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Romane Fantasy - Keys to the Kingdom 2: Grimmiger Dienstag

Eigentlich hatte Arthur gedacht, dass er jetzt, wo er Herrn Montag besiegt und die Seuche gebannt hatte, für die nächsten Jahre Ruhe hätte. Aber schon am nächsten Morgen, der sinnigerweise ein Dienstag ist, klingelt das Telefon, welches das Vermächtnis ihm aufgedrängt hat! Arthurs Herrschaftsbereich, Das Untere Haus, ist sozusagen bankrott, und nun droht der Gläubiger, nicht nur das gesamte Vermögen des Unteren Hauses zu beschlagnahmen, sondern auch alles, dessen er in Arthurs Welt Herr werden kann, vornehmlich natürlich das Eigentum von Arthurs Familie. Und natürlich ist der Gläubiger kein anderer als der Grimmige Dienstag!

Arthur bleibt nichts anderes übrig als in Das Haus zurückzukehren. Doch das ist gar nicht so einfach. Nicht nur, dass Arthur angegriffen wird, kaum dass er die Nase aus der Tür gesteckt hat, er muss auch erst einmal einen Eingang finden, und das ohne die Hilfe des Uhrzeigers, den er dem Vermächtnis überlassen hat. Prompt erwischt er eine Einwegtür, die ihn genau da hinführt, wo er am allerwenigsten hin will ...

Dramatis personæ
Arthurs Gegner ist diesmal etwas hartgesottener als im ersten Band. Während Herr Montag ein schlapper Faulpelz war, der die meisten Anstrengungen seinen Untergebenen überließ und nur dann selbst etwas tat, wenn es absolut unumgänglich war, ist Lord Dienstag ein höchst geschäftiger Kerl. Sein Herrschaftsgebiet hat er in jahrhundertelanger Arbeit nahezu komplett ausgehöhlt auf der Suche nach Nichts. Die Rohstoffe, Maschinen und Kunstwerke, die er daraus erschafft, verkauft er an die anderen Wochentage für gutes Geld oder Arbeitskräfte. Dienstag ist ein Sklaventreiber der übelsten Sorte. Gleichzeitig ist er ziemlich unfähig. Er kann nichts Neues erschaffen, nur bereits Existierendes kopieren, was ihn ziemlich wurmt. Umso gieriger rafft er alles an sich, was er erreichen kann.

Natürlich hat auch Lord Dienstag ein Stück des Vermächtnisses versteckt. Dieser zweite Vermächtnisteil in Gestalt eines Bären ist allerdings nicht so aktiv wie der erste, der sich selbst befreit hat. Einerseits ist er träge, andererseits feige. Entscheidungen zu treffen, ist nicht sein Ding, es sei denn, er ist nach allen Seiten abgesichert. Aber Risiko? Bloß nicht! Lieber geht die Welt unter! Abgesehen davon ist er ziemlich hochnäsig.

Der verbale Schlagabtausch zwischen dem Vermächtnisbären und Arthur samt Freunden ist wirklich hochamüsant zu lesen. Und auch sonst ist Garth Nix wieder einiges eingefallen. Flügel hatten wir ja bereits, nur handelt es sich diesmal um eine besondere Form, die ausschließlich aufsteigen kann, also auch nicht bremst, wenn man oben ist, was zu einigem Stress führt. Außerdem gibt es magische Saugnäpfe, eine verselbständigte Augenbraue, die zur haarigen Riesennacktschnecke geworden ist, einen glasummantelten Gefängnisturm mit Wetterhahn, eine Zahnschmerzen verursachende Harpune und eine Sammlung von Buddelschiffen, von denen eines ein Raumschiff ist, sowie ein paar neue Formen von Nichtlingen.

Die Handlung ist diesmal allerdings nicht ganz so turbulent wie im ersten Band. Möglicherweise liegt das daran, dass der Leser sich inzwischen ein wenig auskennt, sodass Das Haus nicht mehr ganz so chaotisch wirkt wie zu Anfang. Auch Arthur kennt sich besser aus, hat weniger Fragen und weiß diesmal, wo er Antworten herbekommt. Andererseits hatte ich doch auch den Eindruck, dass diesmal alles ein wenig glatter ging als bisher. So kamen Susi und Arthur erstaunlich problemlos bis zur Spitze von Dienstags Turm. Da hätte ich mehr Schwierigkeiten erwartet, zumal im Prolog extra erwähnt wurde, wie gefährlich das Fliegen in den Fernen Weiten ist.

Dafür hat der Autor diesmal einen interessanten Ausblick auf die Fortsetzungen eröffnet. Die Tatsache, dass da irgendwo ein Nichtling herumkraucht, der zur Hälfte wie Arthur aussieht, birgt enorm viele Möglichkeiten für Verwicklungen und Verzwickungen, und außerdem würde ich allmählich doch gern erfahren, zu wem diese beiden besonders akkurat gekleideten Herren gehören, die in den Prologen beider Bände auftauchten, und was ihr Auftraggeber für ein Ziel verfolgt. Das alles natürlich zusätzlich zu der Tatsache, dass der nächste Wochentag zur Abwechslung eine Frau ist, deren Gebiet offenbar ein Meer ist! Welche Form wohl ihr Schlüssel besitzt? Klingt auf jeden Fall sehr vielversprechend!

Kurzum:
Ich habe auch den zweiten Band der Schlüssel zum Königreich mit dem gleichen Vergnügen gelesen wie den ersten. Und ich bin jetzt schon neugierig auf die Fortsetzung.

Garth Nix ist gebürtiger Australier und war nach dem Studium in den verschiedensten Bereichen der Buchindustrie tätig, ehe er selbst zu schreiben begann. "Schwarzer Montag" ist der erste Band des Zyklus Keys to the Kingdom, der im englischen Original inzwischen bis Band fünf gediehen ist. Außerdem stammt Seventh Tower, ein weiterer Jugendbuchzyklus, aus Nix' Feder sowie die Trilogie Das alte Königreich.

Band 1: "Schwarzer Montag"

Eine Rezension von



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Birgit Lutz
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Name: Keys to the Kingdom 2: Grimmiger Dienstag

Art: Roman für Romane Fantasy; Taschenbuch;

Publikationsjahr: 2007

ISBN-10: 3-43103-716-x

ISBN-13: 978-3-43103-716-6

Kontakt: Ehrenwirth
Homepage: www.ehrenwirth.de

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