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Romane Fantasy - Blaue Welt

Vor zwölf Generationen floh ein Raumschiff mit 200 Menschen vor einem grausamen Tyrannen und landete auf einer Welt, die nur mit Wasser bedeckt war. Die Flüchtlinge siedelten sich auf grossen Pflanzen an, die den weiten Ozean bedeckten, und versuchten zu überleben, blieben sich aber immer ihrer Herkunft und Vergangenheit bewusst.

In der Gegenwart sind aus 200 inzwischen 20.000 Bewohner geworden, die sich über ein recht weites Areal ausgebreitet haben. Sie leben in Frieden, da es König Krakon gibt, der sie vor fremden Einflüssen schützt. König Krakon ist ein gigantischer Krake, der sich von den Menschen ernähren lässt.

Es ist nun Sklar Hats, der die Ehre des Königs anzweifelt. Er hält ihn nur für ein fettes Tier, das es sich auf die Kosten der Menschen gut gehen lässt. Seinen Worten folgen Taten; und bald steht er vor Gericht und soll sich für seinen Aufstand rechtfertigen, doch es scheint, dass doch mehr Leute seinen Worten Gehör schenken, als so manchem Priester Krakons recht ist.

Jack Vance erzählt von einem Paradies - einer Welt, deren Schönheit eigentlich nur durch die Eitelkeit der Menschen getrübt wird, die sich ihren Frieden durch ein klein wenig Freiheitsverlust erkauft haben. Allerdings ist kein Frieden von Dauer. So schickt der Autor den friedliebenden Menschen eine Person, die ihr ganzes Weltbild durcheinander schmeisst, und auf einmal muss sich jeder fragen, ob es richtig ist, wie er lebt, aber auch, ob es falsch ist. Vance beschreibt die Geschichte von Menschen, die handeln, weil sie sich in ihrer Ehre und Integrität verletzt fühlen. (Das scheint für mich zumindest der Eindruck zu sein.) Dadurch lösen sie eine Kette von Ereignissen aus, die zum Ende hin unkontrollierbar scheinen.

In der Geschichte geht es um Menschen, um einen Neuanfang und darum, wie die Dinge sich doch immer gleichen. Das ist im Prinzip nichts Neues, aber dennoch ist allein schon die Welt, auf der die Geschichte spielt, ein Lesen wert. Zugleich ist die Darstellung der Charaktere ein sehr wichtiger Faktor in diesem Buch. Wie gehen die Menschen hier miteinander um, und was können sie eventuell lernen? So erscheint mir die eigentliche Geschichte zeitweise zweitrangig.

Die Erzählung an sich wird aber auch sehr schön und gefühlvoll in Szene gesetzt, und irgendwann fragt man sich, wie diese Angelegenheit in einem so kleinen Buch denn zufriedenstellend zu Ende gebracht werden soll. Genau hier liegt das Manko. Das Ende ist eigentlich sehr schön - ein wenig pathetisch, aber schön. Doch die eigentliche Story wird auf einmal sehr schnell zu Ende gebracht und in knappen Worten erzählt. Das hätte ich mir dann doch etwas ausführlicher gewünscht. Eine traurige Einschätzung der Menschheit, verpackt in einen schönen Traum.

Dies ist eine Rezension aus
Der phantastische Bücherbrief
dem monatlich erscheinenden Newsletter vom Club für phantastische Literatur, Erik Schreiber.



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Name: Blaue Welt

Art: Roman für Romane Fantasy; 306 Seiten; Taschenbuch;

Publikationsjahr: 2006

ISBN-10: 3-40423-209-7

ISBN-13: 978-3-40423-209-3

Preis: 10 Euro

Kontakt: Bastei Lübbe
Homepage: www.bastei-luebbe.de

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20