Fertigkeiten & Bonus

Letztlich beim Steigern haben wir mal wieder eine Diskussion geführt. Folgende Grundlage ist (sinngemäß) dem Regelwerk entnommen:

Man eine neue Figur erschafft und kommt zu den Allgemeinen Fertigkeiten. Da steht im Lernschema beispielsweise Tierkunde +4 (In31). Das bedeutet, wenn ich In 81-95 (96-100) habe bekomme ich einen Fertigkeitsbonus von +1 (+2), kann also Tierkunde +5 (+6).

HW> Stimmt, soweit ein Charakter neu erschaffen wird. Er hat einfach mehr von
HW> seinen Lehrern in der Jugend behalten.

KS> Yupp, richtig.

KR> Nein! Du bekommst keinen Fertigkeitsbonus sondern einen erhöhten Anfangswert.
KR> Der Unterschied ist, wie andere hier auch schon erwähnten, daß dieser
KR> 'Bonus' (fast) nur beim Erschaffen eines neuen Charakters berücksichtigt
KR> wird. Er wird auf keine Fall später dazugerechnet a la 'Ich hab's gelernt
KR> auf +5 macht mit Bonus dann +6'.
KR> Lediglich wenn man später mal an die Schallmauer des Erlernbaren stößt,
KR> spielt der 'Bonus' noch eine Rolle. Für jede Fertigkeit gibt's einen
KR> Maximalwert, den man erreichen kann über Lernen oder sogar nur durch
KR> Lernchancen (beschrieben im 2. Teil der Regeln). Dieser Maximalwert
KR> erhöht sich um deinen 'Fertigkeitsbonus'.

Soweit, so gut. Jetzt will meine Figur aber nachträglich eine solche Fertigkeit lernen. Selbes Beispiel: Tierkunde +2 In31 (Tabelle T12 (?)). Meine Figur hat In 85. Bekomme ich hier diesen Fertigkeitsbonus dann auch (-> Tierkunde +3)?

WB> Nein. In den Regeln steht explizit, daß diese Regelung nur für die
WB> Charaktererschaffung gilt.

US> Ich denke schon, denn dies ist ein persönlicher Bonus aufgrund der
US> hohen Intelligenz Deiner Spielfigur. Diese kann einfach die Fakten,
US> die auch anderen vorliegen mögen, besser kombinieren und die besseren
US> Schlüsse daraus ziehen.

KS> Bei mir als Spielleiter bekommst Du den Bonus nicht. Ich glaube aber
KS> die Regeln sagen da nichts darüber aus. Ich erinnere mich, daß ich
KS> das auch schon einmal gesucht habe.

Und dazu noch eine zweite und entscheidendere Frage: Wenn ich so eine Fertigkeit dann auch noch steigern will, von welchen Wert muß ich dann ausgehen? Den bereits mit Bonus versehenen (also im letzten Fall von +3 auf +4) oder nehme ich den Grundwert (+2 auf +3) und zähle dann den Bonus wieder dazu (->+4)?

WB> Vorsicht ! Verwechsele nicht einen Zuschlag mit einem Bonus (im
WB> Midgard-Sinn). Bei einem Bonus (z.B. Angriffsbonus bei hoher Ge) wird
WB> dieser auf den gelernten Wert aufgeschlagen, beim Lernen zählt der
WB> bereits gelernte Wert ohne Bonus.
WB> Die "Boni" bei der Charaktererschaffung sind Zuschläge: Ein Charakter
WB> mit den entsprechenden Werten (81 - 95 bzw. 96 - 100) "beherrscht die
WB> [entsprechende] Fähigkeit um 1 (2) Punkte höher", soll heißen: Er
WB> hat sie praktisch in seiner Lernzeit für den 1. Grad besser gelernt.

ST> Allgemeine Fertigkeiten müssen von dem Wert gesteigert werden, mit dem der
ST> Charakter die Fertigkeit beherrscht. (Der Charakter, der wegen seiner hohen
ST> Intelligenz einen Erfolgswert von +5 hat, muß diesen Wert dann auf +6
ST> steigern und die FPs dafür aufbringen)
ST> Angriffs-, Abwehr-, Zauber- und Resistenzboni werden dagegen erst hinterher
ST> dazuaddiert. (Jemand der eine Waffe auf +5 beherrscht und einen Angriffsbonus
ST> von +1 hat muß die Waffe von +5 auf +6 erhöhen (nicht auf +7)).

HW> Die Sonderregel gilt nur für die Erschaffung neuer Charaktere. Ältere
HW> Charaktere, die neue Fähigkeiten lernen, müssen ganz unten mit dem
HW> Bonus anfangen, wie er in der passenden Tabelle steht.

US> Analog zur Begründung von oben, Mut Du den Grundwert verwenden. Es
US> ist ja schließlich ein persönlicher Bonus und Du solltest davon
US> einen Vorteil haben.

TS> Die Sonderregel gilt nur für die Erschaffung neuer Charaktere. Ältere
TS> Charaktere, die neue Fähigkeiten lernen, müssen ganz unten mit dem
TS> Bonus anfangen, wie er in der passenden Tabelle steht.
TS> Warum? Der Charakter behält doch jetzt auch mehr von dem, was seine
TS> Lehrer ihm erzählen? Er hat doch immer noch In>80! In meinen Augen ist
TS> der Bonus, im Gegensatz zu den Regeln |-), analog zu Schadens und
TS> sonstigen Boni zu sehen und wird deshalb auch unabhängig vom Lernen
TS> betrachtet. Wenn ich also einen Bonus von +1 habe und eine Fertigkeit
TS> auf +3 gelernt habe, kann ich sie mit +4 anwenden. Das Erhöhen geht
TS> jedoch weiter von +3 aus.

OW> Das ist im Prinzip kein "Bonus", sondern man hat in seiner Jugend etwas mehr
OW> gelernt, d.h. man beherrscht die Fähigkeit etwas besser. Die oben beschriebene
OW> Vorgehensweise ist bei Angriff, Abwehr, Zaubern und Resistenz üblich, nicht
OW> bei allgemeinen Fähigkeiten.

KS> Du beginnst, der Einfachheit halber, immer mit dem Bonus, der auch
KS> auf dem Charakter-Sheet steht. Also der Wert ist immer der aktuelle
KS> Wert (von mir aus: Grundwert+Bonus). Auch das habe ich schon einmal
KS> in den Regeln verzweifelt gesucht. Ich habe auch nicht die Regeln hier,
KS> aber das ist das, was wir damals ausgemacht haben.

RK> Meiner Meinung nach hat man zwei Möglichkeiten mit dem Problem
RK> umzugehen.
RK> 1) Der Bonus wird nicht nachträglich berücksichtigt. Das bedeutet
RK> aber automatisch, daß das Lernen immer vom momentanen Wert incl. des
RK> Bonus zu erfolgen hat, da die Ungerechtigkeit sonst zu groß ist.
RK> 2) Der Bonus wird auch beim nachträglichen Lernen vergeben. Das
RK> Lernen erfolgt dann vom Grundwert aus und der Bonus wird erst
RK> nachträglich hinzu addiert. Mit dieser Methode ist es besonders
RK> begabten Personen auch möglich Werte oberhalb der festgelegten Maxima
RK> zu erreichen. Außerdem spiegelt die Methode die Tatsache wieder, daß
RK> begabtere Personen bei gleichem Lernaufwand bessere Leistungen
RK> erzielen.
RK> Ich persönlich bevorzuge die zweite realistischere Methode.

GR> Wirklich eine gute Frage. Beim späteren lernen habe ich noch nie an den
GR> Bonus gedacht ... Meiner Meinung nach sollte er ebenfalls in Anwendung
GR> kommen, denn mit der höheren Intelligenz kann er ja auch schneller bzw.
GR> besser lernen.
GR> Und wenn der Bonus beim Lernen addiert wurde, muß beim steigern
GR> natürlich von dem aktuellen, also dem höheren Wert ausgegangen werden.

MS> Natürlich ist es "im richtigen Leben" richtig, daß die Schlauen z.B.
MS> Wissensfertigkeiten schneller lernen. Die Geschickten sind dann beim
MS> Wändetapezieren besser und schneller, etc.
MS> Es wäre bestimmt möglich, diese Feinheiten in das Midgard-Regelwerk
MS> einzubauen, indem z.B. ab bestimmten Fähigkeitswerten die Lernkosten sinken,
MS> ein Bonus vergeben wird, usw. Momentan ist sowas aber nicht drin.
MS> Ich denke, das Steigern der Fähigkeiten in Midgard ist sowieso schon komplex
MS> genug. Ich kenne Leute, die auch nach einigen Jahren Midgard noch nicht genau
MS> wissen, wie's funktioniert (leider keine Intelligenz 99 gewürfelt.
MS> Am Ende würde sowas dann so aussehen:
MS> Ich möchte jetzt "Fallen entschärfen" lernen: 400 FP
MS> Weil ich so geschickt bin: -10% = - 40 FP
=> 360 FP
MS> und auch noch schlau: -5% = 18 FP => 342 FP
MS> und dann hab ich auch noch 'nen Geschäftstüchtigkeitsbonus,
MS> und mein Großvater hat mir das immer so toll gezeigt,
MS> Außerdem würden solche Regelveränderungen dazu führen, daß sich die Charakter
MS> mit den hohen Fähigkeiten immer mehr von den Normalos "absetzen" und das Spiel
MS> für die eine oder andere Gruppe langweilig würde.

Angeregt von Bernhard Eisenschmid

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