik, die den Menschen vereinnahmt und vereinsamt. Angst des Menschen, die Möglichkeit zu verlieren, miteinander auszukommen, miteinander zu leben, lieben, lachen. Die zwischenmenschliche Wärme und deren Verlust steht direkt neben der Technikfreundlichkeit der Mächtigen. Es geht ihm sehr oft um die gezielte Beeinflussung des Einzelnen und der Nachahmung von Wirklichkeiten.
Dies ist eine Rezension aus Der phantastische Bücherbrief dem monatlich erscheinenden Newsletter vom Club für phantastische Literatur, Erik Schreiber. |
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