Anti-Party

Tach!

Hat irgendjemand schon (Midgard-)Erfahrungen mit einer Anti-Party gemacht? Soll heißen: Eine Spielgruppe, die ausschließlich aus 'bösen' Kreaturen besteht (schwarzer Hexer, Oger oder Ork, Todes-Worker....). Wie sinnvoll ist es dabei, wenn sich die SC's gegenseitig ihre wahre Identität zu verheimlichen suchen? -- Jan Körnicke

 

Hallo Jan!

Ähnliche Überlegungen haben wir in unserer Midgard-Gruppe auch angestellt. Es wäre schon ziemlich reizvoll, mal eine Fiesling-Truppe zusammenzustellen. In deiner Liste fehlen noch die halbwegs spielbaren Charaktertypen Schwarzalb und Vampir, die von unseren Spielern gespielt werden wollten.

Die Überlegungen zu der Fiesling-Truppe sind aber (leider) noch im Anfangsstadium. Wir schlagen uns noch mit der Frage der Machbarkeit herum, bei der so Fragen auftauchen wie:

Einer will einen Vampir spielen. Vampire haben aber laut Bestiarium bereits einen Grad 9 (Sorry, wenn ich mich da irre). Es sollen aber keine Ungerechtigkeiten zwischen den Spielern bezüglich des Anfangsgrades bestehen. Also wie rechnen wir die zu lernenden Fähigkeiten auf Grad 1 runter? Welche sind Grundfähigkeiten? Gibt es Fähigkeiten, die zuerst gelernt werden müssen? usw.

Saluton! Ich fürchte, ein guter Teil seines Grades kommt einfach von seinen (um es mal mit GURPS zu sagen) Vampirvorteilen, während er eben andererseits nicht so viele Nachteile hat. Da wird man wenig machen können, fürchte ich. (Für Drachen könnte ich noch etwas Eigenwerbung treiben und auf meinen im MIDGARD-DIGEST (Nr. 27) erschienenen Kobaltdrachen hinweisen. Aber Achtung: Wenn ihr wirklich auf Grad 1 anfangt, könnte er für eure Zwecke zu schwach sein!) -- JuL

Na, meinen Artikel über die Vampire in MIDGARD-DIGEST Nr 18 hat die Online-Welt wohl schon total vergessen ??? (Oder war er so schlecht ???) Hier kann man Regeln finden, mit denen sich auch ein Vampir der kleineren Stufen erschaffen läßt. -- Dogio

Eine Fiesling-Truppe hat, wenn man sie ernsthaft spielen will, eine wesentlich höhere Frequenz von Party-Attacks, weil die Solidarität bei diesen Figuren wesentlich geringer ausgeprägt ist. Ist sie dann überhaupt noch spielbar, wenn man ständig in der Gefahr steht, sich gegenseitig zu zerfleischen? Bsp.: Der Vampir hat schon lange kein Blut mehr bekommen. Fällt er dann nachts sein Gruppenmitglied an, wenn er die Selbstbeherrschung verliert ?

Ein 'böser' Charakter muß nunmal auch gegen die Gruppe böse handeln können, ansonsten ist er einfach unglaubwürdig. Sowas hat auch bei uns schonb zu bösen Blicken unter den Menschen hinter den Charakteren geführt. -- Dirk Mueller

Wie meinst Du das überhaupt mit 'gegenseitig die Identität verheimlichen'? Soll jeder den anderen vorgaukeln, er wäre eigentlich ein ganz lieber... Spätestens bei den gemeinsamen Zielen muß das irgendwann auffallen und dann wirds kompliziert. Man kann dann ja schlecht einen edlen Auftrag übernehmen. Ich stell mir das ziemlich komisch vor: Die Truppe übernimmt den superedlen Auftrag, nur weil keiner zugeben will, daß ihm das zu affig ist. Was ist denn das für ne Fiesling-Truppe, die plötzlich Prinzessinen befreit...

DAS fänd' ich mal ein witziges Abenteuer. Eigentlich wollen alle nur plündern und rauben, aber da niemand das vor den anderen und der Umwelt zugeben will, verkehrt sich alles, was sie tun ins Gute ... -- JuL

Besser ist wohl, wenn man sich gleich drüber einig ist, daß man nicht die besten Ziele verfolgt. Das alberne Getue aller möglichen Spitzbuben und Assasinen von wegen 'Handlungsreisender' nervt schon genug.

Solange die Leute nicht in einem offenen Krieg oder sowas unterwegs sind, werden sie zumindest zu Anfang schon ihre wahre Identität und Absichten verheimlichen müssen. -- JuL

Wenn man seine Charaktere nicht zu ernst nimmt, dann kann man schon einigen Spaß mit den Charakteren haben. Irgendwo gibt es auch ein käufliches Abenteuer dahingehend. Ich habe es als Spieler gespielt, weshalb ich den Titel nicht weiß. In AD&D hatten wir Oger, 2 Goblins und Orks gespielt. Die physisch schwächeren Goblins hatten den Grips oder Magic Items. Natürlich hatten wir das 'offizielle' Ziel nie erreicht, weil vorher innerhalb der Party der Konflikt überkochte. Auf lange Sicht läßt sich damit nichts anfangen, denke ich. Böse Kreaturen sind in der Regel nicht zu längerer Zusammenarbeit fähig. Besonders ärgerlich ist es, wenn eine Party von 4-5 auf 2-3 reduziert wird, die dann ganz gut ohne die anderen auskommt - was kein absurdes Beispiel ist. Dann sitzen die anderen dumm in der Gegend herum.

Die Geheimniskrämerei funktioniert auch nur bedingt, wenn nicht jeder ein Geheimnis hat. Ansonsten ist keine Vertrauensbasis da, niemand traut dem anderen über den Weg, woraus sich keine Kampagne ergeben kann. (Durch geeignete Druckmittel vielleicht schon, aber da muß der SL viel mehr Energie aufwenden.) Schöne Grüße, Michael Jung

Berichte Du doch mal, was ihr für Überlegungen angestellt habt!

So long Andreas Hofmann


Hallo, meine Erfahrung mit Anti-Gruppen zeigt auch ziemlich deutlich, daß es nicht lange gut geht. Eine Gruppe mit echten Fieslingen müßte sich, wenn sie gute RPs sind theoretisch selbst zerfleischen. Meist sind die Fieslinge auch noch gierig. Von jeder Skrupel befreit ziehen sie dann mordend und vergewaltigend durch die Lande. Meine Reaktion als SL, war sie von jedem wertvollen Ding zu befreien, damit sie sich deswegen nicht gegenseitig umbringen. Dann verfluchte ich sie, daß jeder, den sie zu Unrecht mordeten ihnen als Vampir, Zombie hinterherlief. Welche Begeisterung eine Gruppe mit Zombie im Gepäck bei der Bevölkerung hatte, kann man sich leicht vorstellen. Zu allen Spaß verkleidete ich andere (überlegene) NPC-Mordbuben als harmlose Handlungsreisende, die auszurauben einen toten PC erzeugte.

Fazit war: Die Gruppe war nicht gerade ADD-mäßig rechtschaffen, aber sie meuchelte nicht mehr grundlos für ein bißchen Geld .Die Spieler merkten wohl deutlich, daß mit diesem SL durch wahlloses Morden nicht viel zu holen sei.

Mein Rat ist es, die Spieler durch das Spiel dazu zu bringen, daß der Spielspaß nicht zerstört wird und nicht mit übermäßigen Muffel und Regelei rumzudoktern.

Viel Spaß, Jens Peter Kleinau


1) Die Todesbringer ('Todes-Worker'), ich glaube Thanaturg ist der richtige Ausdruck, sind KEINE bösen Kreaturen. Sie sind einfach nur das Maximum an Neutralität und rein Joborientiert. Ich habe mal angefangen, so einen Charakter zu spielen. Hat mir großen Spaß gemacht, leider hatte sich die Gruppe schnell wieder aufgelöst. Die Schwierigkeit dabei ist nur, daß eigentlich außer dem SL niemand wissen sollte, was man denn da nun genau spielt.

2) Die Identität bzw. den Beruf zu verbergen finde ich eigentlich sehr sinnvoll. Und das auch im 'normalen' Spiel. Schließlich steht auf keinem Charakter groß geschrieben:'ICH BIN EIN DIEB'. Allerdings sollte eine Gruppe recht schnell die Orientierung der einzelnen Mitglieder herausfinden können. Ansonsten kann ich zu Deiner Frage nur sagen, daß wir gerde mit einer neuen Midgardrunde angefanegn haben, in der nach Meinung des SL keiner magiebegabt seinen durfte. Da das Ganze in Waeland spielt wollten wir aus Trotz alles rumpöbelnde Söldner werden. Wie auch immer, nach dem ersten Abenteuer, bei dem wir einen Drachen getötet und somit einen Erzdämonen samt Hofstaat aus der Verbannung befreit haben (größenwahnsinniger SL) hat uns dieser nun belohnt und wir haben jeder einen niederen Dämon als Diener und ein seltsames Pferd, das Fleisch ist und rote Augen hat (igitt!). So, wie es aussieht, will der SL also nun endlich mal eine Dark-Runde durchziehen. Mir selbst wird das keinen Spaß machen, vor allem nicht, da vorher nichts abgesprochen war. Wenn der SL nun tatsächlich sowas vorhat, dann ist damit unere ohnehin geschrumpfte Spielergruppe endgültig zerfallen.

So long...

Dirk Mueller

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Dogio the Witch

Kommentar zur Anti-Party

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