Narbenlande: Kreaturen Kompendium

Name: Kreaturen Kompendium

Art: Monster-Handbuch für D20/Narbenlande
228 DIN A4-Seiten, farbiges Hardcover

Autoren: Clark Peterson, Bill Webb

ISBN: 3-93528-234-6

Preis: 33.50 Euro

Kontakt:
Feder & Schwert
Wasserwerkstraße 204, 68309 Mannheim
EMail: verkauf@-SPAMSCHUTZ-feder-und-schwert.com
Homepage: www.feder-und-schwert.com

Schreibstil & Qualität

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Illustration & Aufmachung

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Spielspaß & Nutzen

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Preis / Gegenwert

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Die Geschichte wiederholt sich...
Als erster Band der Dungeons & Dragons 3rd Edition wurde im Jahr 2000 das Player's Handook publiziert. Die Spieler, meist neugierig von AD&D auf den neuen Zug aufgesprungen, mußten sich noch ca. ein Jahr gedulden bevor mit GM Guide und Monster Manual das Grundregel-Trio komplett war.
Das sich das Spielleiten ohne exemplarische Monster-Werte ein wenig schwierig gestaltet - erkannte White Wolf rechtzeitig und ließ sich als einer ersten Verlage (mit dem Ableger Sword & Sorcery Studios) auf die D20-Lizenz ein.
Die von Wizards of the Coast initiierte D20-System-Lizenz ermöglichte die Publikation der Creature Collection I, welche als erster D20-Quellenband das verzögerte Monster Manual ersetzte, und damit auf den erhöhten Bedarf einging. Damit wurde auch gleichzeitig die Verlagseigene (inoffizielle) Kampagnenwelt Scarred Lands (zu deutsch Narbenlande) vorgestellt, die seitdem mit reichlich Quellenmaterial und Abenteuern weitergeführt wird.

Auf dem deutschen Markt wird White Wolf von Feder & Schwert vertreten, die nach der Veröffentlichung des D&D Spieler-Sets auch White Wolfs Creature Collection I übersetzten und als Kreaturen Kompendium I veröffentlichten - allerdings nicht ohne den ein oder anderen Fehler des Originals auszumerzen. Da bei Erscheinen der CC1 noch nicht alle D&D3-Regeln vorgestellt waren (es gab ja nur das PH), waren einige Kreaturen sehr unausgewogen und die Angaben wurden später korrigiert.
Da auch hierzulande das Monster-Set noch nicht durch Amigo publiziert wurde, dürfte für die meisten Spieler der Griff zum deutschen Kreaturen Kompendium I nahe liegen.

Das Kreaturen Kompendium I stellt eine Sammlung von Humanoiden und anderen "typischen" Wesen dar, die die Narbenlande bevölkern. Man hat bei der Zusammenstellung bewußt auf allzu übliche Kreaturen verzichtet, wie sie sich später ohnehin im Monster-Set finden werden. Man sollte das Kreaturen Kompendium daher eher als Übergangslösung und Ergänzung, denn als Ersatz des offiziellen Monster-Handbuchs sehen.

Als beispielhafte Kreaturen werden folgende vorgestellt. Das Avatar-Krokodil sind heilige Krokodile, die den umgebenden Fluß einer heiligen Stadt bewohnen. Eine Gottheit hat ihnen besondere Kräfte und Empfindungsvermögen gegeben und ihnen den Schutz der Stadt aufgetragen. Wenn man bedenkt, daß normale Krokodile ohnehin schon intelligent und in ihrem Element sehr gefährlich sind, stelle man sich diese Wesen mit gesteigerten Attributen und Magie zur Selbstheilung vor...
Trümmer-Drachen wurden von den Titanen aus Elementar-Resten geformt und im Krieg eingesetzt, den nur wenige von ihnen überlebten. Zwar haben diese Kreaturen die Gestalt, die Fähigkeiten und in etwa das Verhalten von "normalen" Drachen, aber im Gegensatz dazu sind sie aus vielen Teilen eines Elements geformt, wie Kohlestücken, verbrannten Holz- und Leichenteilen usw. im Falle des Feuer-Trümmerdrachens. Schon sehr abgefahren.
Der Gassenschlitzer ist ein getöteter Mörder, der rachelüstern einen Stadtteil heimsucht und in jeder Nacht tyrannisiert. Bei Tage liegen der Umhang und die Beutestücke, die ihm als Ankerin dieser Welt dienen, leblos herum und könnten weggenommen werden. Spätenstens in der Nacht füllt sich der Umhang jedoch wieder mit Leben und jagt die Lebenden und ggf. die Diebe seines Besitzes.
Die Slarekianer sind eine humanoide Rasse, die angeblich nur durch den Titanenkrieg von der Versklavung aller Völker abgehalten wurden. Slarekianer leben unter der Erde und Gerüchte dagegen, daß sie Schwarze Magie praktizieren. Die Rasse der Slarekianer und viele ihrer Städte sind im Krieg zerstört und verlassen worden und bieten heute interessante Ausgrabungsstätten.

Technisches
Das Kreaturen Kompendium steht in der Tradition der guten alten Monster-Handbücher, wie man sie schon von D&D und AD&D her kennt. Das Hardcover mach von außen einen guten Eindruck, der sich im Inneren fortsetzt. Wer allerdings von den durchgehend farbigen Seiten der offiziellen D&D-Grundregeln begeistert war, wird etwas enttäuscht, denn die Innenseiten sind schwarzweiß gehalten.
Jede der - recht ungewöhnlichen - Kreaturen wird auf ein bis zwei Seiten vorgestellt - jedes mal mit einer Illustration, einem einleitenden Text (Position der Kreatur in den Narbenlanden) und einer tabellarischen Auflistung der Grundwerte und Eigenarten. Also im Prinzip das alte Format der AD&D-Quellenbände, wenn da nicht die D20-Regeln und natürlich der Abdruck der Open Gaming Licence wären.
Die Illustrationen können den offiziellen D%D-Publiaktionen nicht das Wasser reichen. Zwar gibt es einige sehr gute Bilder, aber ein großer Teil der Illustrationen ist eher Durchschnitt.
Die Beschreibungen sind gut, auch wenn der ein oder andere sich sicherlich durch die Angaben zu den Narbenlanden verwirrt fühlen wird. Ein Minimum an Improvisation vorausgesetzt, sollte es aber letzten Endes kein Problem sein, die Einsetzbarkeit der meisten Kreaturen richtig einzustufen. Der Schwerpunkt der meisten Beschreibungen liegt ohnehin bei den Kampfwerten und -verhalten.
Im Gegensatz zum englischen Original hat die Übersetzung schon einen großzügigen Praxistest und ein ausgiebiges Errata hinter sich, so daß man sich auf die Ausgewogenheit der Kreaturen schon weitaus mehr verlassen kann.

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  • Infos zu den Narbenlanden?
  • Downloads zum D20-System?
  • Fazit:
    In englischsprachigen Kreisen, muß sich das Kreaturen Kompendium I längst mit dem original D&D Monster Manual messen lassen - und unterliegt im direkten Vergleich, kann sich aber durchaus als Ergänzung behaupten. Das liegt nicht nur an der den farbigen Innenseiten und besseren Illustrationen, sondern vor allem an der geminderten Einsetzbarkeit der eher noch unbekannten - teils zu exotischen - Kreaturen.
    Hierzulande steht der Spielleiter, der nur deutsche Bücher verwenden will, noch nicht vor der Wahl und freut sich vielleicht daher auch, vor dem Erscheinen des D&D Monster-Sets, schon mal einen Monster-Quellenband zur Hand zu haben.
    Der letzte Kritikpunkt ist der Preis von 33,5 Euro was in jedem Fall teuerer ist, als das D&D Monster-Set von Amigo mit nur 30 Euro (erscheint vermutlich im Frühjahr 2003).
    Kurzum: als vorübergehender Ersatz und spätere Ergänzung zum D&D Monster Manual empfehlenswert.

    Dogio the Witch

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