Romane Fantasy - All Age Fantasy: Das geheime Land
Ian Kennedy ist gebürtiger Amerikaner. Er lebt als Ermittler in London. Als er neun Jahre alt war, verschwand sein Vater spurlos. Mitten auf dem Feld, wo sein Vater arbeitete, in der Nähe seiner Familie und anderen Zeugen verschwindet ein Mensch. Klar, dass das einen neunjährigen Jungen prägt. Zumindest hat das Ian immer in dieser Art und Weise erzählt. Jetzt verschwindet unter gleichen Umständen seine Freundin Jenny. Ian arbeitet als Privatdetektiv, der sich für vermisste Personen einsetzt und sie sucht. Mit dieser Arbeit hat er sich einen Namen gemacht, vor allem als er ein junges Mädchen bei Halloween aus den Händen der Sidhe befreit. Und wird daher von einer Landsmännin angeheuert. Laura Lensky vermisst ihre Tochter Peri. Sie verschwand ebenfalls spurlos, nur mit dem einen Vor- oder auch Nachteil, in Schottland zum letzten mal gesehen worden zu sein. Ian folgt den Hinweisen, die ihn in fataler Weise an einen anderen Fall erinnern, den er vor Jahren nachging. Die Erinnerungen daran spielen auf das magische Volk der Sidhe an. Den Feen der alten schottischen und irischen Legenden. Ein Zugang zu dem unbekannten Volk scheint nicht bekannt zu sein und das Land selbst eher in eine Parallelwelt zu finden sein. Trotzdem, mit ihrem Ex-Freund Hugh und ihrer Mutter macht er sich auf den Weg, Peri zu finden.
Im Mittelpunkt der Handlung steht eindeutig Ian Kennedy. Ein Mann, der früh in seinem Leben einen Verlust erlitt, dem dieser gleich ein zweites Mal folgte. Durch die Verluste fällt es Ian schwer, Beziehungen mit anderen Menschen aufzubauen. Die beiden anderen Personen, Peris Mutter und Peris Exfreund, der inzwischen mit einer anderen Frau zusammen ist, wirken ganz anders. Ist Ian manches mal eher desorientiert, ist Hugh
Lisa Tuttle ist eine der interessantesten Schriftstellerinnen neben Ursula K. Le Guin, die ich kenne. Im vorliegenden Buch DAS GEHEIME LAND verbindet sie die klassische Detektiverzählung mit der Phantastik in Form der Sagen und Legenden der britischen Inseln. Lisa Tuttle schafft es ihre Personen zu Persönlichkeiten werden zu lassen. Die Beschreibungen sind nicht einfach nur ein paar schablonenhafte Personen, die an jeder x-beliebigen Strasse stehen, sondern es sind Personen, die eine charakterliche Tiefe erhalten. Aus diesem Grund ist der Roman eine einfühlsame Fantasy, die Leserinnen und Leser können sich in das Leben der Personen fast körperlich hinein fühlen. Die Autorin, selbst Amerikanerin, die in Schottland lebt, kann all ihre Erfahrungen in die Figur des Ian Kennedy einbringen. Kennedy ist übrigens ein uralter schottischer Name, auf den auch John F. Kennedy zurückgeht. Ihre stärke ist es in jedem Fall, zu beschreiben, wie gewöhnliche Menschen in ungewöhnlichen Situationen reagieren.
Dies ist eine Rezension aus Der phantastische Bücherbrief dem monatlich erscheinenden Newsletter vom Club für phantastische Literatur, Erik Schreiber. |
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