Eine plüschige Überraschung

Es begab sich zu einer Zeit, als unsere Gruppe durch die scheinbar einsamen Gänge einer Burg schlenderte, um schließlich (nach einigen Monstern) auf ein Spielzimmer zu treffen. Sicher, eine Schatzkammer wäre uns hier lieber gewesen, aber dennoch ließen wir uns nicht aufhalten alles zu Durchsuchen. Der plötzliche Aufschrei unserer Bardin "Ohhh! Schaut mal, ein Teddybär!" ließ uns aufhorchen. "Ist der süß!" waren die letzten Worte, bevor das kleine Pelztier in Ihrem Rucksack verschwand. Mein Caldron schüttelte nur den Kopf, das Ding hatte noch nicht einmal Augen aus Bernstein, oder sowas... Der eine oder andere stolperte noch über ein paar Holzbausteine (PW:Ge), dann verließen wir die Stätte kindlicher Fröhlichkeit.

Das Abenteuer verlief sonst noch ganz nett, aber ohne große Verluste. Die Bardin spielte des Abends öfter mit Ihrem Teddy, bevor sie sich zum Schlafen bettete. Der Teddy ruhte ab nun neben Ihrer Kopfrolle. Wir wunderten uns etwas, waren aber von den leicht abartigen Gewohnheiten unserer Bardin bereits abgehärtet.

Ein Wechsel in unserer Glückseligkeit trat erst ein, als der Magier eines Morgens seinen Zauberstab vermißte und ihn nirgends in seinem Gepäck finden konnte. Wir beruhigten ihn erstmal. Die Nachtwachen hatten niemanden am Lager gehört oder gesehen und keiner der Wachen wollte eingeschlafen sein. Wir standen vor einem Rätsel.
Als in der nächsten Nacht der Goldbeutel vom Händler Beine bekam und wieder keiner was gesehen haben wollte, wurde es uns mulmig, zumal wir auf einer Ebene genächtigt hatten. Der Händler sprach von bösen Geistern und einem Fluch... Der Magier ging die Sache (inzwischen ruhiger) mit mehr Verstand an und fragte den Rest der Gruppe, ob irgend jemand etwas dagegen hätte, seine Taschen zu leeren. Da der Zusammenhalt der Gruppe auf dem Spiel stand willigten wir ein und siehe da... im Rucksack der Bardin fanden sich sowohl der kleine Stab, als auch der Goldsack.
Die Bardin beteuerte, nichts damit zu tun zu haben und irgendwie glaubten wir ihr. Nach etwas allgemeinem Gegrübel und einem Geistesblitz des Magiers entlarvten wir den Teddybären als magisches (?) Artefakt... das Ding schien Eigenleben zu besitzen.
Leider führte unser "Kitzeln" mit einer Nadel nicht zur Bewegung oder sonstiger Reaktion...
In der kommenden Nacht legten wir uns alle wieder "Schlafen" und siehe da, etwas pelziges huschte durch unsere Mitte. Ein rasches Licht des Magiers enttarnte den Teddybären. Das kleine Wesen schreckte auf und fiel doch glatt wie ein Stein zu Boden. Wieder keine Bewegung, keine Reaktion, egal was wir auch taten. Uns wurde das alles zu blöde und obwohl die Bardin noch Tage später meckerte, blieb der Teddybär am nächsten Morgen am Lager liegen.

Wir haben nie wieder was von diesem Pelzding gesehen, trotzdem habe ich jetzt mit meinem Caldron etwas mehr Respekt vor Spielzeug habe. Was wäre gewesen, wenn das Ding nicht nur diebisch gewesen wäre, sondern auch noch einen Killerinstinkt gehabt hätte ?

md_tedd.gif

Der "Teddybär" (ein Plüschie)

Grad 0 LP 2W6-1 AP 1W6+2 Res.: +12/+12/+12
OR RW 70 HGW20 B 5 Abwehr +12

Angriff: Tatze+8 (1W6-4), Honig werfen+6 (1W6-5)

Der Teddy ist ein magisches Artefakt mit besonderen Eigenschaften. Es kann sich nahezu Lautlos bewegen (Schleichen+15), es erstarrt beim Anblick von humanoiden Wesen sofort (ungewollt) zu einem stinknormalen Teddy. Nur Tiere, etc. sind in der Lage den Teddy in Bewegung zu erleben. Der Teddy ist auch kein "lebendes" Wesen, sondern nur eine intelligente Stofflebensform. Das bedeutet auch, daß es mit Sprüchen, die Lebensformen entdecken, nicht enttarnt werden kann. Unser Teddy war einfach nur diebisch und mochte scheinbar unsere Bardin... andere Teddys oder Stofftiere können durchaus in der Lage sein, Dir im Schlaf die Nase in `ne Kartoffel zu verwandeln, oder Deinen Hals bluten zu lassen... Also aufgepaßt Ihr ignoranten Trampler !

Dogio the Witch

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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