Dalamina in Corinnis

Der Winter dieses Jahr wird verdammt kalt dachte sich Dalamina. Normalerweise verbrachte sie diese kalten Winter immer mit Lernen neuer Talente, aber dieses Jahr war sie nicht viel unterwegs und daher war auch das Lernen recht kurz. Zum Glück hatte sie einen guten Fang bei ihrer letzten Tour vor dem Winter gemacht, so das sie sich aussuchen konnte wo sie den Winter verbringen wollte.
Sie entschied sich für Corinnis, wo auch sonst, es ist die Stadt der Diebe und da Dalamina eine Spitzbübin ist fühlt sie sich dort gleich wohl.
Der Winter ging eigentlich recht ereignislos dahin, bis sie einen Bekannten traf, der ein Elf mit einer recht fraglichen Lebenseinstellung ist. Aber was macht es schon, Dalamina hatte ja auch eine nicht ganz so weiße Lebenseinstellung, zumal sie gerade selbst das Meucheln erlernt hatte.

Vor lauter Langeweile saßen die beiden nun in einer Kneipe, wo sich ein Ordenskrieger zu ihnen gesellte. Dalamina dachte sich, den kann man gut gebrauchen, denn sie pflegt eigentlich immer darauf zu achten, daß jemand mit einem breiten Kreuz vorne steht. Die anderen beiden waren recht Pleite stellte Dalamina fest, denn beide aßen nur das Billigste vom Billigsten.
Die Jungs waren auf der Suche nach einem Job. Das erkannte auch ein Typ, der an den Tisch kam und allen einen Job nahelegte. Dalamina hörte nur das es in warme Gefilde gehen soll und das Auge des Wasweissichnichwas gesucht werden sollte.


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Eigentlich langweilte sie sich, aber als der Ordenskrieger fragte ob es sich um einen Edelstein handelt und die Frage bejaht wurde, dachte sie das sie die Beiden dabei sicher über den Tisch ziehen könnte, denn ein prächtiger Edelstein würde ihr sicher gut stehen.
Die Truppe sollte sich also am nächsten Tag in der Seegurke, einer Art Hafenkneipe einfinden.
In der Nacht jedoch wurde Dalamina von einem Alptraum geplagt, der sie auf einer Lichtung sah und dann war da eine wilde Bestie, die heulend sich bemerkbar machte. Dalamina begann zu rennen, schneller und schneller, die Bäume schienen nach ihr zu greifen, und sie wachte schweißgebadet auf ...
Sie dachte sich, was für ein scheiß Tag um aufzustehen. Aber es war erst 0 Uhr und daher entschied sie sich, daß sie sich noch mal hinlegen würde.
Morgens wachte sie ganz normal auf und begab sich zum Frühstück. Sie war diesen Morgen die letzte, aber das war ihr ganz egal !
Achtlos über den Traum grübelnd machte sie sich auf den Weg um den Auftraggeber zu treffen.
Wäre dieser Traum nicht gewesen, hätte sie bestimmt gemerkt, daß sie in eine Falle gelockt wurde. Aber nach einer kurzen Diskussion mit dem Auftraggeber ging dieser auf sein Zimmer eine Karte holen. Aber an der Treppe blieb er stehen und grinste. Das war nichts gutes, denn der Wirt war schon auf dem Weg zur Tür um diese zu verriegeln.
Was passierte hier, Dalamina war inzwischen aufgefallen, daß die Tische in Pentagram-Form aufgereiht waren und weiße Kerzen hatten, ihr Tisch stand jedoch in der Mitte und hatte eine rote Kerze. Jeweils ein Typ an den anderen Tischen hatte die Hände unter dem Tisch. Dalamina lies geschickt etwas fallen und kramte auch unter dem Tisch rum. Blitzartig erkannte sie die Falle. Aber es war zu spät ...
Sie sprang auf und begann Richtung Tür zu rennen durch die gerade noch 2 weitere Gäste kamen. Die brüllte diesen entgegen, daß es sich um eine Falle handelt, bevor sie gegen eine unsichtbare Wand knallte. Die Gäste jedoch schliefen auf der Stelle ein. Zauberei... verflucht, dagegen war sie recht verwundbar.
Verflucht dachte sie, aber es war alles zu spät, denn auch sie schlief umgehend ein. Minuten später aber wurde sie wieder wach, denn irgend jemand machte sich daran sie zu knebeln. Überrascht brüllte sie noch einmal um Hilfe, aber es war zwecklos, denn ein Kämpfer hatte sich bereits mit seinem Schwert an ihrem Hals bemerkbar gemacht.
Alles schien verloren, sie merkte nur, daß sie von einigen Leuten 2 Treppen tiefer getragen wurde und unsanft in einem Raum zu Boden fiel. Weiterhin hörte sie auch die dumpfen Aufschläge ihrer Kammeraden in den Nachbarzellen.
Sie wartete bis es ruhig wurde und zog sich die Augenbinde ab. Tatsächlich war sie in einem Keller, der nichts anderes als eine Zelle war. Dalamina begann direkt mit dem öffnen der Knoten, denn schließlich kannte sie sich mit Knoten recht gut aus und diese waren zwar nicht schlecht, aber sie fand einen Weg sich zu entfesseln.
In der Tür selbst war ein kleiner Eisenstab eingelassen, der die Größe des Sichtfensters verkleinerte und zudem war die Tür verschlossen und ein Riegel davor. Einrennen war zwecklos, vielleicht würde die Tür nachgeben, aber das würde auch die Wachen die es vielleicht oben gab alarmieren.
Also begann sie gemütlich die Feile aus ihrem Haarband herauszunehmen und feilte an dem Gitterstab rum. Danach band sie das Seil geschickt zu einer Schlinge und entfernte erstmal den Riegel von der Tür. So, jetzt konnte sie es versuchen. Langsam erhöhte sie den Druck auf die Tür, aber diese wollte nicht nachgeben.
Der Ordenskrieger der in der Zelle gegenüber saß hatte inzwischen auch den Stab aus der Tür entfernt, allerdings hatte er dazu rohe Kräfte sinnlos walten lassen, denn auch er kam nicht weiter.
Dalamina begann ein Ende vom Seil mit dem sie gefesselt war dem Ordenskrieger rüber zu werfen. Dieser ungeschickte Typ brauchte doch fast 40 Versuche bis er das Seil endlich geschnappt hatte.
Gemeinsam machten sie sich nun daran die Tür zu öffnen. Dalamina hing an dem Seil und preßte sich gegen die Tür und der Ordenskrieger zog von der anderen Seite. Unter diesem Druck gab die Tür auch endlich nach. Ein Hechtbagger von Dalamina, die die Tür auffing verhinderte ein lautes Geräusch.
Ein Blick herum ergab, daß der Keller 6 Türen hatte. Hinter 4 Türen fand sie ihre Kammeraden und die beiden Gäste die noch die Kneipe betreten hatten. Diese beiden waren hingerichtet worden. Hinter der letzten Tür fand sie schließlich die Ausrüstung, die man ihnen abgenommen hatte. Erstmal verteilte sie die Waffen an ihren Kammeraden und machte sich dann daran mit dem Einbrecherwerkzeug was sie in ihrem Rucksack versteckt hatte die anderen Türen zu öffnen.
Schließlich waren alle frei und man machte sich daran die Treppe die noch in diesem Keller war hinaufzusteigen. Die Deckenluke am ende machte noch einige Probleme da eine Badewanne auf ihr stand.
Alle drei machten sich daran die Luke zu öffnen, doch unter dem Gewicht gab die Treppe nach. Mit einer gewagten Kombination aus Türen wurde die Treppe schließlich doch überwunden und man befand sich im Keller der Gastwirtschaft.
Auch hier war eine Deckenluke, die allerdings sofort auf ging. Man befand sich nun hinter dem Schankraum, der durch einen Vorhang abgetrennt war. Ein kurzer Blick dahinter zeigte, daß die Kneipe geschlossen war und 2 Typen in Kettenhemden Wache standen.
Der Elf unterdessen jammerte die ganze Zeit einem Buch nach, was nicht bei der Ausrüstung war die sie wiedergefunden hatten. Auch Dalaminas Tränke die sie normalerweise am Gürtel hatte fehlten. Sie konnte den Elfen gerade noch davon abhalten groben Unfug anzustellen, denn dieser wollte schon die beiden Wachen einfach angreifen.
Schließlich fanden sie den Hinterausgang, der auf den Hof zu den Toiletten führte. Dalamina entschloß sich über die Mauer dort erstmal zu entschwinden und den Heilern im Natir Tempel eine Nachricht zu überbringen was sich hier abspielte. Daraufhin sollte die Stadtwache diese Kneipe mal auf den Kopf stellen. Sie bat aber die Stadtwache erst in einer Stunde zu alarmieren.
Zurück in der Seegurke ging sie mit ihren Kollegen durch eines der oberen Fenster in den obersten Stock und sie hörten an den Türen was dort los war. Es waren 6 Türen und an 3 Türen war schnarchen zu hören.
Man entschloß sich die Türe hinten rechts zu erkunden. Der Elf der sich erstmal an der Türe zu schaffen machte bekam einen Giftdorn ab, der allerdings keinen Schaden anrichtete. Dalamina knackte schließlich das Schloß und öffnete die Tür. Sie sah noch so eben einen Schatten aus dem Fenster hechten und sie sofort hinterher.
Beim Sturz aus dem Fenster zog sie sich zwar leichte Verletzungen zu, doch sie wollte diesen Typen erwischen. Leider machte sie aber auch bei der Verfolgung gleich ein kleines Nickerchen.
Geweckt wurde sie Minuten später, als der Elf sie fand. Er berichtete, daß der Typ zurück zum Haus geschlichen ist. Aber der Elf hatte das ganze Geraffel was fehlte mit. Auch der Ordenskrieger trudelte ein, Dalamina bat erstmal darum von ihm geheilt zu werden, was er auch anstandslos machte.
Fit ging es zurück, doch das Haus war in Alarmbereitschaft. Man entschloß sich zurück zum Natir Tempel zu gehen um die Heiler dort zu informieren, daß die Stadtwache sofort anrücken soll. Die Stadtwache kam mit einer normalen Patrouille doch wie zu erwarten war kamen sie ergebnislos wieder aus dem Haus.
Man entschloß sich zu übernachten.
Aber auch diese Nacht wurde Dalamina von einem Alptraum geplagt. Alles wiederholte sich und der Traum ging weiter. Er endete damit das ein wohl rettender Baum erreicht wurde.
Dalamina beschloß am nächsten Morgen sich schlau zu machen. Sie suchte stadtbekannte Barden auf und erfuhr, daß dieser Typ im Haus als Dieb bekannt war, der auf eigene Faust in Corinnis arbeitete. Was mußte das für ein Typ sein ?
Dalamina hatte über einen Barden die Adresse eines Händlers erfahren, der außer normaler Ausrüstung auch andere nette Sachen verkaufte. Die Kerzen die er hatte waren nicht schlecht, aber auch nicht so informativ das man auf des Rätsels Lösung kam.
Man entschloß sich also noch mal in das Haus einzudringen, was auch fast klappte. Das folgende Gemetzel im Haus führte dazu, daß Dalamina erst einen kritischen Beintreffer hinnehmen mußte und danach auch noch innere Verletzungen durch einen Dreikäsehoch, der munter auf die am Boden liegende Dalamina einschlug.
Danach wurde festgestellt, daß in dem Haus ein Dämon gefangen war, der einem wohl alle Wünsche erfüllt wenn man erst mal seine Seele verkauft hatte. Das ganze Haus war in der Lage Schlaf zu zaubern, so das Dalamina zu dem Entschluß kam, daß sie eigentlich froh sein konnte, das sie noch am Leben ist.
Der Dämon wurde schließlich gebannt und die Einnahmen aus dem Haus reichten gerade dazu aus, die bisherigen Ausgaben zu decken !
Nun gab es da noch den Traum .....
Aber Dalamina lag schwer verletzt im Tempel. Was sie eigentlich wütend machte war, daß die Heiler sich das Spielchen was ablief eigentlich teilnahmslos ansahen. War es eine weitere Probe der Götter ?
Die nächste Nacht verlief genau so schrecklich wie die Nächte davor. Aber diesmal tauchte die Bestie auf und griff an.
Dalamina verteidigte sich und erschlug die Bestie einfach ohne dabei selbst Schaden zu nehmen.
Nun, endlich dachte sie, der Alptraum ist vorbei.
Doch in der nächsten Nacht kam der Alptraum wieder und nun waren es 2 Bestien.
Es wurde also Zeit zu handeln. Sie mußte sich auf den Elfen und den Ordenskrieger verlassen.
Der Typ der sie angeworben hatte sollte erstmal unter die Lupe genommen werden, doch der Elf und der Ordenskrieger versauten die Aktion den Typen zu kaschen erstmal. Auch ein zweiter Versuch wurde von den Jungs kläglich vergeben und endete damit, daß der Ordenskrieger im Knast landete.
Dalamina überlegte wer ihr so was antun könnte, aber ihr fiel nur eine alte Bekannte ein, der sie in einem ihrer früheren Abenteuer kräftig dazwischengefunkt hat.
Die Suche ergab, daß sich auch ein Typ nach dem Elfen und Dalamina erkundigt hatte, doch der Stallbursche, der gefragt wurde war ein echter Knalli.
Schließlich fand man doch noch ein Pärchen auf das die Beschreibung paßte. Der Elf ging also auf Beobachtungsposten während Dalamina dazu über ging zu überlegen was noch dahinterstecken könnte.
Noch hatte sie 8 Stunden zeit, bevor der Kampf mit den nächsten 2 Bestien anstand und den wollte sie nicht mehr ausfechten.
Was sie in der Nacht zuvor herausbekommen hatte, war das es sich um einen Zauber handelt, der 500 Meter Reichweite hat, 18 AP kostet und eine Grundfähigkeit für PT(Moch), Schamanen und Druiden ist.
Was ihr noch durch den Kopf ging war wo sie einem dieser Jungs so auf die Füße getreten hatte, daß er sich so bitterlich rächen würde.
Tja, aber wie es oft so ist war sie auf einer falschen Spur, denn das Pärchen war es nicht. Alle Beobachtungen blieben erfolglos und so stand der nächste Kampf an.
Mit Bravour und ohne große Blessuren überstand sie allerdings auch diesen Kampf und nutzte die nächsten Tage dazu den Typen zu finden.
Nach einigen wilden Aktionen mit Stallburschen, der Diebesgilde und anderen Personen in der Stadt bekam sie schließlich heraus, daß ihr Peiniger in einer bestimmten Kneipe saß und dort zurück- gezogen auf seinem Zimmer weiterhin Alpträume verschickte.
Sie packte ihre Mannschaft zusammen und man beschloß dem Typen einen nächtlichen Besuch abzustatten, was in Corinnis durchaus an der Tagesordnung ist.
Die Bemühungen das Schloß des Kneipenzimmers leise zu öffnen blieben aber erfolglos, so entschloß sich der Elf die Tür einfach einzutreten. Gesagt getan und was sahen unsere müden Augen ? Einen Riesen !
Megagulp dachte sich Dalamina und hinderte den Elfen nicht daran vorzustürmen. Dieser bekam natürlich sofort eine verpaßt und ging zu Boden. Der Riese drückte kurzerhand die Hauswand ein und wollte fliehen.
Dalamina also außen rum und den Riesen gestellt. Auch der Ordernskrieger war zu Stelle, doch der Typ hatte nur Dalamina auf der Todesliste. Nach 3 Schlägen lag sie dann auch im Dreck und der Riese begann angesichts der aufgeweckten Bevölkerung den Rückzug.
Im nächsten Augenblick kam erstmal der Wirt und begann über das Loch in seiner Kneipe zu jammern. Man hat der Sorgen dachte Dalamina und begann sich den Staub von den Kleidern zu klatschen.
Man nahm die Spur auf und stellte fest, daß sich der Riese später in eine Katze verwandelt hatte und irgendwo über ein Dach abgehauen ist.
Mist, der kann auch noch den Zauber vergrößern dachte Dalamina sich und Tiergestalt kann er auch noch.
Am nächsten Morgen stellte man fest, daß ein Typ auf den die Beschreibung paßte sich mit der Morgenfähre abgesetzt hatte. Damit hatte Dalli nun absolut nicht gerechnet, aber die Kollegen von der Diebesgilde hatten immerhin aufgepaßt.
Man beschloß den Typen weiter zu verfolgen, jedoch war die Verfolgung aussichtslos. Selbst einige Fallen die Dalamina versucht hatte aufzubauen hatten nicht geklappt.
Also beschloß sie sich auf den Weg nach Lonsome Duck, ihrer Heimatstadt zu machen. Dort angekommen wurde ihr erstmal mitgeteilt, daß auf ihren Kopf 10.000 GS Belohnung ausgesetzt waren.
Woooow, einmal vorher so einem Chaostypen richtig auf den Huf getreten und gleich geht der Marktwert des eigenen Kopfes wild in die Höhe.
Na ja, also beschloß sie sich den Typen zu greifen, doch alles Gesindel in jeder Stadt war nun hinter ihr her, dann diese Summe war schon ganz nett.
Aber alle Bemühungen den Typen noch mal aufzuspüren blieben ohne Erfolg, bis es zu einem Showdown auf einer grünen Lichtung kam, denn der Typ hatte sich wieder an ihre Fersen gehängt.
Aber dank der Unfähigkeit des Ordenskriegers und der Blindheit des Elfen konnte der Typ wieder nicht gestellt werden. Seine Tarnfähigkeiten waren schier unermeßlich.
Sie beschloß daher, sich an einen Freund namens Ali zu wenden, der über eine gute Organisation verfügte. Dadurch hatte sie zwar wieder einen Job für lau zu erfüllen, aber der Typ war einfach zu gefährlich um ihn im Rücken zu haben.
Ali's Leute waren nach 2 Wochen mit dem Typen zurück und er wurde zur Rede gestellt. Es war einfach nur ein Kopfgeldjäger der sich die Kohle verdienen wollte.
Ein Bountyhunter und so eine Menge Arbeit damit. Hatte das ganze Dalamina doch glatt 3.000 GS gekostet und es war nichts bei rumgekommen, außer das sie wieder mal einen kostenlosen Auftrag für Ali am Bein hatte.

Wolfgang Schmidt

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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