Der Namenlose

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"Ei, ei, seht, dort drüben am Hang ....ein Lichtschein! Sollte Jakchos unsere stummen Gebete doch noch erhört und für ein feines Plätzchen gesorgt haben, an denen unseren müden Knochen, bei einem guten Krug Wein und in Gesellschaft einer netten Frau, die wohlverdiente Ruhe zukommt." Der Mann der gesprochen hatte mußte unwillkürlich bei diesem Gedanken lachen und die aufkommende Heiterkeit war wie ein Funken, der gleichfalls auf seine zwei Begleiter übersprang. "Mögest du Recht haben, Simonides, denn dieses nördliche Alba ist alles andere als ein gastlicher Ort, an dem ich gerne unter freiem Himmel nächtigen möchte." "Außerdem", fügte der breitschultrige Hüne mit einem breiten Grinsen hinzu, das trotz Dämmerung nicht zu übersehen war, "hätte ich auch nichts gegen den besagten Wein und die nette Frau." "Ha, ha, so gefällst du mir, Hereios, ich dachte schon diese verdammte Kälte hätte dir auch noch dein letztes bißchen Humor geraubt. Wie steht's mit dir, Damokoles? Sollten sich deine alten Knochen nicht auch nach einem weichen Bett und einer hübschen Frau sehnen, die dir deinen weißen Bart entzaust?"
Von neuem mußte der blonde Jüngling lachen und auch die anderen beiden hatten sichtlich Probleme sich ihres zu verkneifen. "Mach du dich nur lustig über einen vom Alter gebeugten Mann. Ja, ja, spotte du nur, der du in der Blüte deines Lebens stehst", sprach der alte Mann und versuchte dabei krampfhaft ernstzubleiben, was ihm jedoch nicht gänzlich gelang. "Oooohhhhhhh", erklang die Stimme des Jünglings mit gespielter Bedauerung. "Hast du das gehört Hereios, Damokoles bedauert sich mal wieder selbst. Dabei weiß er ganz genau", fuhr er mit einem freundlichen Lächeln in Richtung des Alten fort, "daß wir zwar unsere jugendliche Stärke haben, doch er uns geistig bei weitem überflügelt.
"Genug der Schönfärberei, Simonides, sonst bildet sich Damokoles noch etwas darauf ein, unterbrach ihn Hereios mit neckischem Unterton. Laßt uns lieber zusehen, daß wir endlich ein warmes Plätzchen an einem Kamin bekommen, um dort diese abartige Kälte aus unseren Gliedern vertreiben zu können. Das Nicken der anderen kam mit kaum wahrnehmbarer Verzögerung und so setzte sich der kleine Troß aus Reit- und Packpferden wieder in Bewegung, das gemeinsame Ziel ansteuernd.

Als die Gruppe sich auf etwa fünfzig Schritt dem Weiler genähert hatte, stoppte Hereios, der die Spitze des Zuges übernommen hatte, sein Pferd und wendete sich im knirschenden Sattel abermals seinen Freunden zu: "Freunde, ich glaube unsere Vorfreude war etwas voreilig, oder haltet ihr es wirklich für möglich, das wir daaa", sein Zeigefinger erhob sich in Richtung der am Hang stehenden, ärmlich aussehenden Behausungen, "einen guten Wein und ein hübsches Weib finden?" Wieder ergriff der blonde Jüngling als erster das Wort und sprach mit tadelndem Unterton: "Ts, ts, Hereios, Hereios, wie oft hab ich dir schon gesagt, daß du eine viel zu negative Lebenseinstellungen hast; immer und immer wieder diese negativen Wellen - du bringst auch noch mal die Sonne dazu, einfach nicht mehr aufzugehen! Nun pass mal auf", fügte der Jüngling heiter hinzu, "ich werde dir jetzt mal zeigen, wie unwiderstehlich chryseiischer Charme bei hübschen Hochlandfrauen sein kann." Auf diese Äußerung hin, verfiel die kleine Männergruppe in prustendes Lachen und aller Mißmut war von einem auf den anderen Augenblick hinfortgespült. Kaum hatte sich der junge Mann wieder gefangen, ergänzte er: "Ich glaube, das wird die letzte Möglichkeit sein, mein tadelloses Albisch an den Mann .....ich meine natürlich", witzelte er, "an die Frau zu bringen, bevor wir uns in die Länder des Nordens absetzen."
Diese letzte Bemerkung, war einfach zu viel für die Freunde und sie konterten nur mit einem aus einem Munde kommenden spöttischen "Puuhhhh!" "Was für eine Wolke heißen Dampfes, Simonides", fügte der Mann mit dem Stiernacken lachend hinzu, "ich wußte gar nicht, daß du die nächsten Spiele im Wettstreit der Sprücheklopfer gewinnen willst!" Mit dieser letzten bissigen Bemerkung, gab Hereios seinem Pferd einen leichten Tritt in die Flanken, war aber doch langsamer als der blonde Mann, der sich mit breitem Grinsen an Hereios vorbeischob - an die Spitze der Reisegesellschaft. Als die drei Männer in den Weiler ritten, stießen sie sogleich auf ein Gruppe von Dörflern, die dabei war, magere Reisighaufen umzustapeln - dabei so vertieft in ihre Arbeit -, daß sie die plötzliche Anwesenheit der Fremden nicht bemerkte. "Seid gegrüßt, fleißige Bauersleut, wir sind müde Reisende und such ......" - dem blonden Mann verschlug es die Sprache, als er sah, daß die Dörfler völlig entsetzt von ihrer unverhofften Anwesenheit, panisch Reißaus nahmen. Nach wenigen Augenblicken waren sie in ihre Häuser verschwunden und hinterließen den Weiler völlig verlassen bis auf die drei Reisenden, die verdutzt zurückblieben.

Nach einigen Augenblicken meldete sich Hereios räuspernd zu Wort: "Äh, Simonides, darf ich fragen, mit welchen Greultaten du diesen Leuten - und damit deutete er auf den Platz an dem noch vor wenigen Lidschlägen die Dörfler gearbeitet hatten - gedroht hast?" Simonides, der anfangs, die Frage seines Freundes nicht zu begreifen schien, antwortete schließlich mit aller Unschuld, die er aufzubringen vermochte: "Glaubt mir, ich bin völlig unschuldig und ich kann mir absolut nicht erklären, was die Menschen an meinen Grußworten so schrecklich finden konnten, daß sie derart ......heftig reagierten", schloß er seine Beteuerungen mit einer gewissen Fassungslosigkeit. "Dein tadelloses Albisch, ja?!" hinterfragte der Bulle-von-Mann mit leicht säuerlichem Unterton und bekam daraufhin nur ein quittierendes Achselzucken seines Gegenübers zur Antwort. "Und wie war das mit den negativen Wellen?!" hakte der Mann, der Hereios hieß, bissig nach. "Ich glaube, ich kenne die Antwort auf dieses seltsame Schauspiel", unterbrach der Alte, der sich bisher nicht zu Wort gemeldet hatte, den aufkommenden Zwist. "Ach, ja?! dann lassen Sie hören, werter Damokoles", sprach Hereios deutlich gereizt. "Nun ja, schaut!" und damit drehte sich der Alte in seinem Sattel und zeigte hinter sie an den Himmel. "Ich kann nicht sehen, was du meinst!" meldete sich der Jüngling zu Wort. "Nein, das kannst du auch nicht, denn Er ist heute kaum zu sehen!" "Verdammt, seid ihr jetzt alle völlig verrückt geworden. Wovon redet ihr eigentlich?!" erklang die nun wirklich wütende Stimme Hereios`. "Vom Mond", ergänzte der Alte gelassen. "Na schön. Heute ist Neumond - und was ist dabei?" stieg der Jüngling wieder mit gewohnter Selbstsicherheit in die Unterhaltung ein. "Nein, heute ist nicht Neumond, heute ist Dunkelmond!" verbesserte der Alte mit bedeutungsschwangeren Worten. "Äh, Dunkelmond? Ich glaub du hast wirklich ein Rad ab, Damokoles!" "Nein, Hereios, der Dunkelmond hat in Alba besondere Bedeutung; er gilt hier als ein unheilvoller Tag, an dem die Mächte des Namenlosen aus den dunklen Tiefen emporsteigen, um Unheil über die Menschen zu bringen." "Aaaahhh, jetzt verstehe ich, du meinst die Albai hätten ein Rad ab!" "Wenn du es gerne so umschreiben möchtest", fügte der Alte leicht belustigt durch die Worte seines Reisebegleiters hinzu. "Tatsache ist, daß heute keiner einen Fremden in sein Haus einlassen wird, weder um ihn zu bewirten, noch um ihm einen Schlafplatz zu gewähren. Jenes wiederum heißt für uns, daß wir heute, eine ungemütlich kalte Nacht hier draußen verbringen werden." "Na toll, ich bin bedient", platzte es aus Hereios heraus, "nix mit gutem Wein, holde Maid ade!" "Ach Hereios, mach dir nichts draus", kam es versöhnlich von seinem Freund Simonides, der ihm dabei auf die massige Schulter klopfte. "Was die holde Maid angeht, so wären wir da doch wohl nur enttäuscht worden; jedenfalls war nichts Ordentliches dabei - bei den fliehenden Hasenfüßen, meine ich."

Hereios bedankte sich für diese gutgemeinte Erheiterung mit einem spielerischen Knuff, der trotz allem noch derartige Gewalt besaß, daß Simonides bedrohlich auf seinem Reittier ins Schwanken kam. "Mann, Hereios! Du hast echt ein schwerwiegendes Problem - du hast einfach zu viel Kraft!" Mit dieser Bemerkung fand der wieder heiter wirkende, blonde Mann sein Gleichgewicht zurück und trieb zur Überraschung der anderen zwei sein Pferd an. "Laßt uns fort von diesem traurigen Ort - hier finden wir ja doch keinen Platz zum Schlafen! Und du Damokoles", und mit diesen Worten drehte sich der Jüngling noch mal kurz im Sattel um, "erzähl du uns noch was von diesem Namenlosen, auf das wir diese Nacht von der Kälte etwas abgelenkt werden und bis zum Morgen durchreiten können. Und wer weiß, vielleicht verschafft uns morgen früh mein unwiderstehlicher Charme ein warmes Plätzchen, einen guten Wein und nicht zu vergessen einen willige Frau!" Das ausgelassene Gelächter der Männer hallte noch durch die wilde Hügellandschaft der Offerten, als die kleine Reisegesellschaft längst fort war ...

Der Namenlose:
In Alba stellt der Namenlose das Gegengewicht zu den "guten" Göttern des Pathenons dar; zu seinem "Namen" passend, fehlt ihm das klar umrissene, "vermenschlichte" Aussehen der anderen Gottheiten - viel mehr gilt er als das Böse an sich, das weder Form noch Namen braucht. Die Tage, an denen dem Namenlosen besonders viel Macht zugesprochen wird, sind die Tage des dunklen Mondes - also des Neumondes. Dieser besondere Tag, der der albischen Bevölkerung zu ihrem Leidtragen jeden Monat einmal ins Haus steht und als "Dunkelmond" oder "Dunkeltag" bezeichnet wird, ist ein Tag der Angst und der Furcht, den man im trauten Heim, meist betend und um Verschonung flehend zubringt (dabei muß betont werden, daß jenes geschilderte Verhalten eher den Leuten auf dem "Lande" und noch eher den Leuten aus dem traditions- und aberglaubenbehafteten Norden Albas zutrifft. In den Städten gilt der "Dunkeltag" vielmehr als arbeitsfreier Tag, der als unglückbehaftet gilt).
Im Geheimen existiert auch eine Anhängerschaft des Namenlosen, wobei diese alles andere als geschlossen hinter ihrem "Herrn und Meister" steht. Es gibt viele Splittergruppen, die so zahlreich sind, wie die Ziele ihrer einzelnen Mitglieder; so kocht jedes Grüppchen sein eigenes Süppchen und scheut sich auch nicht, dem jeweils anderen, in seines zu spucken. Gelehrte, die sich mit diesen Unter-sich-verfeindeten-Chaosjüngern befaßt haben, glauben deren Ursprung in der Zeit des "Dunklen Krieges" gefunden zu haben; man sagt, daß dieser Chaosglaube den finsteren, blasphemischen Riten der Gaarzakh, der menschlichen Helfershelfer der Dämonen (genaueres s. Gaarzakh) nachempfunden sei und sich bis in die heutige Tage gehalten habe. Wie auch immer dieser Glauben entstanden sein mag, die Bezeichnung "der Namenlose", als Ausdruck für das Nichtgreifbare, das absolut Böse, stammt nicht von den Menschen, sondern vom elfengleichen Volk der Schlange - den Coraniaid. In den Augen der Coraniaid hat diese Bezeichnung jedoch völlig andere Dimensionen, steht sie doch für den dunkelsten Punkt in ihrer Entstehungsgeschichte - den Krieg mit IHM. Wie dieser "Name" nun genau in die Hände der Menschen fiel und dort seinen Bedeutungswechsel erfuhr, läßt sich nur wage vermuten: es muß in jenen Tagen geschehen sein, als Coraniaid und Menschen Seite an Seite ihren verzweifelten Kampf gegen die Dämonenscharen ausfochten - also in jenen Tagen, als man gemeinsam am Feuer saß und ein längst vergessengeglaubtes Trauma in dunklen Vermutungen von neuem ans Tageslicht trat.

Der wahre Ursprung
Die von den Coraniaid stammende Bezeichnung "Der Namenlose" steht eigentlich für IHN - den Dorch-namhaid, den "Dunklen Feind", einem "Geschöpf" aus ihrer Mitte. Dieses Geschöpf, das man auch lapidar als Anti-Coraniaid oder auch als Dunkelelfen bezeichnen könnte, trat den Beweis dafür an, daß die Rasse der Coraniaid nicht derart Edel, Gut und Rein war, nicht die Vollkommenheit besaß, die für sie der Grundstein, ihre Existenzberechtigung bedeutete - es heißt, das viele Coraniaid dieser Zeit allein jener Erkenntnis wegen den Tod fanden. Wie dem auch sei, war ER, der keinen Namen trägt, der größte Widersacher der Coraniaid, den es je gab und es war ER, der den Bruderkrieg entfachte und damit dem Volk der Schlange die größten Verluste zufügte, die es jemals erleiden mußte; nicht nur Verluste an unzähligen Leben teurer Coraniaid-Brüder, sondern vielmehr ein Verlust eines Teils ihrer unsterblichen Seele, ihres Glaubens an sich selbst. ER hinterließ einen Schandfleck in ihren Herzen, den sie nun bis in alle Ewigkeit mit sich tragen müssen, nur auszulöschen durch die Auslöschung ihres Volkes (-> die geheime Offenbarung).

"ER"
Es gibt eine coraniaid`sche Überlieferung, die besagt, daß kurz nach der Geburt eines Coraniaid, die Mutter des Kindes, bei ihrem ersten Blickkontakt mit dem Neugeborenen, in das Innerste seines Herzens schauen kann - in seine Seele, und daß sie dort für diesen einzigen, kurzen Augenblick, das "wahre" ICH ihres Kindes erkennen kann. Weiter heißt es, daß die Coraniaid in diesem Augenblick ihren Kindern ihre Namen verleihen, die als Spiegel jenes "wahren" ICH`s, einen Teil dessen in Sprache zu setzen suchen, was ihre Mütter zu sehen bekamen. Die Bezeichnung "Der Namenlose" - die Bezeichnung für IHN-, rührt, so heißt es in einer Sage, von der Stunde SEINER Geburt, von jenem Augenblick als seine Mutter IHM das erste Mal in die Augen sah und dadurch seines "wahren" ICH`s gewahr ward. Den Überlieferungen zufolge, starb sie dabei vor lauter Entsetzen, ehe sie auch nur Atem finden konnte diesem Entsetzen einen Laut zu verleihen, der fortan hätte sein Name sein können.

Verhaßte Überlieferungen
Es gibt noch einige andere Überlieferungen, die bei den meisten Coraniaid bzw. ihren Abkömmlingen, den Elfen, verhaßt sind und aus diesem Grund tabuisiert wurden: Die wohl am meisten Verabscheute, ist die Sage von der "Rache Nathirs", die besagt, daß es Nathir selbst war, der seine Kinder, die Coraniaid, mit dem "Anti-Elfen" ihres gotteslästerlichen Hochmutes und ihrer Arroganz willen bestrafte und damit ihnen auf ewig einen Dolch in ihr ach so stolzes Herz trieb. Vertreter dieser, in den Augen der anderen Coraniaid, blasphemischen "Lüge" sind die Doicheallin (s. Doicheallin). Eine weitere tabuisierte Überlieferung ist die vom Fortbestand des "Dunklen Brüders"; sie besagt das mit dem "Tod" des Namenlosen, als dessen Folge auch der Bruderkrieg endete, der "Dunkle Bruder" nicht gänzlich von der Welt verschwand, sondern das Abkömmlinge des EINEN überlebten und Zuflucht nahmen an einem unbekannten, finstren Ort, um dort die Zeiten zu überdauern, als ein auf ewig quälende Dorn, in der Nicht-heilen-Wollenden Wunde der coraniaid`schen Seele.

Die Doicheallin
Die Doicheallin sind ehemalige Coraniaid, die sich von ihrem Volk abwandten, um ihre vermeintliche Schuld gegenüber ihrem Gott zu büßen und auf ewig Reue schworen für ihren "gotteslästerlichen Hochmut", in der Hoffnung das Nathir eines Tages zurückkehren möge, um ihnen zu vergeben. Doicheallin, was in der coraniaid`schen Sprache soviel heißt wie "Die verlorenen Kinder", ist ein von ihnen selbst erwählter Name, den sie in voller Demut tragen. Im folgenden ein kleiner Ausschnitt aus einer alten Niederschrift des damals sehr mächtigen Sohnes Nathirs` (ein Coraniaid-Priester) Elljaphias, der Begründer der Doicheallin-Gemeinschaft: "Unser Gott hat sich von uns abgewandt; abgewandt von jenen, die verdorben sind von ihrem lästerlichen Hochmut und ihrem kranken Stolz auf ewig ihre Schandtat büßend!".....) Die eigentlichen Coraniaid sind aufs Bitterste verfeindet mit ihren andersdenkenden Brüdern, die sie, die "Sherassiv" nennen - die(Gottes-)Lästerer.
Diese Abneigung geht derart tief, das es für Menschen schwer nachvollziehbar ist und wird nur noch von der Gefühlsregung übertroffen, die sie gegenüber dem "Dunklen Brüder" hegen. Nun ja, seit jenen Tagen, als sich die Coraniaid spalteten, ist viel Zeit vergangen - so viel, daß selbst den Bergen die Erinnerung fehlt und die Doicheallin sind in Vergessenheit geraten. Keiner weiß, ob sie noch immer existieren oder durch das Fernsein von ihrem Gott langsam dahinsiechten. Doch eines ist unvergessen: es ist der Zweifel an sich Selbst, der unsichtbar für Mensch und Tier immer noch auf Midgard weilt - ein Teil der coraniaid`schen Seele, herausgerissen und für immer verloren......

Die Gaarzakh
(Stammt übrigens aus einem Abenteuer von mir) Mit den Magierkriegen kamen dunkle, gottlose Zeiten über ganz Vesternesse; Heerscharen von Dämonen, gerufen von den Seemeistern, um die gegnerischen Elementarkräfte des Feuers zu bezwingen, überschwemmten die Landstriche des heutigen Albas. Doch die Dämonen bekämpften nicht nur den Feind, sondern marterten alle Lebewesen, denen sie habhaft werden konnten, denn sie hatten eigene Ziele, die sie neben denen ihrer Herren verfolgten. Den Menschen in ihrer Not, blieb nur die undankbare Wahl, sich ihrer zu erwehren - was meist jedoch aussichtslos war - oder sich ihnen zu unterwerfen und ihren abscheulichen Wünschen nachzukommen. Es gab jedoch auch Menschen, die sich den Dämonen freiwillig unterwarfen und ihnen bei ihren Schandtaten zur Seite standen, in der Hoffnung, ihr unseliger Gefolgschaftsdienst würde ihnen zu Macht über ihre Mitmenschen verhelfen. Diese Menschen, die man Gaarzakh, -"die Entstellten"- nannte, brachten Angst und Schrecken über das Land und standen ihren dämonischen Herren hinsichtlich ihrer diabolischen Greultaten in nur wenig nach. Ihres Namens, der allerorts große Furcht auslöste, hatten sich die Gaarzakh ihrer körperlichen Entstellungen wegen verdient gemacht, die als Belohnung ihres Herrn und als dessen Zeichen galt. Diese Merkmale reichten von Auffälligkeiten über Mißbildungen bis hin zu Formen, die nicht mehr als menschlich zu bezeichnen waren und deren Träger wohl zu diesem Zeitpunkt, auch nicht mehr menschlich waren. Die Gaarzakh besudelten ganz Vesternesse mit ihren blasphemischen Untaten und verschwanden erst mit dem Sieg über die Seemeister und dem darauffolgenden Abriß der Verbindung zwischen Midgard und den Chaoswelten.

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