DSA: Borbarads Erben

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Name: Borbarads Erben

Art: DSA-Quellenmaterial
Boxed Set. 2 Quellenbände
ins. 288 Seiten, SW, Softcover in Farbe
8 Karten (davon 4 in Farbe)

Preis: 70.- DM

Kontakt:
FANPRO: Fantasy Productions GmbH
Ludenberger Str. 14
Postfach 1416
40674 Erkrath
Homepage: www.FANPRO.com
EMail: Arnfried@-SPAMSCHUTZ-FANPRO.com

Schreibstil & Qualität

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Illustration & Aufmachung

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Spielspaß & Nutzen

5 x  :-)

Kompatibel zu Midgard

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Preis / Gegenwert

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Über einen Mangel an Quellenmaterial können sich DSA-Spieler sicherlich nicht beklagen - vielleicht schon eher über den Preis der verfügbaren Angebote. Mit der lang erwarteten Box Borbarads Erben wird das Kapitel um die Borbarad-Kampagne vorerst abgeschlossen und ein Resümee gezogen.
Einmal abgesehen davon, daß sich viele Landesteile Aventuriens noch von der gewaltigen Schlacht mit dem Dämonenbeschwörer erholen müssen, befinden sich einige Provinzen noch fest in der Hand von ehemaligen Paktierern Borbarads, deren dämonische Neigungen auf das beherrschte Land abfärben. Der Inhalt der Box teilt sich in zwei Bände die mit Unter der Dämonenkrone und Blutrosen und Marasken betitelt wurden.

Unter der Dämonenkrone
Dieser Quellenband beschreibt die Schwarzen Lande, ihre Herrscher (die Heptarchen - also die Besitzer je eines der sieben Splitter der Dämonenkrone), ihre Bewohner und die veränderte Flora und Fauna. Kampagnen in den Schwarzen Landen liefern eines reichlich: Horror. Es erscheint fast wie eine (lange vorbereitete) Antwort auf den Erfolg der WW-Rollenspiele, bzw. Cthulhu, daß nun auch DSA diesem Genre Tür und Tor öffnet - nur daß der Spieler dabei natürlich weiterhin auf der 'guten Seite' bleibt.
Aber auch wenn man sich nur auf Aventurien konzentriert, erkennt man daß diese Spielwelt einen neuen Touch brauchte - immerhin war (auch durch die eifrigen Fans) mittlerweile nahezu jeder Quadratmeter kartographiert und damit für Entdecker langweilig geworden.
Durch die neuen Herrscher, ihre menschlichen und unmenschlichen Diener und die geknechtete und mutlose Bevölkerung, bekommt immerhin ein Teil Aventuriens einen neuen Anstrich und benachbarte Provinzen sehen sich nun ganz neuen Bedrohungen, bzw. Bündnismöglichkeiten konfrontiert, die nicht zuletzt auch die Religion der Zwölfgötter und die Gesetzgebung für Magier und Beschwörungen wesentlich beeinflußt.
Nach einer Zusammenfassung der Borbarad Kampagne liefert Unter der Dämonenkrone eine ausführliche Zusammenfassung der Schwarzen Lande zu denen Tobrien (Transysilien, Warunkei, die Piratenküste) und das Eisreich gehören. Einmal abgesehen vom inzwischen wieder freien Teil Tobriens, teilen sich vier finstere Herrscher die Macht über die Schwarzen Lande.
Transysilien. Der Magier und selbsternannte Dämonenkaiser Galotta herrscht über Transysilien. Sein dämonisches Machtzentrum ist die Hauptstadt Yol-Ghurmak (12.000 EW). Der Titel Dämonenkaiserreich ist Programm und dämonische Kreaturen gehören zum Alltag.
Warunkei. Die Warunkei ist das Hoheitsgebiet des Schwarzen Drachen Rhazzazor, der dort mit seinem Gefolge aus Nekromanten und Schwarzmagiern für Unheil sorgt. Wachen am Tag Söldner über das Land, so gehört die Nacht den Untoten - das Land gewinnt nach Sonnenuntergang wesentlich an Gefährlichkeit hinzu.
Die Piratenküste. Xeraan, ein Schwarzmagus und Großmeister der Illusionen, herrscht mit seinen Piraten und Freischärlern über diesen Landstrich. Auch hier findet man eine Vielzahl von Borbaradgefälligen Kreaturen, sprich Dämonen.
Eisreich Glorania. Etwas abseits im Norden liegt Gloranias frostiges Reich. Die böse Hexe und Dämonologin herrscht mit allerlei Dämonengezücht über das ehemalige Nivesenreich, dessen rauhes Klima allein schon so manches Heldenleben kostete.

Blutrosen und Marasken
Der zweite Band (mit 140 Seiten ebenfalls sehr umfangreich) handelt von den angrenzenden Landstrichen Aranien, Maraskan und der blutigen See vor und nach der Invasion durch Borbarad.
Besonders hervorgehoben sind natürlich die dämonisch besetzten Gebiete.
Im Moghulat Oron (Aranien) wird vor allem die Pervertierung der Ansichten von Rahja (Göttin der Liebe) zelebriert. Bel'Khelel (die Göttin der 'Unliebe') erfreut sich vor allem an jeglicher Form von Egoismus in der Partnerschaft. Das Spektrum beginnt bei solch noch 'harmlosen' Dingen wie der Nutzung anderer Menschen zur bloßen Selbstbefriedigung, geht über das Zufügen von Schmerzen, bis hin zur Vergewaltigung. Einmal abgesehen davon, daß man mit der Thematik Vergewaltigung ganz schnell eine bislang erstklassige Rollenspielrunde zerstören kann, halte ich es für fraglich, ob all diese Beschreibungen (in Wort und Bild) unbedingt in eine Publikation gehören, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auch von Minderjährigen (12-14 Jahre) gelesen wird. Ich konnte zumindest keine diesbezügliche Altersempfehlung auf der Box finden.
Die Blutige See (nördliches Perlenmeer) wird vom Heptarchen Xeraan und seinen Schergen manipuliert, der vor allem Söldner und Piraten um sich gescharrt hat. Die See und ihre Bewohner wurden vielerorts von der Tiefen Tochter (Göttin, Gegenstück zu Efferd) auf dämonische weise verändert und ist nun noch gefährlicher.
Die Fürstkomturei Maraskan wird vor allem durch den Herrführer Helme Haffax und den Orden vom Blutroten Tempel beherrscht, der durch dämonische Blutrituale an Macht hinzugewinnt.
Das Reich der großen Schlange (Maraskan) wird von der Heptarchin Skrechu manipuliert. Sie herrscht dort im Verborgenen mit ihrer dämonisch/menschlichen Schlangenbrut.

Der Band geht detailliert auf die Kultur (und Vergangenheit) des Landes und der Bewohner ein und behandelt vor allem auch die dämonisch beherrschten Teile (und ihre Heptarchen) sehr ausführlich.

« i » Beide Bände quellen vor Informationen geradezu über. Durch den kleinen - teils winzigen (z.B. Index) - Schriftsatz wurden auf die knapp 300 Seiten sehr viele Informationen gepackt. Obwohl man die Schriftgröße nicht gerade als 'besonders lesefreundlich' bezeichnen kann, wird die Schrift nie gänzlich unleserlich - vielleicht hätte man eine einfache Lupe beilegen sollen, wie viele Versandhäuser dies bei ihren Minikatalogen tun.
Der Inhalt ist erfreulich gut gelayoutet und mit größtenteils hervorragenden Illustrationen verziert.
« i » Vor allem Caryad (aber auch Frank Freund) glänzt mit einigen genial finsteren und teils erotischen Bildern, die den abartigen Touch unter der Knute von Borbarads Erben gut wiedergeben.

Kartenmaterial
Das beiliegende Kartenmaterial ist in Qualität und Maßen sehr unterschiedlich. Sehr ansehnlich und recht Schmutzresistent sind die farbigen Landschaftskarten, die die Regionen Tobrien (DIN A3), Golf von Perricum und die angrenzenden Regionen (A2), Südaranien (A5) und Südliches Maraskan (A2) darstellen. Die topologischen Karten, zeigen alle wichtigen Ortschaften und Verbindungsstraßen, sowie auch grob die Vegetationsformen und Geländetypen.
Etwas weniger Ansehnlich sind die vier Stadtgrundrisse, die auf einer A3-Doppelseite in SW daherkommen. Zwar sind die Stadtpläne selbst stilistisch ordentlich und aussagekräftig - die typischen Monsterbildchen, welche teilweise die Karten zieren, sprechen jedoch vom künstlerischen Untalent des Zeichners (manchmal ist weniger doch mehr).

Fazit:
« i » Whow ! Die vorliegende Borbarads Erben-Box ist ein gelungener Vertreter der DSA-Quellenboxen und bringt die Thematik Horror ausgezeichnet an den Leser. Hier wurde eine Unmenge von brauchbaren Informationen zusammengetragen und sowohl stilistisch wie auch optisch angenehm aufbereitet. Durch den Überblick über die jüngst abgeschlossene Borbarad-Kampagne erhalten auch recht frische DSA-Spielleiter einen ausreichenden Einblick in das 'neue' Aventurien.

« i » Als einziger Wermutstropfen bleibt der recht (um ca 10 - 20.-DM zu) hohe Preis, der angesichts der hohen Auflage und vermuteten Herstellungskosten doch sehr hoch angesetzt ist - gerade angesichts der eingesparten Seiten durch den kleinen Schriftsatz. Das DSA-Spieler dies jedoch billigend in Kauf nehmen, wird dadurch bewiesen, daß der erste Schub an Boxen bereits nach wenigen Tagen vergriffen war ... Tja, was ein echter DSA-Fan ist ...
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  • Für mich rückt Borbarads Erben damit allerdings preislich in weite Ferne des MD-Top - obwohl der Inhalt diesen Titel eigentlich verdient hätte.

    Eine ganz andere Sache ist die Teilung der DSA-Spieler in die Gruppen:

    Das damit neue Probleme für das Zusammenspiel auf Conventions geschaffen wurde, dürfte wohl jedem klar sein...

    Dogio the Witch

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