drosi.de | Rezensionen | Romane SciFi | Der letzte Tag der Schöpfung
Romane SciFi - Der letzte Tag der Schöpfung

Kritik an den Vereinigten Staaten von Amerika gab es schon immer. Mal politisch bedingt, mal kulturell bedingt, dann wiederum literarisch ausgearbeitet. Als er 1982 seinen Roman veröffentlichte, stand die USA wieder einmal mehr in den Schlagzeilen. Jetzt erschien der Amerika kritische Roman in einer überarbeiteten Neuauflage.

Im Mittelmeerraum werden Gegenstände gefunden, die aus der fernen Vergangenheit stammen, jedoch aus Material bestehen, die erst in der Gegenwart, ja sogar der Zukunft stammen müssen. Für viele Menschen ist dies ein grosses Rätsel. Nicht jedoch für die Amerikaner. Sie sehen darin ihr geheimstes Vorhaben bestätigt. Mit Zeitmaschinen reisen die Amerikaner in die Vergangenheit um die Menschheitsgeschichte zugunsten der Amerikaner und ihrer gewalttätigen Energiepolitik zu ändern. Aber kein Mensch ahnt, dass dadurch eine Katastrophe globalen Ausmasses heraufbeschworen wird.

Steve Stanley, Astronaut der NASA, wurde auf seine neue Aufgabe unzulänglich vorbereitet. Die neueste Mission, auf die er geschickt wird, ist so geheim, dass man nur Ja oder Nein sagen kann, ohne genau zu wissen, warum. Trotzdem sagt er zu und lässt seine Freundin Lucy in Arizona zurück. Auf den Bermudas unterzieht er sich einem harten Training. Dabei lernt er eine Menge Leute kennen, die zu einer schlagkräftigen Gruppe zusammengeschweisst werden. Erst spät erfahren sie die Wichtigkeit ihres Auftrages. 5,5 Millionen Jahre in der Vergangenheit sollen sie eine Ölleitung von Nordafrika in die Nordsee bauen, um dort mittels Zeitmaschinen das Öl in die Zukunft zu leiten, der Gegenwart. Auf diese Art und Weise will die derzeitige amerikanische Regierung die Energieversorgung des Landes sichern. Die Idee ist einfach, aber auch hervorragend. Um die Abhängigkeit vom Öl auszuschalten, muss man das Öl einfach entführen. Das vermeidet einen Ölkrieg in der Gegenwart. Denn wo nichts ist, gibt es keinen Grund für einen Krieg.

Steve Stanley fliegt auf einen Hubschrauberträger im Mittelmeer. Mit seinem neuen Partner Jerome wird er in die Vergangenheit geschleudert, wo er auf Sizilien einen Stützpunkt errichten soll. Allerdings läuft nicht alles so, wie geplant. Sie landen im leeren Mittelmeerbecken, dessen Sperre bei Gibraltar das heutige Mittelmeer gegen den Atlantik abschirmt. Plötzlich werden sie von MiG-Bomber angegriffen. Der Feind ist eine arabisch-sowjetische Allianz, die verständlicherweise gegen das Abpumpen des Erdöls sind. Die anderen Amerikaner, die vor ihnen angekommen sein sollen, können nicht gefunden werden. Dafür tritt ein Affe mit Sturmgewehr auf den Plan, der sich Goodluck nennt. Er bringt sie zur Festung der Amis. Dafür erfährt Steve eine erschreckende Meldung nach der anderen. Die Zielgenauigkeit der Zeitmaschinen lässt zu wünschen übrig. Die schlimmste Nachricht ist jedoch, es gibt keine Rückkehr.

Wolfgang Jeschke, dessen neuer Roman, ‚Das Cusanus-Spiel' gerade erschien, greift auch hier das Problem der Zeitreise auf. Im Vergleich zu seinen späteren Werken, ist die Sprache recht einfach gehalten. Seine Beschreibungen sind Eindrucksvoll und voller stimmiger Einzelheiten. Das ist es, was ich an ihm als Autoren zu schätzen weiss. Drei Jahre vor ‚Der letzte Tag der Schöpfung' erschien von Edward Pangborn ‚Davy' oder 1972 ‚Die Strasse der Verdammnis' von Roger Zelazny. In beiden Romanen geht es darum eine ehemals bekannte oder scheinbar bekannte Welt neu zu erforschen. Ähnlichkeiten finden sich durchaus. Wolfgang Jeschke ist ein nachdenklicher Autor. Was er schreibt hat viel Gehalt, er weiss, wovon er schreibt und er hinterlässt, zumindest kurzfristig, nachdenkliche Leser. Der Roman ist ein Buch für intelligente Leser, kein schnelles heruntergeschrieben wie für Star Trek, keine Einfachmärchen für eine schnelle Unterhaltung. Und mit der ganzen Zeitreiseproblematik macht der Autor uns auf eines aufmerksam. Die Zeit ist im Fluss und wer die Vergangenheit ändert, muss damit leben, dass die Zukunft nicht mehr so ist, wie sei einmal als Gegenwart empfunden wurde. Es gäbe noch viele Möglichkeiten, das Buch zu vergleichen. Das Problem Zeitreise begann nicht erst bei H. G. Wells und seiner Zeitmaschine, und es endet bestimmt nicht bei Wolfgang Jeschke.

Dies ist eine Rezension aus
Der phantastische Bücherbrief
dem monatlich erscheinenden Newsletter vom Club für phantastische Literatur, Erik Schreiber.


Es gibt eine weitere Rezension von Michael Matzer zu diesem Produkt! Lesen?


www.DRoSI.de
die beste Adresse,
seit es Rollenspiele gibt
© Copyright by Dogio
Erik Schreiber vom Bücherbrief
von www.spaet-lese-abend.de
Mehr zum Thema
Links zum Thema
Diesen Artikel kaufen

Diesen Artikel kaufen

Qualität Text
Qualität Optik
Nutzen/Spaß
Gegenwert
Wie wird gewertet?

Name: Der letzte Tag der Schöpfung

Art: Roman für Romane SciFi; 316 Seiten; Taschenbuch;

Publikationsjahr: 2005

ISBN-10: 3-45352-121-8

ISBN-13: 978-3-45352-121-6

Preis: 8 Euro

Kontakt: Heyne
Homepage: www.randomhouse.de/heyne/

[Dieses Fenster schließen]

5155 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
Rezensionen bei drosi.de
Please note:
The names of all or most of the games and their logos on the subsequent pages are trademarks or registered trademarks of the owning company. Any use on this or subsequent pages should not be misconstrued as a challenge to said trademarks, nor as an attempt to infringe upon any copyrights that may be owned by said companies.
The drosi.de content and database is © 1998-2008 by Uwe 'Dogio' Mundt.
Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20