Alternative Charaktererschaffung

(kurze Anmerkung: wers eilig hat: das wichtige steht unten im Kasten!)

Die Charaktererschaffung, das leidige Thema! Wer hatte denn etwa noch nie Probleme mit seinen (oder den von seinen Spieler)ausgewürfelten Charakter-Werten wie z.B. Mein pazifistischer Heiler hat St 100 aber nur ZT 12, kann ich das austauschen?? Aber auch andere Ideen kommen manchen Spielern wie z.B.
SC: "Naja, mein Held hat nun St 80 und Ge 93, kann ich nicht einen Punkt (oder gnädigerweise sogar 2 Punkte) von der Geschicklichkeit wegnehmen und auf meine Stärke draufpacken, denn dann hätte ich ein paar Boni mehr und..."
SL: "Nein! dein Beschwörer ist eh schon zu Kampflastig! Du kannst dir höchstens 3 Punkte Ge streichen und dein Zt von 91 auf 94 erhöhen!"
SC: "Aber das bringt mir ja doch nur Nachteile, denn dann gehen mir ja doch noch ein paar Boni flöten"
.....

Naja, Ok, ich geb ja zu, dass war ein bischen überzogen, aber eines steht fest:
manchmal passen die gewürfelten Werte einfach nicht zu dem Charakter den man spielen will. Und einfach solange rumwürfeln bis sie passen, dass ist auch nicht der SInn der Sache! (Sonst würfel ich einfach bis ich zwei Hunderter hab und bin dann der Überheld!)
Natürlich bleibt noch die Möglichkeit, die Werte einfach festzulegen, aber dann bleibt ja weder Nervenkitzel (Bitte, Bitte lieber (Würfel)Gott, mach dass mein Dieb geschickt ist!! Ich versprech dir auch über die nächsten Patzer nicht zu fluchen!!!) noch der Einfluss des Zufalls, der oft das Spiel sehr viel interessanter macht (vorallem für den Meister, wenn die Spieler, naja, etwas mehr Glück / Pech haben wie sie sollten und dadurch zufällig .... ! den Rest kann sich wohl jeder (SL) denken!).
Aus diesem Grund habe ich mir eine alternative Charaktererschaffung ausgedacht, mit der man die Grundzüge des Charakters festlegen kann und das trotzdem noch genügend Spielraum für Zufall, Nervenkitzel oder auch Würfelgerechtigkeit (falls es sowas gibt, denn manchmal da zweifel ich wirklich dran!!) lässt.


Charaktererschaffung

Zunächst einmal hat man zur Festlegung der Grundwerte eines Charakters 250 "Grundpunkte" (oder weniger, wenn der SC es wünscht) die auf die 5 Grundwerte (St, Ge, Ko, In, Zt) verteilt werden und zwar in zehner Paketen. Dabei sollten (im Normalfall) einem Wert nicht mehr als 80 Punkte zugeteilt werden. Auf diese Weise kann man seinem Helden schon einmal ein Grundgerüst geben.
Ein Dieb könnte nun z.B. die Verteilung 60, 80, 50, 40, 20 haben.

Nun erst folgt der Würfelteil!
Für jede Eigenschaft werden nun 2 W20 gewürfelt und das Ergebnis wird zu den schon vergebenen Werten addiert. Wenn der Wert über 100 steigen sollte wird er auf 100 abgerundet und die restlichen Punkte gehen verloren (evtl. kann sie der SL in Goldstücken "aufwiegen", gute Würfelergebnisse sollten auch belohnt werden - die schlechten kommen schon noch von allein). Solche Punkte dürfen nicht auf andere Eigenschaften übertragen werden! Auch muss vor dem Würfeln festgelegt werden auf welchen Wert man würfelt. Des Weiteren können auch keine W20 umverteilt werden. Für jede Eigenschaft stehen genau 2 W20 zur Verfügung.
Bei dem Dieb (s.o.) könnte es nun natürlich sein, dass er bei den 2 W20 für Ge "versagt"/einfach Pech hat und nur auf Ge 87 kommt, doch das ist immerhin ein ausreichendes Geschick für einen Dieb und er braucht sich nicht zu beklagen. Im Gegenzug könnte er dafür freilich mit sehr viel Glück auf In 78 kommen, denn die Wege des Zufalls sind Chaotisch.


Als Anmerkung: jeder Held hat auf diese Weise einen im Durchsschnitt 71-ger Werte, die immerhin noch (je nach Würfelergebnissen) von einem Mindestdurchschnitt von 52 bis zu einem Maximaldurchschnitt von 90 reichen. Somit sind absolute Super-Helden mit allen Werten über 90 unmöglich. Aber auch die Totalen Verlierer sind zumindest noch besser dran wie vorher! Zugegeben das Rollenspiel hängt nicht von den Werten ab, jedoch wenn man IMMER danebenhaut, JEDEN Abhang hinabstürzt und eigentlich nur eine Last für die Gruppe ist, obwohl man eigentlich einen zwar Wildnisfremden, doch geschicketen, städtischen Dieb spielen wollte, nacht es keinen Spass. Denn vergesst niemal: Die Werte sind nur Nebensache, um eine Einschätzung der Stärken und Schwächen des Charakters zu haben und nicht alles dem Meister aufzudrängen. Die Wahren Stützen des Rollenspiels sind Fantasie von SL und SCs, Spaß an der Sache, die super Atmosphäre, der Adrenalin-Kick ab-und-zu, das lustige Zusammensein, usw.! Denn, wie ein breühmter Mann einmal sagte: "Die Werte sind für das Rollenspiel da und nicht das Rollenspiel für die Werte!"

Ich hoffe ihr könnt etwas mit meiner Idee anfangen, denn getestet (direkt oder indirekt) ist es das System nicht, daher würde ich mich riesig darüber freuen, wenn ihr mir eure Meinung dazu sage / schreibt!

Auf Wiedersehen und möget ihr noch viele Reisen in die fantastischen Weiten Midgards unternehmen und immer erfolgreich, lebendig und um ein paar Erfahrungen reicher wieder Heimkehren zu dem Ort, den ihr Heimat nennt!

Jan "Kobi" Neumann

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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