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Romane Fantasy - Sonnensturm

Am 5. Juni 2037 flackert der Himmel über Europa unheildrohend auf. Ein überaus heftiger Ausbruch von Sonnenmaterie, wie er bislang noch nie in der Wissenschaft belegt wurde, überschüttet die Erde mit Strahlungsteilchen. Wenn grössere Mengen Sonnenmaterie aus der Sonne heraus geschleudert werden, nennt man das einen Sonnensturm. Dies tritt in der Regel nur dann auf, wenn grössere Sonnenflecken zu sehen sind. Wenn die Sonnenmaterie auf das Magnetfeld der Erde trifft entsteht ein geomagnetischer Sturm, der Polarlichter bis fast zum Wendekreis des Krebses hervorrufen kann. Extreme Nordlichter beeinträchtigen die Funkwellen auf der Erde. Der Funkverkehr bricht zusammen, Navigationssatelliten stellen ihre Tätigkeit ein, die Stromnetze versagen. Und das könnte erst der Beginn von weiteren, stärkeren Sonneneruptionen sein. Wissenschaftler im Mondobservatorium sagen diese Katastrophen vorher, da sie innerhalb der Sonne ein pulsieren anmessen, dass sich immer mehr aufschaukelt. Für die Wissenschaftler ist dies nicht nur äusserst bedenklich, sondern auch gefährlich, denn sie sind der Meinung, dass dieser Prozess künstlich hervorgerufen wird. Den Höhepunkt sagen sie für den 20. April 2042 voraus. Der vorhergesagte Ausbruch kann so stark werden, dass alles Leben auf dem dritten Planeten des Sonnensystems ausgelöscht wird. gleichzeitig würde die Atmosphäre der Erde davon geblasen und damit der Planet zu einem öden Erdklumpen. Die Verantwortlichen sind nun dabei, über die grössten Städte der Erde sogenannte Sonneschirme aufzubauen, um einem Teil der Menschheit ein überleben zu gestatten.

Am 9. Juni 2037 kehrt die UNO-Soldatin Bisesa Dutt von ihrem Abenteuer auf Mir unversehens in ihre Wohnung zurück (Siehe ZEIT-ODYSSEE). Sie kümmert sich jetzt erst einmal um ihre achtjährige Myra, die verwundert darüber ist, ihre Mutter zu Hause zu sehen. Erwartet wurde Bisesa noch nicht. bislang ist sie von ihrer Dienststelle beurlaubt und schlägt sich mit dem Problem herum, ihrem Vorgesetzten das Abenteuer auf der Patchwork-Welt zu erklären. Bisesa befürchtet allerdings, für verrückt erklärt zu werden, wenn sie die Wahrheit erzählt. Das einzige Argument das in diesem Fall als authentischer Beweis dienen kann ist ihr Körper, der eigentlich fünf Jahre älter sein müsste, als er tatsächlich ist.

Die nächste Person, die in die Handlung eingeführt wird ist die Astronomin Siobhan McGorran, die sich mit der Urknalltheorie auseinander setzte und sich nun mit so einer Kleinigkeit wie dem Sonnensturm befassen soll. Die Verwaltung der Stadt London wendet sich nämlich an sie, damit sie die kleine frage beantwortet, wie soll London die Folgen des Sonnensturms bewältigen. Aber sie hat ja Zeit, Sieben Jahre bis zur Apokalypse. Die Wissenschaftlerin verteidigt ihren guten Ruf, aber auch einen gut bezahlten Job, als sie sich an ihren Kollegen Toby Pitt wendet. Sie benötigt dringend Rat in dieser Angelegenheit als Kollege Eugene Mangless, Astrophysiker vom Mond, mit dem Ultimatum herein platzt. Siobhan McGorran fliegt zum Mond um sich dort zu informieren. Dieser erklärt Siobhan das Datum des Erduntergangs. Um keine Panik hervorzurufen muss das Datum natürlich geheim gehalten werden. Das wird um so schwieriger, je mehr Leute sich mit dem Problem auseinandersetzen. siobhan tritt nun als Vermittler zwischen Wissenschaft und Verwaltungsapparaten ein, immer in der Hoffnung, das Datum wird nicht durchsickern. Gleichzeitig muss sie sich aber auch um die Sicherheit ihrer eigenen Tochter Perdita kümmern.

Eine Idee kommt auf den Tisch, die besagt, dass man einen Schutzschirm baut, der aus einer Metallfolie besteht. Allerdings muss diese Folie im Weltall verwendet werden und einen Durchmesser von 13.000 Kilometern haben. Der Schild soll die Sonnenmaterie abhalten und die erde schützen. Es tauchen mehrere fragen in diesem Zusammenhang auf. Wer stellt die Folie her, wie kommt sie in den Weltraum, geht dies in der Kürze der Zeit und wird es helfen? Während sich verschiedene Länder davon abkehren, allen voran die Chinesen, die scheinbar ein eigenes Ding vorhaben, einigen sich die restlichen Länder unter Führung der USA und Europas auf das Vorhaben.

Bisesa Dutt war aber auch nicht faul und ihr gelingt es endlich, bei Siobhan vorstellig zu werden. Ihr kann Bisesa von der Vision des Untergangs erzählen, die ihr die Erstgeborenen zeigten. An genau diesem vorhergesagten Tag soll eine Sonnenfinsternis eintreten. Für Bisesa stellt sich die Frage, woher die Erstgeborenen davon wussten und kommt zu der Einsicht, das sie selbst dahinter stecken.

Was wollen die Erstgeborenen mit dieser Aktion bezwecken? Nachdem sich Bisesa mit Siobhan unterhielt wird Eugene beauftrag nach der Vision von Bisesa zu suchen. Es stellt sich heraus, dass der Stern von Bethlehem ein Planet von mehrfacher Jupitergrösse in die Sonne geschossen wurde. Ein Experiment, das mit dem Tod der Menschheit endet?

Der Roman ist spannend geschrieben, aber lediglich ein Aufguss von Clarkes alten Romanen. Immer wieder greifen die beiden Autoren auf wissenschaftliche Ergebnisse, vor allem aber auf Bücher von Clarke selbst zurück. wer sich mit seinen Werken auskennt, findet in seiner Schaffenszeit immer wieder Ideen, die hier ‚Zweitverwertet' wurden. Unter Berücksichtigung der tatsächlichen Machtverhältnisse der Erde und der neuen Weltraumnation China ist es nicht verwunderlich, wenn die Taikonauten einen anderen Weg einschlagen als Astronauten oder Kosmonauten.

Positiv ist zu vermelden, dass die Figuren wie Bisesas und Myra, Siobhan, Peridita und Budd, Eugene und viele weitere eine Handlung voran treiben, die Abwechslungsreicher nicht sein könnte. Die Leserschaft des Buches, ein klein wenig durch die ZEIT-ODYSSEE vorbereitet, fiebert mit den Handlungsträgern mit. Arthur C. Clarke und Stephen Baxter lassen den 'Sense of Wonder' wieder aufleben. Ein Teil der Science Fiction, den ich in den letzten Jahren schmerzlich vermisste. Eine gewisse Naivität erlaube ich mir dann doch bei den beiden Autoren. Allein die Beschreibung, auf dem Mars werde der erste Frühling seit Milliarden von Jahren erwartet, entschädigt für manch eine logische Fehlleistung. So erstaunt es mich, nicht davon zu lesen, dass der Mob die Städte überrennt, dass Politiker aus ihren Ämtern getrieben werden und auch sonst die ganze Katastrophe ziemlich diszipliniert von statten geht. Die einfachste Möglichkeit, die Menschen auszurotten ist aber nicht, den Planeten in die Sonne zu schiessen, sondern gleich auf die erde. Und noch einfacher wäre es gewesen, die Erde mit einem einfachen Virus dahin zu raffen.

Dies ist eine Rezension aus
Der phantastische Bücherbrief
dem monatlich erscheinenden Newsletter vom Club für phantastische Literatur, Erik Schreiber.



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Name: Sonnensturm

Art: Roman für Romane Fantasy; 411 Seiten; Taschenbuch;

Publikationsjahr: 2006

ISBN-10: 3-45352-125-0

ISBN-13: 978-3-45352-125-4

Preis: 13 Euro

Kontakt: Heyne
Homepage: www.randomhouse.de/heyne/

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20