Auf Ehre und Gewissen ! (Abenteuerbericht)

"Ach Snorri, was du da wieder nur für langweilige Hackereien auftischst! Wir wissen ja alle, daß du und deine Gang die aller härtesten Biertr.., äh Kämpfer seit, die Reihenweise, Betrunkene - oder waren es Blaue ? -, Fische an Land und sowieso schon Tote weghauen könntet. Und dabei auch noch Ehre und Ruhm immer im Hinterstübchen ? Doch jetzt erzähl ich, der Graue Panther von Scharindra, mal eine Geschichte von Ehre und Gewissen, die mir ein alter Freund aus Bretis erzählte, wo ein verstoßener Poeni sich die Gunst eines Feudalherren erkauft hatte, so daß er ihm ein Gebiet gab, daß er in Ehren verwalten sollte.

Was passierte ? Der verstoßene Hi Modan machte sich sofort mit seinen ebenfalls verstoßenen Gefolge auf, um Calva, eine kleine Waldsiedlung zu leiten. Insgeheim aber wollte er nur seine noch jungen Leute ausbilden, um in Poenis wieder seinen alten Platz zu erkämpfen. Soviel zunächst zu Hi Modan, der übrigens noch auf seiner Flucht den Gefährten Renxi an seine Seite bringen konnte, da er ihm verspricht, auch ihn in seine Kampfkunst einzuweisen.

Der Feudalherr hat indes seine eigene Sorgen, denn seine Truppenführer haben eigene Interessen und er sieht seine Macht schwinden. Alte Kampfgefährten sind weiter gezogen, während er sich hier ein kleines Feudalreich erkämpft hatte.

In diese Umgebung nun purzeln nun unsere Hauptpersonen, die alten Kampfgefährten d. Fürsten: Der Barde Skaldek, der listige Einzelgänger Elwood, der gute Priester Azael und der Elb Grion, einer ominösen Gestalt in der langen Geschichte RuneWelts. Der Fürst ist hocherfreut über die Rückkehr der alten Freunde, denn er hört aus dem Munde des Volkes nichts gutes aus Calva! So sollen seine Freunde doch einmal nach dem Rechten sehen und ihm dann über das Leben dort berichten. Unsere Freunde - alles ehrbare und ruhmreiche Personen machen sich auf den Weg...

Man ist meine Kehle schon trocken, aber Snorri gibt ja noch einen aus, oder nicht ? Ich soll doch nicht etwa aufhören ? Es fängt ja gerade erst an:

Die vier planen nun, als gewöhnliche Durchreisende, zunächst eine Nacht in Calva zu verbringen, um so die Lage zu sondieren. Inzwischen haben sie von Bauern gehört, das kaum einer mehr aus Calva zurückkommt... Ob die Tarnung wohl ausreicht ? Dabei liegt Calva in einem Talkessel mit nur einem Weg hinein und hinaus. Naja, als Fremde konnten sie ja nicht alles wissen, haha!!!

Beim Einritt in die Waldsiedlung sehen sie das Zeltlager von Hi Modan, was auf ca. 20 Leute schließen läßt. Im schwarzen Adler, der einzigen Herberge finden sie nur mit Widerwillen eine Unterkunft. Als der Wirt ihnen die Zimmer zeigt, spricht er nur kurz über ein hartes Regiment Hi Modans, der absolutes Gehorsam fordere. Ein Beweis sei hinten am Waldfluß zu sehen. Bevor sie jedoch erfragen können, tritt der gut gebaute Renxi auf und sagt, sie hätten ihm sofort zu einer Audienz zu folgen. Die Ahnungslosen, ha ha, sie spielen ihre Rolle und kommen zum Zelt des Hi Modan. Regungslos, ohne ein Wort sehen die Helden Hi Modan und verneigen sich zum Glück tief, was Hi Modan beeindruckt. Ohne zu zögern, fragt er sie: "Was wollt ihr ?". "Oh, wir sind Reisende von hier nach da..." "in einem blinden Talkessel ? Lügner! Was wollt Ihr wirklich ?" herrscht Hi Modan den Elben an, der nun leicht ins Schwitzen gerät "Ah, ja wir, äh, also, das ist so, wir..." "... sind auch Naturkundler und hörten von diesem einzigartigem Tal" rettet Elwood den Elb. Damit ist allem alles klar und Hi Modan befiehlt die Abreise am Morgengrauen.

Nach der ersten harten Prüfung für unsere Spione wird nun das Dorf Calva untersucht: "Ach, was für interessante Pflanzen dort am Fluß..." Azael wandelt durch das Dorf, es seinem Segen zu geben. Am Fluß sehen sie eine an den Füßen aufgehängte halb verweste Leiche eines Bauern. Eine Bäuerin am Fluß erzählt den Helden, sein einziger Fehler wäre eine zu kleine Verbeugung vor Hi Modan gewesen... Im Gasthaus haben sich gegen Abend schon die Leute Hi Modans schon ein feuchtes Plätzchen gesucht, so daß an ein unerkanntes Verschwinden möglich wäre, wäre da nicht die Doppelwache vor und hinter der Herberge. Ja ein weiser Herrscher überläßt nichts dem Zufall! So verlassen unsere Top-Spione am nächsten Morgen mit allen Informationen das Dorf und kehren zum Fürsten zurück.

Der Bericht ist umfassend und genau und der Fürst ruft seine Wachen, sie sollen diesen unglaublichen Rechtsverstoß mit der Absetzung des Hi Modan sühnen! Doch, holla, die Wache berichtet von der ungeahnten Kampfkraft der Leute Hi Modans, die man ja nicht so einfach schlagen könne, man sei ja nur 40 Wachen gegen 20 von Hi Modan. Da müsse man schon eine Gefahrenzulage bekommen... Wohl oder übel ist der Fürst einverstanden und die Wachen ziehen von dannen. In den Ställen bricht nun große Betriebsamkeit und die Superspione hören von den Wachen, wie sie sich schon auf die Plünderung von Calva freuen. Alarm, ein rechter Priester wird hier nichts unversucht lassen, diese Untat zu verhindern. Schnell beim Fürsten vorgelassen, muß dieser nun seinen Freunden die eigene Ohnmacht. Sie sollten doch noch in der Nacht vorreiten und dann im Kampf sich auf die Seite des Rechts stellen.

Frische Pferde und gekonnte Reiter preschen durch die Nacht. Ein paar dunkle Wölfe sind schnell erledigt. Um nicht Hi Modan in die Hände zu fallen, wird 1 Stunde von Calva entfernt gelagert. Am Vormittag werden die Helden von den 40 fürstlich bewaffneten Wachen geweckt, die mit einem großen Lärm in Richtung Calva reiten. Held ist Held und Tot heißt Tot. Bei 20 gegen 40 hat man keine Chance und wenn die 20 die 40 besiegen, haben auch die Helden keine Chance. Übermut kommt dem Fall! Doch die Neugier ist stärker! Auf dem Weg hören sie schon Schreie und Kampfeslärm. Nach einer Weile kommen die fürstlichen Waffen schwer beladen und heiter aus Calva zurück. Die Helden lassen sie unbeachtet am Wegesrand stehen.

Was ist passiert ? Tja Snorri, diese Helden waren keine, oder ? Wie ist es Hi Modan ergangen und den Dorfbewohnern ? Werden die Helden ihre Schande zu tilgen versuchen ? Die Antwort liegt in Clava, von wo ich auch weiter berichten werde, wenn es noch ein Bier gibt...

Also Calva liegt geplündert in Schutt und Asche. Doch keine Leichen der Leute von Hi Modan sind zu finden! Auch seine Zelte liegen nicht in Fetzen, wie man erwarten könnte... Dafür aber liegen ein paar tote Dorfbewohner herum, um die sich der Priester nun kümmern muß, als die Helden sich in das schwelende Dorf wagen. Schluchzende Frauen berichten, daß Hi Modan mit großer Eile das Dorf in Richtung Berge in den Wald verlassen habe und die Wachen dann das ungeschützte Dorf geplündert hätten. Wie kann der Fürst nur solche Befehle geben ? Wo wir doch die Steuern immer bezahlt hätten! Was soll nun werden ? Zur Entlastung stimmt der Barde den frohlockenden Gesang, der die Stimmung ins Uferlose steigert, naja immerhin ein wenig, ha ha."

md_cat.gif

Hendrik 'Panther' S. Röpcke

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

© Copyright by Dogio