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Romane SciFi - Lebenssonden

DIE LEBENSSONDE, geschrieben von Michael McCollum, schildert das beliebte Thema, wenn die Menschheit besucht wird und schildert die Folgen dieses Besuches auf die Menschheit als Ganzes. Die Lebenssonde wurde von einer intelligenten Rasse entwickelt, der es nie gelang, die Lichtgeschwindigkeit zu durchbrechen. Um einer Stagnation der eigenen Zivilisation entgegenzuwirken entwickelten die sogenannten Schöpfer die Sonden. Die Schöpfer sendeten also automatische Spähersonden aus, die all ihr Wissen in ihren Speichern mit sich trugen, in der Hoffnung auf eine andere Rasse zu treffen, die eventuell die Möglichkeit sahen, die Überlichtgeschwindigkeit zu überschreiten. Sonde 53 395 erreicht nach vielen Jahren das irdische Sonnensystem. Hier entdeckt es die Menschheit, die zwar ebenfalls noch nicht die Lichtgeschwindigkeit überschreiten konnte. Sie hat aber die gleiche Technik entwickelt, die auch die Schöpfer der Sonde entwickelten. Nach langen Überlegungen entwickelte die Sonde eine Möglichkeit, mit der Menschheit Kontakt aufzunehmen. Dies ist nicht sehr einfach. Schließlich existieren auf Erde weiterhin konkurrierende Gruppen. Politische und militärische Streitigkeiten beschäftigen die Menschen untereinander. Der vehementeste Gegner einer freundschaftlichen Kontaktaufnahme ist die Panafrikanische Union. Diese Union bringt es letztlich fertig, die Sonde, die bereits mit den Vereinten Nationen Kontakt aufgenommen hat schwer zu beschädigen und fast zu zerstören.
Trotzdem kann die Sonde letztlich der Menschheit helfen, einen verbesserten Antrieb zu entwickeln. Ziel ist das nächste Sonnensystem, Prokyon. Denn, kurz nachdem sich die Sonde dafür entschied, im Sonnensystem zu bleiben und sich dadurch technisch bedingt fluguntüchtig machte, konnte ein Phänomen angemessen werden, das entsteht, wenn jemand mit Überlichtgeschwindigkeit fliegt. Nach der Auswertung der Messwerte ergab sich, dass das Flugobjekt aus Richtung Prokyon kam.

Neben dieser großen Hintergrundgeschichte laufen vordergründig noch diverse Geschichten der einzelnen Handlungsträger ab. Hauptsächlich ist es jedoch die Liebesgeschichte zwischen Erich Stessl und Brea Gallegher. Das Buch ist sehr gut geschrieben, atmosphärisch dichte Erzählkunst. Tiefgreifend in der Beziehung zwischen den einzelnen Menschen und Menschengruppierungen, sowie im Verhalten der Sonde gegenüber der Menschheit. Der Roman ist keine Space - Opera, sondern eine tiefgründige Geschichte. Aber kein absolutes Muss. Das Thema wurde bereits häufig aufgegriffen. Dafür ist LEBENSSONDE ein gutes Unterhaltungswerk. Was fehlt ist der Hinweis, dass dieses Buch bereits im Wilhelm Heyne Verlag erschienen ist und somit nur eine Neuauflage darstellt. Das heisst nicht, dass ich etwas gegen Neuauflagen hätte. Aber der Hinweis wäre angebracht.

Michael McCollum merkt man seine wissenschaftliche Ausbildung nicht nur an, sie ist eine der Säulen dieser Erzählung. Sein wissenschaftlicher Hintergrund fließt mit ein und ergibt einen ganz eigenwilligen Stil. Michael McCollums ist ein Autor, der nicht nur beschreibt und erzählt. Er wirft, nach eingehender Beschreibung der äusseren Umstände, sowie einem abstecken der Wissenschaft und der Geschichte des bekannten Universums seine Handlungsträger in eine unvorhergesehene Begebenheit, die für den Handlungsträger vorerst undurchschaubar ist. Dabei ist der Autor, ein Luft- und Raumfahrtingenieur, selbst eine Art Zuschauer, der seine Handlungsträger bei ihrer Handlung beobachtet, diese weiterspinnt und weiter beobachtet. Damit ist er in der gleichen Situation wie der Leser. Nur mit dem Unterschied, er hält die Erzählstränge weiterhin in den Händen.
Michael McCollum wurde 1946 in Phoenix, Arizona geboren und studierte an der Arizona State University Raumfahrtantriebe und Ingenieurswesen mit Schwerpunkt Nukleartechnologie. Er ist bei Honeywell in Tempe, Arizona beschäftigt und ist Chefingenieur in der Ventilproduktion. Während seiner Berufslaufbahn hat er an Teilen für das Space Shuttle, Space Station Freedom, Fernlenkraketen und für mehr oder weniger jedes Flugzeug gearbeitet.
In seiner Freizeit schreibt Michael McCollum Science Fiction Geschichten und konnte in einschlägigen Magazinen wie Analog Science Fiction/Science Fact, Amazing, and Isaac Asimov's Science Fiction Magazine veröffentlichen. Zudem ist er Besitzer des ersten virtuellen Buchladens, der von einem Autoren besessen und geführt wird. Er ist verheiratet und hat drei Kinder.

Dies ist eine Rezension aus
Der phantastische Bücherbrief
dem monatlich erscheinenden Newsletter vom Club für phantastische Literatur, Erik Schreiber.



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Name: Lebenssonden

Art: Roman für Romane SciFi; 748 Seiten; Taschenbuch;

Publikationsjahr: 2006

ISBN-10: 3-45352-205-2

ISBN-13: 978-3-45352-205-3

Preis: 10 Euro

Kontakt: Heyne
Homepage: www.randomhouse.de/heyne/

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20