Die Dämonenmaske

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[Hier nun ein Artikel, um den es eine Menge 'internen' Wind gegeben hat. Ich habe ihn beim Aufräumen meiner Platte und dem Entpacken einiger 'tar' und 'arj' Files gefunden. Der Artikel enthielt ursprünglich noch einen Leserbrief, der sich aber auf die Ausgabe 38 bezieht und deshalb etwas an Aktualität verloren hat, weswegen ich ihn rausnahm. - Sollte einmal etwas ähnliches mit Eurem Artikel passieren und er 2 Ausgaben lang nicht veröffentlicht werden, schickt ihn mir erneut mit einem kleinen 'netten' Rüffel, damit ich mich intensiver um ihn kümmere. Sowas soll nicht noch mal vorkommen. -- Dogio]

Es war nahezu Dunkel ...

Es war nahezu Dunkel in dem kleinen Raum und nur wenig Licht drang hinter der filigranen Stellwand hervor, die den Nebenraum abtrennte. Die Nacht war lau und das Zirpen der Grillen war der einzige Laut, der die Stille brach. Auf einem spärlichen Lager, nahe des offenen Fensters, lag eine kleine Gestalt und vermochte keinen Schlaf zu finden. "Meister?! Meister, ich kann nicht schlafen!" erklang eine knabenhafte Stimme aus der Dunkelheit. Die Lichtquelle hinter der Stellwand schien sich zu bewegen und nur kurze Zeit später betrat ein alter KanThai in wallendem Kimono den Raum; mit seinem Eintreten wichen die Schatten vor dem gedämpften Licht seiner kleinen Öllampe in die entferntesten Ecken des Raumes und gaben den Blick frei auf den kleinen Jungen, der auf seinem Lager am Boden lag und zu dem weißbärtigen Mann betroffen aufsah. "Was ist denn, YoMin? fragte der alte Mönch in fürsorglichem Tonfall. "Ich finde einfach keine Ruhe, Meister! Zu viel geht mir im Kopf herum. Könntet ihr mir nicht eine kleine Geschichte erzählen - bitte, Meister, nur eine Geschichte; danach werde ich sicherlich schlafen!" Der Alte schien etwas zu zögern, doch sein plötzliches Lächeln, löste die aufgestaute Spannung des Knaben. "Eine Geschichte also möchtest du hören? Mmmm, ....... und danach, meinst du, kannst du sicherlich schlafen? fragte der alte Mann mit leicht spöttischem Nachdruck. "Oh ja, ganz bestimmt! bekräftigte der schmächtige Knabe gewissenhaft. "Eine Geschichte?" überlegte der alte Mönch laut und ließ sich dabei neben dem Jungen nieder. "Nun ja, YoMin, habe ich dir schon einmal von YaoLin und seiner Dämonenmaske erzählt?" fragte der Alte seinen jungen Schüler. "Ich glaube nicht, Meister" erklang die Stimme des Knaben erneut und seine Vorfreude war kaum zu überhören. "Nun denn, dann will ich es nun tun und mögest du danach Ruhe geben ........"

Die Dämonenmaske

Dieses mächtige Artefakt stammt aus den dunklen Tagen der Magierkriege, einer Ära der Finsternis, als Dämonen in Heerscharen die Welt der Sterblichen heimsuchten und Tod und Zerstörung über deren Bewohner brachten.

Es muß sich in jenen Tagen abgespielt haben, in denen die Sonne allmählich zurück an das Firmament fand, um die jahrzehntelange Finsternis zu vertreiben - gegen Ende der Großen Kriege.

In der KanThaiPanischen Geschichtsschreibung heißt es, daß damals der große LooPin westlich des heutigen TsaiChen Tals, am Fuße der Donnerberge, auf den Erzdämonen Shurakai stieß, um in einem Zweikampf auf Leben und Tod zu entscheiden, ob künftig der Tag oder die Nacht, das Licht oder der Schatten über das "Reich der Mitte" herrschen sollte. Unzählige KanThaiPanische Künstler nahmen sich dieser Überlieferung an und wählten den Kampf zwischen dem schrecklichen Schlangendämon und dem großen Weisen der WuKung Gemeinschaft als Motiv für ihr Werke. Es steht geschrieben, daß es LooPin gelang den übermenschlichen Gegner zu bezwingen, obgleich er selbst den Tod fand, als der Dämon ihn im Todeskampf mit seinem schuppigen Schlangenkörper umwand und ihn erdrückte.

Noch in der selben Nacht, so heißt es aber, kehrte der Geist LooPins zurück, um seinen Lehrling YaoLin zu beauftragen, eine Totenmaske des Dämons anzufertigen, denn er weissagte ihm, daß diese Maske einen unschätzbaren Wert im künftigen Kampf gegen böse Geister und Dämonen hätte. Und so geschah es, daß YaoLin zum schicksalträchtigen Schauplatz des letzten Kampfes seines Meisters loszog, den verscharrten Kadaver des einstmals mächtigen Shurakai aus der dunklen Erde grub und unter silberner Mondsilouette flüssige Bronze über sein fürchterliches Antlitz goß; groß sollen seine Zauber gewesen sein, die er in jener Nacht wirkte und als er bei Tagesanbruch völlig entkräftet sein Werk beschloß, nahm er sein Tanto und schnitt die Maske vom Schädel des Dämons. In den alten Schriften der WenChang, der Hüter des Wissens, finden sich nach jenen Geschehnissen noch viele Einträge, in denen die Maske und ihr Schöpfer, der später selbst zu einem Führer seiner Glaubensgemeinschaft wurde, erwähnt werden. Dort heißt es, daß es Meister YaoLin gelang, mit Hilfe dieses Artefaktes, die dämonische Herrschaft in seiner Heimat endgültig zu brechen und die letzten dieser mordenden Bestien aus dem TsaiChen Tal hinfortzufegen. Danach jedoch wurde es dunkel, um jenes Glanzstück KanThaiPanischer Thaumaturgie und schließlich schlossen sich die Wogen der Zeit über ihm und tauchten es in Vergessenheit ........

Technisches:

( nur sehr ungern!)

Wird die Dämonenmaske aufgesetzt, so muß jedem niederen Dämon von den Ebenen der Finsternis, der deren Anblick gewahr wird, ein WW:psyZ gelingen (gegen einen EW:Zaubern+20), um nicht augenblicklich zu vergehen. Alle anderen Dämonen (einschließlich mächtiger, Dunkler Dämonen) müssen ebenfalls einen WW:psyZ machen, bei dessen scheitern, sie von Namenlosem Grauen erfaßt werden und schnellstmöglich auf ihre Heimatwelten zu fliehen versuchen; bei letzterem Prüfwurf sollten Modifikation hinsichtlich des Dämonengrades, als positive WM auf den Widerstandswurf zur Geltung kommen (z.B. kummulativ WM+1 ab dem 4.Grad).

Diesen Artikel kann man auch als überarbeitete Version mit wunderschönen Illustrationen im gedruckten Sonderband Best of MD No.1 (nur 12.-DM für 100 A4-Seiten) finden, den man online bestellen kann.

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