drosi.de | Rezensionen | Romane Fantasy | Meister Li: Brücke der Vögel
Romane Fantasy - Meister Li: Brücke der Vögel

Im Dorf Ku-Fu erkranken alle Kinder der Dorfbewohner. Schuld sind Ma die Made und der Pfandleiher Fang. Durch einen vorgetäuschten Tod können die beiden entkommen. Die Kinder werden dadurch jedoch nicht wieder lebendig. Der junge Mann, Lu Yu, der als zehntes Kind geboren wurde und auch von Statur her sehr gross ist, wie auch manchmal nicht sehr schnell von Verstand wird nur als Nummer zehn der Ochse bezeichnet. Er wird in die Huaptstadt geschickt, um einen Gelehrten zu finden, der ihnen und vor allem den Kindern helfen kann. Lediglich ein Gelehrter ist bereit, dem jungen Mann zu helfen. Den anderen Gelehrten ist das angebotene Geld zu wenig. So lernt Nummer zehn der Ochse den Gelehrten Li mit dem Nachnamen Kao und dem kleinen Charakterfehler kennen.

Der Charakterfehler von Meister Li, der über 100 Jahre alt sein muss, da er des öfteren von seinen Geschichten als er 90 Jahre alt war, erzählt liegt im Genuss von Alkohol. Wobei Genuss wohl der falsche Begriff ist. Er säuft alles, was sich Alkohol nennt und das wie ein Loch.

Die Krankheit der Kinder ist für den Gelehrten, der die Krankheit sofort erkennt, kein Problem. Gemeinsam machen sich die beiden so ungleichen Personen auf den Weg um die erkrankten Kinder zu retten. Dabei suchen sie eine ganz bestimmte Wurzel, die Ginseng der grossen Macht. Mit kleinen Erfolgen können sie immer wieder in das Dorf Ku-Fu zurückkehren, nur um gleich darauf wieder loszugehen, um doch noch den letzten Rest zu finden. Dabei erleben die beiden Personen die seltsamsten Abenteuer. Sie kämpfen gegen die Herzöge von Chi'in, gegen Dämonen, Fallen und Götter.

Der Schauplatz dieses Romans ist nicht etwa das Reich der Mitte, das alte und bekannte China, sondern das China der Legenden. Der amerikanische Autor Barry Hughart verbindet in seinen Geschichten um den Meister Li Volksmärchen, Legenden und Mythen sowie die klasischen Informationen, die jeder Leser auf die eine oder andere Weise über China kennt.

Ein guter Roman und zugleich ein königliches Lesevergnügen mit viel Witz und Verstand. Wirklichkeit und Märchen mischen sich zu einem fabelhaften Roman. Barry Hughart baut seine Handlung sehr geschickt auf. Alles ist erst einmal im Fluss, bis es scheinbar nicht mehr weiter geht. Dann kommt eine blendende Idee des Meister Li, meist direkt umgesetzt von Nummer zehn dem Ochsen. Die beiden ergänzen sich hervorragend und der Leser und die Leserin sind gefangen von einem herrlichen Buch, dass man gar nicht aus der Hand legen will. Meister Li ist eine Art Wissenschaftler, der einen kriminalistischen Verstand wie Sherlock Holmes oder Hercule Pierot hat, gleichzeitig aber auch mit seltsamen Vorschlägen kommt, wie Ziegen Goldstücke ausscheiden zu lassen. Das Buch ist sehr angenehm geschrieben. Mehr in einem lockeren Plauderton, der dafür sorgt, dass man sehr oft über den Herrn mit dem Charakterfehler lächeln, ja lachen kann. Zudem kann man sich selbst als Kriminologe betätigen. Bücher wie diese, mit viel Humor, sind in der Phantastik leider selten geworden.

Dies ist eine Rezension aus
Der phantastische Bücherbrief
dem monatlich erscheinenden Newsletter vom Club für phantastische Literatur, Erik Schreiber.



www.DRoSI.de
die beste Adresse,
seit es Rollenspiele gibt
© Copyright by Dogio
Erik Schreiber vom Bücherbrief
von www.spaet-lese-abend.de
Mehr zum Thema
Links zum Thema
Diesen Artikel kaufen

Diesen Artikel kaufen

Qualität Text
Qualität Optik
Nutzen/Spaß
Gegenwert
Wie wird gewertet?

Name: Meister Li: Brücke der Vögel

Art: Roman für Romane Fantasy; 290 Seiten; Taschenbuch;

Publikationsjahr: 2006

ISBN-10: 3-49229-142-2

ISBN-13: 978-3-49229-142-2

Preis: 9 Euro

Kontakt: Piper
Homepage: www.piper-verlag.de/

[Dieses Fenster schließen]

5155 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Rezensionen bei drosi.de
Please note:
The names of all or most of the games and their logos on the subsequent pages are trademarks or registered trademarks of the owning company. Any use on this or subsequent pages should not be misconstrued as a challenge to said trademarks, nor as an attempt to infringe upon any copyrights that may be owned by said companies.
The drosi.de content and database is © 1998-2008 by Uwe 'Dogio' Mundt.
Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20