Philosophieschule

Kirche der Schloßwächter (klassische Richtung)

Und der Schöpfer des Gesetzes sprach zu seinem Volke, und gab ihm seine Gebote, auf das sie nicht seien wie die Tiere des Feldes, sondern stehts eine Richtschnur hätten, der sie folgen können. Und das Volk sah, das der Schöpfer weise war. Doch es erhoben sich Zweifler unter dem Volke, die die Gebote gering achteten, zu streiten wieder die Ordnung, die der Schöpfer eingesetzt hatte. "Wie", riefen sie aus, "Wie sollen wir diese Gebote alle ehren, die uns auferlegt wurden?" Und es ward eine große Unruhe unter allen ehrbaren Menschen, denn die Zweifler besudelten die Heiligkeit des Gesetzes, und brachten den Zorn des Schöpfers über das Volk. Und es geschah, das sich einige der weisesten Männer des Volkes zusammenfanden die Ketzer zu strafen. Sie trafen sich in der Kappelle des Schöpfers, und leisteten ihren Schwur, wie er immer noch von Orden der Schloßwächter geleistet wird: "Für den Schöpfer des Gesetzes, zu strafen die Ungläubigen, zu sichern die Weltordnung, sind wir verbunden. Ich will stehts den Worten des Gesetzes folgen, und über ihre Einhaltung wachen, auch wenn es mein Leben kostet. Ich will stehts den Worten meiner Oberen folgen, so sie nicht das Gesetz brechen. Ich will stehts den Schöpfer des Gesetzes ehren, und immer meinen Brüdern zur Seite stehen.Segen allen die dem rechten Weg folgen, Fluch allen Knechten des Chaos. Und den höchsten Fluch von allen mir, sollte ich je meine Pflichten vernachlässigen, oder in ihnen versagen." So zogen sie aus, zu vernichten die Knechte des Dunkels, und es war ein großes Gemetzel unter den Aufständischen.

Siegreich kehrten die Krieger zurück, doch fanden sie keine Belohnung für ihre Tat. Wärend des Kampfes hatte der Herrscher des Volkes es gewagt, seine unreine Hand an das Gesetz zu legen, und die Worte so verdreht, das sie seinem Ziel entsprachen. Zornentbrannt tilgten die Wächter, trotz des Kampfes der hinter ihnen lag von heiligem Zorn neu belebt, ihn und seine faule Brut vom Angesicht der Erde. Und zu verhindern das solches je wieder geschehe, namen sie das Buch des Gesetzes, und banden es in Ketten, und versiegelten es mit Schlößern so stark, das selbst die Zeit sie nicht brechen konnte. So verhinderten sie, das der wahre Wortlaut des Gesetzes je verloren gehe. Und zu verhindern das die Gebote je wieder ihres Sinnes beraubt würden, erhielten sie ihre Gemeinschaft aufrecht.

Auszug aus den Schriften der Schloßwächter
Die Kirche der Schloßwächter ist eine Massenorganisation, die in den meisten Königreichen zumindest geduldet wird. Ihre Anhänger sind allesamt Bürger von untadeligem Verhalten, oder geben es zumindest vor. Solange die Herscher des Landes nicht in Konflikt mit ihrem göttlichen Recht kommt kann er sich der vollen Unterstützung des Kultes sicher sein. Ansonsten werden die Gefolgsleute zwar meist keine wirkliche Massnahmen unternehmen, aber allein die Drohung seitens der Kirche, ihn als Feind des Gesetzes zu brandmarken, reicht meist aus, ihn wieder auf ihre Linie zu bringen. Es existieren eine vielzahl Orden, die sich dem aktiven Schutz des Gesetzes verschrieben haben, ähnlich derer der Schule des Martek Silberherz. Doch im Gegensatz zu dieser billigen die Schloßwächter dem Gesetz vorrang vor allem anderen zu. Insgesamt gehen sie davon aus: "Was nicht erlaubt ist, ist verboten."

 

Kirche der Schloßwächter (reformierte Richtung)

Wie wir die Angelegenheit auch drehen, wir kommen an einer Erkenntnis nicht vorbei: Das Gesetz, wie es uns überliefert ist, kann unmöglich alle Bereiche des Lebens abdecken. Es gibt immer Bereiche, in denen es keine Entscheidung vorgibt. Diese Bereiche werden von einem anderen Gesetz regiert. Wenn du in eine Situation kommst, in der es nicht verboten ist, etwas zu tun, was dir Vergnügen, oder andere Vorteile bringt, wirst du auf die Tat verzichten? Höchstwarscheinlich nicht. Du folgst einem anderen Gesetz, dem Gesetz deiner Natur. Der Mensch ist erst durch den Eingriff des Schöpfers zum Menschen geworden, seine Natur ist allso ebenso göttlich wie das Gesetz. Wieso sollten wir eines höher schätzen als das andere? Beide haben ihr Recht. Es liegt in der Natur des Menschen, nach dem besten für sich zu streben, wie sollte man ihm das übel nehmen. Sicherlich, die Gesetze des Schöpfers dürfen nicht missachtet werden, dieses zu tun hieße eine ebensogroße Sünde zu begehen, wie die, seine Natur zu verleugnen. Aber ebenso muß mit der schädlichen Zurücksetzung des eigenen Ehrgeizes aufgeräumt werden.

Tellorian Gelofin, Theologische Überlegungen (Von Orden der Schloßwächter als Ketzer gebrandmarkt)

Die Reformationsbewegung wurde kurz nachdem Gelofin seine Schriften veröffentlichte gnadenlos ausgemerzt, da sei etwas anderem den gleichen Status wie dem Gesetz zubilligen. Doch im geheimen werden die Ansichten Gelofins weiter verbreitet, und inzwichen sehen viele der oberen Ränge sie als ernsthafte Bedrohung der Kircheneinheit an, vor allem da diese eher egoistische Einstellung viel Anhänger unter den jüngeren, ehrgeizigen Ordensmitgliedern gewann. Das gemeine Kirchenvolk bekam von diesen Kämpfen (bisher) nicht viel mit, aber auf lange Sicht wird eine Kirchenspaltung kaum ohne schweres Blutvergießen zu vermeiden sein.

Stefan Schulz

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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