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Taran 1: Das Buch der Drei

DER TARAN - Zyklus

Taran lebt als Waisenjunge in einer kleinen Ortschaft und führt ein Leben als Hilfsschweinehirt beim Schmied Coll und dem Magier Dallben. Dallben hütet das "Buch der Drei", welches Taran nicht zur Hand nehmen darf, auch, oder gerade, wenn der Zauberer, wie so oft, mal wieder meditiert. Taran kennt seine Eltern nicht, was ihn zwar nicht weiter stört, aber die beste Grundlage für einen Abenteuerroman bildet. Der Hilfsschweinehirt träumt gerne davon, ein Held zu sein. Das nutzt das weiße Hauptschwein Hen Wen um einen kleinen Ausflug zu unternehmen. Zu Tarans Verblüffung erfährt er, dass sein Schwein ein Orakel ist. Auf der Jagd nach dem Orakel gerät er in den Wald und stößt dort auf den gehörnten König. Lediglich ein unbekannter Waldläufer kann ihm vor den sicheren Tod schützen. Der Waldläufer wiederum stellt sich als Fürst Gwydion heraus, der Taran über die Besonderheiten des Orakelschweins aufklärt. Gleichzeitig erfährt er auch, warum Fürst Gwydion so weit entfernt von seiner Burg im Wald treibt. Die Zeiten sind schlecht und irgend etwas wirft seine Schatten voraus. Im schönen Prydain wird etwas entsetzliches geschehen. Sie lernen den Tiermenschen Gurrgi kennen, der ihnen den weiteren Weg zeigt. Doch was die beiden sehen, verschlägt ihnen den Atem. Eine riesige Armee des gehörnten Königs lagert vor ihnen, um Prydain zu überfallen und eine Schreckensherrschaft zu errichten. Sogar untote Krieger sind zu sehen, was den Angriff des gehörnten Königs verschlimmert, denn wie soll man Tote töten? Die Untoten sind es auch, die die beiden ungleichen Menschen gefangen nehmen.

Wider Erwarten landen sie nicht im Heerlager des gehörnten Königs, sondern im Schloss der Zauberin Achren. Achren ist eine verführerische Schönheit der Taran nicht wiederstehen kann. Trotzdem findet er sich wenig später in einer Kerkerzelle wieder. Und das alles nur wegen eines davongelaufenen Schweins. Taran hat mit seinem Leben abgeschlossen, als ihm eine goldene Kugel durchs Kerkerfenster vor die Füße fällt. Ein Mädchen fordert ihn auf, ihr den leuchtenden Ball zurückzugeben. Dabei stellt sich heraus, sie ist die geschwätzige, ebenso resolute und aufgeweckte Eilonwy, die ehrliche Nichte der bösen Zauberin. Eilonwy kennt nicht nur den Weg aus Tarans Gefängnis, sondern auch den zu seinem Herzen. Die beiden jungen Menschen verlieben sich ineinander.

Er lernt auf seiner abenteuerlichen Reise den Barden Flewddur Fflamm kennen und bald hat sich eine kleine Gruppe von Getreuen gebildet, die gegen das Böse angehen.

Die kurze friedliche Zeit die sich an Tarans erstes Abenteuer anschließt hat bald ein schnelles Ende. Auf Dallbens Hof versammeln sich plötzlich wieder die Getreuen und einige mehr. Es geht darum, eine Ratsversammlung einzuberufen. Der Feldherr des Hochkönigs Math ruft die anderen Fürsten auf, eine Expedition in das Reich Annuvin zu führen. So lange Arawn, der Todesfürst, sich in der Lage befindet, untote Krieger zu erzeugen, wird er immer eine Gefahr darstellen. Dieser Gefahr muss sich ganz Prydain stellen.

Es gelingt den Feldzug zu planen, Heere aufzustellen und durchzuführen. Während der Heerzug sich in Bewegung setzt findet der hochmütige Prinz Ellidyr immer eine Möglichkeit auf den Hilfsschweinehirt Taran herumzunörgeln. Die beiden unterschiedlichen Menschen können sich nicht leiden, obwohl Taran sich immer wieder um Ausgleich bemüht. Der Feldzug scheint ein großer Fehlschlag zu werden. Der Zwerg Doli kann sich unsichtbar machen und wird auf eine Mission geschickt, um festzustellen, wo der schwarze Kessel sich befindet. Das Entsetzen ist groß, als sie erfahren, der Kessel findet sich gar nicht hinter dem dunklen Tor, das in Arawns Reich führt. Der Feldzug gegen das Böse gerät ins stocken und die ersten Stimmen werden laut, den Feldzug abzubrechen. Allerdings gibt es noch den Zwerg Gwystyl, der seinen Raben Kaw auf Erkundung schickt. Er gibt bekannt, dass der Zauberkessel in den Marschen von Morva zu finden ist. Drei alte Hexen bewachen ihn. Taran und seine Freunde haben große Probleme, als sie auf Orddur, Orgoch und Orwen treffen. Wie beiläufig erwähnt Taran, in der Obhut von Dallben aufzuwachsen. Was sich als Fehler herausstellt, denn die drei Hexen haben Dallben damals aufgezogen. Sie entdecken den Kessel auf dem Gebiet der drei Hexen, können ihn aber nur gegen einen hohen Preis an sich nehmen. Taran, der die Spange des Wissens bei sich trägt muss sie abgeben. Dabei hatte ihm der Barde Adaon die Spange nur in Verwahrung gegeben. Um aber den Kessel endgültig zerstören zu können, muss ein lebender Mensch hinein springen. Erst dann werde er zerspringen. Alle anderen Mittel, den Kessel zu zerstören, versagen. So schleppen sie ihn zu Fürst Gwydion, in der Annahme, er kennt eine bessere Lösung. Allerdings gibt es noch den Prinzen Ellidyr, der seine eigenen Pläne mit dem Kessel hat.

Später soll Eilonwy, mit ihrer goldenen Kugel den Hof von Dallben verlassen. Er ist der Meinung, sie soll sich etwas mehr Kultur und Etikette aneignen. Diese Idee findet bei Eilonwy gar keinen Anklang, fügt sich jedoch und macht sich auf den Weg. In ihrer Begleitung sind nur Taran und Gurgi, die den Weg zur Küste die junge Prinzessin begleiten. An der Küste können sie an Bord des Prinzen Rhun gehen. Der Prinz wird von der eigenen Besatzung ignoriert, doch dass interessiert ihn nicht weiter. Taran findet den Mann sogleich unsympathisch. Das ist natürlich nicht weiter verwunderlich, denn Prinz Rhun soll Tarans heimliche Liebe, Prinzessin Eilonwy heiraten. Die Überfahrt zur Insel Mona ist stürmisch und gefährlich. Im Schloss Dinas Rhydnant angekommen werden sie sogleich empfangen und standesgemäß eingekleidet. Taran freut sich, als er auf seinen Freund den Barden Flewddur Fflam trifft. Letztern warf man aus dem Haupthaus wegen schlechten Gesangs. Taran trifft auch auf Fürst Gwydion, der sich in Verkleidung auf das Schloss gewagt hat. Er erklärt Taran, er und Eilonwy befinden sich in Gefahr. Der Haushofmeister Magg steht in den Diensten der vertriebenen Zauberin Achren und seine Pläne sind gefährlich. In der Tat können Fürst Gwydion und Taran beobachten, wie Magg einem Schiff auf hoher See ein Signal sendet, das sofort beantwortet wird. Am nächsten Morgen sind er und die Prinzessin spurlos verschwunden. Eine wilde und gefährliche Verfolgungsjagd beginnt und endet auf dem verfallenen Stammsitz des Hauses Llyn. Dort wartet bereits die Zauberin Achren auf sie.

Bisher war Taran immer im Dienste anderer unterwegs, um die Welt Prydain zu retten. Jetzt endlich will er mehr über seine Eltern herausfinden. Auf der Suche nach Informationen begleitet ihn lediglich Gurgi, der Tiermensch. Gurgi, sein treuster Freund ist entsetzt, als er erfährt, wohin die Reise geht. Taran will in die Marschen von Morva um die drei Hexen zu befragen. Orddu rät ihm, ins östliche Gebirge zu reisen. Dort befindet sich der Spiegel von Llunet, in dem er sich selbst erkennen soll. Im Verlauf der Reise lernen sie die Bauern kennen, die nur noch mit den einfachsten Mitteln in der Lage sind, ihre Felder zu bestellen. Der dunkle Fürst Arawn hat alles Wissen gestohlen, die Bauern sind nicht mehr in der Lage, ihre Felder ertragreicher zu bebauen. Das Land ist nicht nur verarmt, sondern auch unsicher geworden. Bewaffnete Ritter bilden gleichzeitig Häscher und Richter und Vollstrecker. Auch Taran bekommt ihre Willkür zu spüren. Man stiehlt ihm sein Pferd und erst auf der Burg des Fürsten Goryon erhält er es zurück. Auf der weiteren Reise gelangt er zur Burg von Goryons Feind Gast. Fürst Gast ist sehr großzügig gegen sich selbst, andere müssen sich mit Brosamen begnügen. Taran trifft auf seinen alten Freund, den Barden Fflewddur Fflam und dessen wahrheitsliebender Harfe. Auf der weiteren Reise gelangen sie wieder an König Smoits Burg. Der König erfährt vom Krieg zwischen Gast und Goryon, doch wieder einmal ist es Taran, der dem König das Leben rettet und den Krieg schlichtet. In der folge verliert er sein Schwert an den Banditen Dorath und trifft auf Morda, der sich zum Weltbeherrscher aufschwingen will. Morda stahl den Zwergen ein magisches Schmuckstück, verwandelte den Zwergen Doli in einen Frosch und anderes mehr. Nur an Taran scheitert er mit seiner Magie.

Später treffen Taran und Gurgi auf den alten und verkrüppelten Schafhirten Craddoc. Craddoc hält Taran bei sich, mit der Behauptung sein Vater zu sein. Erst ein Ruf mit dem Horn der Zwerge ruft Hilfe herbei. Tarans Reise ist noch lange nicht vorbei. Zu guter Letzt erreicht er das Land der Freien Commots. Diese Menschen besitzen keinen Fürsten oder König. Sie regieren sich selbst. Und hier lernt Taran sich selbst und seine Fähigkeiten kennen. Auf dem Rückweg trifft er wieder auf den Dieb Dorath und hier muss er beweisen, ob sein selbst geschmiedetes Schwert besser ist, als das, welches ihm der Bandit stahl.

Kaum ist Taran wieder zu Hause, als Prydain wieder einmal gefährdet ist. Fürst Gwydion wurde überfallen. Ihm wurde sein magisches Schwert Dyrnwyn gestohlen und allgemein wird angenommen, dass Arawn im Besitz des Schwertes ist. Das Schwert ist als einziges in der Lage, die untoten Krieger wieder zu töten.

Auf der Suche nach Hilfe begibt man sich zu König Smoit. Doch Smoit wurde von dem ehemaligen Haushofmeister Magg überlistet. Als Diener Arawns nimmt er nun auch Fürst Gwydion und dessen Begleiter gefangen. Ihnen gelingt die Flucht zu Hochkönig Math und Taran gelingt es Männer der Freien Commots anzuwerben. Die erste Schlacht gelingt, die zweite Schlacht hingegen wird zu einem Desaster.

Trotz Verrats gelingt ihnen auch hier ein Sieg. Die Kriege machen sich auf, den versprengten Kesselkriegern zu folgen, als Taran vor dem schwarzen Schloss von Arawn abgesetzt wird. Hier tobt die Entscheidungsschlacht.

Der Schauplatz von Lloyd Alexander entspricht dem mythischen Wales, wie es in der Sagensammlung Mabinogion beschrieben wird. Das Land Pyrdain besitzt große Ähnlichkeit mit dem alten Britannien. Und Taran ist der typische Held, der von einer gefährlichen Begebenheit in die nächste rutscht, ohne sich dagegen wehren zu können. Lloyd bietet in seinen Romanen eine Reihe merkwürdiger Einfälle die die Leser immer wieder aufs neue überraschen. Beginnend mit einem äußeren Gegner geht es zu einem inneren Gegner, dann zu den Stellvertretern des großen Bösen, nur um zum Schluss wieder bei dem allmächtigen Arawn zu landen. Die Taran-Abenteuer beschreiben eine Welt aus Verrat und Niedertracht, Blut, Mord und Totschlag und falschem Ehrgeiz. Natürlich geht es nicht ohne Verluste ab. In DAS BUCH DER DREI verliert Taran keine Freunde. Erst in den folgenden Büchern, die den Eindruck eines Jugendbuches schnell hinter sich lassen, verliert die gute Seite. Der kluge und seherisch veranlagte Adaon ist so einer, der leider die Erzählung auf dem Weg durchs Totenreich verlässt. Gleichzeitig lebt das Buch von der Symbolik. Adaon erhielt von seiner Liebsten eine Spange, die nun wieder in die Hand des lieblosen, des Bösen gelangt. Lloyd Alexander benutzt für seine Fantasy-Erzählung die unterschiedlichsten Versatzstücke. Märchen, Fabeln und Sagen, Krimi und Grusel aber auch Liebe und Humor. Die Erzählung ist auch gleichzeitig eine Erzählung, die den Helden dazu bringt, sich selbst zu erkennen. Jugendlichen Lesern wird auf diesem Weg gleichzeitig vermittelt, dass man auf sich selbst hören muss. Nicht jeder der als Freund auftritt auch ein Freund ist. Von allem findet sich ein wenig in seinen Büchern.
Die sowohl spannenden wie auch anrührigen Erzählungen sprechen Leser jeden Alters an.

Dies ist eine Rezension aus
Der phantastische Bücherbrief
dem monatlich erscheinenden Newsletter vom Club für phantastische Literatur, Erik Schreiber.


Es gibt eine weitere Rezension von Michael Matzer zu diesem Produkt! Lesen?


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Name: Taran 1: Das Buch der Drei

Art: Roman für Taran; Taschenbuch;

Publikationsjahr: 1969/2003

ISBN-10: 3-40420-470-0

ISBN-13: 978-3-40420-470-0

Preis: 7 Euro

Kontakt: Bastei Lübbe
Homepage: www.bastei-luebbe.de

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20