Giftmischer

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Es gibt Tage, da komme ich fast nicht zum Arbeiten, da ich so fasziniert von all diesen Kräutern, Salben und Tränken bin. Manchmal habe ich noch gar nicht alles gelesen, was als Bericht den Sachen beiliegt und bin schon am Ausprobieren und Analysieren. Ich glaube, Ixal geht es genauso, und je mehr wir bekommen, desto größer ist die Freude. Für den neuen Giftmischer habe ich mir gestern mal die Krallenhand genauer vorgenommen und die Wirkungen untersucht. Faszinierend ...

Nur das mit der Basiliskenschuppe ist noch nicht endgültig geklärt, aber ich glaube, da ist was möglich. Muß noch ein wenig experimentieren. Der Elfendorn ist mir irgendwie bekannt vorgekommen, aber da kann ich mich auch täuschen. Hat mir mein verstorbener Freund Kareem (die Götter mögen seiner Seele gnädig sein) nicht mal was davon in seiner Geschichte vom Goldenen Wald erzählt? Kann ihn leider nicht mehr fragen. Muß mir auf jeden Fall etwas davon herstellen. Man weiß ja nie. Heute wieder ein Paket von Magnus eingetroffen, es geht wieder los ...

(Auszug aus dem Tagebuch von Lettrotes, GM)


Ein kleines Jubiläum, die Nr.20, doch das große kommt ja bald und deswegen: nicht enttäuscht sein, wenn Eure Sachen bis jetzt noch nicht erschienen sind. Wir haben nichts und niemanden vergessen!! Damit kommen wir also zur

Ausgabe 20

  • Krallenhand
  • Elfendorn
  • Krallenhand

    Die K. ist eine mehrjährige Pflanze mit kräftig verzweigendem Wurzelstock, die bis zu einem Meter hoch wachsen kann. Die gelben Blütenblätter ähneln einer nach oben geöffneten krallenden Hand. Eines der fünf Blütenblätter steht dabei wie ein Daumen über den anderen und zwingt die Insekten dazu, eng an den Staubgefäßen vorbeizukriechen. Etwa zwanzig bis dreißig Blüten stehen übereinander an den Enden der langen Stengel. Die Blätter der Krallenhand sind groß, handförmig gezahnt und stehen einander paarweise gegenüber. Ihre Oberfläche ist seidig behaart. Blütezeit: Anfang Luchsmond bis Ende Drachenmond

    Vork.: In den Niederungen der gemäßigten Klimazonen ist die Krallenhand bisweilen an steinigen Uferböschungen von Bächen, Flüssen und Seen zu finden. In höheren Lagen ist die Pflanze häufig zu finden. Sie liebt sonnige Plätze und wächst im Hochgebirge bis über die Baumgrenze hinaus. Ebenfalls häufig findet man die Pflanze in den Steppen der subpolaren Gebiete.

    Verw.: Die Blätter der Krallenhand enthalten ein starkes Nervengift, das als Gift und als Medikament eingesetzt wird. Man preßt frische, während der Blütezeit gepflückte, Blätter aus. Der zähe Pflanzensaft kann direkt verwendet oder in Salben und Pasten eingerührt werden.

    An der Sonne trocknet er schnell zu einer festen, wachsartigen Masse, die kühl und trocken gelagert etwa drei Monde lang haltbar ist. Allerdings geht dabei die Wirkung bald verloren: pro Monat halbiert sich die Wirkung, bzw. muß die Dosis verdoppelt werden.

    Verwendung als Gift: Gelangt der frische Wirkstoff in die Blutbahn und mißlingt der PW:Gift, so richtet das Gift 3W6 LP/AP Schaden an. Dir Wirkung tritt nach 1W6 Minuten auf. Gelingt der PW:Gift treten nach 1W6 Minuten spontane Lähmungserscheinungen auf, die in unregelmäßigen Abständen (besonders unter Streß) wiederkehren und beliebige Körperpartien (auch innere Organe!) erfassen können. Die Lähmungen lassen nach 3W20 Minuten wieder nach. Diese Symptome halten einige Monate lang an bis sie allmählich verblassen. Unbehandelt sind Rückfälle auch noch nach Jahren möglich! Die Behandlung kann durch Bannen von Gift und Allheilung erfolgen.

    Verwendung als Medikament: Der Saft der Krallenhand ist nur in der Blutbahn tödlich! In saurer oder salziger Umgebung zerfällt das Gift schnell. Eine mit Krallenhandsaft vermengte Salbe kann daher auf der Haut eingerieben werden (vorausgesetzt es befindet sich dort keine nässende Wunde). Die betreffende Körperstelle wird dann 3W20 Minuten lang lokal betäubt. Nach einigen Minuten sind dort auch tiefe Schnitte schmerzfrei möglich.

    Alter, getrockneter Krallenhandsaft wird gerne verwendet, um die Zähne zu betäuben. In entsprechend niedriger Dosierung kann er gekaut werden, lähmt dann Zähne und Zunge, so daß man dem Zahnausreißer getrost ins Auge blicken kann. Der Magen wird dabei nicht in Mitleidenschaft gezogen. Die Krallenhand wird gerne als Futterpflanze für Bienen eingesetzt, da dem entsprechenden Honig besonders beruhigende Eigenschaften nachgesagt werden.

    Zaubereigenschaften: Es geht das Gerücht, daß getrockneter und pulverisierter Krallenhandsaft als Substitut für Basiliskenschuppen verwendet werden könne. (Der Autor bittet um Erfahrungsberichte).

    Anm.: In manchen schamanistisch geprägten Bergregionen gilt die Krallenhand als heilige Pflanze, die katzenartigen Gottheiten geweiht ist und nur unter Einhaltung der lokalen Zeremonien geerntet werden darf.

    Schwierigkeit und Preise: Die Pflanze ist leicht zu erkennen. Es genügt also ein niedriger Wert in Kräuterkunde um sie zu finden. Aufschläge währen bei Figuren aus den tropischen Ländern denkbar, die noch nie im Gebirge waren. Wegen der geringen Haltbarkeit sind frische Blätter oder getrockneter Saft recht teuer. Preise ab 100 GS (auf der nach oben offenen Geldskala) sind für einige Anwendungen keine Seltenheit.

    Guinor Rödebard

    Elfendorn

    Diese in Alba und Erainn häufig anzutreffende Heilpflanze wurde zuerst von den Elfen entdeckt. Die Blätter des kleinen Buschgewächses werden getrocknet. Der Sud der getrockneten Blätter wird wie normaler Tee getrunken. Wird dieser Tee regelmäßig eingenommen (ca. 1 Tasse pro Tag), so verleiht er eine erhöhte Resistenz gegen Gifte und viele Krankheiten. In Zahlen steigert sich sich die Gifttoleranz um ein fünftel ihres Wertes. Tritt eine Erkrankung an einer nichtmagischen Krankheit ein, so besteht eine Chance von 20 Prozent, daß diese nicht voll ausbricht und innerhalb von zwei Tagen überwunden wird.

    stardust

    Auch diesmal waren die Giftmischer wieder

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    Wil & Letti

    Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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