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Romane SciFi - Wing 4: humanoids

12.000 Jahre in der Zukunft hat sich die Menschheit etwa 100 Lichtjahre weit ins All vorgewagt. Ungezählte Kulturen entwickelten sich, weil die Entfernungen zwischen den Planeten sehr gross sind. Manche dieser Welten degenerierten. So wie die Welt, auf der sich diese Geschichte abspielt. Der Entwicklungsstand der Welt ist weit zurückgefallen und ähnelt dem der Erde in der Zukunft. Es besteht eine Weltregierung. Die Atomspaltung dient der Energiegewinnung und der Planet lebt friedlich und vom Export der eigenen Technologie. Seine galaktischen Nachbarn sind gierig geworden und wollen noch mehr dieser Technologie, unentgeltlich, indem sie die Welt angreifen und übernehmen. Dabei musste die Welt bei den Rüstungsanstrengungen Teile der demokratischen Werte aufgeben.

Nicht jeder Mensch ist gewillt, diese fürsorgliche Gefangennahme widerstandslos über sich ergehen zu lassen. Es bildet sich eine aufständische Gruppe, die die friedliche Übernahme ablehnen. Mit telepathischen Kräften gelingt es ihnen zu entkommen. Die Aufständischen nehmen Kontakt zu Doktor Clay Forester auf, der auf einem Planeten lebt, der noch keinen Besuch der Humanoiden erhielt. Gemeinsam mit Wissenschaftler versucht die Rebellengruppe ein Programm zu entwickeln, dass den Robotern als ersten Befehl eingibt, den freien Willen des Menschen zu achten. Forester entdeckte den sogenannten Rhodmagnetismus, der Ähnlichkeiten mit dem Elektromagnetismus hat. Er ermöglicht es jedoch, Materie vollständig in Energie umzusetzen. Damit werden ungeheure Kräfte freigesetzt, ohne Verluste. Mit dieser Eigenschaft ist es Forester möglich, eine Superbombe zu bauen.

Der Planet Wing 4 ist eine einzige Industriemaschinerie, die Roboter am laufenden Band herstellt und damit langsam die bekannte Galaxis überzieht. Überall dort, wo Menschen leben, tauchen die mit einer künstlichen Intelligenz ausgestatteten Maschinen auf. Ihr Ziel, dem Menschen helfen, dienen, nützlich sein. Sie nehmen ihren Auftrag allzu wörtlich. Selbst geringe Anstrengungen werden den Menschen untersagt. Wer unglücklich erscheint, wird mit Euphorid ruhig gestellt. Zu Beginn des Romans treten die Roboter auf, wie nicht abzuweisende Vertreter an der eigenen Wohnungstür. Mit sanfter Gewalt bringen sie den Menschen dazu, ihre Dienste anzunehmen. Ihre eigene Programmierung besagt, sie sollen über das Wohlergehen des Menschen wachen. Dadurch nehmen sie dem Menschen nicht nur ihren Willen zu Gewalt und Krieg, sondern auch den Willen, ein einzigartiges Geschöpf zu sein. Planet Wing 4 setzt die Kraft des Rhodmagnetismus bereits seit fast einhundert Jahren ein. Der damalige Erfinder Warren Mansfield musste mitansehen, wie seine Erfindung für Bomben und Krieg missbraucht wurde. Um den Menschen wieder auf den richtigen Weg zu führen, erfand er die Humanoiden. Die Humanoiden werden von einem Supercomputer ferngesteuert. Warren Mansfields Projekt wurde ein grosser Erfolg. Jedoch anders als er es sich selbst vorstellte. Die Humanoiden brachten bereits zu seiner Zeit einen Teil der Galaxis unter ihre Kontrolle. Die von den Humanoiden kontrollierten Menschen sind so mündig, wie kleine Kinder. Als Warren Mansfield dies erkannte, wurde er ihr erbitterter Gegner, der es nicht schaffte, die Geister die er rief, zu bannen. Ständig auf der Flucht nimmt Warren den Waisenjungen Mark White auf.

Clay Forester erfährt von dem, nun inzwischen alten Mann Mark, dass die Humanoiden seinen Planeten übernehmen wollen, ein Vorauskommando bereits auf dem Planeten lebt. White bittet um Unterstützung durch Clay. Das fällt natürlich nicht leicht. Gleichzeitig erfährt Clay Forester von einem Geheimagenten, dass die angreifende Macht der triplanetarischen Diktatur auf Foresters Planeten Dutzende von Superbomben versteckte. Genug um den Planeten zu pulverisieren. Andererseits sind auf die Planeten des Diktators genug Raketen gerichtet, um auch diesen zu zerstören. Damit herrscht ein unsicheres Patt. In diesem Augenblick gibt sich die rechte Hand des Weltpräsidenten als Humanoid zu erkennen. Jahrelang taktierte M 8-B 3 ZZ als Major Steele. Wenig später übernehmen Humanoide beide kriegerischen Systeme. Fast gleichzeitig landen die Roboter auf den Planeten der triplanetarischen Diktatur und auf Foresters Planeten. Forester kann drei Raketen mit Superbomben geheimhalten und auf den Planeten Wing 4 richten. Er kann die Raketen jedoch nicht zünden, weil er nicht in sein Forschungszentrum gehen darf. Während die Humanoiden Clay Forester dazu überreden wollen, sich mit ungefährlichen Themen wie Philosophie zu beschäftigen, setzten sie seine Frau, wie auch die restliche Menschheit unter Drogen. Euphorid, so der Name der Droge, sorgt dafür, dass der Mensch sich in ein Kind verwandelt. Geistig gesehen.

Langsam kommt auch Frank Ironsmith zu Ehren. Er ist ein genialer Mann, der als Mitarbeiter von Forester tätig ist. Er steht den Humanoiden aufgeschlossen gegenüber, ohne aber den Mensch ausser acht zu lassen. Im Gegenteil. Er selbst, von dem zuerst geglaubt wird, er sei selbst ein Humanoid, stellt sich als neuer Mensch, eine Art Übermensch heraus. Frank will Clay davon abbringen, die Superbomben zu starten. Aber Clay will davon nichts wissen.

Die Humanoiden sind dabei die geheimen Raketenschächte zu finden, in denen sich die Raketen befinden. Ein Wettlauf gegen die Zeit gewinnt Forester mit Hilfe der Teleporterin Jane Carter, aber er verliert dennoch, denn die Superbomben sind weg. Aber die Humanoiden sind nicht in deren Besitz. Ihm gelingt mit Hilfe von Mark Whites Organisation die Flucht vor den Humanoiden, bevor diese ihn ebenfalls mit Euphorid behandeln können. Im geheimen Versteck baut er rhodmagnetische Relais, die den Befehl zu dienen und zu gehorchen erweitern sollen. Als die Relais endlich fertig sind, teleportiert er mit Hilfe von Jane Carter auf den Planeten Wing 4. Doch Frank Ironsmith verhindert den Einsatz. Während Forester gefangen genommen wird, will der Supercomputer ihn dazu bringen, mitzuarbeiten. Denn das Supergehirn baut an einem neuen Computer, der genau das verhindern soll, was bisher als Unfall erkannt wurde. Parapsychologische Kräfte. Angeblich soll das neue Supergehirn den Menschen fast unsterblich machen können, weil er den Alterungsprozess aufhalten soll. Forester wird gefangen gesetzt und stellt während seiner Gefängniszeit eine neue Theorie auf. Neben der elektromagnetischen und der rhodmagnetischen Kraft soll es noch eine dritte Kraft, paltinomagnetisch genannt, bestehen. Sie ist für die paranormalen Kräfte zuständig. Daraus entwickelt Clay Forester eine einheitliche Feldtheorie.

Mit plötzlich auftretenden paranormalen Fähigkeiten teleportiert Clay auf einen fernen Planeten, wo er auf Jane trifft. Für beide gestaltet er ein Heim, wo er vor den Humanoiden sicher ist. Er stellt fest, dass er in der Lage wäre, den Planeten Wing 4 zu zerstören. Jedoch will er erst Ironsmith und die anderen Übermenschen finden und zu vernichten. Inzwischen besitzt Clay hellseherische Fähigkeiten und findet die Übermenschen. Gleichzeitig kann er in die Vergangenheit sehen. Dabei sieht er, wie Ironsmith zum Geliebten von Foresters Frau wird und sich später den Übermenschen anschliesst und die Humanoiden unterstützt. Die Übermenschen leben auf einem Planeten in der Nähe von Wing 4. Er war durch einen Atomkrieg zerstört und von den Humanoiden wieder renaturiert worden. Kein normaler Mensch darf auf diesen Planeten. Als Clay und Jane dorthin teleportieren, landen sie in einem Kriegsmuseum, wo auch die Superbomben von Forester zu finden sind.

Im Museum trifft er Mansfield, seine Frau Ruth und deren Geliebten Ironsmith. Forester droht den dreien mit Tod, sie aber erklären, die Kräfte die er besitzt, besitzen sie auch, zudem kann er mit ihnen niemanden umbringen. Denn es sind schöpferische und nicht zerstörerische Kräfte.

Mansfield erklärt Forester, dass hinter allem die Supermenschen stecken, aber Forester glaubt es nicht. Die Übermenschen wollten mittels der Roboter Frieden in der Galaxis bewahren, bevor sich die Menschen selbst vernichten. Hier erfährt Forester, dass Mansfield es ist, diesen Supercomputer zu bauen, von dem Anfangs die Rede war. Der Supercomputer sollte nun allen Hass durch Liebe ersetzen. Forrester selbst wird einer Behandlung unterzogen. Nach Jahren erwacht er verjüngt, gesund und ist wie verwandelt. Frank und Ruth sind ein glückliches Paar und Jane wartet auf einem Planeten im Andromedanebel auf ihn.

Jack Williamson schuf mit den Humanoiden eine Version von Robotern, die die Asimovschen Robotgesetze allzu wörtlich nehmen. Diese künstliche, menschenähnliche Wesen sind äusserst fürsorglich. Sie wurden erschaffen, um den Menschen das Leben zu erleichtern und zugleich Kriege und Gefahren von den Menschen abzuwenden. Sie wurden dazu zu einer Art Kindermädchen, die den Menschen dadurch alle ihre Freiheiten nimmt.

Der 1949 Jahren erschienene Roman gilt zu Recht als ein Klassiker der Science Fiction. THE HUMANOIDS wurde erstmals als Fortsetzungsroman unter dem Titel ...AND SEARCHING MIND veröffentlicht. In den Ausgaben März bis Mai 1948 des amerikanischen Magazins ASTOUNDING SCIENCE FICTION. Die überarbeitete Buchausgabe. Neben den Roboter-Erzählungen von Isaak Asimov stellt WING 4 ein Schlüsselroman dar, der sich mit Menschlichkeit und Maschinenintelligenz auseinandersetzt. Jack Williamson ist mit seinen Robotern weit weniger gut umgegangen als etwa der bereits erwähnte Isaak Asimov. Das Problem der Willensfreiheit stellt sich natürlich sofort ein, wenn sich eine Gesellschaft darauf einlässt, sich fremd zu bestimmen. Dabei bleibt der Unterschied zwischen Jack Williamsons Maschinenwesen oder aber einer gewählten Demokratie unerheblich. Der einzelne Mensch wird fremdbestimmt. Was nun besser ist, lässt sich natürlich nicht so leicht beantworten und Jack Williamson bleibt die Antwort ebenfalls schuldig. In den Roman kann man sehr viel hinein legen. Antworten auf Fragen, die nie gestellt wurden. Unter dem Eindruck des zweiten Weltkrieges entstand dieser Roman. Daher war es nicht befremdlich, wenn er den Hass der Menschen durch Liebe ersetzen wollte. Gleichzeitig entwickelte er eine, wenn auch zuerst kritische Technikgläubigkeit, die damit endet, dass der Held selbst einen neuen Hauptcomputer für die Humanoiden bauen soll. Es entstand eine Wechselwirkung zwischen Mensch, Übermensch und Computer. ::::

Die Fortsetzung: Das Wing 4 Syndrom (1983)

Dies ist eine Rezension aus
Der phantastische Bücherbrief
dem monatlich erscheinenden Newsletter vom Club für phantastische Literatur, Erik Schreiber.



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Name: Wing 4: humanoids

Art: Roman für Romane SciFi; 250 Seiten; Taschenbuch;

Publikationsjahr: 1997

ISBN-10: 3-44225-040-4

ISBN-13: 978-3-44225-040-0

Kontakt: Goldmann
Homepage: www.randomhouse.de/goldman...

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20