Empire Earth

Name: Empire Earth

Art: Aufbau-Strategiespiel für
Windows-Computer. CD im Jewelcase
Anleitung 242 DIN A5-Seiten, farbiges SC
Heft Historische Hintergrundinformationen (36 S.)
Technologiebaum (doppelseitiges Poster DIN A1)
Schnelltasten-Übersicht (Doppelseite)

Preis: 40 Euro

Kontakt:
Vivendi Universal Interactive
Robert-Bosch-Str. 32
63303 Dreieich
EMail: tanja.hohmann@-SPAMSCHUTZ-vup-interactive.de
Homepage: www.sierra.de

Schreibstil & Qualität

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Illustration & Aufmachung

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Spielspaß & Nutzen

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Preis / Gegenwert

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 Infos zum Bewertungsschema Kauflust ?

Wenn sich jemand fragt, warum er 40 Euro für ein Computerspiel bezahlen soll, bekommt er beim Öffnen der Empire Earth-Verpackung eine gute Antwort. Eine hochwertige 242 Seiten fette Anleitung, eine historische Übersicht (Powered by Brockhaus !!! :-) die die wichtigsten (spielrelevanten) Fakten zusammenfaßt, ein großes doppelseitiges Farbposter und nicht zuletzt die CD mit der Spielesoftware.
Bei Empire Earth fällt es fast schon schwer von einem Spiel zu sprechen, denn es handelt sich um eine unheimlich komplexe Aufbau- und Konfliktsimulation. Aber natürlich hat die Simulation, bis auf das Spielvergnügungen und ggf. Nutzwissen für den Geschichtsunterricht keinen weiteren Nutzwert - bleiben wir also beim Begriff "Spiel".

Spieler, die sich nicht bereits durch andere Simulationen aus dem Hause Sierra geklickt haben, sollten sich erst einmal eingehend mit der guten Anleitung, der Tastenübersicht und dem Technologiebaum beschäftigen, um einen Überblick zu erhalten. Wer einfach so in das Spiel hineinstolpert, dem wird nur wenig Gnade zuteil.

Die Eingangsmissionen der Kampagnen (egal welche Epoche) sind allesamt bereits recht anspruchsvoll - man orientiert sich scheinbar eher am versierten "Profi-Zocker". Als "Durchschnittsspieler" mußte ich die meisten Etappen mindestens zweimal anspielen um ein brauchbares Ergebnis zu erreichen. Neulinge sollten sich daher erst einmal an den Übungsmissionen austoben, die wirklich bei den absoluten Grundlagen anfangen.

Spielprinzip
Bei Empire Earth handelt es sich um eine sogenannte Aufbau- und Konfliktsimulation, d.h. der Aufbau von Gebäuden, die Entwicklung neuer Technologien und der Kampf gegen konkurrierende Parteien gehört zum Programm jeder Mission.
Die "Rohstoffe", die zur Entwicklung einer jeden Kultur gehören, sind verschiedenste Materialien, die die Bevölkerung des Spielers selbst Fördern oder Herstellen muß - anfangs Holz, Steine und Lebensmittel, später Erze, Edelmetalle, Chemikalien usw.
Mit dieser Materie haben sich schon viele andere Spiele beschäftigt. Meist wird in diesen Spielen eine einzelne Epoche dargestellt. Und genau hier steckt einer der großen Pluspunkte dieses Spiels: Es ermöglicht das "Erleben" von Entwicklungen zwischen Vor- bzw. Steinzeit über die Gegenwart, bis in eine fiktive Zukunft (insgesamt 14 Epochen über 500.000 Jahre). Das bedeutet, daß man keulenschwingende Barbaren, Bronze- oder Stahlschwerter schwingende Recken, Musketen- und Gewehrtragende Schützen oder U-Boote, Panzer, Flugzeuge und sogar hausgroße Kampfroboter in den Kampf schicken darf.

Natürlich müssen all diese Technologien vor ihrem Einsatz entwickelt werden. Welche der verwirrend vielen Optionen überhaupt zur Verfügung stehen, läßt sich auf dem großen Technologieposter gut ablesen, von dem ich mal einen Ausschnitt eingescannt habe. Ein wenig ungünstig ist, daß das Poster doppelseitig bedruckt ist und sich so nicht so einfach an der Wand festgepinnt werden sollte.
Als ebenso nützlich erweist sich die Tastenübersicht. Zwar kann man fast alles auch per Maus steuern, aber schneller gehts dann doch mit den Tasten, die man sich im Laufe des Spiels aneignen kann. Das Heft mit den Historischen Hintergrundinformationen betrachte ich eher als nettes Goodie, daß aber gut zur Spieltiefe beiträgt - und nebenbei auch der Allgemeinbildung nicht schaden kann.

Zurück zum Spiel. Die Steuerung ist für Neueinsteiger erst einmal recht verwirrend. Daher beschränken sich die Anfänge der Missionen meist auf das bloße Bewegen der Einheiten, bzw. kleinere Kämpfe. Wie schon angesprochen ist bereits hier ein recht hoher Schwierigkeitsgrad eingestellt, so daß es wahrscheinlich ist, daß man mehrere Anläufe braucht. Der Schwierigkeitsgrad steigt mit den Missionen weiter an - und die Missionen nehmen natürlich auch an Komplexität (und Zeitaufwand) zu.
Zeit ist übrigens ein gutes Sprichwort, denn Zeit sollte man zum Spielen von Empire Earth reichlich mitbringen. Zwar läßt sich der Spielstand natürlich beliebig sichern, aber spätestens bei komplexeren Stellungen wird man eine Schlacht nur ungern verlassen wollen.


Eine wilde Einheiten-Mixtur aus dem Szenario-Editor

Sehr bemerkenswert sind natürlich auch die vielen Epochen, die das Spiel abdeckt. Wer auf eine Epoche keinen Bock mehr hat, kann einfach zu einer anderen wechseln - statt wie früher ein neues Spiel kaufen zu müssen. Für die Abwechslung sorgt neben der anderen Epochen-Grafik auch ein recht stark variierendes Kampfpotential - zudem steigen die "Pflichten" die der Spieler zu erfüllen hat, proportional zu den Möglichkeiten.

Ein weiteres Highlight ist - neben den typischen Sound und Sprachfetzen - und sicherlich die 3D-Ansicht, die vor allem für die Zwischensequenzen benutzt werden. Das perspektivische Zoomen und verschiedene Einheiten-Ansichten erleichtern die Übersicht wesentlich - oder verschaffen "hautnahe" Einblicke. Dank Polygongrafik, orientiert sich die Auflösung wohl an dem, was der Rechner zu leisten bereit ist - bei mir waren das 1280 x 1024 Pixel bei 16 Bit Farbtiefe. Bluteffekte lassen sich bei Bedarf hinzuschalten - Maschinen qualmen bei Beschädigung.

  • Kaufen?
  • Fazit:
    Empire Earth ist ein ziemlicher Haufen Spielspaß - und das mit Langzeitmotivation. Durch den recht hohen Schwierigkeitsgrad und die Komplexität des Spiels, gestaltet sich der Einstieg für unbedarfte Neulinge allerdings nicht gerade leicht - woran auch das gute Begleitmaterial nicht allzu viel ändern kann. Dafür gibt es als Bonbons vier umfangreiche Kampagnen, Zufallsszenarien und (natürlich) einen Multiplayer-Modus.
    Alle Strategie-Fans und solche PC-Spieler (mit genug Freizeit) die es werden wollen, sollten unbedingt mal einen Blick auf das Spiel werfen.
    Es sei abschließend angemerkt, daß die graphische und akustische Opulenz ihren Tribut fordert: ab Pentium II 400 mit guter Ausstattung geht es los.

    Dogio the Witch

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