<--!Sonderzeichen: Ä Ü Ö ä ü ö ß--> Midgard Digest Nr. 99 - Booke der Flanzen und Thiere

Auszüge aus
I. S.-Knirds Booke der seltzamen Flanzen und Thiere

Die Flanzenwelt Süd-Vesternesses:

Berberlilie - Bérberis Liliáceae
Dieser seltene, gut 60cm hohe Strauch ist an sonnigen Hängen in Erainn und Chryseia anzutreffen, besonders auf der Halbinsel Nyktoros. Das Gewächs bringt im Jahr etwa 6 - 10 blauschwarze Beeren hervor, die aus zart rosa, drei blättrigen Blüten entspringen.

Um diese Sträucher fand ich zu den Zeiten im Spätsommer, wenn die Beeren in der Reife standen, manchmal Vögel mit Herzrasen. Die Beeren wirken auch auf den Menschen und erzeugen ein mittelstarkes Rauschgefühl und eine leichte Vergiftung (1W6-2 LP&AP). Mehr in sich hat es jedoch der Wurzelstock, wie ich aber erst später erfahren habe. Er sieht aus wie ein roter Spargel und muß auch gestochen werden, bevor er aus der Erde bricht (für Giftmischer ist Anbau also die einzige Möglichkeit an diese Wurzel zu kommen).Zwei gepreßte Stangen sind nötig um eine Portion von dem dann hochwirksamen Halluzinogen und bei oraler Einnahme nach 3W6 Runden wirkenden Gift (4W6 LP&AP) zu bekommen. Nebenbei ist dies weinrot von der Farbe und zudem fast völlig geschmacklos hat aber einen leicht unangenehmen Geruch (also unzufriedener Diener ...darauf achten das der Lord verschnupft ist).

Als Klingengift ist es einmalig mit 2W6 schwerem Schaden extra (gegen menschengroße Gegner) wirksam. Reptilien scheinen das Gift jedoch gut absorbieren zu können und erleiden nur 1W6 schweren Schaden.


Die Thierwelt des Mers:

Rosmarus
"Rosmarus ist ein Meerthier oder Wallfisch / so groß als ein Helfant / steigt die berg und weidet dz graß ab / henckt sich mit seinen zänen / aus begird zu schlaaffen an die velsen" (K. Gesner)

Das Tier was mein werter Kollege Gesner hier beschreibt existiert wirklich, doch ist bei seiner Natubeobachtung wohl ein wenig die Phantasie mit ihm durchgegangen. Das Rosmarus ist tatsächlich ein aus dem Meer stammendes Wesen, was gelegentlich aus dem Wasser entsteigt um die Ufer der Küstenstaaten oder der von Chryseia ein wenig abzugrasen, aber keineswegs hängt es sich an seinen mächtigen Hauern in die Berge um zu schlafen, jedoch sieht man es doch manchmal am Strand in der Sonne liegen um wie die Kuh wiederzukäuen.
Das Rosmarus hat einen mächtigen, tatsächlich Elefantengroßen, grün schimmernden, beschuppten Leib der von vier stämmigen Beinen getragen wird. Den Rücken ziert ein Schuppenkamm, der von der Schwanzflossenspitze bis an den Nacken reicht. Der Kopf ist groß, aber eher Wildschweinartig mit großen elfenbeinernen Hauern.
Es kann mehrere Stunden an Land verbringen, muß aber an trockenen Tagen oft ins Wasser um zu die Schuppenhaut feucht zu halten. An Land scheint es über diese Haut begrenzte Zeit atmen zu können.
Das Tier ist sehr leicht reizbar und greift sofort an sobald es mögliche Feinde gewittert und gesehen hat. Glücklicherweise kann es letzteres aber wohl nicht so gut, man kann sich noch recht gefahrlos bis auf 200m nähern.
Im Kampfe ist es wohl gefährlich, wenn es versucht den Gegner auf die Zähne zu spießen oder niederzutrampeln. Bewegt sich das Tier mit B18 oder mehr müssen kleinere Wesen ausweichen und mit einem PW:RW bestimmen, ob sie dabei hinfallen.

Grad 10 LP 5W6+4 AP 10W6+10 In: t50 Res. +16/16/14
LR RW65 HGW150 B32 Abwehr+16
Angriff: Stoßzähne +12 (2W6), gegen am Boden liegende Gegner Trampeln +15 (2W6+2)

Für einen Stoßzahn dieser Tiere zahlen gewisse Leute zwischen 500 - 800GS und aus der Haut eines solchen Tieres lassen sich formidable Lederrüstungen schneidern, die zwar penetrant nach Fisch riechen, aber auch bei höchsten Temperaturen nicht weniger stören als ein luftiges Hemd.

Seeschlange, große
"Es werden Schlangen gefunden im / 200. oder 300. Schuhlang / die verwickeln sich ein groß Schiff / schedigen die Schiffleut / und understehen das Schiff zu fellen / besonders wann der Wind still ist" (S. Münster)

Von der großen Seeschlange hat mir schon mancher Schiffer erzählt. Es ist kein schnelles Tier und Schiffe sollten bei gutem Wind dem Unvieh leicht entkommen können. Doch wehe dem, der in einer Flaute landet, dann umschlingt das böse Tier den Rumpf und bricht, wenn ihm nicht zu starke Wunden zugesetzt werden, ein mittleres Schiff leicht entzwei.
Ich persönlich denke das diese 30m bis angeblich 60m (so berichteten mir einige alte Seebkapitäne) langen Monster, die großen Schiffe mit ihrer Beute, den Walungeheuern, verwechseln, denn oft bricht ein Tier, nachdem es schon einigen Schaden angerichtet hat, urplötzlich seinen Angriff wieder ab. Treffen möcht ich es trotzdem nicht...

Grad 15 LP 7W6+15 AP 18W6+10 In: t20 Res. +14/18/14
LR RW30 HGW180 B12 Abwehr+17
Hat das Tier ein Schiff umschlungen und man greift von Deck aus an, dann hat das Tier nur Abwehr+10, richtet aber pro Runde 4W6 Strukturschaden am Schiff an.
Angriff: Schwanzhieb+12 (1W6+3), Verschlingen +12 (1W6; bei schwerem Treffer Verschlingen und 1W6 schwerer Schaden pro Runde)

Zum herausschneiden gelten die gleichen Regeln wie beim Wurm, -Riesen. Hat das Tier mehr als die Hälfte seiner LP verloren bricht es seinen Angriff ab.

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Die Zitate sind übrigens mittelalterliche Originale entnommen aus dem Buch Fabelwesen des Meeres (Hinstorff Verlag, 1982), ebenso die beiden Bilder von Olaus Magnus (um 1550 entstanden).

Ulf Kaiser

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