Andere Reittiere

Die im folgenden beschriebenen Reittiere können im Allgemeinen nur von einem erfahrenen Reiter benutzt werden. Ein ungeübter Reiter, der die dazu notwendige Fertigkeit nicht erlernt hat, muß nicht nur in außergewöhnlichen Situationen würfeln, ob er im Sattel bleibt, sondern zusätzlich für alle 15 Minuten, die er sich auf dem Tier befindet. Misslingt der Wurf gegen Reiten als universelle Fertigkeit, so macht sich das Tier selbstständig und wirft den Reiter ab. Je nach Situation greift das Reittier dann den Reiter an oder es entfernt sich einfach nur. Die Tiere sind normalerweise nur dort zu erhalten, wo sie als Reittier auch allgemein Verwendung finden. Auch in größeren Städten kann man sie kaufen, wo sie renommierte Händler von Reittieren der Vollständigkeit halber in ihren Ställen stehen haben, oder wo sie als Kuriosität in Privatbesitz zu finden sind. Andere Kaufmöglichkeiten in der Stadt oder auf dem Land sind selten. Ein ehemaliger Abenteurer könnte ein solches Reittier noch besitzen. Er hängt dann aber meistens an seinem Tier, so daß der Kaufpreis entsprechend hoch ist.

Die Reitechse

Dieses aus den Dschungeln von Rawindra stammende Tier ist etwa 5 Meter lang und hat eine Schulterhöhe von etwa 2 Metern. Hinter den Schultern wird normalerweise der Sattel befestigt. Die Echse läuft vorne über gebeugt und ähnelt so einem vierbeinig laufenden Tier, obwohl sie sich nur auf ihren starken Hinterbeinen fortbewegt. Die vorderen Extremitäten ähneln den menschlichen Armen. Sie haben zwar den doppelten Durchmesser, sind aber genauso lang. Die Arme werden auch als Waffen benutzt, ansonsten aber verkrümmt am Körper getragen.

Die Haut der Echse ist von grau-grüner Farbe und schuppig. Sie schützt die Echse wie eine Kettenrüstung. Der Kopf der Echse gleicht dem einer Schlange und wird etwa 1 Meter über dem Boden getragen. Die Hinterbeine sitzen etwa in Körpermitte. Die Echse endet in einem 1, 50 Meter langen Schwanz.

Diese Echse ist ein Fleischfresser und vertilgt spätestens alle drei Tage ein Reh, eine Ziege oder ein kleines Schwein. Wird die Echse länger als einen Monat von ein und demselben Reiter benutzt, so kann dieser das Tier in entsprechender Umgebung jagen lassen. Es wird zu ihm zurückkehren.

Eine Reitechse ist normalerweise darauf abgerichtet, jedes Wesen anzugreifen, das in Reichweite ihrer Arme zu Boden geht. Hat die Echse eine Zeit lang kein Futter mehr gehabt, ist sie allerdings kaum noch davon abzuhalten, sich an dem nächstbesten Toten oder Verletzten, sei er Freund oder Feind, satt zu fressen. Will der Reiter die Echse daran hindern, ihren Hunger zu stillen, muß ihm ein Wurf Reiten mit WM-4 glücken, ansonsten macht das Tier, was es will. Ist es ihm gelungen, die Echse vom Fressen abzuhalten, hat er für weitere Erfolgswürfe nur noch WM-2, und zwar so lange, bis er dem Tier Gelegenheit gegeben hat, sich vollzufressen.

Reitechsen sind recht übellaunige Viecher. Ein kritischer Fehler beim Erfolgswurf Reiten kann unter Umständen dazu führen, daß die Echse über ihren Reiter so verärgert ist, daß sie sich trotzig weigert, seinen Befehlen zu gehorchen, oder daß sie sogar versucht, mit ihren Krallen nach ihm zu schlagen.

Preis: 2500 GS Tragkraft: 250 kg
Grad: 4 LP: 5W6+3 AP: 4W6+10
Resistenz: +12/+14/+12 KR RW: 50
HGW: 90 B40 Abwehr +13
Angriff: 2*Krallen+8 (W6+1)

Der Reitstrauß

Den Reitstrauß findet man vorwiegend in Buluga, wo er von vereinzelten Stämmen als Reittier benutzt wird. Er ähnelt dem irdischen Strauß, ist jedoch sehr viel kräftiger gebaut. Er ist etwa 2.50 bis 3 Meter hoch. Das Aufsitzen geschieht von Hinten. Da das Tier dazu neigt, dabei einen Schritt vorwärts zu machen, muß das Aufsteigen erst geübt werden. Ohne Sattel ist es fast unmöglich, sich auf dem Rücken des großen Laufvogels zu halten, vor allem braucht man dann beide Hände, um sich festzuhalten. Mit einem Sattel gibt es dieses Problem nicht, und es ist sogar möglich, vom Straußenrücken aus zu kämpfen, wenn man es extra erlernt. Die Schwierigkeit beim Reiten auf einem solchen Reitstrauß liegt in der geringen Federung. Ein Reitstrauß hat einen ziemlich harten Gang, und es bedarf einiger Übung, so im Sattel zu sitzen und die Stöße abzufangen, daß man nicht anschließend von verheerenden Rückenschmerzen heimgesucht wird.

Preis: 1200 GS Tragkraft: 120 kg
Grad: 2 LP: 3W6+1 AP: 2W6+6
Resistenz: +11/+13/+11 Angriff: Tritt+7 (W6) Abwehr: +14
OR RW: 80 HGW: 60
B: 48 (bis 80 kg Gewicht, darüber B 36)

Quelle: Gildenbrief 16/17 bzw. Gildenbrief-Sammelband
Mit freundlicher Genehmigung vom F&SF-Verlag, Stelzenberg.

Marko Wolkwitz

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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