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Romane Fantasy - Sir Gawain und der Grüne Ritter

Es ist Neujahr am Hofe König Artus. In Camelot geniessen der König und seine Frau Ginevra, seine Ritter und Hofdamen ein oppulentes Festmahl. Dabei sind alle fröhlich und unbeschwert, haben ihren Spass und werden von ihren Bediensteten umsorgt und verwöhnt. Plötzlich platzt ein Hüne in die Versammlung. Er ist ganz und gar von grüner Farbe, Haut, Haare, Kleidung, alles ist grün. Auch sein riesiges Schlachtross ist von grüner Farbe. Die Hofgesellschaft ist erstaunt. König Artus begrüsst den Ankömmling freundlich. Im Laufe der Begrüssung schlägt der Fremde, der sich bis dahin nicht vorstellte, ein Spiel vor. Einer der anwesenden Ritter solle ihm mit seiner eigenen Streitaxt den Kopf abschlagen. Er wird ihn widerstandslos hinnehmen. Nach der Frist von Jahr und Tag solle aber der Ritter zu ihm kommen um ebenfalls diesen Schlag zu erhalten. Weil sich keiner der Ritter freiwillig meldete, überschüttete er sie mit Spott und hiess sie Feiglinge. Das konnte einer nicht auf sich sitzen lassen. Der edle Ritter Sir Gawain nimmt die Herausforderung an. Mit nur einem einzigen Hieb der schweren Axt trennt er den Kopf des grünen Ritters vom Torso. Der Kopf rollt und doch gelingt es dem Ritter ihn wieder einzufangen und sich mit dem Kopf zu entfernen. Nicht ohne Sir Gawain an sein Versprechen zu erinnern.

Fast ein Jahr später bricht Gawain auf, um den grünen Ritter zu suchen. Kurz vor Ende des Jahres gelangt er an eine fremde Burg und wird herzlich aufgenommen. Der Burgherr führt mit ihm über mehrere Tage eine Wette durch. Jedesmal kommt die Burgherrin zu Gawain, wenn der Burgherr auf der Jagd ist.

Später findet Gawain den grünen Ritter und er stellt sich als Burgherr heraus. Es kommt zur Probe, die Gawain, nach anfänglichen Zögern, besteht.

Diese Erzählung, die im Original eine Verserzählung ist, kommt hier als lesbare Prosa einher. Die Geschichte ist sicherlich sehr einfach gehalten. In ihr sind alle Zutaten enthalten, die ein gutes Märchen ausmachen. Gleichzeitig ist es einesder grossartigsten Werke mittelalterlicher Literatur. Was mir besonders gefiel waren die wirklichkeitsnahen Schilderungen der Jagdszenen und der Beschreibungen des mittelalterlichen Lebens. Unter Berücksichtigung des Alters der Erzählung bin ich sogar geneigt, diese Beschreibungen für wahrheitsgetreu anzunehmen. Die Erzählung ‚Sir Gawain und der Grüne Ritter' ist in erster Linie jedoch eine Geschichte einer Versuchung. Sir Gawain bleibt standhaft und fast ehrlich. Aus diesem Grund kann er die Enthauptung durch den Grünen Ritter auch überstehen. Er bleibt tugendhaft, trotz seiner kleinen Sünde und zeigt so auf, dass der reinste und edelste der Ritter König Artus, neben Lancelot, durchaus Fehlbar sein kann.

Warum Sir Gawain dies alles über sich ergehen lies und was es damit genauer auf sich hat, schildert J. R. R. Tolkien in seinem Essay am Schluss des Buches. Selbiges erschien bereits in dem Band ‚Die Ungeheuer und ihre Kritiker'. Während die Erzählung noch kurzweilig ist, stellt das Essay von Tolkien höhere Ansprüche an den Leser. Dieser Anspruch bezieht sich nicht nur auf den Inhalt, sondern auch auf die verwendete Sprache, denn sie ist durchaus nicht das Umgangsdeutsch. Bereits 1925 veröffentlichte Tolkien seinen Sir Gawain, der 1953 noch einmal überarbeitet wurde. In der überarbeiteten Fassung wurde es vom britischen Sender BBC ins Programm genommen. Auch Tolkien spricht bei dieser Erzählung von einem Märchen und führt entsprechende Begründungen zu Felde. Dabei setzt er sich mit andersdenkenden Autoren auseinander, die er zum Teil gegenteilig beweist.

Dies ist eine Rezension aus
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dem monatlich erscheinenden Newsletter vom Club für phantastische Literatur, Erik Schreiber.



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Name: Sir Gawain und der Grüne Ritter

Art: Roman für Romane Fantasy; 167 Seiten; Taschenbuch;

Publikationsjahr: 2004

ISBN-10: 3-15009-667-7

ISBN-13: 978-3-15009-667-3

Preis: 15 Euro

Kontakt: Klett-Cotta
Homepage: www.klett-cotta.de

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Letzte Änderung / Last modify: 2008-01-20