Geheimnis des Dienens

Ein Märchen aus den Küstenstaaten

Einst wollte ein König sehen, wie es um den Frieden in seinem Reiche bestellt war. Also lud er alle Adeligen, die Fürsten und die Herzöge zu einem großen Festmahl zu sich in den Palast ein. Vor dem großen Festmahl sagte er zu ihnen: "Ihr könnt von allen Köstlichkeiten soviel essen und trinken, wie Ihr wollt, nur habe ich eine Bedingung an Euch: Ihr dürft nur mit ausgestrecktem Arm das Essen zu Euch nehmen."

Die Geladenen merkten sofort, daß es unmöglich war, das Essen mit ausgestrecktem Arm in den Mund zu führen. Sie versuchten, sich das Essen in den Mund zu werfen und dabei wurden natürlich Gesichter, Frisuren, Kleider, der ganze Tisch und der festliche Saal völlig verschmiert und verwüstet.

Verärgert verließen die Geladenen den Palast.

Der König ließ alles wieder reinigen und erneut festlich herrichten und befahl nun, das ganz einfache Volk von der Straße einzuladen. Voller Scheu und zögernd fand sich das Volk endlich im Festsaal ein. Der König begrüßte sie und lud sie mit der gleichen Bedingung ein, das Festmahl zu genießen.

Diesmal gingen die geladenen Gäste gesättigt, zufrieden und voller Freude nach Hause. Sie hinterließen den Festsaal rein und prächtig, wie sie ihn vorgefunden hatten. Wie war dies dem einfachen Volke möglich gewesen?

Ganz einfach, jeder von ihnen hat seinen Nächsten mit ausgestrecktem Arm bedient. Ein jeder diente dem anderen - völlig freiwillig, freudig, mit Hingabe und ohne Erwartung und ohne Forderung oder Trachten nach einem Ergebnis. Einer diente dem anderen zum Wohle aller...

(eine Geschichte zum Nachdenken aus dem Weisheitsschatz des Erzählers Karim von Arimathea, und wie er sie mir vertraute)

Greetinx to all those non-believers out there!

md_eibl.gif

Robert Eibl

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

© Copyright by Dogio