Tagebuch der Priesterin
des Elfengottes Corellon Larethian,
Farina Baumkrone

von Vera Herzog

10.04.1999

Der Auftrag

(SL Ingo H.)

11.4.868 EZ (Eigener Zeitrechnung)

Ich, Farina Baumkrone, Priesterin des Elfengottes Corellon Larethian, hatte gerade meinen 115. Geburtstag gefeiert, als ich von unserer Hohepriesterin, Shaola Goldadler, einen wichtigen Auftrag bekam. Sie bat mich, herauszufinden, warum die Boten des befreundeten Tempels des Gottes Mask östlich der großen Elfenstadt „Elfenhof" in dem großen Wald Cormanthor plötzlich ausblieben, die sonst regelmäßig nach „Wolkensang", meiner Heimatstadt, kamen. Sie machte sich große Sorgen, daß etwas Schlimmes passiert sein könnte und konnte im Moment niemand außer mir entbehren. Sie riet mir, in Schattental eine kampfkräftige Begleitung zu suchen und stellte mir für die Reise 200 Goldmark zur Verfügung.

In Schattental

12.4.868 EZ - 16.4.868 EZ

Also reiste ich mit einem Kanu den Fluß „Ashaba" hinauf zur Stadt „Schattental", um mir dort Unterstützung für die lange Reise zu suchen. Ganz alleine wäre ich wohl kaum in der Lage gewesen, diese gefährliche Reise lebend zu überstehen, wie sich später herausstellen sollte. Unterwegs wurde ich von ein paar Orks angegriffen, deren Schwerter und Bögen ich fünf Tage später, nach meiner Ankunft in Schattental, an einen zwergischen Händler verkaufte, bei dem ich auch meinen Vorrat an Pfeilen wieder vervollständigte.


© by hai t phan (mehr Bilder)
Die kleine Stadt Schattental mit ca. 6.000 Einwohnern befand sich nach dem Krieg vor gut neun Jahren mit den Mächten aus dem Osten, der großen Stadt „Mulmaster" und der mächtigen Magiergilde „Die Roten Magier von Tay", wieder im Aufbau. Der Herrscher von Schattental war im Kampf gefallen und die Königin, eine Elfe, war seitdem spurlos verschwunden. Der eingesetzte Regent, Ronald, schien sich aber gut um die Stadt zu kümmern.

16.4.868 EZ

Ich fragte am Ortseingang nach einem guten Gasthof, woraufhin mir der Gasthof „Zum Goldenen Krug" empfohlen wurde. Es gab auch noch einen anderen Gasthof in der Stadt, den Gasthof „Zum Roten Drachen", wo sich hauptsächlich Söldner, Abenteurer und andere rauhbeinige Gäste aufhalten sollten. In diesem Gasthof wollte ich nicht wohnen, aber man hatte mit gesagt, daß ich mich dort gut nach einem Begleiter umsehen könnte. Weil es noch früh am Tag war, ging ich zuerst zu diesem Gasthof. Ich hoffte, dort jemanden zu finden, der bereit war, mich auf meiner gefährlichen Reise zu begleiten.

Der Gasthof „Zum Roten Drachen" sah für mich von außen nicht sehr einladend aus, und es war auch viel Lärm aus dem Inneren zu hören. Als ich gerade vor dem Gasthof stand und überlegte, ob ich hineingehen und nach Reisebegleitung fragen sollte, oder lieber hier draußen warten sollte, bis jemand herauskam, kam mir ein großer Mensch mit braunen Haaren und braunen Augen entgegen, der eindeutig ein Kämpfer war. Anscheinend ahnte er, daß es mir unangenehm war, in einen solchen Gasthof zu gehen und sprach mich an. Er stellte sich mit dem Namen „Karotte" vor, und fragte, ob er mir helfen könnte. Im ersten Moment wußte ich nicht recht, was ich antworten sollte, denn ich hielt ihn für einen Söldner, und obwohl er mir nicht unsympathisch war, würde ich ihm nicht viel Geld für den Schutz auf meiner Reise bieten können. Um so überraschter war ich, als er auf meinen Vorschlag, mich zu begleiten, sofort einging und keine einzige Goldmark dafür verlangte. Daraufhin stieg er als Mensch in meiner Achtung.

Wie sich herausstellte, wohnte er nicht im Gasthof „Zum Roten Drachen", sondern wollte sich auch im Gasthof „Zum Goldenen Krug" ein Zimmer nehmen. Wir gingen zusammen dorthin. Als wir den Gasthof betraten und uns zum Abendessen setzen wollten, war es schwer einen Platz zu finden, denn es war sehr voll. Eine kräftige, mittelgroße, rothaarige, junge Menschenfrau, winkte uns zu sich an den Tisch und bot uns an, uns zu ihr zu setzen. Sie stellte sich mit dem Namen „Pearl" vor und sagte, sie sei Waldläuferin und käme aus Beregost weit im Westen von hier an der Schwertküste. Sie war schon ein paar Jahre unterwegs, nachdem sie mit ansehen mußte, wie eine Übermacht von Orks ihre Familie tötete. Ich glaubte damals, sie würde das wohl nie verwinden können und ewig auf Rache sinnen, als ich den Haß in ihren grünen Augen sah. Pearl hatte kein besonderes Reiseziel, und als ich ihr von meinem Auftrag erzählte, erklärte sich ebenfalls bereit, mich auf meiner Reise zu begleiten. Als es später ruhiger wurde, mieteten wir uns Zimmer beim Wirt. Jetzt sahen wir auch den merkwürdigen Zwerg an der Bar sitzen, der sich ein Bier nach dem anderen bestellte und dabei immer niedergeschlagener wurde. Karotte, der bei den Zwergen in den Donnergipfel-Bergen aufgewachsen war, sprach den Zwerg an und unterhielt sich mit ihm.

Grazok

Der Zwerg hieß „Grazok" und war so niedergeschlagen, weil er die Fähigkeit verloren hatte, sich zu betrinken. Für Zwerge war diese Fähigkeit sehr wichtig, wie Karotte uns erklärte, und Grazok tat ihm leid. Grazok wußte nicht, warum er sich nicht mehr betrinken konnte, denn früher hatte er es gekonnt, sagte er. Wir boten Grazok an, ihm zu helfen und die Ursache herauszufinden, warum er sich nicht mehr betrinken konnte, aber er lehnte jede Hilfe ab. Karotte gab nicht auf und fragte, seit wann genau das Bier bei Grazok keine Wirkung mehr hatte. Nach einigem Überlegen erzählte Grazok, daß die Wirkung das erste Mal ausblieb, nachdem er aus der Wüste „Anauroch" zurück war, wo er die schöne große schwarze Axt in einer Ruine gefunden hatte. Wir vermuteten daraufhin, daß die Ursache für Grazok’s Problem vermutlich seine große Axt mit der schwarzen Klinge war, von der er sich aber nicht trennen wollte. Wir boten dem Zwerg noch einmal unsere Hilfe an, und wieder lehnte er ab. Karotte fragte ihn, ob er sich die Axt einmal näher ansehen dürfte. Grazok gab sie ihm, unter der Bedingung, daß er damit in Sichtweite blieb. Karotte nahm die Axt und verletzte sich seltsamerweise dabei ein wenig, obwohl er die Klinge nicht berührt hatte.

Er ging damit hinter die Theke, wobei der Zwerg ihn sehr wachsam beobachtete. Ich wollte mir die Axt auch etwas näher ansehen und folgte Karotte. Wir sahen, daß die Axt mit Runen beschriftet war. Während wir noch hinter der Theke standen, schrieb ich auf Karottes Bitte hin die Runen ab, ohne daß der Zwerg es bemerkte. Als ich fertig war, gab Karotte dem Zwerg die Axt zurück und bedankte sich. Wieder verletzte er sich bei der Berührung der Axt. Grazok hatte damit anscheinend keine Probleme und drückte die Axt fest an sich, als ob er sie lieben würde.

Wir verabschiedeten uns von ihm und gingen anschließend zum Tempel des Gottes Tempus. Dort baten wir den Hohepriester, die Runen für uns zu entziffern. Der Hohepriester erklärte sich bereit, diese Runen für uns zu entziffern. Er bat uns, am nächsten Tag wiederzukommen, denn er würde einige Zeit dafür brauchen. Es war während dieser Unterhaltungen später Abend geworden, und wir gingen zurück in den Gasthof und legten uns schlafen.

 

17.4.868 EZ

Aber als wir, wie verabredet, am nächsten Tag wieder in den Tempus-Tempel kamen, war der Hohepriester tot. Er war über den Runen zusammengebrochen. Auf der Suche nach jemand anderem, der uns die Runen übersetzen könnte, landeten wir schließlich am Königshof von Schattental, weil Elminster, der berühmte Magier, sich nicht sprechen ließ und unsere letzte Möglichkeit der Hofmagier war.

Der Palast

Im Palast entdeckte ich hin und wieder Reste schlecht beseitigter Symbole des Gottes Mask und wir sahen einige Elfenstatuen. Merkwürdig war, daß der Regent von Schattental neben dem Thron saß, als er uns empfing. Er schien sicher zu sein, daß die Königin von Schattental, Celiane Sternenglanz, noch lebte. Der Hofmagier, Oumlar, warf nur einen Blick auf die Runen und sagte, es wäre gut, daß wir zu ihm gekommen wären. Er behielt das Papier mit den abgeschriebenen Runen. Der Regent bot uns 100 Goldmark für jeden an, wenn wir uns nicht weiter in diese Angelegenheit einmischen würden. Wir gingen auf das Angebot ein und erhielten das Geld.

In der darauffolgenden Nacht mußte der Zwerg fliehen, weil die Stadtgarde nach ihm suchte. Es tat uns leid, denn wir hatten nicht beabsichtigt, ihn in Schwierigkeiten zu bringen. Bei dieser Gelegenheit erkannte ich allerdings, daß eine leichte böse Ausstrahlung von dem Zwerg ausging, und eine sehr starke, fast übermächtige, böse Ausstrahlung ging von der Axt aus. Wir ließen Grazok trotzdem gehen, weil wir versprochen hatten, uns nicht weiter einzumischen.

18.4.868 EZ

Am nächsten Morgen brachen wir in Richtung Osten auf, nachdem ich mir ein Pony als Packpferd gekauft hatte. Wir folgten dem „Nordritt" nach Voonlar.

Der erste Kampf

Am Nachmittag sahen wir von weitem ein großes Tier. Es war eine Riesenechse, die leider schon zu dicht gekommen war, um ihr noch ausweichen zu können. Ich hatte Mühe, das Pony ruhig zu halten und konnte deshalb selbst nicht mitkämpfen :-( . Aber Karotte und Pearl haben sehr gut gekämpft und gesiegt. Alleine wäre ich wohl auch ohne Pony das späte Mittagessen der Echse geworden. Karotte wurde bei diesem Kampf leicht verletzt und ich sprach einen Heilzauber über ihn. Ein paar Stunden später schlugen wir unser Nachtlager auf. Die Nacht war ruhig, und Karotte konnte sich vollends erholen.

19.4.868 EZ

Auch im Laufe des nächsten Tages passierte zum Glück nichts derartiges.

Der zweite Kampf

20.4.868 EZ

In der folgenden Nacht wurden wir von einem kleinen Rudel Wölfe angegriffen. Karotte, der die Wache hatte, bemerkte sie nicht rechtzeitig genug, so daß es ein harter Kampf wurde. Wenn Pearl nicht aufgewacht wäre... . Hier bestätigte sich zum zweiten Mal die Vermutung, daß ich allein diese Reise wohl nicht überstanden hätte, denn ich wurde so schwer verletzt, daß ich beinahe ohnmächtig geworden wäre. Zum Glück hatte ich einen Heilzauber von meinem Gott zur Verfügung gestellt bekommen, so daß sich einige Wunden wieder schlossen. Mit meinen Kenntnissen in Heilkunde gelang es mir auch, meine neuen Gefährten gut zu verbinden, die auch verletzt worden waren. Zum Glück war das Pony so gut angebunden gewesen, daß es nicht hatte fliehen können. Sonst wäre auch ein Teil unserer Vorräte mit weg gewesen, denn das Pony hätten wir in diesem weiten Buschland sicher nicht wiedergefunden.

17.04.1999

Der Gasthof „Zum zufriedenen Gast"

(SL Werner)

21.4.868 EZ

Einen Tag später kamen wir gegen Abend zu einem kleinen Dorf mit ein paar Bauernhöfen und einem kleinen Gasthof, der „Zum zufriedenen Gast" hieß. Wir gingen hinein, und meine Gefährten bestellten sich etwas zu Essen. Ich hatte keinen Hunger, ließ mir aber ein Glas Wasser bringen. Karotte und Pearl hatten kaum ein bißchen von dem Abendessen gegessen, und ich hatte nur ein wenig Wasser getrunken, als uns schwindelig wurde, und wir ohnmächtig zu Boden gingen.

Als wir wieder aufwachten befanden wir uns in einer kleinen Zelle, in der eine schöne, rothaarige, kräftig gebaute Elfe mit grünen Augen vor sich hin fluchte. Ich war überhaupt nicht begeistert von dieser Situation und angesichts unserer prekären Lage schon fast bereit zu resignieren, aber Karotte und die Elfe, die sich mit dem Namen „Ceathwyn" vorstellte versuchten die Tür unserer Zelle zu öffnen. Schließlich hatte Ceathwyn - wie auch immer - Erfolg damit. Ich war froh, diese dreckige Zelle verlassen zu können. Vor der Tür stand keine Wache, so daß es für uns kein Problem war, die Zelle zu verlassen. In einem anderen Raum fanden wir unsere Ausrüstung und nahmen sie wieder an uns. Danach töteten wir die Wachen in der Wachstube am Ende des Zellenganges, die ziemlich überrascht waren uns zu sehen. Sie hatten sich gerade mit Kartenspielen beschäftigt. Hierbei stellte sich heraus, daß Ceathwyn eine gute Kämpferin war. Wir stellten fest, daß sich die Zelle und die Wachstube im Keller des Gasthofs befanden. Wir gingen ins Erdgeschoß, trafen dort aber niemanden mehr an.

Im ersten Stock schliefen noch einige der Söldner, die wir betäubten. Wir schlugen sie ohnmächtig und fesselten sie.

Als wir in den zweiten Stock stiegen, hörten wir einen merkwürdigen Singsang aus dem letzten Raum rechts. Wir beeilten uns, die Söldner, die in den anderen Räumen schliefen, ebenfalls zu betäuben und stürmten in den Raum aus dem der Singsang kam, der jetzt langsam lauter wurde. Wir sahen in der Mitte des Raumes einen Priester, der mit erhobenem Dolch über einer gefesselten menschlichen Gestalt stand. Um die beiden herum standen noch vier andere Priester, die diesen Singsang von sich gaben. Es war sofort klar, daß die Priester den Gefesselten in der Mitte opfern wollten.

Das konnten wir auf keinen Fall zulassen, und wir griffen sofort an. Nach einem kurzen Kampf waren die bösen Priester tot, und ich ging auf den Gefesselten zu. Während ich beruhigend auf ihn einsprach, schnitt ich ihn los und heilte seine schlimmsten Wunden. Er war ein gutaussehender, junger Halbelf mit silberweißen, schulterlangen Haaren und grünen Augen, der sich mit dem Namen „Fingas" vorstellte. Nachdem er sich bedankt hatte, sagte er, er sei Wissenschaftler. Ich glaubte ihm das nicht ganz - meiner Meinung nach war er ein Magiekundiger -, aber ich sagte weiter nichts dazu. Seine größte Sorge waren allerdings nicht seine Wunden, sondern seine Frisur - ein Tick, von dem wir ihn wohl nie befreien werden. Wie sich herausstellte, waren die Priester von einem Kult des Gottes Talos, einem bösen Kult, der auch Menschenopfer praktizierte.

Wir durchsuchten den Raum und steckten das Geld, das wir fanden, ein. Ceathwyn nahm den silbernen Dolch des Oberpriesters an sich und Fingas nahm sich auch noch ein paar schöne Magierroben mit, die er in einem Schrank fand. Wir verbrannten das Buch auf dem Altar und die Bücher aus dem Regal, die sich ausnahmslos mit bösen Ritualen beschäftigten im Kamin und verließen das Haus. Im Stall fanden wir zum Glück das Pony unverletzt, und auch alle unsere anderen Sachen waren noch da.

22.4.868 EZ

Die restliche Nacht schliefen wir im Stall. Aus Dankbarkeit, und weil er sich in unserer Gesellschaft sicherer fühlte und auch kein besonderes Reisziel hatte, schloß sich Fingas uns an. Auch Ceathwyn hatte kein besonderes Reiseziel und entschloß sich mit uns zu Reisen, so daß unsere Gruppe nun aus fünf Gefährten bestand.

In Voonlar

23.4.868 EZ

Zwei Tage später erreichten wir am Abend die kleine Stadt „Voonlar" und fragten die Wache am Ortseingang nach einem guten Gasthof. Der Wächter empfahl uns den Gasthof „Dralle Dora" und beschrieb uns den Weg. Dort angekommen mieteten wir Zimmer für die Nacht, und beim Abendessen erlebte Karotte zum erstenmal, daß sein doch recht übermäßiger Appetit sogar gern gesehen wurde. Dora, die Wirtin, flirtete sogar mit ihm. Karotte wollte sich darauf allerdings nicht einlassen und blieb freundlich, aber abweisend.

24.4.868 EZ

Am nächsten Morgen berichteten wir im Tempus-Tempel von dem Talos-Kult, den wir vernichtet hatten. Die Priester waren erfreut darüber und ließen sich den Weg dorthin beschreiben. Sie erklärten sich auch bereit, Ceathwyn's silbernen Dolch (er war tatsächlich aus reinem Silber) umzuweihen und so das Böse, das an ihm haftete zu beseitigen.

Gegen Abend sahen wir dann ein paar Wagen mit den Söldnern in die kleine Stadt kommen, die wir gefesselt im Gasthof „Zum zufriedenen Gast" zurückgelassen hatten. Ein Bote des Tempels lud uns ein, am nächsten Abend an der öffentlichen Hinrichtung der Gefangenen teilzunehmen. Eigentlich wollten weder Ceathwyn noch ich dorthin gehen, und ich glaube, auch Karotte und Pearl legten nicht viel Wert darauf, sich das anzusehen.

25.4.868 EZ

Aber da Fingas sehr interessiert daran war, nahmen wir alle die Einladung an, weil wir ihn nicht allein gehen lassen wollten. Die Gefangenen wurden auf einem Scheiterhaufen verbrannt.

26.4.868 EZ

Die ganze Zeit in Voonlar versuchte ich aufgrund meiner Erfahrung bei dem Kampf mit der Riesenechse jemanden zu mieten, der in kritischen Situationen auf mein Pony achtet, damit ich selbst besser kämpfen könnte, aber das war gar nicht so einfach. Schließlich meldete sich, nachdem ich zwei Tage gesucht hatte, am Morgen des dritten Tages eine junge Frau, die für 1 Goldmark in der Woche bereit war, diese Arbeit zu übernehmen und mit uns mitzukommen. Ich kaufte ihr noch ein wenig Ausrüstung, und danach reisten wir weiter.

24.04.1999

Der zwergische Händler von den „Flying Merchants"

(SL Ingo H.)

26.4.868 EZ

Wir reisten weiter auf der „Shindstraße" in Richtung Fernberg, als wir am Nachmittag einen zwergischen Händler der „Flying Merchants" trafen, einer in den Talländern bekannten zwergischen Handelsgesellschaft. Er hieß Geruk. Einige von uns kauften ein paar Sachen bei ihm und er warnte uns, vor einer großen Gruppe von Orks bei den „Ruinen von Yulash", die auf unserem Weg lagen. Er sagte, es wären ca. 200 Orks dort, die erstaunlich gut organisiert wären. Wir beschlossen daraufhin, der Straße nicht weiter zu folgen, sondern durch den Wald zu reisen, um so die „Ruinen von Yulash" zu umgehen. Selbst im Wald begegneten wir einer Patrouille von Orks, der wir auswichen. Wir wunderten uns allerdings immer mehr über die gute Organisation dieser Orks.

Schon wieder Kampf

27.4.868 EZ - 31.4.868 EZ

Am nächsten Tag hörten wir im Wald sich streitende Wesen, und Pearl versuchte sich an sie anzuschleichen. Als sie in Sichtweite von drei Orks mit zwei Pferden war, trat sie jedoch auf einen Zweig und fluchte. Wir folgten ihr sofort und nach einem kurzen Kampf waren die Orks tot. Anscheinend ging der Streit um die zwei Pferde, deren stolze Besitzer nun Pearl und Fingas sind. Sie haben sie behalten, weil Pearl feststellte, daß es gute Reitpferde waren. Auf der Weiterreise in den nächsten Tage wurden wir zum Glück nicht angegriffen.

32.4.868 EZ

Als wir fünf Tage später den Waldrand südöstlich der „Ruinen von Yulash" erreichten, sahen wir morgens wieder zwei Riesenechsen. Wir zogen uns wieder weiter in den Wald zurück und sie folgten uns zum Glück nicht. Wir hatten noch genug von der ersten Begegnung mit so einem Wesen und umgingen die Echsen im Wald.

33.4.868 EZ

Auf dem letzten Stück Weg durch die Steppe bis Fernberg am nächsten Tag passierte zum Glück nichts derartiges mehr, allerdings sahen wir schon von weitem, daß sich vor der Stadt Fernberg eine Armee von Orks sammelte und Katapulte herangeschafft wurden.

In Fernberg

34.4.868 EZ

Wir umgingen die Belagerungsarmee und reisten am folgenden Tag nachmittags zum Westtor nach Fernberg ein, einer Stadt, in der je zur Hälfte Menschen und Elfen leben. Fernberg ist die Haupthandelsstadt des Handels zwischen Menschen und Elfen im Norden der Talländer.

Die Fernberger nahmen zwar unser Hilfsangebot dankend zur Kenntnis, schienen aber die Orkarmee nicht recht ernst zu nehmen. Das war verständlich, denn die Stadt ist durch ihre hohe Stadtmauer gut befestigt und verfügt über eine starke Armee, zu der auch Eliteeinheiten elfischer Bogenschützen gehören.

Nachdem wir unsere Vorräte wieder ergänzt und im Gasthof „Zur Sonne" Zimmer gemietet hatten, machte Ceathwyn den Vorschlag, nach Ulmwald mit einem Schiff zu reisen. Das war der schnellere Weg, und er kam uns angesichts der vielen gut organisierten Orks in der Gegend auch ungefährlicher vor. Deshalb stimmten wir alle dem Vorschlag zu. Wir erkundigten uns nach Schiffspassagen bei der Hafenmeisterei. Es stellte sich heraus, daß ein zwergisches Handelsschiff der „Flying Merchants", die „Silverstar" am nächsten Morgen Richtung Ulmwald auslaufen würde. Wir fragten den Kapitän des Schiffes, Gordon, ob er uns als Schiffswachen mitnehmen würde. Er stimmte zu und sagte, daß es auch kein Problem wäre, unsere Pferde mitzunehmen. Er zahlte uns 1 Goldmark pro Person und Tag.

Die Schiffsreise

35.4.868 EZ - 36.4.868 EZ

Am nächsten Morgen gingen wir an Bord der „Silverstar" und Kapitän Gordon legte gleich nach dem Verladen unserer Pferde ab. Auf der Reise nach Ulmwald wurden wir in der ersten Nacht von zwei Riesenseeschlangen angegriffen, von denen eine die Zwerge besiegt haben, und wir die andere. Den Hauptanteil an unserem Sieg hatte Ceathwyn, die gerade Wache hatte, als der Angriff erfolgte. Aber Fingas, der ganz am Schluß des Kampfes, gerade als die Seeschlange starb, einmal mit seinem Handbeil getroffen hatte, ist heute noch davon überzeugt, er hätte sie ganz allein getötet. Die Zwerge amüsierten sich darüber sehr, und diese Geschichte wird zum Leidwesen von Fingas auch heute noch erzählt – natürlich ohne Namen zu nennen :-) .

37.4.868 EZ

Zwei Tage später kamen wir am frühen Abend in Ulmwald an. Wir verabschiedeten uns von Kapitän Gordon, der versicherte, er würde so gute Kämpfer, wie uns, jederzeit wieder mitnehmen.

08.05.1999

Ulmwald

Ulmwald wird zu 90% von Elfen bewohnt. Es ist eine kleine Handelsstadt, über die Handelswaren von Elfenhof nach Fernberg und von dort nach Elfenhof transportiert werden. Als wir in Ulmwald ankamen, wurde uns der Gasthof „Gackernde Gans" empfohlen, der wirklich sehr gut ist. Der Gastwirt, Refantir, ist Elf, und dementsprechend gab es dort auch ein Bad und elfisches Essen - endlich mal wieder. Wir fragten nach einem Ortskundigen, der uns den Weg zum „Mask-Tempel" beschreiben könnte und wurden an einen Waldläufer verwiesen, der sich im teuersten Gasthof der Stadt, „Der goldene Pfeil", aufhielt.

Unterwegs dorthin suchte ich noch den Tempus-Tempel der Stadt auf, um eventuell Informationen zu bekommen. Dort wußte man aber auch nicht mehr als wir und die Priester vermißten auch ihren Boten vom Mask-Tempel. Der Hohepriester war froh, als ich mich bereit erklärte, ein Säckchen mit Kräutern zum Mask-Tempel mitzunehmen, die dort sicher dringend gebraucht würden.

Im Gasthof „Der goldene Pfeil" trafen wir dann den Waldläufer in der Gaststube an. Wir sprachen ihn an und fragten ihn nach dem Weg zum Mask-Tempel. Der Waldläufer, ein Elf, stellte sich mit dem Namen „Tugalan Adlerfeder" vor. Er hatte dunkelblonde Haare und haselnußbraune Augen, mit denen er uns durchdringend ansah. Er beschrieb uns den Weg zum Mask-Tempel, einen Pfad, für den man zu Fuß drei Tage brauchen würde. Er hatte auch sehr viele Orks gesehen und meinte, daß sie aus den Minen des Mask-Tempels kommen würden. Die Priester waren vor einiger Zeit zu ihrer lange verschütteten unterirdischen Siedlung durchgebrochen. Der Tempel selbst sei zwar umringt von Orks, aber sie könnten nicht an ihn herankommen, weil er von einem freien Platz umgeben sei, und die Priester Blitze auf angreifende Orks schleudern würden. Er selbst würde so lange in der Stadt bleiben, bis das Ork-Problem gelöst wäre. Es mußten wirklich seltsame und gefährliche Geschehnisse sein, die einen Waldläufer davon abhielten im Wald zu leben – besonders bei einem Elfen...

38.4.868 EZ

Am nächsten Morgen brachen wir zu Fuß auf in Richtung Mask-Tempel. Die Pferde ließen wir in Ulmwald zurück, weil wir möglichst leise sein wollten - sie hätten zuviel Lärm gemacht.

Der Mask-Tempel

39.4.868 EZ

Auf dem Weg zum Mask-Tempel sahen wir am zweiten Tag wieder eine Ork-Patrouille, vor der wir uns in den Büschen am Wegrand verbargen. Kurze Zeit später entdeckten wir auch ein großes Lager von Orks, die Bäume fällten und Katapulte bauten. Hier gelang es uns, uns in der Nacht unbemerkt anzuschleichen und das Lager zu vernichten und die Katapulte zu verbrennen.

40.4.868 EZ

Am nächsten Tag wurden wir kurz vor dem Tempel von einer Wache, die in einem Baum saß, entdeckt und mit Pfeilen beschossen. Wir schlugen uns kämpfend zum Tempel durch, wo uns die Priester zum Glück sofort einließen. Überraschenderweise war die Hohepriesterin des Tempels eine Dunkelelfe. Sie hieß Auralia. Sie war dankbar für das Säckchen mit Kräutern, das ich ihr überreichte, und auch für die Information über das Ork-Lager im Wald und dessen Vernichtung.

1.5.868 EZ

Sie machte dann in der folgenden Nacht mit Ceathwyn und Pearl zusammen einen kurzen Ausflug um einen Ork zu fangen, den sie ausfragen wollte, während wir anderen im Tempel blieben. Als sie zurückkamen und die Hohepriesterin den Ork verhörte, starb er plötzlich und es erschien ein Dämon, der offensichtlich diese Orkarmee zusammenzog und führte. Er sah aus, wie ein drei Meter großer Zwerg mit Drachenflügeln. Bei der Bekämpfung dieses Dämons mußte auch die Hohepriesterin über ihre eigenen Kontakte um Hilfe bitten, was sie nicht gerne tat. Wir konnten ihr dabei leider nicht helfen, so daß sie uns unter einem speziellen Schutz des Tempels nach Ulmwald zurückschickte. Bevor wir an dem Morgen nach dem Verhör abreisten, erhielten wir jedoch, als Dank für unsere Bemühungen, von Auralia noch die Erlaubnis, uns in der Waffenkammer des Tempels zu bedienen. Ich erhielt einen Komposit-Kurzbogen und einen Köcher mit zwölf magisch verbesserten Pfeilen.

Die Rückreise

1.5.868 EZ - 3.5.868 EZ

Auf dem Rückweg nach Ulmwald sahen wir schon die dunklen Wolken und die Blitze des Kampfes zwischen dem Dämonen und der Hohepriesterin, die man bis Ulmwald sehen konnte. Da wir durch den magischen Schutz des Tempels nicht mehr leise sein mußten und uns auch sehr beeilten, schafften wir den Rückweg nach Ulmwald in zweieinhalb Tagen. Wir erkundigten uns wieder nach Schiffspassagen und erfuhren, daß die „Silverstar" wieder im Hafen war und am nächsten Morgen in Richtung Fernberg auslaufen würde.

4.5.868 EZ - 6.5.868 EZ

Wir übernachteten wieder im Gasthof „Gackernde Gans" und reisten am nächsten Morgen mit der „Silverstar" wieder als Schiffswachen nach Fernberg zurück, wo sich die Belagerungsarmee gerade auflöste, als wir ankamen. Wir hörten, daß die Orkarmee in den „Ruinen von Yulash" in Chaos geraten war und verjagt wurde oder sich zerstreute. Hier entließ ich die Frau, die für mich gearbeitet hatte mit einem guten Zeugnis.

Wir blieben noch einen Monat in Fernberg, wo sich einige von uns weiterbildeten. Wir ließen auch unsere Pferde und das Pony ausbilden, so daß sie auf Pfiff zurückkommen würden, wenn sie mal aus Panik flohen. Von Fernberg aus schickte ich einen Bericht und die besten Wünsche des Mask-Tempels per Boten nach Shaola.

13.05.1999

6.6.868 EZ

Nach Abschluß aller Ausbildungen schickte uns ein reicher, mächtiger Händler einen Boten in den Gasthof „Zur Sonne", wo wir wohnten, und bat uns um eine Unterredung.

 

Die Befreiung der Sklaven der Orks

(SL Werner)

6.6.868 EZ

Natürlich waren wir bereit, uns mit dem Händler „Sire Canader Petridon" zu treffen, denn die Ausbildung hat uns viel Geld gekostet und wir waren nicht abgeneigt, einen lukrativen neuen Auftrag anzunehmen. Sire Petridon's Handelsgesellschaft, „Dungeon Marketing", war in den nördlichen Talländern tätig und, wie wir später erfuhren auch hoch angesehen. Er handelte mit allem, hauptsächlich aber mit Stoffen von exzellenter Qualität.

Sire Petridon berichtete uns, das er in Schattental und in Dolchfall Handelsniederlassungen habe. Auf einer Reise von Dolchfall nach Schattental wurde eine seiner Karawanen von den Orks überfallen, die in dieser Gegend seit kurzem vermehrt gesehen wurden. Unglücklicherweise befand sich bei dieser Karawane auch seine Tochter, Amalita, als Begleitung. Er machte sich große Sorgen um sie und war bereit, uns eine angemessene Belohnung für ihre Befreiung zu bezahlen. Falls noch etwas von den Waren brauchbar wäre, sollten wir auch diese bergen. Außerdem bot er uns ein Kopfgeld von 10 Goldmark pro getöteten Ork an. Er ersetzte uns selbstverständlich auch alle Reisespesen, so daß wir in dieser Zeit in den Gasthöfen nichts zu bezahlen brauchten.

Wir nahmen das Angebot an, obwohl ich sagen muß, daß ich persönlich auch ohne ein solches Kopfgeld bereit gewesen wäre, gegen diese Orks vorzugehen und die Gefangenen zu befreien. Ich sehe mich nicht gern als Kopfgeldjäger - nicht einmal, wenn es sich um Orks handelt - aber Sire Petridon wollte sich nur auf das Wort eines Priesters verlassen. Also kam mir auch noch die Aufgabe zu, die getöteten Orks zu zählen :-( . Corellon nahm mir das übel und entzog mir anschließend meine Zauber für ein paar Tage. Erst nach vielen reuevollen Gebeten und nur, weil ich es nicht für mich, sondern für die Gruppe getan habe, bekam ich meine Zauber wieder. Ich sollte in Zukunft aber doch bei meinen Entscheidungen vorsichtiger sein...

Sire Petridon hatte von den Überlebenden des Überfalls erfahren, daß die Orks sich in Richtung der Berge westlich von Schattental zurückgezogen hatten und er wußte auch, in welchem ungefähren Gebiet sich der Orkstamm befinden müßte.

Wieder in Schattental

7.5.868 EZ – 19.5.868 EZ

Wir reisten am nächsten Tag ab, und folgten den Straßen nach Schattental, wo wir uns elf Tage später wieder im Gasthof „Zum Goldenen Krug" Zimmer mieteten - diesmal auf Kosten des Händlers, der uns ein entsprechendes Schriftstück mitgegeben hatte. Der Wirt, Clarin, war trotzdem nicht allzu begeistert, uns wiederzusehen, denn er kannte den enormen Appetit meines Gefährten Karotte noch allzu gut von unserem ersten Besuch. Er war froh, zu hören, daß wir nur eine Nacht bleiben würden. Allerdings ließen wir unsere Pferde und mein Pony in Schattental zurück. Wir hatten erfahren, daß in der Gegend, in die wir reisen wollten, das Gelände für Pferde nicht gut geeignet war und wir wollten keine Zeit verlieren.

Nur ein Tier

20.5.868 EZ

Am nächsten Morgen reisten wir also zu Fuß weiter. Wir kamen gut voran und erreichten bald einen kleinen Wald. Bei unserer ersten Nachtruhe störte uns eine kleine Raubkatze. Wir wollten das Tier nicht töten, und weil es gerade hell wurde, schickte Fingas das Tier in einen magischen Schlaf und wir setzten unseren Weg fort.

Die Nymphe

21.5.868 EZ

Am Nachmittag sahen wir einen wunderschönen kleinen See, dem eine seltsame sehr schöne Frau mit grünen Haaren entstieg. Sie blickte unsere beiden Männer, Karotte und Fingas, verführerisch an und fing an mit ihnen zu flirten. Ceathwyn, Pearl und mich beachtete sie gar nicht. Auch Karotte und Fingas schienen sich sofort in diese Frau zu verlieben. Von solchen Wesen hatte ich in meinem Tempel schon gehört und ich wußte, daß es sich um eine Nymphe handelte.

Da ich befürchtete, meine beiden Gefährten Karotte und Fingas für lange Zeit an sie zu verlieren, sprach ich sie an. Sie ließ sich zwar nur ungern ablenken, stellte sich dann aber mit dem Namen „Kepara" vor und wandte sich danach sofort wieder Karotte und Fingas zu. Ich gab so schnell nicht auf und handelte mit ihr eine Zeit von drei Tagen aus, in denen wir ihr die beiden Männer überlassen würden, ohne etwas dagegen zu unternehmen oder sie zu stören. Sie sagte, sie habe noch eine etwas schüchterne Schwester, die auch etwas davon haben sollte, und war deshalb nicht mit weniger als drei Tagen einverstanden.

Merkwürdigerweise haben weder Pearl noch Ceathwyn irgend etwas dazu gesagt, wie ich unsere beiden männlichen Gefährten verschacherte, und ich weiß bis heute noch nicht, was sie sich dabei gedacht hatten :-) . Jedenfalls konnte ich auf diese Weise verhindern, daß wir für die nächsten Jahre ganz auf Karotte und Fingas verzichten mußten.

21.5.868 EZ - 24.5.868 EZ

Die Nymphe hielt Wort und nach den drei Tagen, kamen Karotte und Fingas nachmittags zwar erschöpft, aber unversehrt zu uns zurück. Kepara muß viel Gefallen an ihnen gefunden haben, denn sie bekamen beide noch ein Geschenk von ihr, ein Amulett, das sie im Wasser vor den Angriffen bösartig gesinnter Wesen schützen würde. Sie ließ sie auch nur sehr ungern gehen, aber schließlich hatten wir noch einen Auftrag zu erfüllen, der keinen weiteren Aufschub mehr duldete.

Kepara wies uns noch den Weg zum Orkstamm etwas genauer, als wir ihn kannten, und versprach uns ihren Schutz innerhalb ihres Machtbereichs, bevor sie sich verabschiedete.

25.5.868 EZ

Wir übernachteten an dem See und reisten erst am nächsten Morgen weiter, weil sich Fingas und Karotte unbedingt ausruhen mußten. Am Fuß der Berge suchten wir einen Eingang zu der Orkhöhle. Als wir zunächst keinen fanden, beschlossen wir, am nächsten Tag weiterzusuchen, und schlugen ein Nachtlager auf, als es zu dunkel zum Suchen wurde.

Die Orkhöhle

26.5.868 EZ

Am Morgen des darauffolgenden Tages fanden wir nach weiterem Suchen tatsächlich den Eingang zum Höhlensystem der Orks in den nordöstlichen Hügeln der „Wüstenschlundberge". Wir drangen in die Höhlen ein, um die gefangenen Sklaven zu suchen. Die Eingangshöhle war durch eine weite, tiefe Erdspalte geteilt, über die eine Hängebrücke führte. Vor dieser Brücke hielten einige Orks Wache. Wir beseitigten die Wachen möglichst leise und gingen einzeln und vorsichtig über die leicht unsicher aussehende Hängebrücke zur anderen Seite der Höhle. Im Zuge der Durchsuchung des Höhlensystems kamen wir immer wieder an Weggabelungen und töten 100 Orks.

In einer der Nebenhöhlen saßen sogar drei Trolle, die wir aber auch besiegen konnten. Eine der Höhlen enthielt einen unterirdischen See, in eine andere waren wir kaum eingedrungen, als durch die Geräusche, die wir machten und den Widerhall sich einige der Stalaktiten lösten und herunterfielen. Einer davon fiel nur sehr knapp an Ceathwyn vorbei und ein anderer verletzte mich ein wenig, als wir uns schon auf dem Rückweg befanden. Über eine andere Abzweigung gelangten wir an einen schmalen Felsspalt. Ich bat Ceathwyn, einmal vorsichtig nachzusehen, ob man da durchgehen könnte. Anscheinend war sie doch nicht vorsichtig gewesen und etwas zu schnell und übermütig hindurchgeklettert, denn ich hörte sie kräftig fluchen. Ich beeilte mich hinterher zu kriechen und sah, wie sie mit einer Riesenspinne kämpfte. Ich versuchte ihr noch zu helfen, aber die kleine Höhle war so eng, daß ich mit meinem Speer zweimal vorbeistach. Kurze Zeit später hatte Ceathwyn die Spinne besiegt. Das war auch gut so, denn Ceathwyn blutete schon aus mehreren Wunden. Ich machte mir Sorgen um sie und heilte ihre schlimmsten Wunden. Unsere Gefährten hatten uns aufgrund der Enge der Spalte nicht helfen können, denn sie kamen nicht schnell genug hindurch. Sie waren froh, uns lebend wiederzusehen.

Zuerst fanden wir die Mägde der Karawane bei einem der Unteranführer der Orks, die uns ein paar Informationen geben konnten. Darunter war auch Tanya, die sehr an Fingas hing. Er hatte sich sehr bemüht, sie zu beruhigen und wieder zu sich zu bringen. Ich glaube, er mochte sie auch ganz gern, aber sicher kann man bei diesem zurückhaltenden Halbelfen nie sein. In einer versteckten kleinen Höhle ruhten wir uns aus, denn wir waren alle erschöpft von den Kämpfen.

27.5.868 EZ - 30.5.868 EZ

Nach der Rast durchsuchten wir weiter das Höhlensystem. Wir befreiten noch andere Sklaven und boten ihnen an, am Höhleneingang auf uns zu warten. Wir würden sie dann nach Dolchfall begleiten und schützen können. Bei dem Häuptling der Orks fanden wir schließlich auch Amalita. Sie war erschöpft, schien aber seelisch nicht ganz so sehr gelitten zu haben, wie die Mägde. Fingas versuchte auch sie zu beruhigen, hatte aber nicht ganz so viel Erfolg damit, wie Ceathwyn und ich. Nachdem Amalita sich ein wenig erholt hatte, zogen wir uns kämpfend aus der Orkhöhle zurück. Als wir in der Eingangshöhle die Hängebrücke gerade hinter uns hatten, wurden wir von ca. 50 Orks mit Pfeilen beschossen. Damit sie uns nicht weiter folgen konnten, kippte Ceathwyn Lampenöl auf die Brücke, das ich dann anzündete. Wir begleiteten die überlebenden Sklaven (einige hatten tatsächlich am Höhleneingang auf uns gewartet) nach Dolchfall zurück, wo Amalita uns die versprochene Belohnung und das Kopfgeld auszahlte, als wir fünf Tage später dort ankamen.

Dolchfall

31.5.868 EZ

In Dolchfall mieteten wir Zimmer im Gasthof „Wilde Hilde", ergänzten unsere Ausrüstung, ließen uns unsere Pferde aus Schattental bringen und erholten uns ein wenig von dem letzten Abenteuer.

Langsam kamen Ceathwyn und ich uns näher. Irgendwie ahnte ich, daß ihre übertriebene Selbstsicherheit zum Teil nur eine Maske war, um nicht verletzlich zu erscheinen. Sie hatte in ihrer Vergangenheit Schlimmes erlebt, und ich glaube, sie fühlte sich hauptsächlich deshalb von mir angezogen, weil ich Elfe bin und sie nicht durch einen frühen Tod verlassen werde. Irgendwie fühlte ich mich manchmal ein wenig für sie verantwortlich, denn sie konnte sehr übermütig sein - vielleicht manchmal zu übermütig. Aber sie ist, wie übrigens alle anderen in unserer Gruppe auch, eine gute Gefährtin. Vielleicht wird sie nie erfahren, wie sehr ich sie liebte - ich bin eine sehr zurückhaltende Elfe und kann das wahrscheinlich nicht so gut zeigen -, aber das Wichtigste war, daß wir uns gut verstanden.

 

Der Geldhai

(SL Werner)

32.5.868 EZ

Als wir am nächsten Tag auf der Veranda des Gasthofs frühstückten, sahen wir auf dem Marktplatz eine beginnende Gerichtsverhandlung. Angeklagt war eine ärmliche Familie, die einem offensichtlich reichen, dicken Mann ihre Schulden nicht zurückzahlen konnte. Der Familie sollte das Haus gepfändet und sie selbst als Sklaven verkauft werden, weil der Mann, ein Geldverleiher, keinen Zahlungsaufschub gewähren wollte.

Ceathwyn regte sich sehr über diese Ungerechtigkeit auf, und auch Fingas und mir gefiel die Verhandlung nicht. In seiner Gutmütigkeit löste Fingas die Familie aus (nachdem er von Ceathwyn und mir ein wenig überredet wurde, denn nur er hatte genug Geld dafür), und zog Erkundigungen über den reichen Geldverleiher ein. Er war wütend, weil die Wachen des Mannes ihn so schroff behandelt hatten. Als er dann auch noch erfuhr, daß der Geldverleiher schon viele Familien so behandelt und ruiniert hatte, begann er ihn zu verabscheuen. Er erzählte uns, was er erfahren hatte, und wir entwickelten den Plan, den Mann als Strafe selbst zu ruinieren.

Am Nachmittag beobachteten wir sein Haus von der Taverne gegenüber aus, und Ceathwyn besorgte uns über ihre speziellen Kontakte eine Ausrüstung, die aus schwarzen Seidenanzügen, Masken und Kohle bestand.

Nachts drangen wir in das Haus dieses herzlosen Mannes ein, betäubten seine Wachen, raubten seine Reichtümer und zerstörten, was wir nicht mitnehmen konnten.

33.5.868 EZ

Am nächsten Morgen sahen wir von der Taverne aus zu, wie der Geldverleiher im Schlafrock entsetzt aus seinem Haus rannte, als erkannte, daß er nun selbst nichts mehr hatte. Da er auch seine eigenen Schulden jetzt nicht mehr zahlen konnte - er hatte ja überall Kredit gehabt - wurde nun sein Haus gepfändet und er selbst aus der Stadt gejagt.

Die nächsten Tage brachte ich sehr viel mit reumütigem Beten zu, was meine Gefährten nicht bemerkten, und Corellon verzieh mir die Teilnahme an diesem etwas übertriebenen „Akt der Gerechtigkeit", obwohl er mir wieder einmal für zwei Tage die Hälfte meiner Zauber nicht gewährte. Zum Glück brauchte ich sie nicht, aber ich muß in Zukunft wirklich bei meinen Entscheidungen vorsichtiger sein, denn dies war schon das zweite Mal gewesen, daß ich Corellons Mißfallen erregt hatte...

22.05.1999

34.5.868 EZ - 35.5.868 EZ

Nachdem wir weitere zwei Tage in Dolchfall verbracht hatten, kam Amalita nachmittags zu uns in den Gasthof „Wilde Hilde". Sie fragte uns, ob wir Interesse hätten, sie als Karawanenwachen zur Stadt Suzail zu begleiten. Sie würde mit einer Karawane mitreisen.

 

Die Karawane

(SL Werner)

35.5.868 EZ

Wir stimmten zu, Amalita mit ihren 4 Wagen als Wachen zu begleiten. Der Lohn war 1 Goldmark pro Tag für jeden von uns. Es war eine große Karawane mit insgesamt 23 Wagen. Die Besitzer waren ein gemischtes Volk - es waren Händler, Gaukler, ein Erfinder und eine Kutsche mit einer Braut dabei -, das sich aus Zwergen, Halblingen, einem Gnom, einer Halbelfe (bei den Gauklern) und Menschen zusammensetzte.

36.5.868 EZ - 12.6.868 EZ

Am nächsten Morgen fuhr diese Karawane mit dem Ziel Suzail ab. Schon in den ersten Tagen unserer Reise fiel Karotte auf, daß der Begleitschutz schlecht organisiert war. Es ritten mehr Wachen bei den vorderen Wagen, als über den Wagenzug verteilt, wie sonst üblich, und zu wenige bei den hinteren Wagen. Außerdem fuhren die Wagen seiner Meinung nach viel zu weit auseinandergezogen. Er kannte sich mit diesen Dingen anscheinend als Kämpfer gut aus. Als er aber ein paar Tage später versuchte, mit dem Karawanenmeister darüber zu sprechen, wurde er schroff abgewiesen. Der Karawanenmeister führte nicht zum ersten Mal eine Karawane nach Suzail. Er wollte sich von einem so jungen Kämpfer nichts sagen lassen und hörte ihm nicht mal richtig zu.

Der Angriff

13.6.868 EZ

Wie sich schon am nächsten Tag herausstellen sollte, hatte Karotte recht gehabt - die Karawane wurde auf der Mitte des Weges zwischen Tilverton und Arabel am 17. Tag der Reise von einer gemischten Horde Orks und Menschen überfallen, die von beiden Seiten kamen. Wir kämpften hart und erfolgreich, genau wie auch die Zwerge, aber viele von den Anderen wurden schwer verwundet, einige waren tot. Ein paar Leute waren verschleppt worden, darunter auch die Halbelfe von den Gauklern und eines der Halblingskinder.

14.6.868 EZ

Nachdem ich mit Unterstützung anderer Heilkundiger die Wunden der Verletzten versorgt hatte, nahmen wir am nächsten Tag zusammen mit den Gauklern die Spur der Orks auf, um die Verschleppten zurückzuholen. Unterwegs trafen wir auf einen gemischten Trupp aus Orks und Menschen, der Sklaven transportierte. Wir befreiten die Sklaven, unter denen auch ein paar Leute aus der Karawane waren, und erhielten von ihnen Informationen über ein Lager der Orks in den Hügeln der „Donnergipfel-Berge"(nördlich des Herzogtums Trutzinghausen – siehe auch unter „Der Orkische Turm"). Die Leute, die zur Karawane gehörten, schlossen sich uns an und zeigten uns den Weg zum Lager.

Die Befreiung der Entführten

15.6.868 EZ - 16.6.868 EZ

Am nächsten Tag kamen wir abends bei dem Lager an und beobachteten wir die Wachen an dem schmalen Eingang zum Lager zwischen zwei Hügeln. Wir beschlossen, erst diese Wachen und dann auch noch die Wachablösung unschädlich zu machen.

Als wir dann in der Nacht in das Lager eindrangen, gelang es Ceathwyn, die sich anscheinend fast unsichtbar machen konnte, noch ein paar andere Orks lautlos zu beseitigen. Danach schloß sie die in den Wachstuben und Wohnhütten befindlichen Orks und Menschen unbemerkt ein. Danach griffen wir alle die übrigen Orks an und befreiten die Sklaven aus ihrer Kerkerhütte. Die Sklaven steckten dann die Hütten mit den eingeschlossenen Orks und Menschen in Brand, während wir uns dem merkwürdigen Turm in der Mitte des Lagers näherten.

Das Böse

Die Sklaven hatten erzählt, daß aus dem Turm noch niemand wieder herausgekommen wäre, der hineingebracht worden war. Um diesen Turm herum waren seltsam teilnahmslose humanoide Gestalten, die auch in den Kampf nicht eingegriffen hatten - Untote, wie sich herausstelle, die wir ebenfalls erfolgreich besiegten. Wir drangen in den Turm ein, der offensichtlich ein Hort des Bösen war und vernichteten die darin befindlichen Orks, Menschen und Zombies, während wir uns langsam zum obersten dritten Stock durchkämpften.

Dort waren gerade mehrere böse Priester dabei, etwas zu beschwören, die wir sofort angriffen. Obwohl ich erfolgreich einen Stille-Zauber auf den Bereich gelegt hatte, gelang es doch dem Oberpriester, durch Gesten die Beschwörung zu vollenden :-| . Es erschien ein Dämon kurz bevor auch dieser Priester starb. Der Dämon war gar nicht erfreut beschworen worden zu sein und griff uns an. Wir schafften es jedoch auch ihn zu besiegen.

Anschließend erkundeten wir den Turm und fanden ein paar wertvolle Sachen, unter anderem einige Ballen eines magischen Stoffes, der für ein bis zwei Kleidungsstücke für jeden von uns reichte und die Rüstung verbesserte, sowie vor normaler Hitze und Kälte schützte und einige magische Waffen. Wir nahmen dies alles und das Geld, das wir fanden, mit. Am Schluß legten wir im Keller ein Feuer und zerstörten so den gesamten Turm mit allem Bösen darin. Wir begleiteten die Leute aus der Karawane, die wir befreit hatten zurück zu der Stelle, wo die Karawane auf uns wartete.

17.6.868 EZ - 35.6.868 EZ

Als wir zwei Tage später wieder bei der Karawane angekommen waren, sahen wir, daß die Wagen inzwischen repariert worden waren und auch die Verletzungen der Leute langsam abheilten. Auf dem weiteren Weg nach Suzail hatten wir eine ruhige Reise. Achtzehn Tage später erreichten wir diese beeindruckende Stadt.

Suzail

35.6.868 EZ - 36.6.868 EZ

Suzail, die Hauptstadt von Cormyr, ist eine sehr große Hafenstadt an der „Drachensee", die auch „Das Drachenmeer" genannt wird, mit ca. 130.000 ständigen Einwohnern, in den Sommermonaten waren es ca. 150.000 Einwohner. Hier lebte auch der mächtige Fürst von Suzail und Cormyr, König Azoun II, in einem prächtigen, großen Palast. Es gab in Suzail eine große, gute Stadtgarde und auch eine fast ebenso mächtige Kriegsmagiergilde, die von Vangerdahast, dem Hofmagier von König Azoun II, angeführt wurde. Die kleine Diebesgilde hatte es gegen die Stadtgarde immer sehr schwer, bestehen zu bleiben. Auch die angesehenen, reichen Händler haben dort ein wenig Einfluß.

Nachdem Amalita uns bezahlt hatte, mieteten wir uns Zimmer im Gasthof „Zum einbeinigen Piraten", einem guten Gasthof mit günstigen, gemütlichen Zimmern. Da Elfen in Suzail nicht sehr häufig sind, wurden Ceathwyn und ich öfter als „Seltenheit" bestaunt. Ich konnte das gut verstehen, denn ich hätte diese Stadt auch gerne schnell wieder verlassen (es gab dort einfach zu viele Menschen und zu wenig Wald). Aber leider dauerte der Aufenthalt dort - mit kleinen Zwischenausflügen - doch recht lange, wie sich herausstellen sollte.

Noch 22.05.1999

Die Flußreise

(SL Werner)

37.6.868 EZ - 39.6.868 EZ

Zwei Tage später begleiteten wir eine kleine Karawane zur Stadt „Abendstern", zwei Tagesreisen nördlich von Suzail. Die Reise verlief ohne Zwischenfälle und dauerte zwei Tage. In Abendstern wohnten wir im Gasthof „Zum Flußteufel", in einfachen, aber guten Zimmern.

40.6.868 EZ

Am nächsten Tag abends amüsierten wir uns in einer Taverne, in dem auch ein paar Söldner der Stadtwache waren, deren Offizierin, Gesche Geferan, recht trübsinnig war. Einer ihrer Soldaten erwähnte im Gespräch, daß die ganze Familie eines ihrer besten Freunde vor ein paar Tagen in den Bergen ermordet worden war, die Familie Grobatin.

1.7.868 EZ - 2.7.868 EZ

Am Morgen darauf wurden wir gefragt, ob wir ein Schiff mit einigen Passagieren den „Sternwasser-Fluß" hinab zur Stadt „Marsember" begleiten würden. Der Kapitän, Ulferan, befürchtete, das Thorn Engstrat, der ein Verwandter der Familie Grobatin war, in Gefahr sei. Wir stimmten zu und fanden uns am nächsten Tag an Bord der „Stern von Marsember" ein.

3.7.868 EZ - 4.7.868 EZ

Der Kapitän war sehr still, und wir hörten ein Gespräch mit an, in dem erzählt wurde, daß die Offizierin Gesche Geferan ermordet worden war, und daß Kapitän Ulferan sie sehr geliebt hatte. Sie war auch eine entfernte Verwandte von Thorn Engstrat gewesen. Unterwegs kam es dann auch tatsächlich noch zu mehreren Mordfällen unter den Passagieren des Schiffes. Wir konnten leider auch nicht verhindern, daß Thorn Engstrat nach einem Kampf mit Orks ermordet wurde. Wie sich herausstellte, waren die Passagiere alle miteinander verwandt.

5.7.868 EZ - 8.7.868 EZ

In einer Nacht kurz vor unserem Ziel, drei Tage später, wurden wir wieder von Orks und diesmal auch von Ogern angegriffen, und die drei einzigen Überlebenden der Familie wurden verschleppt. Wir folgten den Spuren, und stellten fest, daß nur eine Person getragen worden war, die beiden anderen Menschen sind merkwürdigerweise selbst gelaufen und ihre Spuren trennten sich bald von denen der Oger. Wir folgten den Spuren der Oger und kamen an ihre Höhle. Anscheinend schürten sie gerade das Feuer für ihr Abendessen.

Die Befreiung

Wir griffen die drei Oger (ein Mann, eine Frau und ein Kind) an, und besiegten sie in einem nicht gerade leichten Kampf. Die Frau, die wir befreiten, war die Schwester von Thorn Engstrat, Gundhild Engstrat. Sie erzählte uns, sie habe erfahren, daß diese ganzen Morde von Nana und Rank Engstrat, ihrer Nichte und ihrem Neffen, ausgeführt worden waren, um an das Familienerbe zu kommen.

9.7.868 EZ

Wir brachten Gundhild wieder zum Schiff zurück und fuhren weiter nach Marsember, wo sie gerade noch rechtzeitig zur Testamentsvollstreckung kam. Nana und Rank wurden verhaftet und bestraft. Wir erhielten unseren versprochenen Lohn und mieteten uns für die Nacht im Gasthof „Zum Kraken" Zimmer.

10.7.868 EZ - 11.7.868 EZ

Am nächsten Tag reisten wir zurück nach Suzail, wo wir zwei Tage später abends ankamen, und mir tat es leid, daß wir die Morde nicht hatten verhindern können. Wir mieteten uns wieder Zimmer im Gasthof „Zum einbeinigen Piraten" und übernachteten dort.

23.05.1999

Der Auftrag des Herrn Ma'Abat

(SL Werner)

12.7.868 EZ

Am nächsten Morgen erzählte uns der Wirt unseres Gasthofes, Berthold, von seiner Schwester, Irina van Buren, die ihren Mann sie schon seit einiger Zeit vermißte. Er fragte uns, ob wir ihr nicht helfen könnten. Wir waren einverstanden und besuchten die Frau. Sie erzählte uns, daß ihr Mann bei einem Händler arbeitete, der auch Schiffe versicherte, und ihr erzählt habe, er habe sein Glück gemacht, als sie ihn zum letzten Mal sah. Er hatte einen Nachforschungsauftrag von seinem Arbeitgeber, dem Händler Ma'Abat, bekommen. Seit ein paar Tagen habe sie aber von ihm nichts mehr gehört. Wir versprachen der Frau, ihren Mann, Jörg van Buren, zu suchen.

Wir suchten Herrn Ma'Abat, einen der reichsten Männer der Stadt, auf und fragten ihn, welchen Auftrag er Herrn van Buren gegeben hatte. Er erzählte uns von einem Schiff mit wertvoller Ladung, das vor einem kleinen Fischerdorf gesunken war. Er übergab uns den gleichen Auftrag, wie Herrn van Buren, die Ursache des Unglücks herauszufinden. Er versprach uns eine stattliche Belohnung, falls sich seine Vermutung, daß es kein normales Unglück gewesen war, als richtig herausstellen sollte. Er bräuchte dann keine Versicherungsprämie zu zahlen. Das gesunkene Schiff sei die „Bachelor", die bei der Reederei Bartani registriert war und unter Kapitän Kaplan mit wertvoller Ladung zur Stadt „Pros" an der südlichen Küste der Drachensee segeln sollte.

Die Nachforschung

13.7.868 EZ - 9.8.868 EZ

Indem wir dem gleichen Weg folgten, wie Herr van Buren, uns erst bei der Reederei nach dem Schiff erkundigten und dann die einzelnen Stationen des Schiffes aufsuchten, fanden wir heraus, daß das Schiff offensichtlich mit Absicht versenkt worden war. Die Ladung war unterwegs auf die „Sign of the Hammer" umgeladen worden, das alte Schiff „Seejungfrau" war versenkt worden, und der „Bachelor" hatte man nur der Mast gekappt, der in der Werft von Pros wieder repariert wurde. Die „Bachelor" wurde dabei in „Seejungfrau" umgetauft. Der Kapitän Kaplan war bestochen worden und Herr van Buren war ermordet worden. Im Laufe dieser Reise haben wir auch die Hafenstadt Pros kennengelernt, die sich an der gegenüber liegenden Küste der „Drachensee" befand. Pros war eine große Handelsstadt an der südlichen Küste der Drachensee, die einen sehr großen Hafen und auch eine große Werft besaß. Von Pros aus segelten wir nach Marsember, einer etwas kleineren Hafenstadt an der nördlichen Küste der „Drachensee" ca. zwei Tagesreisen östlich von Suzail. Hier übernachteten wir nur eine Nacht und reisten dann weiter, zurück nach Suzail. Diese ganze Nachforschung hatte 37 Tage gedauert.

9.8.868 EZ - 27.8.868 EZ

Nachdem wir Herrn Ma'Abat Bericht erstattet hatten, besorgten wir für ihn noch in der Reederei Bartani - nachts – Beweise für diesen Betrug. Schließlich nahmen wir Kapitän Kaplan in Pros als Zeugen gefangen und brachten ihn zurück nach Suzail. Ma’Abat zeigte sich sehr großzügig. Er gab jedem von uns einen magischen Gegenstand und schrieb uns ein Empfehlungsschreiben für andere Auftraggeber.

24.05.1999

Die Strafe

(SL Werner)

28.8.868 EZ

Am nächsten Tag begegneten wir einem ziemlich verstörten Wachsoldaten der Leibgarde von Herrn Duran, eines pensionierten Generals, der entsetzt etwas von „Magie" stammelte. Auf unsere Nachfrage hin, was er denn meinte, führte er uns zu dem Haus des Generals Duran, der sein Haus zwar nie verlassen hatte, aber vermißt wurde. Außerdem traute sich niemand in den Gang zu dem Zimmer des Generals, weil die Wachleute alle Angst vor der „Magie" darin hatten. Der Gang dorthin war, wie wir feststellten tatsächlich auf einfache Weise durch einen magischen Spiegel geschützt. Als wir in das Zimmer des Generals kamen, stellten wir fest, daß er ermordet worden war, obwohl die Tür, die Ceathwyn für uns geöffnet hatte, von innen verschlossen gewesen war. Allerdings konnte sich niemand erklären, wie der Mörder in das Zimmer des Generals Duran gekommen sein sollte. Er ließ nur nackte Sklavinnen zu sich, die er selbst am Anfang des Ganges zu seinem Zimmer abholte, und das Haus war gut bewacht. Auch die Lüftungsschlitze in der Decke des Zimmers waren zu klein zum Eindringen.

Der Mord

Wir stellten fest, daß die Mordwaffe eine mit einem speziellen Mechanismus und einem Giftdorn präparierte Feder gewesen war. Der Dorn steckte noch in seinem Hals. Wie diese Feder allerdings in das Zimmer des Generals gekommen war, konnten wir uns auch nicht erklären. Bei näherer Durchsuchung des Zimmers fanden wir im Haushaltsbuch des Generals Duran ein paar verdächtig hohe Einnahmen innerhalb kurzer Zeit. Das war zu einem Zeitpunkt gewesen, als er bei der Garde in Arabel stationiert gewesen war, und dort Leute aus der Bevölkerung im Zuge des Krieges als Sklaven verkauft worden waren. Es wäre seine Aufgabe als Kommandant gewesen, das zu verhindern. Wir fanden auch eine weitere, interessante Eintragung, die auf ein großzügiges, aber abgewiesenes Hochzeitsgeschenk für seinen Sohn hinwies, der in der kleinen Stadt „Donnerstein" wohnte und dort bei der Stadtgarde dort stationiert war. Wir baten daraufhin den Verwalter des Hauses, den Sohn des Generals vom Tod seines Vaters zu unterrichten, aber er bat uns, das für ihn zu erledigen.

Eine unangenehme Aufgabe

29.8.868 EZ - 36.8.868 EZ

Am nächsten Tag reisten wir nach Donnerstein. Als wir sieben Tage später dort ankamen, erfuhren wir, daß der Sohn des Generals inzwischen dort Hauptmann bei der Stadtgarde war. Es war eine für ihre Disziplin bekannte Garde, die „Roten Adler", die das Wappen eines roten Adlers auf Fahne und Rüstung trugen. Wir wurden zum Haus des Hauptmanns geführt, und gebeten dort zu warten, weil er gerade auf Patrouille war. Wir unterhielten uns kurz mit seiner Frau und seiner Tochter bis er kam und wurden dann von ihm zum Abendessen eingeladen.

Hauptmann Duran behauptete sehr zornig, er habe keinen Vater mehr und murmelte dann etwas wie „dann hat ihn die „Rache der Anakia" doch noch ereilt". Nachdem sich Hauptmann Duran beruhigt hatte, erzählte er uns, daß sein Vater damals am Sklavenhandel beteiligt gewesen war und daran verdient hatte. Seitdem hatte er sich von seinem Vater losgesagt und wollte auch nichts von diesem schmutzigen Geld erben. Ich konnte ihn sehr gut verstehen und es tat mir leid, daß wir gezwungen gewesen waren, solche Gefühle in ihm zu wecken. Wir übernachteten als Gäste in dem Haus von Hauptmann Duran und reisten am nächsten Morgen zurück nach Suzail.

Die Aufklärung

37.8.868 EZ - 4.9.868 EZ

Sieben Tage später kamen wir wieder in Suzail an. Wir gaben den Besitz des Generals im Auftrag des Hauptmanns in die Hände der Priester des Tempus-Tempels. Am Abend darauf wurden wir von „Jemandem" um ein geheimes Treffen gebeten. Wir stimmten zu, und auf halbem Weg wurden uns die Augen verbunden. Als man uns die Binden abnahm, standen wir vor einer der Sklavinnen, die wir beim General gesehen hatten, und die sich jetzt als weiße Assassinin der „Hand Anakias", einer Geheimgesellschaft herausstellte, die im Auftrag des Königshauses Verbrecher bestrafte, denen nichts zu beweisen war. Sie berichtete uns, daß man unsere Nachforschungen beobachtet hätte und erzählte uns, daß sie die präparierte Feder in das Zimmer des Generals geschafft hatte. Auch sie war damals unter den verkauften Sklaven gewesen, war später aber freigekommen. Das ganze war also tatsächlich eine späte Strafe für seine damaligen Verbrechen gewesen.

4.9.868 EZ - 24.10.868 EZ

In den nächsten sechs Wochen fanden wir alle die Gelegenheit, uns weiterzubilden. Fingas ging in den Mystra-Tempel, Karotte zur Stadtgarde, Ceathwyn ging - ich weiß nicht genau wohin - und ich konnte im Tempus-Tempel einiges dazulernen

 

Die Jahresfeier

(SL Werner)

24.10.868 EZ

Aufgrund eines Fehlers unseres kalenderführenden Mitspielers feierten wir nach Abschluß unserer Ausbildung ausgiebig das 1jährige Bestehen unserer Gruppe in dem Gasthof „Zum Einbeinigen Piraten". Ich glaube, daß wir noch viele solche Feste feiern werden, denn wir verstehen uns alle gut.

(Anmerkung: Ich hoffe allerdings, daß diese Feiern dann auch am richtigen Datum, dem 16.4., stattfinden werden. Allerdings kann ich den Fehler schon verstehen, denn wir hatten uns wegen der leichteren Rechnungsweise auf einen Kalender mit 10 Tagen pro Woche, 40 Tagen im Monat und 12 Monaten im Jahr geeinigt. Anhand meines nun überarbeiteten Tagebuches kann man mal sehen, wozu ein abweichender Kalender führen kann :-) .)

24.05.1999

Der kranke Baum

(SL Ingo)

25.10.868 EZ

Die Ausbildung war teuer gewesen, und uns ging langsam das Geld aus. Also machte sich Ceathwyn auf den Weg, über die Diebesgilde Informationen über eine neue Aufgabe für uns einzuholen. Sie erfuhr tatsächlich von einem Herzogtum nordöstlich von Suzail, im Hullack-Wald, wo es Probleme mit einem magischen Baum geben sollte. Es sollte wohl 1.000 Goldmark Belohnung geben. Nähere Informationen darüber könnten sie in Hilp bei einem Informanten namens „Melrond" bekommen.

Eine neue Aufgabe

26.10.868 EZ - 28.10.868 EZ

Am nächsten Tag reisten wir nach Hilp. Ich war sehr froh, diese riesige, enge Stadt verlassen zu können. In Hilp übernachteten wir im Gasthof „Das weiße Schwert", und Ceathwyn erfuhr von dem Informanten, daß sich das Dorf Griso, das zum Herzogtum Trutzinghausen gehörte, tatsächlich in Schwierigkeiten befand. Der magische Baum in der Mitte des Dorfplatzes, der das ganze Herzogtum vor Angriffen von Orks schützte, war krank geworden. Seitdem wurde das Dorf immer stärker mehr von Orks bedroht - wenn auch noch nicht angegriffen. Wir sollten uns in Griso an den Dorfvogt Drachalus wenden. Wenn wir das Problem lösen könnten, und der Baum wieder gesund würde, würde es eine Belohnung von 1.000 Goldmark geben.

29.10.868 EZ - 34.10.868 EZ

Wir reisten weiter über die Stadt „Immersee" zur Stadt „Arabel", bogen dort nach Osten ab und folgten dem Ostweg durch den Hullack-Wald nach Griso, das kurz hinter der Waldgrenze in der Ebene lag. Zwischen Arabel und Griso begegnete uns wieder ein Handelswagen der „Flying Merchants". Der Händler war Geruk, derselbe Zwerg, dem wir früher schon begegnet waren. Ein paar von uns kauften ihm einige Sachen ab und mußten wieder hart um den Preis handeln. Er hatte auch schon etwas über einen kranken Baum gehört, wußte aber nicht mehr als wir. Wir verabschiedeten uns freundlich dem Händler und reisten weiter.

Griso

35.10.868 EZ

Als wir sechs Tage später in Griso ankamen, fragten wir nach dem Dorfvogt Drachalus, der uns den Baum zeigte, und uns erzählte, daß er schon seit einigen Wochen krank sei und selbst der Hofmagier des Herzogs den Grund nicht herausgefunden habe. Wir versprachen, unser Möglichstes zu tun, den Baum zu heilen und wurden Gäste des Dorfes.

Als wir uns den Baum näher ansahen, der mit zwei Hinkelsteinen ein Dreieck bildete, sahen wir deutlich die schwarzen Flecken auf der weißen Rinde und den Blättern. Wir bemerkten auch, daß auf den beiden Hinkelsteinen uralten magische Runen eingeritzt waren, die wahrscheinlich vor Jahrhunderten mal von Druiden dort angebracht worden waren. Wir erkannten, daß die eigentliche Magie von den Hinkelsteinen ausging, und der Baum nur der Leiter war, der die Magie in das ganze Herzogtum abstrahlte. Durch die Krankheit des Baumes wurde die Magie in seinem Wirkungsbereich immer schwächer.

Der Orkische Turm

36.10.868 EZ

Die Orks, die das Dorf belagerten kamen aus östlicher Richtung und wir vermuteten sie in den Bergen dort. Als wir am nächsten Morgen in diese Richtung reisten, trafen wir jedoch schon weit vor den Bergen am Nachmittag auf Orks, die uns angriffen. Wir besiegten sie und entdeckten zwischen den Felsen einen völlig geraden, hohen Turm, in den sich ein paar Orks flüchten konnten. Einen noch lebenden Ork konnte ich ausfragen - ich hatte inzwischen Orkisch gelernt -, und er erzählte etwas von einem „Großen Meister", der mit der Krankheit des Baumes zu tun haben konnte. Der „Große Meister" sollte sich im Turm befinden. Den Ork hätte ich gerne laufen lassen, aber Pearl haßte die Orks, die ihre Eltern vor ihren Augen getötet hatten, so sehr, daß sie sogar diesen wehrlosen Ork tötete. Als es dunkel wurde, griffen wir den Turm an, der gut geschützt war. Wir hatten Schießscharten und Armbrustschützen dahinter gesehen. Karotte rannte gegen die Tür des Turms und brach sie auf, weil Ceathwyn, die hinaufgeklettert war, von oben keinen Zugang gefunden hatte. Im Turm mußten wir uns durch drei Stockwerke kämpfen, um zum Anführer dieser Orks zu kommen, und unterwegs sahen wir seltsame Statuen, die wie versteinerte, riesige Goblins aussahen. Im dritten Stock wurde eine solche Statue plötzlich lebendig und griff uns an. Wir besiegten sie und auch den Anführer der Orks im Raum dahinter, der uns den härtesten Kampf lieferte. In diesem Raum fanden wir einige wertvolle Gegenstände, die wir mitnahmen, und eine von einem Menschen im Alter von ca. 40 Jahren in orkisch geschriebene Nachricht. Darin stand, der Oberork des Turmes solle 5000 Goldmark beschaffen – wofür stand dort leider nicht. Wir steckten auch dieses Schriftstück und die magische Streitaxt des Orkanführers ein. Danach verließen wir den Turm und verbrannten ihn. Wir reisten nach Griso zurück, um dort vielleicht etwas über den Verfasser der Nachricht zu erfahren.

37.10.868 EZ

Wieder zurück in Griso fragten wir nach, ob jemand den Verfasser der Nachricht kannte, aber niemand konnte uns etwas über ihn sagen. Wir beschlossen, den Herzog aufzusuchen, und erkundigten uns bei Drachalus nach dem Weg. Er beschrieb uns den Weg zu der Burg, die zwei Tagesreisen weit nördlich in den Ausläufern des „Donnergipfel-Gebirges" an der Grenze des Herzogtums lag.

05.06.1999

Die Burg

38.10.868 EZ

Wir reisten am folgenden Morgen ab zur Burg des Herzogs, wo wir ohne Zwischenfälle am frühen Abend des zweiten Tages ankamen. Die Burg lag etwas erhöht auf einem Hügel, an dessen Fuß die zur Burg gehörende große Siedlung lag. Hier mieteten wir uns Zimmer und fragten am Tor der Burg nach einer Audienz beim Herzog. Am nächsten Morgen bekamen wir eine Nachricht, daß der Herzog bereit war, uns am Nachmittag zu empfangen.

40.10.868 EZ - 1.11.868 EZ

Der Herzog, ein stattlicher Mann mittleren Alters, empfing uns in Begleitung seines Hofmagiers und Beraters, eines sehr großen, dünnen Elfen, der allerdings während des ganzen Gesprächs nichts sagte. Während der Herzog sehr aufgeschlossen auf unsere Fragen antwortete und sich auch große Sorgen um den Baum machte, war der Hofmagier außergewöhnlich schweigsam. Der Herzog erzählte uns auch von einem anderen Dorf in seinem Herrschaftsbereich, das erst vor kurzer Zeit von Orks überfallen worden war. Dieses Dorf befand sich an der westlichsten Grenze des Herzogtums auf der anderen Seite des „Immerflusses" am Fuß eines kleinen Gebirges. Dort war auch die Grenze des Wirkungsbereichs der Magie des Baumes, die hier anscheinend schon zu schwach war, um die Orks noch abzuhalten. Der Hofmagier hatte den Baum untersucht, aber leider die Ursache für dessen Krankheit nicht herausfinden können. Er fand allerdings genau in der Mitte des Dreiecks zwischen dem Baum und den Hinkelsteinen ein paar Splitter schwarzen, magischen Holzes, die er entfernte. Ich nahm einen der Splitter mit, als der Hofmagier sie uns zeigte. Wir bedankten uns bei dem Herzog für die Informationen und beschlossen, das überfallene Dorf als nächstes aufzusuchen. Am nächsten Morgen reisten wir ab.

2.11.868 EZ

Als wir zwei Tage später am frühen Abend in dem Dorf ankamen, sahen wir die Zerstörung, die von den Orks angerichtet worden war. Wir erkundigten uns nach dem Überfall und erfuhren, daß die Orks vor ca. zwei Wochen aus den Bergen gekommen waren. Die Dorfbewohner hatten so etwas seit Jahrhunderten nicht mehr erlebt - seit der Baum in Griso gepflanzt worden war.

Wir übernachteten in dem Dorf und gingen am nächsten Morgen in die Berge, um die Orks zu suchen. Vielleicht würden wir dort Informationen über die Ursache der Krankheit des Baumes finden.

Die Orkhöhlen in den Bergen

3.11.868 EZ - 4.11.868 EZ

Bei der Rast in den Bergen, sahen wir einen Raben fliegen, und wir hatten das Gefühl, er würde uns beobachten. Wir erschossen den Raben und wechselten den Lagerplatz. Unter einem Felsüberhang waren wir nun vor der Entdeckung aus der Luft geschützt und tatsächlich sahen wir am nächsten Morgen wieder einen Raben suchend am Himmel kreisen. Wir warteten ab und der Rabe sah uns tatsächlich nicht und entfernte sich bald.

Kurze Zeit später entdeckte Pearl Spuren, die zum Eingang einer Höhle führten. Wir drangen in die Höhle ein, und töteten ein paar Orks in einem Wachraum. Einen Ork ließen wir am Leben und schlugen ihn nur ohnmächtig, um ihn später auszufragen. Hinter diesem Wachraum war ein weiterer Raum mit einem unterirdischen See. In der Mitte befand sich eine Insel mit einem blau glühenden Kristall auf einem Sockel. Auf der anderen Seite des Sees waren zwei weitere Räume. Wir umgingen den See und fanden in diesen Räumen ebenfalls je einen Sockel mit einem blau glühenden Kristall. Wir vermuteten, daß diese Kristalle, die auch ein Dreieck bildeten, etwas mit der Krankheit des Baumes zu tun hatten, und versuchten einen der Kristalle in einem der kleineren Räume zu zerstören. Es gelang uns nicht, einen sichtbaren Schaden mit ein paar abgeschossenen magischen Pfeilen zu verursachen, und die Pfeile wurden von einem magischen Schutzschild um den Kristall aufgelöst. Ceathwyn und ich verloren auf diese Weise jeder 3 dieser Pfeile.

Wir beschlossen erstmal den Ork auszufragen und weckten ihn auf. Der Ork erzählte - wenn auch sehr unwillig - von einem „Großen Meister", der sich in der „anderen Höhle" befinden sollte. Er beschrieb uns den Weg dorthin. Wir machten uns auf den Weg in die andere Höhle, die nicht weit weg war. Unterwegs bekämpften wir noch ein paar Orks und vernichteten auch die Orks, die in der anderen Höhle waren. In einem Raum fanden wir einen angeketteten, gefangenen, ungefähr 40 Jahre alten, menschlichen Magier, der von ein paar Orks bewacht wurde. Wir töteten die Orks und schlugen den Gefangenen Magier erst einmal ohnmächtig, nachdem wir ihn von seinen Ketten befreit und seine Wunden verbunden hatten.

Den „Großen Meister", der ein Ork-Schamane war, fanden wir in dem nächsten Raum. Er war anscheinend sehr fähig, denn nachdem wir auch ihn besiegt hatten, wir fanden bei ihm, einen schwarzen Stab aus magischem Holz. Er schien aus dem gleichen Material zu sein, wie die Splitter, die der Hofmagier bei dem Baum in Griso gefunden hatte. Wir nahmen den gefangenen Magier und den Stab, der eine bösartige magische Ausstrahlung hatte, mit und gingen zurück in die andere Höhle. Mit dem Stab zerstörten wir die magischen Schilde um den drei Kristallen durch Berührung. Der Stab wurde dabei ebenfalls zerstört. Wir holten unter einigen Schwierigkeiten den Kristall von dem Sockel in der Mitte des Sees, denn der See bestand augenscheinlich nicht aus Wasser, sondern aus Säure. Ceathwyn betete recht inbrünstig zum Elfengott Erevan Ilesere, dem Gott der Spitzbuben und Spaßmacher unter den Elfengöttern, den sie sehr verehrte, denn sie wollte nur sehr ungern in die Säure fallen, als sie sich an einem Seil über den See hangelte. Wir nahmen auch die beiden anderen Kristalle an uns. Sie waren jetzt nur noch wertvolle Edelsteine.

5.11.868 EZ - 8.11.868 EZ

Den gefangenen Ork ließen wir laufen. Den gefangenen Magier nahmen wir mit und reisten von den Orkhöhlen am nächsten Morgen direkt zur Burg des Herzogs zurück, wo wir vier Tage später abends ankamen.

Dort stellte sich heraus, daß der gefangene Magier der Gehilfe des Hofmagiers war, der sich hatte bestechen lassen. Der Herzog erzählte uns, daß der Baum wieder gesund geworden war. Er war darüber sehr froh und bedankte sich herzlich bei uns. Nachdem wir die versprochene Belohnung bekommen hatten, reisten wir zurück nach Suzail, weil sich einige von uns weiterbilden wollten. Seit diesem Erlebnis beschäftigt sich Fingas verstärkt mit der Erforschung des Schamanismus, besonders des Schamanismus unter Orks :-) .

 

Der Magierkongreß

(SL Werner)

9.11.868 EZ - 16.11.868 EZ

Am nächsten Morgen reisten wir zurück nach Suzail, wo wir neun Tage später nach einer ereignislosen Reise am frühen Abend ankamen. Einige meiner Gefährten wollten sich hier weiter ausbilden lassen. Diese Ausbildung würde vier Wochen dauern und mir grauste schon davor, mich schon wieder so lange in einer Stadt aufhalten zu müssen. In dieser Zeit erlebten wir hier einige interessante Abenteuer, durch die ich die Stadt besser kennenlernte, als ich mir gewünscht hätte.

Nachdem wir uns wieder im Gasthof „Zum Einbeinigen Piraten" Zimmer gemietet hatten, erhielt Fingas eine Einladung „Seiner Spektabilität Saganos" zu einem Kongreß der Magiergilde, wo er von seinen Erfahrungen und Theorien über den Schamanismus bei Orks berichten sollte. Fingas, Ceathwyn und ich nahmen die Einladung gerne an.

17.11.868 EZ

Während des Kongresses, der übrigens zwar sehr trocken, aber für mich auch interessant war, erlaubte sich Ceathwyn einen Scherz. (Wie sie mir später erzählte, war er als Dank an den Gott Erevan Ilesere gedacht, der sie in der Orkhöhle auf dem Seil über dem See ihrer Meinung nach gut beschützt hatte.) Sie hatte, bevor der Kongreß begann, den Boden mit einem Mittel eingerieben, das bei jedem Schritt ein Quietschen verursachte. Die Magier waren sehr verwirrt, denn sie kannten das Mittel nicht.

18.11.868 EZ - 19.11.868 EZ

Der Gelehrte „Dr. Braun" stellte am nächsten Tag eine These über magische Strudel aufgrund der hohen magischen Präsenz bei dem Kongreß auf, die er Fingas dann vortrug. Anfangs glaubte Fingas sie sogar, bis Ceathwyn ihm erzählte, was sie getan hatte. Seitdem ist Fingas dabei, Dr. Braun's These zu widerlegen und eine Antithese aufzustellen. Er hofft, mit dieser Antithese berühmt zu werden. Wir haben uns alle prächtig amüsiert über Ceathwyn's Streich, und ich bin sicher, Erevan Ilesere auch.

 

Die verschwundene Schülerin

(SL Werner)

20.11.868 EZ - 21.11.868 EZ

Am übernächsten Tag schickte uns „Seine Spektabilität Saganos" morgens eine Nachricht, daß er uns zu sprechen wünschte. Als wir nach dem Frühstück zur Akademie der Magiergilde gingen, wurden wir sofort zu ihm geführt. Herr Saganos berichtete uns, daß eine seiner besten Schülerinnen, Tealinea, seit dem Morgen des letzten Tages vermißt wurde und verschwunden war. Er bat uns, sie zu suchen. Wir fragten zuerst einige ihrer Mitschüler, vier Jungen und ein Mädchen, die am Abend vorher mit ihr zusammengewesen waren, ob sie wüßten, wo Tealinea hingegangen wäre. Sie berichteten alle, daß sie mit Tealinea abends noch in den Tempel der Göttin Sune gegangen waren. (Sune ist die Göttin der Liebe.) Sie waren aber alle früher nach Hause gegangen, als Tealinea. Tealinea hatte sich bis in die Nacht hinein mit der Hohepriesterin des Tempels, Igenia, unterhalten, und wollte danach noch bleiben.

Am Nachmittag gingen wir dann zum Sune-Tempel, um die Hohepriesterin zu fragen, ob sie wüßte, wo das Mädchen sein könnte. Gegen eine angemessene Spende durften wir den unteren Bereich des Sune-Tempels betreten, wo auch die Jugendlichen am letzten Abend gewesen waren. Der Tempel war prächtig eingerichtet, weshalb wir ihn nur barfuß betreten durften. In der unteren Etage des Tempels waren einige Novizen anwesend. Wir fragten, ob wir die Hohepriesterin sprechen könnten, und wurden angewiesen, bis zum Abend zu warten, weil sie im Moment keine Zeit hätte. Einige Stunden später sahen wir die Hohepriesterin durch eine Tür an der Stirnseite des großen Raumes kommen. Sie sah sich kurz um und verschwand wieder durch die gleiche Tür. Ihr Blick erschien uns ein wenig seltsam, etwas zu kalt für die Hohepriesterin eines Sune-Tempels. Während Karotte und Pearl in dem großen Gemeinschaftsraum warteten, folgten ihr Fingas, Ceathwyn und ich.

Wir kamen in den Tempelbereich, in dem sich offensichtlich die Wohnräume der Priester befanden. Über eine nach unten führende Treppe gelangten wir zu einem unterirdischen, anscheinend heiligen See mit magisch leuchtendem Wasser. Wir gingen wieder zurück zu dem Wohnbereich und gelangten schließlich am Ende dieses Bereichs in das Arbeitszimmer der Hohepriesterin. Die Hohepriesterin war nicht anwesend. Auf dem Boden lag ein halb verkohlter Ring. Sonst fanden wir nichts bemerkenswertes. In dem Raum gegenüber des Arbeitszimmers lagen die Hohepriesterin und Tealinea schlafend zusammen auf einem Bett. Anscheinend waren sie betäubt. Wir ließen sie schlafen und gingen in den Raum an der Stirnseite des Flurs.

Als wir diesen Raum betraten, griff uns ein Dämon an. Wir hatten große Mühe, ihn zu besiegen. Als der Dämon schließlich besiegt war, regten sich die Hohepriesterin und Tealinea wieder und kamen zu uns in den kleinen Altarraum. Die Hohepriesterin erzählte uns, daß sie versucht habe, den Ring zu zerstören, in dem sie einen Dämon vermutete. Leider war ihr bei dem Zauber ein Fehler unterlaufen und der Dämon kam frei. Als er erkannte, daß er sich innerhalb eines gegen Magie geschützten Tempels befand, den er nicht verlassen konnte, betäubte er sie erst einmal und suchte nach einer Möglichkeit zur Flucht. Er nahm die Gestalt der Hohepriesterin an, um nicht aufzufallen. Tealinea hatte sich dann mit der vermeintlichen Hohepriesterin länger unterhalten und bemerkt, daß etwas nicht stimmte, weil sie die Hohepriesterin gut kannte. Auch sie war ihr hierher gefolgt und der Dämon hatte sie daraufhin ebenfalls betäubt.

Tealinea kehrte nach dem Gespräch in die Magiergilde zurück. Die Hohepriesterin bot uns als Dank für den Dienst, den wir dem Tempel erwiesen hatten, in dem unterirdischen, heiligen See des Tempels zu baden. Dieses Bad erhöhte die Schönheit und die Ausstrahlung der Badenden auf Dauer. Auch „Seine Spektabilität Saganos" war uns sehr dankbar verkaufte Fingas eine magische Spruchrolle zu einem Vorzugspreis.

06.06.1999

Die Axt

(SL Vera)

22.11.868 EZ

Am darauffolgenden Tag trafen wir im Gasthof beim Abendessen den Zwerg Grazok mit seiner überdimensionalen schwarzen Axt wieder, den wir in Schattental schon kennengelernt hatten. Wir begrüßten ihn kurz, und ich erzählte Ceathwyn von unserem Erlebnis in Schattental.

Der Diebstahl

23.11.868 EZ

Am nächsten Morgen frühstückten wir gerade gemütlich, als der Zwerg entsetzt die Treppe herunter gestürmt kam und schrie, jemand habe ihm seine Axt gestohlen. Auf der Suche nach einem möglichen Schuldigen, fiel sein Blick auf uns, und Grazok beschuldigte uns des Diebstahls, weil wir schon in Schattental großes Interesse an seiner Axt gezeigt hatten. Wir konnten ihn nur mit Mühe überzeugen, daß wir es nicht waren, versprachen aber, ihm gegen eine Belohnung zu helfen, die Axt zurückzubekommen. Er bot uns einen Diamanten im Wert von 500 Goldmark an und wir erklärten uns einverstanden. Wir gingen in das Zimmer des Zwergs, der sich zusehends unwohler fühlte, und Ceathwyn stelle fest, daß der Diebstahl von einem Profi begangen worden war. Grazok wurde immer bleicher und kränker, weil er von seiner Axt nun getrennt war, und auch ein Zauber „Krankheit Heilen" konnte ihm nicht viel Besserung bringen.

Ceathwyn und ich gingen danach in eine Kneipe (manchmal frage ich mich, woher sie nur immer weiß, wen sie wo finden kann), in der sie einen Informanten der Diebesgilde ansprach, der ihr (gegen eine gepfefferte Gebühr) sagte, daß den Diebstahl kein Mitglied der Diebesgilde begangen habe. Es wurde vermutet, daß die „Zentarim", eine Handelsgesellschaft, die mit allen Mitteln ständig versuchte, mehr Macht zu gewinnen, ihre eigenen Leute darauf angesetzt hatten. Die Zentarim wären immer an solchen besonderen magischen Waffen interessiert, weil sie oft mit der „Gilde der Schwarzen Magier" in Zentilfeste, wo der Hauptsitz der Zentarim war, eng zusammenarbeiten würden. Wenn das zutraf, würden sie die Axt bald aus der Stadt schaffen, wir müßten uns also beeilen.

Die Wiederbeschaffung

Wir beschlossen, zunächst zur Karawanserei zu gehen und dort weiterzuforschen, denn Zentilfeste lag weit im Norden von Suzail, und deshalb erschien uns der Karawanenweg als der wahrscheinlichste, die Axt aus der Stadt zu schaffen. Der Karawanenmeister, ein dürrer, gehetzter, aber anscheinend sehr kompetenter Mann namens „Merik", sagte uns, daß tatsächlich bald eine Karawane nach Norden ziehen würde, und die meisten dafür bestimmten Güter in einem bestimmten Lagerhaus schon lagerten.

Wir warteten die Nacht ab und brachen im Schutz der Dunkelheit in das Lagerhaus ein. Ceathwyn fand dort eine ungewöhnlich gut mit Fallen und einem exzellenten Schloß abgesicherte Truhe. Nachdem sie mit Mühe die Fallen entschärft und das Schloß geöffnet hatte, sahen wir in der Truhe, die von innen mit einem Stoff, der magische Ausstrahlungen abschirmte, ausgekleidet war, Grazok‘s große schwarze Axt. Das erklärte auch, warum der Zwerg nicht wußte, in welcher Richtung sie sich befand und so krank geworden war. Wir wickelten die Axt, die wir beide nicht hätten berühren können, ohne uns zu verletzen, in meinen magischen Umhang. Ceathwyn legte dann statt dessen wegen des Gewichtes eine zerbrochene Hellebarde von einer Wache hinein und verschloß die Truhe wieder. Es gelang ihr auch, die Fallen wieder in Betrieb zu setzten.

24.11.868 EZ

Danach beeilten wir uns, zum Gasthof zurückzukommen, denn Grazok würde jetzt die Axt sicher wieder spüren können. Als wir gerade am Gasthof ankamen, kam er uns auch schon entgegen - offensichtlich ging es ihm schon wieder viel besser - und nahm sofort seine Axt wieder an sich. Er gab uns auch bereitwillig den versprochenen Diamanten. Als wir am nächsten Morgen zum Frühstück gingen, war der Zwerg schon wieder abgereist. Ich hoffe nur, daß nie jemand erfährt, wer die Axt zurückgeholt hat, denn mit den „Zentarim" hatten wir einer mächtigen Organisation auf die Füße getreten, deren Arm sehr weit reicht, und die in solchen Dingen absolut keinen Spaß versteht :-| .

 

Die Vereitelung eines Verbrechens

(SL Werner)

24.11.868 EZ

Am Abend saßen Ceathwyn und ich abends gerade in einer Taverne und tranken gemütlich ein Glas Wein zusammen, als die Leute am Nebentisch zu Streiten anfingen. Es waren zwei Männer, ein gutaussehender junger Mann und ein anderer, der eine schwarze Kutte trug und dessen Gesicht von der Kapuze verhüllt war. Plötzlich sprangen sie beide auf. Der junge Mann wandte sich um und wollte gehen, fiel dann aber quer über unseren Tisch. Er gab uns einen Zettel, flüsterte „Rettet Suzail" und starb. Ein Messer steckte in seinem Rücken. Wir wurden beschuldigt, ihn erstochen zu haben, konnten aber im allgemeinen Chaos die Taverne verlassen, bevor die Stadtgarde kam.

In einer Zwangslage

Da wir nun gesucht wurden - und in Suzail gibt es wirklich nicht gerade viele Elfen -, waren wir gezwungen, der Sache nachzugehen, um unsere Unschuld zu beweisen. Auf dem Zettel, den der junge Mann uns gegeben hatte, befand sich ein Stadtplan von Suzail mit eingezeichneten Kreuzen. Wir suchten noch am gleichen Abend einige der angekreuzten Orte auf und stellten fest, daß sich dort überall die Brunnen der Stadt befanden.

25.11.868 EZ

Bei unseren Nachforschungen am nächsten Tag erfuhren wir, daß der junge Mann ein stadtbekannter Barde war, der anscheinend auf die Spur eines geplanten Verbrechens gekommen war. Er hatte auch eine Tochter, mit der wir aber nicht sprechen konnten, weil sie schon seit ein paar Tagen vermißt wurde. Der Wirt unseres Gasthofes, Berthold, erzählte uns beim Abendessen, daß ein neues Waffengeschäft in der Stadt aufgemacht hatte, wo man, wie er gehört hatte, auch sehr ungewöhnliche Waffen verkaufte. Auf unsere Frage hin, beschrieb er uns den Weg dorthin.

Die Nachforschung

Wir gingen noch in der gleichen Nacht zur Wohnung des Barden. Die Tür stand offen die Wohnung war offensichtlich durchsucht worden. Im Zimmer der Tochter sahen wir, anhand einiger Waffen und anderer Gegenstände, daß sie Kontakt zu den Amazonen hatte, die in den südlichen Ausläufern des Donnergipfel-Gebirges, nordwestlich von Saerb lebten. Anscheinend wollte sie gerne Kämpferin werden. Auf dem Schreibtisch im Büro des Barden lag ein Drohbrief, in dem stand, daß seine Tochter, Lolita, entführt worden war und sterben würde, wenn er seine Recherchen nicht aufgeben würde. Wir durchsuchten das Büro genauer, und fanden eine Geheimtür zu einem kleinen versteckten Raum. Diesen Raum hatten die Anderen, die vor uns hier waren, anscheinend nicht entdeckt, und wir fanden dort Hinweise, daß der Barde das Waffengeschäft, das erst vor kurzer Zeit eröffnet hatte, beobachtet hatte. Außerdem fanden wir einen Hinweis auf einen zwielichtigen Spieler, der wohl auch in die Sache verwickelt sein mußte und in den Slums von Suzail wohnte. Wir gingen erstmal zurück zum Gasthof, um uns auszuruhen und forschten am nächsten Tag im Waffengeschäft und bei dem Spieler weiter.

Die Trinkwasservergiftung

26.11.868 EZ

In dem Waffengeschäft gab es tatsächlich neben normalen Waffen auch so ungewöhnliche, wie zum Beispiel Giftdolche, zu kaufen. Die beiden Besitzer des Waffengeschäftes waren uns sehr unsympathisch, so daß wir uns dort nicht lange aufhielten. Das Haus, in dem der Spieler wohnte, war halb verfallen und stand in der ärmlichsten Gegend der Stadt. Es war seltsam, daß ein berufsmäßiger Spieler in einer solchen Gegend wohnte – er mußte sehr viel verloren haben. Wir gingen abends wieder zu diesem Haus und beobachteten es, bis der Spieler herauskam. Wir folgten ihm, in der Hoffnung, so mehr herauszufinden.

Bei der Verfolgung des Spielers bis ins Moor westlich der Stadt, sahen wir, daß er sich mit den beiden Besitzern des Waffengeschäftes und dem Mann mit der schwarzen Kutte, den wir mit dem Barden in dem Lokal gesehen hatten, traf. Jeder erhielt von dem Mann mit der schwarzen Kutte ein Päckchen. Dem zwielichtigen Spieler folgten wir bis nach Hause, wo wir ihn fesselten und verhörten. Das Gift sollte er in einem bestimmten Stadtviertel in die Brunnen verteilen. Wir fragten ihn nach dem Mann in der schwarzen Kutte, und er sagte uns, er wüßte nicht genau, wo der sich aufhalten würde. Wir betäubten den Spieler und nahmen das Päckchen, in dem sich Goldstücke und eine Flasche mit Gift befanden mit, als wir gingen.

Als wir zum Waffengeschäft kamen, konnten wir nach kurzem Kampf den Männern dort ebenfalls zwei Flaschen Gift und Gold abnehmen. Diese beiden Flaschen mit Gift waren allerdings schon halb leer. Einer der Männer sagte uns, wo wir eventuell den Mann mit der schwarzen Kutte finden könnten. Es war im Hafengebiet, wo wir ihn tatsächlich aufstöberten. Als er uns sah, floh er in ein Lagerhaus, aus dem er, Lolita als Schutzschild vor sich haltend, durch die Hintertür in Richtung Fluß floh. Erst als ein paar Amazonen, über die kleine Flußbrücke kamen, über die der Mann hatte fliehen wollen, stieß er das Mädchen von sich und sprang in die Fluten. Er hatte mit dem Geld und dem Päckchen allerdings so viel Gewicht bei sich, daß die Sachen ihn unter Wasser zogen und er in der Strömung ertrank. Die Amazonen kümmerten sich um Lolita, während wir zur Stadtwache gingen.

27.11.868 EZ

Den Auftraggeber, der die Trinkwasservergiftung von Suzail geplant hatte, konnten wir jetzt leider nicht mehr ausfindig machen und auch das Motiv blieb uns verborgen. Wir warnten die Stadtwache, und aufgrund der Beweise für die geplante und zum Teil leider schon durchgeführte Vergiftung des Trinkwassers der Stadt, waren wir nun von jedem Verdacht befreit, den Mord an dem Barden begangen zu haben. Der Offizier der Stadtgarde bedankte sich dafür, daß wir der Stadt einen so großen Dienst erwiesen hatten. Ich frage mich immer noch, wer wohl die Auftraggeber für dieses teuflische Verbrechen war - ob wir wohl irgendwann noch mal mit ihm zu tun haben werden?

27.11.868 EZ - 6.12.868 EZ

In den folgenden Tagen erholten wir uns ein wenig von den letzten Abenteuern, und es passierte nichts aufregendes in dieser Zeit.

Die „Schwarze Wut"

(SL Werner)

7.12.868 EZ

Zehn Tage später hatten Ceathwyn und ich einen Ausflug in den Hafen unternommen und saßen gerade in einer Seemannstaverne, als ein paar Söldner hereinkamen und einen Seemann abführen wollten, der zeterte, er habe doch gar nichts getan. Ich stand auf und fragte die Söldner, warum sie den Mann einfach so mitnehmen wollten. Der Offizier, der dabei war, sah uns an, erkannte in uns die Personen wieder, die Stadt vor der Trinkwasservergiftung gewarnt hatten, und wies sich mit einem magischen Ausweis als Angehöriger einer „Geheimen Garde" aus. Er sagte, wir könnten mitkommen, wenn wir wollten. Wir folgten den Gardisten. Der Seemann wurde von ihnen zu einem Tempel des Gottes Lathander gebracht und dort unter die Aufsicht eines Priesters gestellt. Der Priester erklärte uns, daß sich die Seeleute des Schiffes, von dem der Mann kam, in Marsember bei einer Schlägerei mit der „Schwarzen Wut" angesteckt hätten, einer Krankheit, die nur in dem Stadium der Wut ansteckend ist. Ebenfalls in diesem Stadium erzeugt diese Krankheit eine Bersekerwut in dem Erkrankten, so daß er jeden angreift - auch seine Familie. Ist das Wutstadium vorbei, fallen die Erkrankten in einen tiefen Schlaf, aus dem sie dann meistens gesund erwachen. Nur wenn abzusehen war, daß der Erkrankte im Schlaf sterben würde, wurde ein Zauber „Krankheit heilen über ihn gesprochen, denn meistens gab es gleich sehr viele Erkrankte auf einmal. Gefährlich war die Krankheit nur durch die Berserkerwut, der Frauen und Kinder nichts entgegensetzen konnten, und durch die Panik, die sie erzeugte, wenn in einer Stadt bekannt wurde, daß es Erkrankte gab. Deshalb mußte man die Infizierten so schnell, wie möglich finden und für die Zeit des Wutstadiums unter die Aufsicht eines Priesters stellen.

Hilfe bei der Suche

Wir wurden gefragt, ob wir der „Geheimen Garde" helfen wollten, die restlichen Seeleute des Schiffes zu finden und stimmten sofort zu. Wir suchten zuerst den Kapitän des Schiffes auf, den wir in seiner kleinen Taverne bei seiner Familie fanden. Er war zwar sehr erschrocken, kam aber sofort freiwillig mit, und gab uns auch bereitwillig weitere Informationen über den Aufenthaltsort anderer Seeleute seines Schiffes. Den Schiffskoch fanden wir bei seiner Sauftour in einem der Lokale. Er glaubte uns erst nicht, kam aber dann doch mit zum Tempel. Einen anderen der Seeleute fanden mit seiner Freundin in einer Taverne, die uns der Schiffskoch uns genannt hatte, in einem Separee, und auch er wollte natürlich seine Freundin nicht gefährden und kam freiwillig mit uns mit. Dieser Seemann wußte auch, wo sich sein bester Freund, ebenfalls einer der Seemänner, mit seiner Freundin traf.

Auch die Garde hatte schon einige Leute der Schiffsbesatzung gefunden, so daß für uns nur noch dieser Seemann zu suchen war. Wir fanden ihn in der Stammkneipe der „Suzail-Bullen", der Imbranmannschaft (militantes Hockey) von Suzail, denn er war in die beiden sehr schönen, halbelfischen Bardamen dort verliebt. Da die Mannschaft das auch war, sahen sie den Seemann gar nicht gerne mit den Mädchen flirten, und als wir hereinkamen, waren die Imbranspieler gerade dabei, dem schon recht betrunkenen Seemann dies klarzumachen. Ich verhinderte die Prügelei durch eine Predigt gegen Gewalt, woraufhin sich die Imbranspieler sehr verwirrt zurückzogen. Der Seemann wollte uns nicht glauben, so daß ich gezwungen war, ihn durch Zauber festzuhalten, worauf Ceathwyn ihn mit einem Faustschlag betäubte und sich über die Schulter warf. Immer noch bewußtlos lieferten wir auch diesen Seemann beim Tempel ab. Wieder einmal bedankte man sich bei uns für unsere Hilfe. Ich weiß allerdings nicht, ob der Dank so überschwenglich ausgefallen wäre, wenn man zu dem Zeitpunkt schon die Folgen meiner Predigt gekannt hätte. Die Imbranmannschaft verlor nämlich das nächste Imbranspiel haushoch, weil sich die Spieler weigerten, noch mal jemanden zu schlagen. Ich hatte wohl doch etwas zu erfolgreich gepredigt :-) .

12.06.1999

Die Reisebegleitung

(SL Vera)

9.12.868 EZ

Zwei Tage später sprach uns im Gasthof eine Halbelfe, offensichtlich eine Bardin an. Sie stellte sich mit dem Namen „Seline" vor und fragte uns, ob wir Interesse hätten, sie auf einer längeren Reise über Arabel, und Hochmond nach Selgaunt zu begleiten. Sie könnte uns zwar kein Geld bieten, würde aber nicht gerne allein reisen. Wir hatten uns schon sehr lange Zeit in Suzail aufgehalten und die Ausbildung meiner Gefährten war abgeschlossen, so daß wir zustimmten. Ich hatte sowieso von dieser großen Stadt die Nase voll und wollte endlich mal wieder einen Wald sehen.

10.12.868 EZ - 14.12.868 EZ

Einige von uns machten noch ein paar Einkäufe. Ceathwyn hatte die Idee, mit Handel ein wenig Geld zu verdienen, und deshalb kauften wir auch einige Säcke Tee und Moorkräuter zum Handeln, die in der Stadt „Hochmond", der Hauptstadt von Tiefental, durch die wir reisen würden, wohl sehr begehrt waren. Am nächsten Morgen brachen wir auf und für mich war es eine echte Wohltat, die Stadt endlich verlassen und wieder „frei atmen" zu können. Ich kann sehr gut verstehen, warum es in Suzail so wenig Elfen gibt. Wir kamen gut voran und erreichten ohne weitere Zwischenfälle drei Tage später Arabel, wo wir unsere Vorräte auffüllten und übernachteten.

Neue Freunde

15.12.868 EZ

Im Wald zwischen Arabel und Griso entdeckte Pearl zwei Tage später eine kleine Gruppe Baumhirten (lebende, bewegliche, intelligente Bäume), anscheinend eine Familie. Der kleinste, Eichenblatt, unterhielt sich sogar ein wenig mit uns und stellte uns auch seine Schwester, Baumwurzel, vor. Die beiden älteren sprachen überhaupt nicht (vielleicht schliefen sie auch gerade) und der uralte sprach immer nur von Dingen, die früher passiert waren, als er noch jung war. Eichenblatt erzählte, daß auch die Baumhirten froh waren, daß der Baum in Griso geheilt worden war und freute sich, in uns die dafür verantwortlichen Abenteurer kennenzulernen. Er sagte, daß die Baumhirten in dieser Zeit viel damit zu tun hatten, die Orks daran zu hindern, den Wald in Brand zu setzen. Orks waren immer sehr unvorsichtig im Umgang mit Feuer. Sie hatten sich aufgeteilt und wären gerade erst jetzt wieder hier zusammengekommen, um Erfahrungen auszutauschen und wieder beisammen zu sein. Aus meiner Heimat kannte ich Baumhirten, aber Ceathwyn, Fingas, Pearl und Karotte hatten anscheinend noch nie einen gesehen. Sie wollten Eichenblatt sogar berühren, um sich zu überzeugen, daß sie nicht träumen, was er auch amüsiert zuließ. Nach dem Gespräch verließen wir die Baumhirten wieder mit der Versicherung, auch in Zukunft vorsichtig mit Feuer im Wald zu sein, und ich glaube in Eichenblatt und Baumwurzel haben wir neue Freunde gewonnen.

16.12.868 EZ

Kurz vor Griso sahen wir am nächsten Tag ein Spinnennetz im Wald glitzern, und obwohl wir es nicht berührten, griffen uns fünf Große Spinnen an, die uns aber zum Glück nicht gebissen haben, denn sie waren giftig. In Griso konnten wir uns noch mal selbst davon überzeugen, daß der magische Baum wieder vollkommen gesund war. Wir übernachteten wieder bei Drachalus, der sich noch mal herzlich bei uns bedankte.

Die Donnerkluft

17.12.868 EZ

Am nächsten Morgen reisten wir weiter in Richtung Donnergipfel-Gebirge. Am Nachmittag beschlossen wir, vor der Donnerkluft, die sehr steil und schmal war, zu übernachten und erst am nächsten Morgen weiterzureisen. In der Nacht verwirrte uns eine kleine Giftschlange, die wohl auf Nahrungssuche war, sich aber immer, wenn jemand auf sie zukam, erschrocken wieder zurückzog. Als sie allerdings von Ceathwyn verfolgt und angegriffen wurde, versuchte sie, sie zu beißen. Die Schlange und Ceathwyn trafen sich gegenseitig nicht. Wir ließen sie in Ruhe ziehen, und die Schlange hatte sich danach anscheinend woanders auf Beutesuche begeben, den sie tauchte auch nicht mehr auf.

18.12.868 EZ - 21.12.868 EZ

Der Weg durch den Paß war schwierig für uns und noch schwieriger für die Pferde, so daß wir zwei Tage brauchten, um ihn zu überqueren. Als der Weg wieder flacher und breiter wurde, fanden wir eine Höhle in den Felsen. Wir überlegten gerade, ob wir dort übernachten könnten, als uns ein recht großes Tier von hinten angriff. Außerdem stieß es auch noch ein so ohrenbetäubendes Brüllen aus, von dem wir beinahe taub geworden wären. Pearl wurde tatsächlich sosehr von Furcht erfaßt, daß sie kaum kämpfen konnte und ich ihre Furcht bannen mußte. Mit vereinten Kräften besiegten wir das Tier schließlich und nahmen uns nun die Zeit, es uns näher anzusehen. Es sah aus, wie ein sehr großer Löwe mit Flügeln, und ich erinnerte mich an Erzählungen von „Drachenlöwen" und deren Gefährlichkeit und Stärke. In der Höhle selbst fanden wir zwar nichts weiter, aber in der Umgebung der Höhle waren einige noch recht gut erhaltene Tränke und Schriftrollen ehemaliger Opfer des Drachenlöwen, sowie Edelsteine und Münzen zu finden. Wir übernachteten in der Höhle, die jetzt nicht mehr bewohnt war, und reisten am nächsten Morgen weiter - etwas reicher als vor dem Kampf.

23.12.868 EZ

Nach zwei weiteren Tagen erreichten wir am späten Nachmittag Hochmond, die Hauptstadt von Tiefental.

Hochmond

Obwohl Hochmond die Hauptstadt von Tiefental war, war es eine kleine Stadt, in der ca. 2000 der rund 5000 Einwohner von Tiefental lebten, von denen ungefähr 60% Elfen und Halbelfen waren. Eine Stadtmauer war gerade im Aufbau und die Stadt verfügte über eine starke Garde sowie zwei Eliteeinheiten elfischer Langbogenschützen. Hier mieteten wir uns Zimmer im Gasthof „Bei den drei kleinen Bäumen", dessen Wirt, Sagantin, ein Halbelf war. Der Gasthof hatte einen schönen Innenhof mit einem Bad, einem Garten und einem kleinen Teich, in dem man schwimmen konnte. Sagantin wußte anscheinend genau, wie man auch elfische Gäste zufrieden stellt. Ceathwyn und ich fühlten uns dort wohler, als in jedem anderen Gasthof bisher, denn es gab auch elfisches Essen. Aber auch unsere Gefährten fühlten sich dort sehr wohl.

Wir blieben zwei Tage in Hochmond, und füllten unsere Vorräte auf. Hier war es sogar möglich, exzellente Pfeile zu kaufen, die besser trafen und auch mehr Schaden verursachten, als normale Pfeile. Die Pfeilspitzen stellte der Schmied, Rambold, selbst her und die Pfeilschäfte bezog er von den Elfen. Der Schmied hatte auch sonst sehr gute Waffen, und verhüttete das in der Mine in den Bergen im Südwesten, oberhalb der Quelle des Flusses „Arkhen", gewonnene Erz selbst zu Stahl.

Wir konnten unsere Handelswaren mit einem guten Gewinn verkaufen und kauften beim gleichen Händler, dem Halbelfen Ranul, Waldkräuter, Waldpilze und Gewürze ein, die wir in Selgaunt wieder verkaufen wollten.

Ein gemeinsames Grundstück für die Gruppe

24.12.868 EZ

Um etwas Geld gut anzulegen, wollte ich mir ein kleines Haus kaufen. Meine Gefährten schlossen sich an, so daß wir uns an der Stadtgrenze im Wald ein gemeinsames Grundstück kauften und den Elfenpriester, Aleran Silberbeere, Hohepriester im Tempel des Gottes Oghma, beauftragten, uns elfische Häuser wachsen zu lassen. Elfische Häuser bestehen aus Pflanzen, die man durch Zauber in gewünschter Form wachsen läßt. Auch die Pflege des Grundstücks und der Häuser übernahm der Tempel für uns gegen eine entsprechend große Spende (für 5 Jahre). Wir bezahlten auch die Steuern gleich für zehn Jahre im Voraus, denn wir konnten nicht wissen, wann wir wiederkommen würden.

Ein Name für die Gruppe

25.12.868 EZ

Anläßlich des gemeinsamen Kaufs eines Grundstücks, entschlossen wir uns, unserer Gruppe einen Namen zu geben. Wir entschieden und für den Namen „Die Glorreichen Chaoten". (Mir persönlich gefällt der Name nicht so gut, aber ich wurde leider überstimmt :-( .)

Wieder unterwegs

26.12.868 EZ

Wir hatten gehört, daß in der Ebene vor Selgaunt Oger gesehen worden waren und beschlossen deshalb, über Ordulin auf der Straße weiterzureisen, statt querfeldein den direkten Weg zu nehmen. Am Nachmittag nach unserem Aufbruch sahen wir eine kleine Familie Schwarzbären, die unseren Weg kreuzten. Da die Bären nicht aggressiv waren, ließen wir sie in Ruhe. Sie wanderten zum Waldrand und wieder zurück und verschwanden dann im Wald. Als wir dann abends am Lagerfeuer saßen, kam ein Druide an unser Feuer. Er war ein sehr großer, schlanker, Mensch mit dunkelbraunen, schulterlangen Haaren und grauen Augen. Irgendwie fühlten wir, daß wir einen wichtigen Mann vor uns hatten, denn es ging eine Aura der Macht von ihm aus. Er stellte sich mit dem Namen „Laturat" vor und zeigte sich erfreut, daß wir die Bären in Ruhe gelassen hatten. Anscheinend hatte er mit anderen Reisenden schon andere Erfahrungen gemacht. Er sagte uns, daß er einer von vier Druiden in den Talländern wäre, die direkt unter dem Erzdruiden standen. Einer von ihnen würde in den nächsten Jahren Erzdruide werden. Der Hullack-Wald, der westliche Cormanthor und der Bogenwald waren seine Gebiete. Er nahm unsere Einladung an, bei uns mit zu übernachten, und ich glaube, auch in Laturat hatten wir durch unser Verhalten einen neuen Freund gewonnen.

27.12.868 EZ - 28.12.868 EZ

Am nächsten Tag griff uns gegen Mittag ein Rudel ausgehungerter Wölfe an. Als wir ein paar der stärksten getötet hatten, zogen sich die anderen zurück - anscheinend waren wir ihnen doch als Beute zu wehrhaft, Hunger hin, Hunger her...

Weitere eineinhalb Tage Reise bis Ordulin verliefen ereignislos.

Ordulin

Ordulin war ein merkwürdiger Ort an einer reichen Wasserquelle mitten in der Steppe. Die einzigen Häuser aus Stein sind das Gasthaus mit Stall, ein kleines Verwaltungsgebäude des Bürgermeisters und ein Händler. Alle anderen Bewohner schienen nur vorübergehend dort zu wohnen, denn sie hatten nur Zelte. Einige waren anscheinend Durchreisende, während andere stabilere Zelte hatten, die wohl schon etwas länger dort standen.

Auch Gesetze gab es so gut wie keine und nur ein paar Nachtwächter sahen wir dort. Aber wir wurden gewarnt, uns nicht um das Wasser aus der Quelle zu streiten. Es schien das einzige, dafür aber wirklich strenge Gesetz zu sein, daß jedem Zugang zur Quelle zu gewähren war. Uns wurde gesagt, daß die Todesstrafe darauf stand, jemandem den Zugang zur Quelle zu verwehren.

Ordulin war trotz allem ein sehr belebter Ort, denn es lag an der Kreuzung zweier Handelsstraßen in West-Ost- und Nord-Süd-Richtung. Im Gasthaus mieteten wir uns Zimmer für die Nacht. Schon am nächsten Morgen zogen wir weiter Richtung Süden, nach Selgaunt.

29.12.868 EZ - 31.12.868 EZ

Die Straße zwischen Ordulin und Selgaunt wurde anscheinend viel genutzt, denn uns begegneten jetzt viel mehr Wagen und Leute. Auch ein Handelswagen der „Flying Merchants" kam uns entgegen, den wir anhielten, weil einige von uns sehen wollten, was der Händler anzubieten hatte. Den Zwerg, der den Wagen fuhr, kannten wir nicht, aber wir hatten mit einem anderen Händler dieser Gesellschaft, Geruk, gute Erfahrungen gemacht. Einige von uns kauften etwas ein, und als wir dem Zwerg von Geruk erzählten, den wir getroffen hatten, ließ er uns Grüße ausrichten, falls wir ihn wieder treffen sollten.

Drei Tage nachdem wir Ordulin verlassen hatten erreichten wir am frühen Abend unser Ziel - Selgaunt.

Selgaunt

Selgaunt war wieder eine sehr große Stadt mit ca. 150.000 Einwohnern, die gut befestigt war und einen größeren Hafen besaß, als Suzail, denn es gab mehr Überseehandel. Selgaunt war die Hauptstadt des großen Landes Sembia. Hier gab es einen Handelsbürgermeister, den „Hulorn" Andeth Ichammer, einen Zauberkundigen, der zugleich auch der Herrscher von Sembia war. Hier lag die Macht auch zum großen Teil in den Händen der reichen Händler, die sich auch eine gute, große Stadtgarde einiges kosten ließen, denn es gab hier auch eine mächtige Diebesgilde (wie nicht anders zu erwarten war). Wir hörten auch, daß der eigentliche inoffizielle Herrscher ein Mann namens „Raithsporn" war, der Anführer der „Ritter von Selgaunt", wie sich die Stadtgarde hier nannte. Ich begann mich schon wieder unwohl zu fühlen - die Stadt war mir einfach zu groß und erinnerte mich deshalb zu sehr an Suzail.

Wir mieteten uns Zimmer im Gasthof „Zur großen Seeschlange", der am Rand des wohlhabenden Viertels zum Hafen hin lag. Es war nicht billig, dort zu wohnen, aber man konnte vom ersten Stock den ganzen Hafen überblicken.

Seline bedankte sich sehr herzlich für unsere Begleitung auf dieser Reise, blieb aber leider nur eine Nacht in dem Gasthof und reiste dann weiter. Ob wir sie wohl je wiedersehen werden?

19.06.1999

Getrennte Erfahrungen

(SL Werner)

31.12.868 EZ

Einige von uns mußten sich wieder weiterbilden, und deshalb trennten wir uns für kurze Zeit. Karotte verpflichtete sich für einige Zeit bei der Stadtgarde, den „Rittern von Selgaunt". Pearl traf in Selgaunt einen älteren, sehr erfahrenen Waldläufer aus Hochmond, einen Elfen namens Arugantin Graufalke, den sie auf dem Rückweg in seine Wälder (Bogenwald und Cormanthor) begleitete, um von ihm zu lernen. Ich war leider schon weg, denn ich hätte Arugantin gern begrüßt - als Kind hatte ich ihn hin und wieder getroffen, wenn er unsere Stadt besuchte.

Wir verkauften unsere Handelswaren bei einem Großhändler auf dem Markt, der uns einen guten Preis dafür zahlte. Er hieß „Faruk di Grassano". Ceathwyn, Fingas und ich hatten einen kleinen Auftrag von ihm angenommen, in Tidfort, einem kleinen Fürstentum drei Tagesreisen nördlich von Ordulin, dem Herrscher zum Geburtstag ein Geschenk zu überreichen.

Bis zum Geburtstag des Fürsten waren es allerdings noch ca. sechs Wochen. Wir beschlossen deshalb, vorher in meine Heimatstadt zu reisen, weil Ceathwyn sie gerne einmal kennenlernen wollte.

 

Wieder zu Hause

(SL Werner)

32.12.868 EZ - 35.12.868 EZ

Am nächsten Morgen fanden wir ein Flußschiff, das den Arkhen hinauf bis zur Bogenbrücke fuhr und konnten dort als Schiffswachen mitfahren. In der zweiten Nacht wurde das Boot von drei sehr starken Ogern angegriffen, die wir nach einem sehr harten Kampf besiegten. Das Boot konnte gerade noch ablegen, bevor die kurze Zeit später nachrückenden Oger nahe genug zum Angriff herangekommen waren.

36.12.868 EZ - 8.1.869 EZ

Die weiteren zwei Tage Reise verliefen zum Glück ungestört. Von der Bogenbrücke aus reisten wir fünf Tage lang zu Fuß weiter nach Hochmond, wo wir sehen konnten, wie unsere Häuser wuchsen. Sogar der Teich, den wir auch in Auftrag gegeben hatten, war schon fertig. Ich kaufte mir dort ein Boot, groß genug, daß wir alle damit reisen konnten. Wir drei fuhren damit den Fluß „Glaemril" und dann den Fluß „Ashaba" hinauf bis nach Wolkensang, meiner Heimatstadt, wo wir weitere sieben Tage später ankamen. Endlich mal wieder zu Hause in einem richtigen Elfenhaus im Wald - das war herrlich. Meine Eltern begrüßten uns alle sehr herzlich. Als sie erfuhren, daß Ceathwyn keine Familie mehr hatte, umarmten sie wie eine Tochter. Ich freute mich, daß Ceathwyn nun in unsere Familie aufgenommen worden war.

8.1.869 EZ

Abends wurde ein Fest gefeiert, zu dem alle Verwandten, unsere guten Freunde und auch alle unser Priester der Stadt kamen. Ich glaube, Ceathwyn hat sich mit „Renalan Mondsilber", dem Priester des Erevan-Schreins angefreundet, denn ich sah sie zusammen lachen. Die Priesterin des Hanali-Schreins, „Tealine Goldhaar", freute sich zu sehen, daß ich jetzt in Ceathwyn auch eine Partnerin gefunden hatte. Shaola begrüßte mich ebenfalls herzlich. Ich mag sie sehr, aber ich werde wohl nie ganz meine Ehrfurcht vor ihr verlieren - vielleicht, weil ich so viel von ihr gelernt habe.

8.1.869 EZ - 12.1.869 EZ

Vier Tage später verabschiedeten wir uns wieder, was uns allen nicht leicht fiel. Zu der Zeit ahnte ich noch nicht, wie schnell ich noch mal wiederkommen würde.

19.06.1999

Der rechtmäßige Erbe

(SL Werner)

12.1.869 EZ - 20.1.869 EZ

Wir fuhren mit dem Boot zurück nach Hochmond. Von dort aus nahmen wir den Landweg am Ufer des Ashaba entlang, weil es dort zwischen dem „Yvenweiher" und der „Schwarzfederbrücke" in den Felsen im Osten starke Stromschnellen gab.

21.1.869 EZ

Am zehnten Tag unserer Reise, kurz hinter der Schwarzfederbrücke, hörten wir schon von weitem Kampfgeräusche. Als wir um die Wegbiegung kamen, sahen wir einen Mann mit seinem Streitroß, der von zehn bewaffneten anderen Männern bedrängt wurde. Da wir von weitem nicht erkennen konnten, wer im recht war, rief ich die Männer an, worauf einige von ihnen statt zu antworten uns angriffen. Also schlugen wir uns auf die Seite des Mannes mit dem Streitroß, und kämpften die Angreifer nieder. Nur wenige von ihnen überlebten den Kampf.

Der Mann, der sich mit dem Namen „Dwarhelm" vorstellte, bedankte sich ganz herzlich bei uns für die Hilfe. Allerdings war er selbst auch ein sehr guter Kämpfer, und auch sein Streitroß hatte gut mitgekämpft. Nachdem ich seine Wunden, die meiner Gefährten und die seines Streitroßes versorgt hatte, fragten wir die Überlebenden der Angreifer aus. Es stellte sich heraus, daß sie beauftragt worden waren, Dwarhelm zu überfallen. Wir konnten aber leider nicht erfahren, wer den Auftrag erteilt hatte. Dwarhelm erzählte uns von einem Grab eines der „Alten Seemeister" (eine vor Tausenden von Jahren hier herrschende böse Magiergilde) in der Nähe, das er erforschen wolle, und fragte uns, ob wir mitkommen wollten. Mir war gefiel das nicht, denn wir Elfen stören die Ruhe der Toten nicht. Ceathwyn, Fingas und Dwarhelm überredeten mich aber dann doch, mitzukommen. Schließlich könnte etwas Böses in diesem Grab noch aktiv sein, und das müßte dann vernichtet werden. Nachdem wir uns ausgeruht hatten, machten wir uns auf den Weg zum Grab.

22.1.869 EZ

Nicht weit von dem Kampfplatz entfernt stießen wir auf das Grab, und Dwarhelm sagte uns nun seinen richtigen Namen: Elrohir. Er erzählte, daß er der legale Sohn des ehemaligen Fürsten von Tidfort sei und der jetzige Herrscher, Gardwin, vor etlichen Jahren durch einen Putsch auf den Thron gekommen war, bei dem seine ganze Familie getötet worden war. Er selbst wurde von einem guten Freund der Familie ausgebildet und wolle nun den Thron zurückfordern. Dafür brauche er aber den Ring und das Schwert aus dem Familienbesitz. Diese beiden Insignien waren damals durch die Getreuen seines Vaters in diese Grabkammer gebracht worden. Er wollte auch nur diese beiden Dinge aus dem Grab haben, alles andere, was wir finden würden, könnten wir behalten. Er war ein sympathischer, rechtschaffener Mensch, und wir versprachen ihm unsere Hilfe.

Das Grab

Wir drangen in das unterirdische Grab ein, wobei Ceathwyn vorausging und Elrohir ihr folgte. Er wollte von mir wissen, ob es einen bestimmten Grund gäbe, warum ich wollte, daß Ceathwyn vorausging, und ich antwortete nur, das es schon einen bestimmten Grund dafür gab. Als Ceathwyn die ersten Fallen fand und entschärfte bzw. kennzeichnete, wenn sie nicht entschärfen konnte, fragte er nicht mehr :-) .

In dem Eingang und in dem ersten Raum fanden wir nur Leichen und Mumien. Über der gegenüberliegenden Tür war das Zeichen zweier Schlangen, die sich ringförmig gegenseitig in den Schwanz bissen. Fingas gelang es, durch Nachzeichnen eines komplizierten, magischen Musters von Linien in diesem Zeichen die Tür darunter zu öffnen.

Im zweiten Raum stand in jeder Ecke eine Statue. Fingas sah sie sich genauer an und entdeckte magische Fallen an ihnen. Er warnte uns, die Statuen nicht zu berühren. In den beiden kleinen Räumen seitlich dieses Raumes befanden sich auch nur Mumien. An der gegenüberliegenden Stirnseite des Raumes war wieder eine Falle angebracht, die man, wie Ceathwyn feststellte, mit einem Hebel hinter einer der Statuen deaktivieren konnte. Nur mit Mühe gelang es Ceathwyn, den Hebel umzulegen, ohne die Statue zu berühren.

Wir gingen in den kurzen Gang dahinter, und gelangten zu zwei Toten, von denen einer ein längliches Paket hielt, und der andere einen noch gut erhaltenen Ring trug. Den Ring erkannte Elrohir sofort als den Siegelring seiner Familie, und das Päckchen enthielt das magische Familienschwert. Beides nahm er an sich. In dem folgenden Raum befanden sich nur fünf aufgebahrte Mumien. Da Elrohir nun seine Familieninsignien hatte, machte ich den Vorschlag, das Grab wieder zu verlassen. Aber meine Gefährten wollten es ganz durchsuchen, falls es doch noch etwas aktives Böses darin gäbe. Das gefiel mir zwar nicht, aber ich mußte zugeben, daß sie recht haben könnten, und erklärte mich widerwillig bereit, zu bleiben.

Als wir den Raum mit den fünf Mumien betraten, erschienen aus dem nichts drei humanoid aussehende „Schwarze Schatten", mit denen wir hart zu kämpfen hatten. Wir besiegten die Wesen in einem sehr harten Kampf und sahen uns dann nochmal genau um, ob es in diesem Raum Geheimtüren gab. Wir fanden tatsächlich eine Bodenklappe, die sich öffnete, als wir eine der Bahren beiseite schoben. Fingas stieg die Leiter hinab, und wir folgten ihm.

In diesem Raum war eine gut erhaltene Leiche aufgebahrt, die prächtige Kleider und zwei Ringe trug und ein Amulett mit einem Diamanten umhatte. Der eine der beiden Ringe war ein sehr gefährlicher, böser, magischer Ring, mit dem man Tote beleben konnte, wie Fingas uns erklärte. Der andere Ring und das Amulett waren zwar magisch, aber nicht direkt böse, stellte er fest. Diese beiden Gegenstände nahmen wir mit, genauso, wie den Inhalt der im Raum stehenden Truhe, in der sich Geld und Juwelen befanden. Fingas entzündete unter der Hand des Toten mit dem anderen, bösen Ring ein Feuer, um diesen Gegenstand zu zerstören. Er ging noch mal runter, um nachzusehen, ob der Ring vernichtet worden war. Fingas sah, daß der Ring nicht völlig zerstört war, und mußte sogar ein zweites Feuer legen, um den Ring endgültig zu vernichten.

Danach verließen wir das Grab. Obwohl wir tatsächlich etwas anscheinend sehr Böses hatten vernichten können, werde ich niemals ein Grab betreten, wenn es nicht unbedingt sein muß - man soll die Toten ruhen lassen :-| .

Tidfort

23.1.869 EZ - 26.1.869 EZ

In den folgenden Tagen begleiteten wir Elrohir, der mir persönlich immer sympathischer wurde, nach Tidfort, wo er den unrechtmäßigen Herrscher am Geburtstagsfest zum öffentlichen Zweikampf fordern wollte. Im Gasthaus „Weiße Taube" stellte er sich wieder mit dem Namen Dwarhelm vor, denn er wollte unerkannt bleiben. Er bat uns auch, ihm zu helfen, einige Kontakte zu knüpfen. Wir sprachen Termine für ihn ab und bewachten ihn.

27.1.869 EZ

Auf dem Weg zu einer dieser Terminabsprachen, sahen wir, wie drei große Männer, einen kleinen, dürren Mann in einer Seitengasse zusammenschlugen. Ceathwyn und ich halfen dem kleineren Mann, während Fingas Elrohir weiter folgte. Die drei Männer bekamen alle ein paar kleine Blessuren vom Kampf mit Ceathwyn und mir, so daß sie sich zurückzogen. Der kleinere Mann sagte, er sei ein Sprachgelehrter und stellte sich mit dem Namen „McWarden" vor. Er bedankte sich sehr für unsere Hilfe und ging.

Wir folgten Elrohir und Fingas, die wir in einem Lokal wieder trafen. Fingas flirtete sehr heftig mit einem jungen Mädchen, das gerade dabei war, ihn zu verführen. Sie war wirklich hübsch, diese Lore. Aber wir hatten wichtigeres zu tun, als zu flirten, und durften Elrohir im Moment nicht aus den Augen lassen. Das erklärte ich Fingas mit einiger Mühe, so daß er sich schließlich widerwillig von Lore verabschiedete.

28.1.869 EZ

In der folgenden Nacht im Gasthof, wurden Ceathwyn und ich durch einen Lärm geweckt, der anscheinend aus Fingas Zimmer kam. Als wir in den Flur kamen, sahen wir drei sehr wütende Männer, die Fingas bedrohten, ihm vorwarfen, er hätte ihre Schwester entehrt. Sie verlangten eine Wiedergutmachung in Form einer höheren Summe Geldes. Die Schwester war Lore, die sich offensichtlich in der Nacht zu Fingas geschlichen hatte, denn eindeutiger hätte die Situation nicht sein können. In den drei Männern erkannten wir die gleichen Männer wieder, die Ceathwyn im Laufe des Tages verprügelt hatte, als wir dem Sprachgelehrten McWarden halfen. Ich verhandelte mit den Brüdern von Lore und zahlte statt der geforderten 200 Goldmark nur 100 Goldmark Wiedergutmachung, denn schließlich war auch die Ehre von Fingas beschmutzt worden. Lore ging widerstrebend mit ihren Brüdern nach Hause, und Ceathwyn und ich gingen zurück ins Bett, wo wir uns noch ein wenig über Fingas violette Unterhosen und seine zerzausten Haare amüsierten. Es war ein wirklich erhebendes Bild, unseren seriösen Magier mal so zu sehen :-) .

Angriff der Assassinen

29.1.869 EZ

Als wir am nächsten Tag mit Elrohir gerade von dem letzten Treffen zurückkamen, wurden wir im Hof des Gasthauses von zwölf gedungenen Assassinen angegriffen. Diese hatten offensichtlich den Auftrag uns, insbesondere Elrohir, zu töten. Es war ein langer und harter Kampf. Nachdem wir die Assassinen besiegt hatten, versteckten wir uns bei einem Bekannten von Elrohir bis zum nächsten Tag, an dem das Geburtstagsfest stattfand. Elrohir wollte auf dem Fest den unrechtmäßigen Herrscher, Gardwin, zum Zweikampf herausfordern und so ein Gottesurteil über seine rechtmäßigen Ansprüche herbeiführen. Bei den Treffen vorher hatten die noch gebliebenen vertrauenswürdigen Freunde seiner Familie ihm ihre Unterstützung zugesagt, und wir hatten auch erfahren, daß dieses Gottesurteil durch Zweikampf rechtens war, wenn ein Priester des örtlichen Gottes des Lichts, Xan, dabei anwesend war. Die Xan-Priester würden aber bei dem Fest auf jeden Fall anwesend sein.

Das Geburtstagsfest

30.1.869 EZ

Als das Fest begann, hielt der Herrscher nach der Tradition zuerst Gericht über verschiedene Anklagen. Wir hörten von Gardwin, nur ungerechte und unbegründete Urteile. Als letzter trat dann Elrohir vor, klagte den Herrscher, Gardwin, selbst an, die Macht mit Gewalt und unrechtmäßig an sich gerissen zu haben und forderte den Zweikampf. Er bekam auch die versprochene Unterstützung von seinen Freunden aus dem Volk, und Gardwin blieb nichts anderes übrig, als sich dem Kampf auf Leben und Tod zu stellen.

Nach längerem Kampf gewann schließlich Elrohir, in dem wir einen guten Freund gewonnen hatten, und um den ich mir richtig Sorgen gemacht hatte, denn er blutete am Ende des Kampfes aus mehreren tiefen Wunden. Ich ging sofort nach Ende des Kampfes zu ihm und sprach einige Heilzauber über ihn, so daß sich die schlimmsten Wunden wieder schlossen. Danach hob er zuerst die Urteile der Gerichtsverhandlung auf und sprach andere, gerechte Urteile aus. Das Fest ging noch bis spät in die Nacht hinein weiter, denn auch Elrohir hatte an dem Tag Geburtstag. Wir überreichten Elrohir das Geschenk von Faruk di Grassano, und ich versprach ihm, bei meiner Hohepriesterin meinen Einfluß geltend zu machen, damit er den Frieden mit den Elfen erhalten konnte.

31.1.869 EZ - 39.1.869 EZ

Es wurde nun auch für Ceathwyn, Fingas und mich Zeit, uns weiterzubilden, und ich schlug vor, dies in meiner Heimatstadt zu tun. Beide stimmten zu, und schneller, als ich je vermutet hätte, reisten wir noch einmal dorthin. Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns herzlich von Elrohir und reisten auf einem etwas anderen Weg über Hochmond nach Wolkensang.

 

Nochmal wieder zu Hause

(SL Werner)

39.1.869 EZ - 38.2.869 EZ

Acht Tage später kamen wir wieder in Wolkensang an. Auch meine Eltern und unsere Hohepriesterin Shaola waren überrascht, uns so schnell wiederzusehen. Ceathwyn durfte auf meine Bitte hin von den Kämpfern unseres Tempels lernen, während Fingas sich zu unserer Magierin, Tahiba Sternenglanz, begab, die ungefähr eine knappe Tagesreise außerhalb unserer Stadt in nördlicher Richtung im Wald lebte. Sie erhielt zwar nicht gerne Besuch, aber anscheinend hat sie Fingas doch einiges gelehrt, denn er sprach ganz begeistert von ihrem Wissen. Ich selbst lernte und meditierte in unserem Tempel und hatte auch die Gelegenheit, bei Renalan Mondsilber, dem Priester des Gottes Erevan, ein kleines Geschenk für Ceathwyn zu besorgen. Mein Vater war so nett, mir in diesen vier Wochen eine Truhe zu bauen, in der ich meine Ersparnisse aufbewahren konnte. Diese gab ich vorerst Shaola, die mir versprach, sie für mich zu verwahren.

19.2.869 EZ

Bei einem Ausflug in den Wald zwei Wochen später, trafen Ceathwyn und ich ein Einhorn, das sich noch an mich als Kind erinnern konnte. Mir fiel dann auch wieder ein, daß ich einmal auf einem Einhorn geritten war, aber ich wußte nicht mehr, daß es dieses Einhorn war. Es sagte, sein Name wäre „Leichthuf" und fragte Ceathwyn, wer sie sei. Da Ceathwyn vor lauter Staunen nicht antworten konnte, stellte ich sie vor. Ich konnte kaum glauben, daß Ceathwyn noch nie ein Einhorn gesehen hatte, denn für mich war der Anblick normal. Wir sahen immer mal wieder eins der Einhörner im Wald, aber sie sprachen nicht oft mit uns, und wir ließen ihnen ihren Willen.

32.2.869 EZ

Im Laufe der vierten Woche unserer Weiterbildung kam überraschenderweise Arugantin Graufalke in Begleitung von Pearl in unsere Stadt. Wir badeten gerade im Fluß und versuchten Fingas zu überreden mitzuschwimmen. Als Fingas sah, daß sogar Arugantin, der gerne schwamm, sofort zu uns in den Fluß sprang, ging er kurz ins Haus, kam in einem violetten Badeanzug mit hellrosanen Querstreifen :-) wieder und sprang auch in den Fluß. Wie sich herausstellte, war er ein sehr guter Schwimmer, aber über den Badeanzug amüsieren wir uns heute noch. Ich freute mich sehr, Arugantin wiederzusehen. Ich hatte ihn schon als Kind sehr gemocht, obwohl er immer sehr schweigsam war. Ich begrüßte ihn herzlich, denn ich hatte ihn lange nicht gesehen. Es war auch schön, Pearl wiederzutreffen, und ich wußte, in Arugantin hatte sie einen hervorragenden Lehrer. Allerdings frage ich mich immer noch, wie es ihr wohl gelungen war, ihn dazu zu überreden, denn er hatte seit ca. 150 Jahren keinen Schüler mehr unterrichtet.

39.2.869 EZ

Kurze Zeit später war unsere Ausbildung beendet, und reisten wir ab in Richtung Selgaunt, um wieder mit Karotte zusammenzutreffen, der sicher inzwischen seine Weiterbildung beendet hatte. Diesmal hatte ich das sichere Gefühl, daß es ein Abschied für eine längere Zeit war, und bei dem Gedanken an Selgaunt, dieser riesigen Stadt, wurde mir jetzt schon unwohl. Ich hoffte, daß wir nicht zu lange dort bleiben würden.

26.06.1999

Die Schlacht am Pantoffelsee

(SL Werner)

39.2.869 EZ - 4.3.869 EZ

In der Ebene zwischen dem Bogenwald und der Grenze von Sembia waren in letzter Zeit vermehrt Oger gesehen worden. Deshalb hatten die Länder Bogental und Tiefental ein Bündnis geschlossen. Weil wir durch Bogental nach Selgaunt reisen wollten, wurden wir in Hochmond vom Grafen Teremen gebeten, eine Nachricht für den kürzlich verstärkten Grenzposten von Bogental am Pantoffelsee, an der Grenze nach Sembia, mitzunehmen.

5.3.869 EZ - 7.3.869 EZ

Drei Tage später erreichten wir nachmittags den Grenzposten, der nun schon mehr nach einer starken Festung aussah. Wir sahen, wie gerade am Ufer des Sees Kisten mit Waren für den Posten ausgeladen wurden. Es befand sich sogar eine kleine Einheit der „Amazonen von Saerb" innerhalb des Grenzpostens. Anscheinend war die Gefahr durch die Oger sehr groß geworden.

Die Leiche

Der Kommandant des Grenzpostens, Hauptmann Arik, empfing uns freundlich. Er las gerade die Nachricht, die wir ihm übergaben, als von draußen laute Rufe zu hören waren. Die Soldaten beschwerten sich, das Wasser im Brunnen sei nicht mehr gut und hätte einen Beigeschmack von Blut. Hauptmann Arik ließ einen Soldaten in den Brunnen steigen, der eine verstümmelte Leiche heraufbrachte, deren Gesicht unkenntlich gemacht worden war. Anhand eines Abzeichens an der Uniform der Leiche war aber zu erkennen, daß es sich um einen der Offiziere handeln mußte. Hauptmann Arik ließ alle seine Offiziere antreten und stellte fest, daß niemand fehlte. Der Priester des Grenzpostens konnte feststellen, daß der Tote zwischen 12:00 Uhr und 14:30 Uhr ermordet worden sein mußte. Das war kurz vor unserer Ankunft gewesen. Noch während die Leiche weggebracht wurde, sahen wir die Ratsherrin der Amazonen, Arsufa, mit ihren Leibwachen ankommen. Sie war gekommen, um sich mit dem Hauptmann zu besprechen und sich vor Ort ein Bild von der Lage im Grenzposten zu machen. Hauptmann Arik bat uns, ihm bei der Aufklärung des Mordes behilflich zu sein, und wir versprachen, ihm zu helfen.

Wir befragten die Offiziere, Leutnant Helgor, Leutnant Weres, Leutnant Azif, Sergant Fardur, Sergant Herkor, Sergant Yorrim, Sergant Garok und Sergant Emmir. Sergant Fardur war ein Alkoholiker, der sein Branntweinfaß vermißte und uns außerdem einen wertvollen Hinweis gab. Auf der Suche nach dem Faß hatte er im Stall zwei merkwürdige gesichtslose „Geister" gesehen, von denen er einen erschlagen haben wollte, während ihm der andere entkam. Leutnant Emmir, der Proviantmeister, hatte in seinem Lager ein überflüssiges Branntweinfaß gefunden. Er war zur Tatzeit mit einer Inventur beschäftigt gewesen. Leutnant Helgor hatte das Zimmer für die Ratsherrin Arsufa ausgeräumt. Leutnant Weres und Leutnant Azif sagten, sie hätten zusammen Würfel gespielt, widersprachen sich aber bei der Frage nach dem Gewinner. Sergant Herkor hatte einen Soldaten im Stall so schwer gezüchtigt, daß er ins Lazarett gebracht werden mußte, was ihm einen Rüffel von Leutnant Helgor eintrug. Sergant Yorrim hatte mit Sergant Garok zusammen zur Tatzeit Torwache.

Als wir noch einmal den Stall durchsuchten, fanden wir in einer Kiste einen toten Gestaltwandler. Also hatte Sergant Fardur doch keine Wahnvorstellungen gehabt, wie alle glaubten. Er hatte von zwei „Geistern" gesprochen, also mußte noch einer von ihnen im Lager sein und hatte wahrscheinlich den Offizier ermordet, unkenntlich gemacht und kopiert.

8.3.869 EZ

Die beiden einzigen, die uns verdächtig schienen, waren Leutnant Weres und Leutnant Azif. Es stellte sich heraus, daß beide eine Freundin hatten und das Würfelspiel ihre übliche abgesprochene Ausrede war, um die Freundinnen sehen zu können. Leutnant Weres' Freundin war die Tochter des Waffenschmieds in dem kleinen Dorf bei dem Grenzposten. Wir verfolgten ihn in der folgenden Nacht, als er wieder zu ihr ging. Kurz nachdem er gegangen war, fragten wir das Mädchen, ob er zur Tatzeit auch bei ihr gewesen war. Sie bestätigte, daß er bei ihr gewesen war, als der Mord geschah.

Leutnant Azif's Freundin war eine der Amazonen, was die Ratsherrin Arsufa gar nicht gerne sah. Wir hörten noch den Rest ihrer Strafpredigt, als wir am Morgen die junge Amazone nach Leutnant Azif fragen wollten. Nachdem sie sich von dem Rüffel einigermaßen erholt hatte, sagte sie uns, daß sie mit Leutnant Azif verabredet gewesen war, aber vergebens auf ihn gewartet hätte, als der Mord geschah. Wir sprachen Leutnant Azif darauf an, und er versuchte erst sich herauszureden. Als ich ihm dann aber auf den Kopf zu sagte, daß er der Gestaltwandler wäre, zog er sein Schwert und griff uns an. Wir besiegten ihn nach längerem Kampf, wobei er Pearl und Fingas schwer verletzte. Ich heilte ihre Wunden weitgehend, und wir erstatteten Hauptmann Arik Bericht. Wir erklärten uns bereit, die Nachtwache für den nun fehlenden Leutnant zu übernehmen.

Angriff der Oger

8.3.869 EZ

Pearl und Fingas ruhten sich aus, um die Heilung ihrer Wunden zu beschleunigen, Ceathwyn und ich gingen auf die Mauer, um Wache zu halten. In der dritten Stunde unserer vierstündigen Wache bemerkten Ceathwyn und ich einige dunkle Gestalten außerhalb der Mauer. Ich rief sofort Alarm und kurze Zeit später griff uns eine gemischte Horde Oger und Orks an. Es wurde Alarm geschlagen, und es folgte eine harte Schlacht mit den Angreifern, die von allen Seiten kamen. Die vier „Hornissen" (stationäre Schwere Armbrüste, die durch eine mechanische Vorrichtung acht Mal so schnell zu spannen waren, wie normale Schwere Armbrüste, mit denen man aber nicht so gut zielen konnte) des Grenzpostens erwiesen sich zwar als sehr effektiv, trotzdem mußten wir alle relativ hart kämpfen. Ungefähr eine halbe Stunde später zog sich die Horde vernichtend geschlagen zurück, während ich schon angefangen hatte, die Verwundeten zu verbinden. Hauptmann Arik bedankte sich für unsere Hilfe.

10.3.869 EZ - 13.3.869 EZ

Am übernächsten Tag reisten wir weiter, und erreichten Selgaunt ohne weitere Schwierigkeiten vier Tage später. Hier suchten wir die Stadtgarde auf, wo wir Karotte von unserer Ausbildung und der Schlacht mit den Ogern erzählten. Auch seine Zeit bei der Stadtgarde war inzwischen zu Ende, und wir mieteten uns alle wieder Zimmer im Gasthof „Zur großen Seeschlange".

 

Eine neue Reisebegleitung

(SL Werner)

14.3.869 EZ

Am nächsten Tag wurden wir beim Frühstück von einem südländischen Händler angesprochen. Seiner Kleidung nach zu urteilen war er sehr reich. Er stellte sich mit dem Namen „Ametas Rarwan" vor und sagte, er wäre auf der Suche nach Wachen für die Rückreise nach Hause für sich und seine Familie. Herr Faruk di Grassano habe ihm empfohlen, sich an uns zu wenden. Er würde mit einem Handelsschiff über die „See des Sternenregens" (auch die „Innere See" genannt) bis nach Arrabar reisen. Von dort aus würde die Reise noch ca. 8 Wochen mit seinen 5 Wagen über Land weiter nach Süden gehen, zur Stadt „Ruhna" (wird in einigen Jahrhunderten „Innarlith" genannt), wo er wohnte. Er fragte, ob wir bereit wären, ihn zu begleiten und bot uns 10 Goldmark pro Tag für jeden als Lohn an. Wir waren einverstanden, die weite Reise zu machen und kauften selbst noch ein paar Handelsgüter ein, hauptsächlich Perlmutt und Stoffe, in die Perlmutt eingewebt war, weil Ceathwyn gerne als Nebenerwerb Handel treiben wollte. Wir werden nochmal als „die handeltreibenden Abenteurer" in die Geschichte eingehen :-) ...

15.3.869 EZ - 16.5.869 EZ

Vom nächsten Tag früh morgens an segelten wir mit dem Handelsschiff „Meerkönigin", einem sehr großen Handelsschiff, das sogar mit 3 Hornissen ausgerüstet war, über die Innere See nach Süden. In der achten Woche unserer sonst bis dahin ruhigen Reise sahen wir einen Riesenhai, der aber nicht angriff, sondern das Schiff nur kurze Zeit begleitete und dann wieder verschwand. Einen Tag später legten wir kurz in Araghon an, um frisches Wasser und Lebensmittel an Bord zu nehmen, fuhren aber noch am gleichen Tag weiter.

Piraten

20.5.869 EZ

Vier Tage danach wurden wir in einer Meerenge zwischen dem Kap an den Ausläufern der „Aphrunnberge" auf der einen Seite und der großen Insel „Ilighon" auf der anderen Seite von zwei großen Piratengaleeren angegriffen. Unser Schiff wurde zwar geentert, aber wir konnten die Piraten nach einem längeren Kampf schließlich doch vertreiben. Leider nahmen sie auf ihrem Rückzug vier junge adlige Mädchen mit, die auch auf unserem Schiff mitreisten. Sie waren unterwegs zur Stadt „Arrabar" gewesen, wo sie zu Hause waren. Die „Meerkönigin" war schwer beschädigt und mußte südlich des Kaps für drei Tage in einem kleinen Fischerhafen zur Reparatur anlegen. Wir wollten die entführten Mädchen zurückholen und hatten auch von einem überlebenden gefangenen Piraten nach kurzer Befragung erfahren, wo die Pirateninsel lag. Es war eine kleine Insel südlich von Ilighon, die auf den Karten nicht verzeichnet war. Der Kapitän der „Meerkönigin" stellte uns zu diesem Zweck ein kleines Ruderboot mit Hilfssegel und ein paar Matrosen zur Verfügung.

20.5.869 EZ

Wir ruderten nur ungefähr sechs Stunden zum Lager der Piraten, das sich auf einer sehr kleinen Insel befand, und legten außerhalb der Bucht, in der die Piratenschiffe ankerten, an. Die Matrosen ließen wir hier zurück und schlichen allein weiter. Wir sahen nach kurzer Zeit einen Wachturm, auf dem eine Wache stand und unterhalb des Turms ein Lagerfeuer, an dem drei Piraten saßen. Nachdem wir die Wachen getötet hatten, schlichen wir weiter in Richtung Lager. Dort wurde die Gefangennahme neuer Sklaven anscheinend gefeiert, denn aus einem Gemeinschaftshaus konnten wir die Piraten laut grölen hören. Außer dem etwas größeren Wohnhaus des Anführers, waren in dem Lager nur zwei weitere größere Häuser, die bewacht waren. Nachdem wir Wachen vor diesen Häusern ebenfalls getötet hatten, stellten wir fest, daß das eins der beiden Häuser ein Lagerhaus war, und im anderen die Galeerensklaven untergebracht waren.

Befreiung der jungen Mädchen

21.5.869 EZ

In der kleinen Bucht ankerten zwei Galeeren und zwei Brigantinen der Piraten. Wir vermuteten die entführten Mädchen im Haus des Anführers. Wir beschlossen, erst die Mädchen zu befreien und dann mit den rund 100 Galeerensklaven eine der Brigantinen zu kapern. Vorher wollten wir die anderen Schiffe in Brand setzen, um eine Verfolgung zu verhindern. Zuerst beseitigten wir also die Wachen vor dem Haus des Anführers und schlichen in das Haus. Wir überraschten den Anführer und töteten ihn nach kurzem Kampf. Wir befreiten die Mädchen aus seinem Schlafraum und fanden dort auch einige wertvolle, magische Gegenstände, Edelsteine und Goldstücke, die wir alle mitnahmen. Während Fingas mit den Mädchen und unserer Beute zum Boot mit den Matrosen zurückging, griffen wir anderen die Wachen an, die an Land in der Bucht die Schiffe bewachten, und betäubten sie. Danach schwammen Ceathwyn und ich zu den Schiffen, wo ich jeweils die Schiffswachen ablenkte, und Ceathwyn sie dann von hinten tötete. Bei allen vier Schiffen verlief diese Taktik reibungslos.

Während Ceathwyn und ich mit den Schiffswachen beschäftigt waren, führte Karotte die Galeerensklaven in kleinen Gruppen zu einer der Brigantinen. Wir steckten drei der Schiffe und einige Wohnhäuser der Piraten in Brand und segelten mit der Brigantine aus der Bucht. Dabei traute ich Ceathwyn's Navigationskünsten nicht ganz über den Weg, denn schließlich hatte sie nur einmal in einem Schnellkurs in Selgaunt ein wenig navigieren gelernt. Aber Ceathwyn machte ihre Sache ganz gut, so daß wir ein paar Stunden später mit Fingas zusammentrafen. Mir war trotzdem sehr viel wohler, als er an Bord kam, denn schließlich hatte er Navigation richtig gelernt.

Nach weiteren sechs Stunden Fahrt erreichten wir gegen Mittag den kleinen Hafen, wo die „Meerkönigin" vor Anker lag. Die Galeerensklaven ließen wir frei und gaben jedem von ihnen aus unserer reichhaltigen Beute 10 Goldmark als Startkapital in ein neues Leben. Ein paar von ihnen suchte der Kapitän für uns als Besatzung der Brigantine aus. Wir wurden eingeladen, bei der Hinrichtung der beiden im Kampf gefangenen Piraten beizuwohnen, aber mir liegt so etwas nicht, und ich ging zu dem kleinen Schrein eines Meeresgottes in dem Ort, um in Ruhe beten zu können.

Arrabar

23.5.869 EZ - 28.5.869 EZ

Zwei Tage später fuhren wir weiter nach Arrabar, wo wir weitere sechs Tage später frühmorgens ankamen. Unterwegs hatten wir noch ein Kriegsschiff getroffen, daß sich anscheinend auf der Fahrt zur Pirateninsel befand. In Arrabar, einer Stadt mit ca. 120.000 Einwohnern, blieben wir zwei Tage. Wir wohnten im Gasthaus „Zum tanzenden Kobold", einem guten Gasthaus, wobei Herr Rarwan alles bezahlte. Ich fragte den Kapitän der „Meerkönigin" nach seiner Reederei, denn ich beabsichtigte, unsere erbeutete Brigantine an diesen Reeder zu verkaufen. Aragon, der Besitzer der „Südwind Reederei" zahlte uns einen fairen Preis für die Brigantine, die ich vorher hatte schätzen lassen. Es war gut, daß wir das Schiff nicht hatten versteigern lassen, denn dann hätten wir nicht soviel dafür bekommen.

Später ging ich noch in den Braine-Tempel (örtliche Göttin der Heilung) und spendete etwas von meinem Geld. Im Wachos-Tempel (örtlicher Gott des Weines und der Visionen) hatten Ceathwyn und ich dann noch an einem Ritual teilgenommen, das uns zwei Visionen bescherte. Eine von einem „See mit einem versunkenen Turm" und eine von einem Feldzeichen - „ein Ring mit einem darauf sitzenden Vogel". Alles sehr rätselhaft. Aber das Ritual hatte Spaß gemacht :-) .

Bei den von den Piraten erbeuteten magischen Gegenständen befand sich unter anderem ein fliegender Teppich, den Ceathwyn an sich nahm. Eigentlich wollte sie mich auch einmal damit fliegen lassen, hatte dann aber so viel Spaß am Fliegen, daß sie mir nur erlaubte mit ihr zu fliegen (der Teppich konnte gerade eben uns beide tragen), aber nicht, selbst zu üben. Zu diesem Zeitpunkt war mir das eigentlich egal, aber später erwies es sich als hinderlich, daß ich mit dem Teppich nicht umgehen konnte.

Die geisterhafte Armee

30.5.869 EZ - 37.5.869 EZ

Als Rarwan seine Wagen zusammengestellt hatte, und wir uns in Arrabar ausgeruht hatten, reisten wir weiter auf der Handelsstraße nach Süden. Am fünften Tag unserer Reise gegen Mittag, kurz nachdem wir den Fluß „Arran" überquert hatten, sahen wir in einiger Entfernung eine Armee kommen, die querfeldein unseren Weg kreuzte und hielten an. Angeführt wurde sie von einer Standarte mit dem Zeichen zweier Schlangen, die sich ringförmig gegenseitig in den Schwanz bissen. Auf diesen ringförmigen Schlangen saß ein metallisch glänzender Vogel mit einem menschlichen Gesicht. Die Standarte sah meiner Vision sehr ähnlich. Neben dem Standartenträger ging ein Wesen in einer schwarzen Kutte. Die Fußsoldaten der Armee sahen ungepflegt aus und hatten teilweise zerrissene Kleidung an. Sie trugen die verschiedensten Waffen und Rüstungen.

Wir wollten die Armee vorbeiziehen lassen, aber plötzlich gingen die Frau von Rarwan, Inea, sein Sohn, Antor, drei Diener und die Magd mit starren Augen auf die Armee zu. Diese Magie war zu mächtig - ich konnte sie nicht bannen. Ceathwyn versuchte Inea festzuhalten, und meine anderen Gefährten griffen den Standartenträger und das Wesen in der schwarzen Kutte an. Das Wesen in der schwarzen Kutte wandte sich zu uns um, und wir erkannten, daß es sich um einen „Schwarzen Schatten" handelte. Solche Wesen hatten wir schon im Grabgewölbe in der Nähe von Tidfort bekämpft. Plötzlich schwenkte die ganze Armee in unsere Richtung und ging zum Angriff über. Zum Kampf sollte es aber nicht mehr kommen, denn auf einmal wurde die Armee durchsichtig. Ceathwyn's Hände griffen jetzt ins Leere und sie konnte die Frau nicht mehr festhalten, die sie gerade mit ihrem Dolch angreifen wollte. Die Armee wurde unsichtbar und verschwand völlig. Sie hinterließ auch keine weiteren Spuren.

Wir wollten die Bezauberten zurückholen und folgten den Spuren der Armee zurück, aber nach ein paar hundert Metern hörten sie auf. Die Armee war von nirgendwo gekommen und wir konnten nicht feststellen, wo sie sich jetzt befand. Herr Rarwan und seine Tochter, Xandra, waren entsetzt und verstört, und baten uns, alles zu tun, um ihre Verwandten wiederbringen. Da wir keine weiteren Spuren finden konnten, reisten wir zunächst weiter zum Ort „Ormpetarr", wo es eine Bibliothek der örtlichen kleinen Magiergilde geben sollte.

„In Ormpetarr"

7.6.869 EZ - 13.6.869 EZ

Zehn Tage später kamen wir mittags in Ormpetarr an und suchten dort die Bibliothek der Magiergilde auf, wo man uns auch sehr freundlich empfing. Man stellte uns sogar einen Magierhelfer, einem Mann namens „Heperikon", zur Verfügung, der uns bei der Suche nach Informationen behilflich war. Wir forschten sieben Tage in der Bibliothek nach hinweisen auf die Geisterarmee.

Als wir am letzten Tag gerade ein Buch über „Die Geschichte der Seemeister" aufgeschlagen hatten, kam ein einarmiger Mann mittleren Alters an unser Pult, und sagte, daß er das Buch unbedingt sofort haben müsse. Er wurde höflich darauf aufmerksam gemacht, daß er warten müsse, bis wir das Buch gelesen hätten. Er bestand aber so sehr darauf, es sofort lesen zu müssen, daß er schließlich aus der Bibliothek gewiesen wurde. Er ging, mußte kurze Zeit später aber wiedergekommen sein, denn Fingas bemerkte, daß er hinter einem Bücherregal stand und lauschte, als Heperikon uns das Buch vorlas. Wir fanden einige Hinweise in den Büchern, aber nicht alle unsere Fragen wurden beantwortet.

Als wir keine weiteren Informationen über die Standarte und die alte Magiergilde der Seemeister mehr finden konnten und gehen wollten, sprach uns ein kleiner Mann mit einer seltsamen Aussprache an. Er drückte sich ungewöhnlich höflich aus, als er sich uns mit dem Namen „Chitu Milu" vorstellte und uns anbot uns zu helfen. Er sagte, er könnte einen „kleinen Zauber" wirken und ein Wesen beschwören, daß uns unsere Fragen beantworten könnte, wollte dafür aber die Erlaubnis uns begleiten zu dürfen. Wir waren einverstanden, denn wir brauchten die Informationen, die Chitu Milu uns versprach, und folgten ihm in seine Wohnung. Chitu Milu beschwor mit Hilfe seines Tierbegleiters, einer Ziege, einen Dämon, der uns dann recht widerwillig fast alle unsere Fragen beantwortete.

Der Dämon erzählte uns von Zalos, einem der Seemeister, der die Geisterarmee erschaffen habe, um seinen Feind, Skopa Vigelat, der ebenfalls ein Seemeister gewesen war, zu vernichten. Dabei hatte er aber einen Fehler in der Formel gemacht und Raum und Zeit miteinander verwechselt. Die Armee wurde, wenn sie angegriffen wurde, jetzt statt im Raum an einen anderen Ort, in eine andere Zeit teleportiert. Die Armee würde sich erst auflösen, wenn sie ihr Ziel erreicht habe, Skopa Vigelat zu vernichten. Er sagte auch, daß die Armee im Moment hier sei (wobei wir leider vergaßen zu fragen, ob er den Raum oder die Zeit damit meinte ?). Auf die Frage, wie wir die Armee finden und ihr folgen könnten, sagte er, wir sollten einen Ort namens „Oran Estralis" aufsuchen und sehen, was dort gab. Kurze Zeit später verschwand der Dämon, weil Chitu Milu die Beschwörung nicht länger aufrecht erhalten konnte.

14.6.869 EZ – 16.6.869

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von Rarwan und Xandra, die in Ormpetarr bleiben und auf uns warten würden, und machten uns auf den Weg nach „Oran Estralis", das nach Auskunft von Chitu Milu ein See war, der flußaufwärts in den Ausläufern des Gebirges südöstlich von Ormpetarr liegen sollte. Nach zwei Tagen Reise trafen wir auf ein Dorf, wo wir übernachteten. Die Leute dort erzählten Legenden von einem „Wächterfels", den sie auch „Fürst im Fels" nannten, der an unserem Ziel sein sollte. Es sollte wohl ein im Stein eingeschlossener Fürst sein, dessen Ruhe durch diesen Stein bewacht wurde. In der Nähe des Dorfes lebte der Jäger Klaves, der seinen Freund vermißte. Er sagte, sein Freund hätte zuletzt in der Gegend jagen wollen, wo wir hinwollten, und wollte uns begleiten, um ihn zu suchen. Wir nahmen den Jäger gerne mit, der zumindest einen Teil des Weges zu unserem Ziel kannte. Er sagte, das sich in den Bergen ein See in der Nähe des „Wächterfelsens" befand. Die Reise dorthin würde ungefähr einen Tag dauern.

Der Greif

17.6.869 EZ

Wir reisten am nächsten Tag am Flußufer entlang hinauf in die Berge. Am Mittag wurden wir plötzlich von einem großen Greifen angegriffen, der sich in Ceathwyn verbiß. Als wir ihn nach längerem Kampf besiegten, verschwand er. Ceathwyn hatte seltsamerweise keine Wunde von dem Biß erhalten, sagte aber, sie hätte das Gefühl gehabt, der Greif wollte geistig von ihr Besitz ergreifen. Sie war immer noch leicht verwirrt darüber. Anscheinend hatte es sich bei dem Greifen um einen Geist gehandelt, obwohl er durchaus natürlich aussah, und einigen von uns auch echte Wunden im Kampf zugefügt hatte. Ich war froh, daß Ceathwyn den geistigen Angriff hatte abwehren können.

03.07.1999

Lyssabell

Am frühen Nachmittag hörten wir zwei Leute im Duett singen. Pearl schlich voraus, um zu sehen, um wen es sich handelte. Als sie zurückkam erzählte sie, sie habe eine schöne Frau mit langen schwarzen Haaren und einen gutaussehenden jungen Mann singend am Ufer eines Teiches gesehen. Ich vermutete, daß es eine Nymphe sei. Also gingen zuerst nur wir Frauen auf die kleine Lichtung vor dem Teich, und sprachen mit der Frau. Sie war tatsächlich eine Nymphe. Sie hieß „Lyssabell" und hatte anscheinend die den jungen Mann verführt, bei ihr zu bleiben. Unsere Gefährten folgten uns kurze Zeit später, aber sie waren der Nymphe zum Glück zu häßlich, als daß sie Interesse an ihnen gehabt hätte :-) . Das war auch gut so, denn ich hatte wenig Lust, schon wieder um die Männer in unserer Gruppe zu handeln. Der junge Mann bei ihr war tatsächlich der Freund von Klaves. Aber da es ihm bei Lyssabell sehr gefiel, und er unbedingt bei ihr bleiben wollte, mußte Klaves allein zu dem Dorf zurückkehren.

Lyssabell wollte uns erst weiterziehen lassen, wenn unsere Männer in einem Wettkampf gegen jungen Mann gewinnen würden. Bei der ersten Aufgabe siegte er über Karotte, der es nicht schaffte, einen Ring, den Lyssabell in den Teich geworfen hatte, vor dem jungen Mann zu erreichen und ihr wiederzubringen. Bei der zweite Aufgabe gewann Fingas, der ihr als erster eine seltene rote Blume brachte (er hatte sie vorher am Weg gesehen). Bei der dritten Aufgabe brachten Karotte und Fingas ihr als erste einen Hasen. Nur weil sie den Hasen lebendig gefangen hatten, wurden sie davor bewahrt, selbst in einen solchen verwandelt zu werden. Die Nymphe hätte es nicht zugelassen, wenn ein Tier in ihrem Herrschaftsbereich so grundlos getötet worden wäre. Lyssabell schenkte Fingas eine magische Perlenkette für das Vergnügen, das sie bei dem Wettkampf gehabt hatte. Jede der noch vorhandenen fünfzehn Perlen ermöglichte „Wasser atmen", wenn man sie schluckte und vorher sagte „Lyssabell ist die schönste", erklärte sie ihm.

Lyssabell wußte auch von dem See, sprach aber nicht gerne darüber. Sie sagte, der Ort sei ihr zu unheimlich und habe eine böse, kalte Ausstrahlung. Klaves reiste traurig in sein Dorf zurück, und wir gingen weiter in Richtung des Sees in den Bergen. Ein paar Stunden später fanden wir den See und am Ufer einen guten Rastplatz für die Nacht.

Der Turm im See

18.6.869 EZ

Am nächsten Morgen stellten wir fest, daß Chitu Milu verschwunden war. Ich erinnerte mich an meine Visionen aus dem Wachos-Tempel. Eine war ein Bild von einem „See mit einem versunkenen Turm" gewesen. Dieser See war dem aus der Vision sehr ähnlich, von unserem Standort aus konnten wir aber keinen versunkenen Turm im See sehen. Ceathwyn schlug vor, daß ich mit dem Teppich über den See fliegen sollte, aber da sie mich in Arrabar nicht hatte üben lassen, konnte ich mit dem Teppich nicht umgehen. Mit ihr wollte ich auf keinen Fall fliegen, denn sie flog mir viel zu waghalsig, und ich hatte wenig Lust, den Weg zurück zu schwimmen. Also flogen Ceathwyn mit ihrem fliegenden Teppich und Fingas mit seinem Fluggürtel über den See und sahen von oben tatsächlich einen versunkenen Turm. Anschließend ließ mich Ceathwyn nun doch am Seeufer mit dem Teppich üben, wobei ich das Fliegen mit dem Teppich gut lernte.

Wir beschlossen, mit den Perlen aus Fingas Perlenkette von Lyssabell unter Wasser zu dem Turm zu gehen und ihn zu erforschen. Wir ließen einige unserer Sachen und feuchtigkeitsempfindliche Waffen am Ufer zurück. Dann schluckten wir jeder eine Perle, mit denen man acht Stunden „Wasser atmen" konnte und gingen unter Wasser zum Turm. Das Tor sah eingebrochen aus und war schon sehr verrottet. Im Erdgeschoß des Turms befand sich nichts bemerkenswertes, so daß wir die Treppe hinaufstiegen. Die Luke zum ersten Stock war fest verschlossen. Ceathwyn fand und entschärfte nur eine uralte Falle und konnte auch das Schloß problemlos öffnen. Trotzdem bekam sie die Luke allein nicht auf. Es gelang dann aber Ceathwyn und Karotte gemeinsam, die Luke aufzudrücken. In diesem Moment wurden wir alle von dem gewaltigen Wasserdruck nach oben in eine Luftblase geschleudert. Dabei durchbrachen wir drei magische Siegel und verletzten uns alle mehr oder weniger stark.

Das Ziel der Geisterarmee

Wir standen auf und sahen, daß wir in einem prunkvoll eingerichteten, trockenen Raum standen. Das Wasser war weg, aber unsere Kleider waren noch naß. Vor uns stand ein beeindruckender Magier, der uns beschimpfte, zu Zalos Bande zu gehören. Offensichtlich handelte es sich um Skopa Vigelat, der uns auch sofort angriff. Zum Glück schlug sein Zauber fehl, und er sah auch sehr erschöpft aus. Gleichzeitig hörten wir Schläge gegen das Tor des Turms und spürten, wie er unter der Wucht bebte. Fingas und ich erkannten, daß wir nicht nur nach oben, sondern auch in die Vergangenheit geschleudert worden waren. Pearl und Ceathwyn werden das wohl nie so ganz verstehen und Karotte rätselt heute noch darauf herum :-) . Skopa Vigelat stürmte an uns vorbei nach unten, und wir sahen aus dem Fenster die Geisterarmee den Turm angreifen und die Blitze, die Skopa Vigelat schleuderte.

Plötzlich wurde es ruhig, und die Geisterarmee begann sich zu zerstreuen. Anscheinend hatte sie Skopa Vigelat besiegt, auch wenn wir seine Leiche nirgendwo im Turm finden konnten, als wir später danach suchten. Unter den Überlebenden der Armee waren auch Inea, Antor, die drei Diener und die Magd von Herrn Rarwan. Während Pearl, Ceathwyn und Karotte nach unten gingen und sich um diese Leute kümmerten, blieb ich bei Fingas, der sich unbedingt die Bücher des Seemeisters im Regal ansehen wollte. Außerdem mußten wir ja einen Weg zurück in unsere Zeit finden. Die Bücher waren zwar alle recht interessant für Fingas, aber es gab keinen Hinweis über eine Möglichkeit für uns zurückzukehren. Wir fanden allerdings Hinweise auf ein Labor, daß sich im Turm befinden sollte und wollten dort weiter suchen.

Also gingen wir auch nach unten. Wir sahen unterwegs viele wertvolle Gegenstände, bedauerten, sie nicht mitnehmen zu können, und trafen am Eingang des Turms wieder mit Pearl, Karotte und Ceathwyn zusammen. Skopa Vigelat war verschwunden. Karotte machte den Vorschlag, ein Teil der wertvollen Gegenstände draußen, außerhalb des in der Zukunft existierenden Sees zu vergraben, um sie dann nach unserer Rückkehr wieder auszugraben. Er verstand zwar immer noch nicht ganz, was eigentlich geschehen war, meinte aber, wenn wir recht hätten mit unserer Erklärung, müßten wir die Sachen in „unserer Zeit" wieder ausgraben können. Wir sammelten einiges an wertvollen Gegenständen zusammen, hüllten die Bücher, an denen Fingas so interessiert war, wasserfest in geteertes Leder und verstauten alles in einer Truhe, die wir wie von Karotte vorgeschlagen vergruben. Danach suchten wir einen Eingang zu einem Keller, da wir auf dem Weg vom obersten Stock zum Turmeingang kein Labor hatten finden können.

Das Labor des Seemeisters

Nach einiger Zeit fanden wir eine versteckte, durch Fallen gut gesicherte Luke. Nachdem Ceathwyn die Fallen entschärft hatte, stiegen wir in den Keller des Seemeisters hinab. Wir kämpften gegen die drei Dämonen, die erschienen und anscheinend als Wächter dienten, und besiegten sie nach einem längeren Kampf. Nachdem ich unsere Wunden geheilt und verbunden hatte, sahen wir uns im Labor um. Hier fanden wir außer einigen gefangenen Dämonen auch ein Buch über Zeittheorie, das uns den Heimweg in unsere Zeit ermöglichten konnte, wenn Fingas es verstehen konnte. Während er über dem Buch brütete, suchten wir nach Geheimtüren oder Geheimschränken in dem Labor. Wir fanden schließlich ein Geheimfach, das durch einige Fallen gesichert war. Zwei konnte Ceathwyn entschärfen, aber die dritte war eine magische Falle, mit der sie nicht zurechtkam. Also störten wir Fingas aus tiefem Nachdenken und er entschärfte die Falle recht unwillig und ging sofort wieder zu dem Buch zurück. In dem Fach fanden wir Edelsteine, die hauptsächlich Magier verwenden, Schriftrollen für Magier und ein „Handbuch der körperlichen Ertüchtigung", das ich behalten durfte. Ich schlug das Buch wasserfest ein und nahm es mit.

19.6.869 EZ

Nach acht Sunden angestrengten Lesens und Nachdenkens hatte Fingas die Theorien in dem Buch begriffen und konnte uns danach nach Hause bringen. Da wir unter Wasser landen würden, aber eine Perle zuwenig hatten, gab Ceathwyn ihre Perle an einen der Diener weiter. Sie wollte dann bis zur Wasseroberfläche tauchen. Fingas brachte uns nach den Anweisungen in dem Buch erfolgreich in unsere Zeit zurück, wo es Ceathwyn auch gelang, bis zur Wasseroberfläche zu tauchen. Wieder an Land gruben wir die Truhe wieder aus, die tatsächlich sehr gealtert war, und stellten fest, daß alle Bücher und Gegenstände noch gut erhalten waren.

20.6.869 EZ - 4.8.869 EZ

Wir begannen am nächsten Morgen die Rückreise nach Ormpetarr, wobei ich in den Pausen mein Buch las. Ich würde ungefähr drei Monate brauchen, um es zu studieren. Danach würde das magische Buch verschwinden und meine Stärke sich ein wenig erhöht haben. Drei Tage später erreichten wir wieder Ormpetarr. Herr Rarwan war sehr erleichtert und dankbar, seine Frau, seinen Sohn und seine Diener wiederzusehen. Schon am nächsten Tag reisten wir mit den Wagen weiter nach Ruhna, wo wir sechs Wochen später ankamen. Herr Rarwan bezahlte uns, bedankte sich nochmal für alles und verabschiedete sich von uns.

Ruhna

Herr Rarwan hatte uns erzählt, daß Ruhna eine Stadt mit ca. 90.000 Einwohnern war, die ein Bündnis mit dem Zwergenreich im Süden hatte und dadurch auch mit den nordländischen Kolonien im Südwesten verbündet war, da diese ein Bündnis mit den Zwergen hatten. Ruhna exportierte hauptsächlich Zwergenbier und Seide. Die regionale Staatsreligion von Ruhna war der Glaube an Forsetta, die Göttin der Herrschaft, Ordnung und Sicherheit. Hohepriester des Forsetta-Tempels war Erik von Forsett. Ruhna verfügte über eine mittelmäßige Stadtgarde von 150 Mann, deren Anführer, wie wir in der Stadt erfuhren, seit kurzem ein Mensch namens „Drako Sturmbringer" war. Regiert wurde Ruhna von Herzog Stefan von Ruhna.

4.8.869 EZ - 5.8.869 EZ

Wir mieteten uns Zimmer im Gasthof „Goldene Gans" und sahen uns die Stadt an. Als wir gerade einen Tag in Ruhna waren, kam plötzlich ein Erlaß des Herzogs heraus, daß ab sofort alle Steuern in Zwergenbier zu zahlen seien und es verboten sei, das Bier noch weiter zu verkaufen. Das verärgerte die Zwerge in der Stadt natürlich sehr. Ceathwyn hatte von einem Lokal gehört, wo man das so rar gewordenen Bier doch noch bekommen könnte, und fragte uns, ob wir dorthin mitkommen würden. Eigentlich hatte ich keine große Lust dazu, denn mittlerweile kannte ich Ceathwyn's Vorschläge und ich konnte mir ungefähr denken, in welcher Gegend das Lokal sein würde. Alle anderen wollten aber mitgehen und überredeten mich, auch mitzukommen, obwohl ich kein Bier mag. Wie sich herausstellte, hatte ich richtig vermutet, denn das Lokal „Zum gestrandeten Wal" war in einer schon fast verrufenen Gegend - kein Ort, an dem sich eine Priesterin wie ich aufhalten sollte.

Das Lokal war gut besucht, aber wir fanden trotzdem nach einigem Suchen einen freien Tisch für uns in einer Ecke. Die anderen bestellten sich von dem „Kräutertee", während ich mir ein Glas Wein bestellte. In der Nähe unseres Tisches saß an der Bar ein Zwerg, so breit wie hoch, in voller Rüstung und äußerst schlecht gelaunt. Während wir noch auf unsere Getränke warteten, ertönte von draußen das Signal des Herolds, der einen neuen Erlaß des Herzogs verkündete. Ab sofort erklärte der Herzog den Zwergen den Krieg und gab allen Zwergen in der Stadt einen Tag Zeit, Ruhna zu verlassen. Angehörige dieser minderwertigen Rasse, die nach dieser Zeit noch in der Stadt angetroffen wurden, würden auf die Streckbank gelegt werden, damit sie etwas größer würden und danach eine Rasur unterzogen werden, damit man ihr Gesicht wenigstens sehen könnte. Der Zwerg an der Bar fuhr auf und fing an einige Worte des Herolds zu wiederholen: „Minderwertig?! Streckbank?! Rasur?!" und wurde dabei immer wütender. Schließlich sagte er: „Nun gut, wenn sie Krieg haben wollen, sollen sie ihn auch bekommen!" und verließ das Lokal. Niemand verstand diese Kriegserklärung, denn alle wußten, daß Ruhna gegen das Zwergenreich keine Chance hatte, einen Krieg zu gewinnen. Außerdem verlor die Stadt dadurch auch den Frieden mit den Nordmännern, die mit den Zwergen verbündet waren und ihnen beistehen würden. Sie hatte dann auch gegen diese zu kämpfen. Als wir noch rätselten, was für einen Grund der Herzog wohl für solche verrückten Erlasse hatte, kam der Wirt an unseren Tisch und sagte, daß uns im Hinterzimmer jemand zu sprechen wünschte.

 

Xanathon's Fluch

(SL Werner)

5.8.869 EZ

Wir folgten dem Wirt ins Hinterzimmer, wo uns der Hohepriester von Forsetta, Erik von Forsett, erwartete. Das überraschte mich, denn an einem solchen Ort hätte ich den Hohepriester eines Tempels am wenigsten erwartet. Erik von Forsett erzählte uns von den merkwürdigen Erlassen, die wir auch schon mitbekommen hatten. Er berichtete uns auch, daß der Herzog sich erst seit kurzer Zeit so benahm. Er selbst hatte auch schon versucht mit Herzog Stefan zu sprechen, aber er ließ ihn nicht zu sich, obwohl Erik ihn schon als Baby gekannt hatte. Bis vor einem halben Jahr war der Herzog ein kluger und beliebter Herrscher gewesen. Das änderte sich mit der Einstellung von Drako Sturmbringer als Anführer der Stadtgarde. Seitdem hatte sich der Herzog immer mehr zurückgezogen und viele Entscheidungen Drako überlassen. Erik vermutete, daß auf dem Herzog ein Fluch lag, den er nicht brechen konnte, weil der Herzog sich total von der Außenwelt isolierte und schwer bewacht wurde. Nur Drako durfte noch zu ihm. Erik fragte uns, ob wir bereit wären, in der Kaserne in Drako Sturmbringer's Quartier Nachforschungen anzustellen. Er selbst könnte uns zwar keine Belohnung anbieten, aber der Herzog wäre ein guter und gerechter Mann, der uns sicher belohnen würde, wenn wir diese Angelegenheit klären könnten und der Fluch gebrochen würde. Wir waren einverstanden und hofften, der Stadt auf diese Weise helfen zu können. Erik war erleichtert über unsere Zustimmung und versprach, daß er uns im Tempel jederzeit zur Verfügung stehen würde.

Die Kaserne

Es war noch früher Vormittag, und wir gingen sofort zur Kaserne, um sie uns bei Tageslicht erst einmal näher anzusehen. Von außen war, wie ich erwartet hatte, nicht viel zu sehen. Die Kaserne war durch eine 5 Meter hohe Mauer geschützt und hatte an den längeren Seiten je einen Eingang. Auf der Mauer war ein Wehrgang. Ob auf den Ecktürmen schwere Waffen standen, konnten wir nicht erkennen. An den Toren standen je zwei Wachen, und auf dem Wehrgang liefen ebenfalls zwei Wachen um die Kaserne. Wir gingen erstmal in den Gasthof „Goldene Gans" zurück und schliefen noch ein wenig. Abends rüsteten wir uns mit unseren schwarzen Anzügen und dem Seidenseil aus und kehrten zur Kaserne zurück.

5.8.869 EZ - 6.8.869 EZ

Die Tore der Kaserne waren jetzt geschlossen und es standen keine Wachen mehr davor. Auf dem Wehrgang patrouillierten zwei gelangweilte Söldner. Fingas lieh sich den „Röntgenblick-Ring" von Pearl, sprach einen „Unsichtbarkeitszauber" über sich selbst und flog mit seinem Fluggürtel über die Mauer. Als er zurückkam, berichtete er uns von den Gebäuden innerhalb der Kaserne. Ein Stall und ein Vorratslager befanden sich rechts und links des Tores, vor dem wir standen. Gegenüber stand ein großes, rechteckiges Gebäude. In der einen Hälfte befanden sich der Eßsaal und die Schlafsäle der einfachen Söldner im Erdgeschoß und die Offiziersquartiere im ersten Stock, in der anderen Hälfte gab es einen geschützten Bereich, in den Fingas auch mit dem Ring nicht hineinsehen konnte. Wir vermuteten in diesem Bereich die Räume von Drako Sturmbringer und beschlossen, sie gezielt aufzusuchen. Das große Gebäude stand sehr dicht an der Mauer mit dem zweiten Eingang der Kaserne.

In der Nähe dieses Eingangs kletterten wir über die Mauer. Die Wachen auf dem Wehrgang bemerkten uns nicht. Wir schlichen in das Gebäude, nachdem Ceathwyn das Schloß an der Tür geöffnet hatte, und wandten uns sofort in die Richtung des „sichtgeschützten Bereichs". Hier gab es nur eine Treppe, die wir hinaufschlichen. Wir gelangten in die Räume von Drako Sturmbringer, ohne von den noch wachen Offizieren bemerkt zu werden. Es war kaum zu übersehen, daß es seine Räume waren, denn an jeder Tür war ein goldenes „D" angebracht. Die Räume waren sehr prunkvoll eingerichtet. Im Wohnraum standen kostbare Möbel, im Eßraum befand sich daneben auch sehr kostbares Geschirr. Die Küche war gut eingerichtet und im Vorratsraum befanden sich erlesene Spezialitäten und teure Weine und Liköre. Der einzige Raum, dessen Tür kein „D" hatte, war der kleine Schlafraum für die zwei Sklavinnen, die wir später auf dem Rückweg mitnahmen. Sogar die Toilette und das Bad waren sehr luxuriös eingerichtet. Im Ankleideraum gab es mehrere Spiegel, in die sich Fingas sofort verliebte. Einen sehr schön gearbeiteten Handspiegel nahm er mit. Im Schlafzimmer stand ein pompöses, großes, leeres Bett. Drako war in dieser Nacht also nicht anwesend. In allen größeren Räumen hingen außerdem wertvolle Gobelins mit Kampfszenen, bei denen der Held ein großes, rotes „D" auf der Brust seiner Rüstung trug. Es dauerte eine Weile, bis wir die Geheimtür einer Ecke des Schlafzimmers fanden.

Hinter dieser Tür befand sich noch ein kleiner Arbeitsraum, in dem drei Truhen und ein Schreibtisch standen. Auf dem Schreibtisch lag ein Brief. Diesen Brief konnte aber niemand von uns entziffern. Erst als wir die Truhen öffneten, fanden wir in einer von ihnen einen magischen Helm. In den anderen beiden Truhen waren Geld und Edelsteine, die wir mitnahmen. Den Helm setzte sich Fingas auf, nachdem er mit seinem Identifizierungsstab festgestellt hatte, daß es ein „Übersetzungshelm" war, der zur Entzifferung von Geheimsprachen und Symbolen verhalf und keine böse Magie enthielt. Als er jetzt noch einmal den Brief zu lesen versuchte, konnte er ihn auch entziffern. Dort stand:

Mein lieber Drako, künftiger Herzog von Ruhna,

Mein Fluch hat doch ausgezeichnet funktioniert! Noch einige schwachsinnige Erlasse und die Tage dieses sabbernden Idioten von Herzog sind gezählt! Dann ist der Weg für Euch frei.

Euer treuer Freund

Xanathon, Hoher Priester Cretias

Nachdem Fingas den Brief vorgelesen hatte, waren meine Gefährten so wütend auf Drako, daß sie die Gobelins und das Bett zerschnitten und die Möbel zerkratzten. Danach räumten sie die Vorratskammer aus, begossen Drako‘s Kleider mit dem sehr starken Duftwasser, daß sie im Bad fanden und entfernten die „D"s von den Türen. Mit dem Brief, ein paar wertvollen Gegenständen, den erlesenen Speisen und Getränken, dem Geld, den Edelsteinen und den Sklavinnen schlichen wir anschließend aus der Kaserne. Es war für mich in Ordnung, das alles mitzunehmen, allerdings beteiligte ich mich nicht an der Zerstörung von Drako’s sonstigem Eigentum - ich wollte nicht schon wieder ein paar Tage auf meine Zauber verzichten :-| . Wir kamen problemlos und unentdeckt über die Mauer und gingen direkt zum Forsetta-Tempel. Erik nahm die Sklavinnen in seine Obhut und sah sich mit dem Übersetzungshelm den Brief an. Er hatte schon etwas Ähnliches vermutet. Cretia war, wie Erik uns sagte, die Gottheit, die von den „Etengariern" angebetet wurde, einem Volk, das sehr weit im Süden seine Heimat hatte und über das kaum etwas bekannt war. Vor einigen Jahren waren dann einige Etengarier nach Ruhna gekommen und hatten sich am Rand der Stadt niedergelassen. In der Mitte des Viertels, wo sie wohnten, sollte, laut Erik, der Tempel von Cretia stehen. Erik bat uns, wenn möglich dort weiterzuforschen. Er beschrieb uns den Weg zu dem Stadtviertel, in dem die Etengarier wohnten. Wir waren einverstanden und gingen zurück in unseren Gasthof, um uns erstmal auszuruhen.

10.07.1999

Der Cretia-Tempel

6.8.869 EZ

Am Morgen gingen wir nach dem Frühstück in das Etengarier-Viertel der Stadt. Ceathwyn bemerkte schon am Eingang des Viertels, das es irgendwie militärisch aufgebaut war. Das Stadtviertel der Etengarier lag auf einer kleinen Landzunge an der Küste zur „Dampfenden See", und am Eingang standen einige Kisten und Wagen so, daß man schnell eine Barrikade damit aufbauen konnte. Ceathwyn fiel auch auf, daß die Wohnhäuser im Erdgeschoß alle keine Fenster hatten. Sie teilte uns ihre Beobachtungen mit.

Der Cretia-Tempel lag genau im Zentrum des Etengarier-Viertels. Es war ein großes Gebäude aus schwarzem Granit, vor dem acht in schwarze Rüstungen gekleidete Kämpfer Wache standen. Diese Kämpfer wurden anscheinend von einem ebenfalls in eine schwarze Rüstung gekleideten, kahlköpfigen Priester angeführt, der genau in der Mitte hinter ihnen stand. Es wurden nur reinrassige Etengarier in den Tempel eingelassen. Also beschlossen wir in der folgenden Nacht in den Tempel einzudringen.

Im Laufe des Tages war die Panik in der Stadt vor dem drohenden Krieg größer geworden, und die Bewohner versuchten per Schiff zu fliehen. Die Folge war, daß die Preise für Häuser rapide sanken, während Schiffspassagen immer teurer wurden. Ceathwyn wollte sich gerne ein Haus in der Stadt kaufen, um das Bürgerrecht zu bekommen, und wir erkundigten uns im Stadtviertel der Wohlhabenden in der Nähe der Burg bei einem der Verkaufswilligen nach dem Preis. Das Haus war Ceathwyn jetzt noch zu teuer, so daß wir beschlossen, am nächsten Tag noch einmal hinzugehen. Unsere Gefährten wollten sich dann anschließen. Gegen Abend kam ein neuer Erlaß des Herzogs heraus, der ab sofort in der Nacht jegliches Licht durch Lampen verbot.

7.8.869 EZ

In der Nacht gingen wir gut gerüstet wieder zum Cretia-Tempel. Jetzt patrouillierten zwölf in schwarze Rüstung gekleidete Kämpfer in zwei Gruppen um den Tempel, die je von einem kahlköpfigen, gerüsteten Priester angeführt wurden. Sie gingen in entgegengesetzten Richtungen um den Tempel und begegneten sich jeweils am Eingang und an der Rückseite des Tempels. Wir warteten, bis sie wieder an der Rückseite des Tempels waren und Ceathwyn schlich zu einer kleinen Seitentür neben dem Haupteingang, wo sie durch einen schmalen Lüftungsschlitz kletterte und von innen den kleinen Nebeneingang für uns öffnete. Als die Tür aufging, folgten wir ihr einzeln nach.

Als wir in einen längeren Gang in der Mitte des Tempels gelangt waren, fuhren plötzlich die Wände zu beiden Seiten in den Boden, und wir wurden von acht Kämpfern in schwarzen Rüstungen angegriffen. Merkwürdig war, daß sie keinen Laut von sich gaben, auch dann nicht, wenn sie verwundet wurden. Wir besiegten die Kämpfer nach längerem Kampf. Danach stellten wir fest, daß sie anscheinend durch Magie zu willenlosen Kämpfern gemacht worden waren und auch keine Schmerzen mehr empfinden konnten. Die Wände blieben im Boden, so daß wir den Altar sehen konnten. Daneben befand sich eine Statue, die ein undefinierbares Wesen darstellte, das so aussah, wie eine Kreuzung mehrerer Dutzend verschiedener Wesen und dahinter eine kleine Tür. Wir gingen durch diese Tür und gelangten an den Schlafräumen der kahlköpfigen Priester vorbei schließlich in Xanathon's Arbeitsraum. Xanathon griff nach einem großen, schwarzen Streitkolben, um uns anzugreifen. Wir griffen ihn an und waren uns auch sicher, ihn auch getroffen zu haben, aber unsere Waffen erzielten beim ihm keine Wirkung. Xanathon lachte uns aus, und sagte, seine Lebenskraft wäre „hoch in den Lüften und tief unter der Erde". Da wir Xanathon anscheinend nichts anhaben konnten, schlug Fingas mit einem Stuhl die Fensterscheibe ein, und wir flohen nach draußen.

Wir gingen direkt zum Forsetta-Tempel und berichteten Erik von unserem Mißerfolg. Erik erklärte uns, daß es durch göttliches Eingreifen möglich wäre, die Lebenskraft eines Priesters in einem Edelstein zu bannen, so daß sein Körper unverwundbar würde. Dieser Edelstein durfte aber nicht näher, als drei Meter an den betroffenen Priester herangebracht werden, sonst würde die Magie gebannt und die Lebenskraft wieder in den Körper des Priesters zurückfließen. Nach den Worten von Xanathon könnte sich der Edelstein mit seiner Lebenskraft nur in einem der hohen Berge im Süden befinden. Wir müßten diesen Edelstein suchen und herbringen, wenn wir Xanathon besiegen wollten. Wir gingen erstmal in den Gasthof zurück, um uns auszuruhen.

Hauskauf

7.8.869 EZ

Ein paar Sunden später, am Morgen, gingen wir noch einmal zusammen zu dem Haus, nach dessen Preis wir uns erkundigt hatten. Jetzt stand es noch billiger zum Verkauf, und wir kauften es für die ganze Gruppe, wobei wir alle uns mit je einem Fünftel der Summe am Kauf beteiligten. Ceathwyn und Karotte kauften sogar noch ein zweites Haus zum spekulieren gleich nebenan, das sie wieder verkaufen wollten, wenn der Krieg vorbei war. Daran wollte ich mich nicht beteiligen, denn mir liegt es nicht, aus dem Unglück anderer Leute Gewinn zu ziehen. Auch wenn die Adligen eigentlich verpflichtet gewesen wären, der Stadt in dieser Lage beizustehen, konnte ich ihr Verhalten doch verstehen, denn die Vorgänge in den letzten Tagen waren sehr mysteriös und mit einem normalen Kriegszustand nicht ganz zu vergleichen. Mir gab es schon einen Stich, zum Zwecke des Hauskaufs ihre Lage ausgenutzt zu haben, aber schließlich wollten wir dieses Haus behalten.

Am Nachmittag zogen wir in unser neues Haus ein und kauften noch Reisevorräte. Abends saßen wir noch ein wenig zusammen, und Ceathwyn probierte einige Musikinstrumente aus, die von den ehemaligen Hausbewohnern zurückgelassen worden waren. Ich sicherte dann noch die Hintertür mit einem Zauber, weil wir am nächsten Morgen in die Berge reisen wollten, um den Edelstein mit Xanathon's Lebenskraft zu suchen.

Die Suche nach dem Edelstein

8.8.869 EZ

Bevor wir abreisten, gingen wir noch kurz zu Erik in den Forsetta-Tempel. Er stellte uns Sir Winslow vor, einen vertrauenswürdigen, älteren Adligen, der dabei war, eine Bürgerwehr aufzustellen. Anschließend gab er jedem von uns ein Amulett, das drei mal geistige Angriffe böser Wesen absorbieren konnte, die dem Opfer Lebenskraft entziehen, und wünschte uns viel Glück.

10.8.869 EZ

Zwei Tage später kamen wir am frühen Abend in einem schönen, friedlichen Tal in ein Dorf, in dem die Felder und die Häuser alle außergewöhnlich sauber und gepflegt aussahen. Vor jedem Haus war sogar ein kleiner gepflegter Vorgarten. Wir gingen in die Gastwirtschaft des Dorfes, „Zum Weinfaß", aus der Musik zu hören war und sahen, daß sie voller Halblinge war. Wir waren in ein Halblingsdorf gekommen. Der Wirt, „Galbro Stolzfuß" sagte uns, daß das Dorf „Auental" heißen würde. Wir wurden von ihm sehr gastfreundlich aufgenommen und bekamen ein wirklich sehr reichhaltiges Abendessen serviert. Sogar Karotte hatte Probleme, die von ihm bestellten Portionen aufzuessen, denn Halblingsportionen sind wirklich groß. Fingas hatte sich in der Größe seines bestellten Bieres ebenfalls verschätzt und mußte von Pearl in sein Zimmer gebracht werden, wobei er nur noch von „magischen Strudeln" faselte. Am nächsten Morgen ging es ihm dann auch gar nicht gut :-) .

11.8.869 EZ

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen reisten wir weiter. Die Halblinge hatten sich freundlich von uns verabschiedet und Karotte ein riesiges Eßpaket für uns mitgegeben. Sie waren der Meinung, Ceathwyn und ich seien viel zu dünn und müßten sehr viel mehr essen :-) . Gegen Abend erreichten wir den Grenzposten des Regierungsgebietes von Ruhna. Wir fragten die Grenzsoldaten, ob sie etwas über die Berge vor uns wüßten. Sie erzählten uns, daß es eine gefährliche Gegend mit vielen Monstern wäre. Karotte gab ihnen beim Abendessen von dem Schinken aus unserem Eßpaket ab, worüber sie sich sehr gefreut haben.

12.8.869 EZ

Bei dem Grenzposten übernachteten wir und reisten am nächsten Morgen weiter in die Berge. Am Abend suchte Pearl für uns einen Lagerplatz. Anscheinend hatte sie etwas übersehen, denn in der Nacht wurden wir von sechs Riesenameisen angegriffen. Wir hatten auf deren Nest geschlafen, worüber sie gar nicht erfreut waren. Wir besiegten diese sechs Riesenameisen im Kampf, flüchteten aber dann über den kleinen Bach in der Nähe, als noch mehr zornige Riesenameisen uns angriffen. Am anderen Ufer mußten Fingas und Karotte erstmal im Fluß baden, denn sie stanken beide ganz furchtbar nach Ameisensäure :-) .

13.8.869 EZ - 14.8.869 EZ

Es war schon fast hell, so daß wir gleich darauf weiterreisten. An diesem Abend fand Pearl einen guten Rastplatz, und die Nacht war ruhig. Am Mittag dieses Tages kamen wir in den Paß und plötzlich löste sich aus den Steinen neben uns ein großes, humanoides Wesen, daß aus Stein zu bestehen schien. Es griff uns an. Auch diesen Steingolem konnten wir mit vereinten Kräften besiegen. Von der Paßhöhe aus hatten wir dann eine schöne Aussicht auf der einen Seite bis nach Ruhna und auf der anderen Seite bis zum nächsten Berg.

Die Feen

14.8.869 EZ

Am Ende des Passes gelangten wir an eine Schlucht, über die eine schmale Steinbrücke führte. Auf der anderen Seite der Schlucht war ein Höhleneingang zu erkennen. Auf unserer Seite ein paar Meter vor uns befanden sich allerdings einige übel aussehende Krater. Wir mißtrauten der Situation und wollten die Brücke meiden. Ceathwyn flog auf unserem fliegenden Teppich los, um die Schlucht zu überqueren und den Höhleneingang zu erkunden. Gerade, als sie abflog, hörte ich eine leise Stimme, die uns warnte, die Schlucht hier nicht zu überqueren.

Ich rief Ceathwyn zurück und berichtete ihr von der Stimme. Ich ahnte, daß es sich um eine Fee handelte, als meine Gefährten sagten, sie hätten keine Stimme gehört. Außerdem war plötzlich meine Rüstung rosa und Ceathwyn's Kettenhemd sah blau aus. Statt seiner Axt hielt Karotte plötzlich einen Blumenstrauß in der Hand, über dem eine kleine Wolke Regen erzeugte. Ich rief der Fee zu, sich zu zeigen. Sie lachte und wurde sichtbar. Nun konnten wir alle die kleine geflügelte Fee sehen, die sich auf meine Schulter setzte. Sie war ungefähr 25 cm groß und trug ein Blätterkleid, das sie selbst gemacht hatte, wie sie stolz erzählte. Sie sagte, ihr Name sei „Sumse". Meine Gefährten staunten, denn sie hatten noch nie von den Feen gehört. Ich betrachtete sie auch ganz interessiert, denn ich wußte zwar von dem Feenvolk, hatte aber selbst auch noch keine gesehen. Sumse sagte, daß es gefährlich sei, die Schlucht zu überqueren, auch fliegend, und sie einen anderen Weg kennen würde. Sie erklärte sich bereit, uns diesen Weg zu zeigen, wenn wir mit ihr zu ihrer Wiese in der Nähe kommen und mit den Feen am Abend feiern und spielen würden.

Wir gingen also mit zur Wiese, feierten und spielten mit den Feen, die uns für ein paar Stunden verzauberten, so daß wir auch wie kleine Feen aussahen. Es war gar nicht so einfach, mit den Flügeln zu fliegen, wenn man nicht damit geboren war :-) . Am nächsten Morgen hatten wir wieder unsere normale Gestalt zurück, und Pearl vermißte ihre Flügel. Sumse zeigte uns wie versprochen den Weg zum Eingang einer anderen Höhle, durch die wir den Höhleneingang, den wir gesehen hatten erreichen konnten. Sie kam selbst nicht mit in die Höhle, wollte aber am anderen Eingang auf uns warten, bis wir zurückkamen.

Das große Höhlensystem

15.8.869 EZ

Wir gingen durch mehrere kleine Höhlen und gelangten in eine große, runde Höhle mit mehreren Ausgängen an der anderen Seite, in deren Mitte ein großer Haufen Leichen lag. Als wir näher kamen, sahen wir, das es Männer, Frauen und Kinder waren, denen das Herz herausgeschnitten worden war. Wir waren alle sehr geschockt. Plötzlich wurden wir von sechs Guhlen angegriffen, die ich für einige Zeit vertreiben konnte. Nachdem wir die Guhle besiegt hatten, entdeckte Fingas eine Luke in der Decke über dem Leichenhaufen. Ceathwyn flog mit dem Teppich hinauf, um sie sich näher anzusehen. Sie stellte fest, daß über der Luke etwas sehr schweres stehen mußte und sie von dieser Seite nicht zu öffnen war.

Durch einen der Ausgänge gelangten wir über einen Gang mit mehreren Biegungen an eine Stelle seitlich des Höhleneingangs der anderen Höhle. Vor uns sahen wir vier der uns schon bekannten Kämpfer in schwarzen Rüstungen an einer Art Katapult stehen, daß in Richtung der Steinbrücke ausgerichtet war. Dahinter stand ein kahlköpfiger Priester. Hinter dem Priester war eine Tür. Wir griffen die Wachen und den Priester an und töteten sie. Neben dem Katapult war eine Schale mit Blutsteinen, die anscheinend auf magische Weise beim Abschuß zu Feuerbällen wurden. Fingas nahm sich einige dieser Blutsteine mit, um sie später genauer zu untersuchen. Wir schoben das Katapult in die Schlucht, wodurch es zerstört wurde. Danach gingen wir durch die Tür in den ersten Abschnitt eines großen Höhlensystems.

Gleich hinter der Tür gab es einen Gang mit ein paar Räumen, deren Eingänge ebenfalls mit Türen versehen worden waren. In einem Schlafraum schliefen noch mehr Kämpfer, die Ceathwyn und Pearl leise töteten. Hinter einer anderen Tür, sah Pearl mit ihrem magischen Ring einen Gang mit Zellen und zwei Wachen in dem Gang. Diese Tür ließen wir erstmal verschlossen. Am Ende des Ganges gegenüber befand sich ein Raum mit einem Altar in Form eines Opfertisches, der eine blutige Rinne hatte und einer Statue dahinter, die ein undefinierbares Wesen darstellte, das so aussah, wie eine Kreuzung mehrerer Dutzend Wesen. Sie glich genau der Statue, die wir im Cretia-Tempel in Ruhna gesehen hatten. In dem Altarraum befanden sich zwei der schwarzgekleideten Kämpfer, die wir angriffen und töteten. Der Altar stand auf Rollen, und als wir ihn zur Seite schoben, sahen wir ein Loch darunter im Boden. Wir konnten uns denken, daß dieses Loch in die Höhle führte, in der wir den Leichenstapel gesehen hatten. Wir verließen den Altarraum wieder und gingen zurück in den anderen Gang. Hinter der Gangbiegung töteten wir noch einen kahlköpfigen Priester, der in einem kleinen Schlafraum schlief. Gerade als Pearl die letzte Tür öffnete, stand plötzlich vor ihr ein Priester in guter Kleidung, der versuchte, sie durch einen Zauber zu lähmen. Wir griffen ihn an und konnten ihn erst nach längerem Kampf besiegen. Er hatte einen schwarzen Streitkolben, der dem von Xanathon glich. Wir berührten den Streitkolben vorsichtshalber nicht, weil von ihm eine bösartige Magie ausstrahlte.

In dem Raum, vor dem wir gekämpft hatten, stand in der Ecke die Statue eine Frau. Einer ihrer Arme war nach oben gestreckt und ließ sich nach unten bewegen. In der anderen Ecke stand ein Tisch, mit einem Schachbrett darauf. Die Schachfiguren standen in Grundstellung. Auf dem Rand des Schachbrettes stand: „Beginne in Selgaunt, fahre fort in Ankhapur, gehe am Ende nach Arrabar und begrabe dort die sterbende Königin."

Hinter diesem Raum befand sich der Schlafraum des Priesters und noch einen Raum weiter eine Bibliothek, in der unter anderem auch viele Bücher über Schach standen. Mit Hilfe dieser Bücher lösten wir das Rätsel auf dem Schachbrett, indem wir mit den Schachfiguren die „Eröffnung von Selgaunt", die darauffolgende „Strategie von Ankhapur" und dann die „Endstrategie von Arrabar" nachvollzogen und dann die Königin in das Brett drückten. Das Schachbrett kippte zur Seite und darunter öffnete sich ein mit Fallen gesichertes Fach, in dem sich ein Stab mit je 10 weißen, roten, braunen und blauen Edelsteinen an den Seiten befand, den Fingas als einen „Stab der Elementwandlung" identifizierte. Daneben befand sich noch ein Kästchen mit 30 Ersatzsteinen von jeder Farbe.

Diesen Stab steckten wir in die nach oben gestreckte Hand der Statue und drückten den Arm nach unten. Bei jedem Versuch wurde ein Teil der gegenüberliegenden Wand in eines der Elemente verwandelt. Bei der Verwandlung in Luft öffnete sich hinter der Wand ein Gang. Wir gingen in den Gang, umgingen eine magische Falle darin und kamen an eine Wendeltreppe nach unten.

Am Fuß der Treppe befand sich ein kurzer Gang, an dessen Ende wir einen Schatz liegen sahen. Der „Schatz" stellte sich nach näherer Untersuchung als eine Täuschung heraus. Er war nur auf einem Tuch gemalt, das über eine Fallgrube mit spitzen Pfählen darin gespannt war. Bei näherer Untersuchung der Wände fanden wir kurz vor der Grube in der Wand eine Geheimtür. Hinter der Geheimtür befand sich eine Treppe. Pearl, die voranging, übersah die Falle in einer der Treppenstufen und die Treppe verwandelte sich plötzlich in eine schräge Rutschbahn. Pearl, Karotte und Fingas konnten sich nicht mehr rechtzeitig am Geländer festhalten und holten sich bei dem unsanften Aufprall unten einige blaue Flecken, während Ceathwyn und ich Mühe hatten, uns das Lachen zu verkneifen :-) . Nachdem wir uns auch heruntergehangelt hatten, bemerkten wir, daß es schon spät geworden war. Weil wir hier unten nicht ausruhen wollten, gingen wir erstmal zurück in den Schlafraum des Priesters, um dort zu schlafen.

16.8.869 EZ

Als wir wieder wach waren, beschlossen wir, erstmal die Gefangenen in den Zellen zu befreien, bevor wir wieder in die Höhlen hinabstiegen. Die beiden Wachen waren schnell besiegt. Unter den 25 Gefangenen befand sich ein sehr arroganter Baronssohn, der uns Befehle erteilen wollte. Als wir klarstellten, daß er uns nichts zu befehlen hatte, ging er beleidigt und leichtsinnig allein zu Ausgang der Höhle. Er drohte uns verärgert, er wolle sich über uns beschweren, aber darüber amüsierten wir uns nur. Die Bauern entschieden sich, mit ihren Familien in den Räumen des Priesters auf unsere Rückkehr zu warten, und mit uns zusammen nach Hause zurückzugehen. Wir brachten vorsichtshalber den Streitkolben des Priesters mit Hilfe meiner magischen Weste, die uns vor Verletzungen bei der Berührung schützte, in einen anderen Raum, damit die Kinder ihn nicht versehentlich berührten. Auch die Leiche des Priesters brachten wir dorthin.

Danach gingen wir wieder bis zum Ende der „Rutschbahn" und weiter in den Gang dahinter. Wir kamen am Ende des Ganges in eine Höhle mit einem weiteren Altar, der genauso aussah, wie der erste, hinter dem eine Statue stand, die ebenfalls der anderen glich. In diesem Raum griffen uns fünf Schreckgespenster an, die ich nicht vertreiben konnte. Nach einem langen Kampf, während dessen Fingas zwei Ladungen seines Amulettes statt seiner Lebenskraft verlor, konnten wir sie schließlich besiegen. Wir fanden nach längerem Suchen einen Geheimschacht unter dem Altar, der durch einen Mechanismus mit Auslöser an der Statue zur Seite fuhr.

Wir stiegen in den kurzen Schacht, an dessen Ende ein kurzer Gang war. Am Ende des Ganges befand sich eine tiefe, runde Höhle. Der Weg nach unten führte über einen sehr schmalen und feuchten Weg an der Wand entlang. Weit unten endete der Weg direkt an einem großen See, der den Höhlenboden füllte und mit den Wänden abschloß. Auf der gegenüberliegenden Seite war ein kleiner Anlegesteg zu sehen, hinter dem sich anscheinend ein weiterer Gang befand. Wir brauchten mehrere Stunden, bis wir unten angekommen waren. Mit unserem magischen Boot fuhren wir über den See und wurden unterwegs von drei Kraken angegriffen, die wir im Kampf besiegten. Am Anlegesteg angekommen, stiegen wir aus dem Boot und gingen in einen kurzen Gang, der sich am Ende in eine weitere Höhle verbreiterte. Am anderen Ende dieser Höhle befand sich eine schwere Steintür.

16.8.869 EZ - 17.8.869 EZ

Wir drückten die Steintür auf, und vor uns lag eine weitere große Höhle, in der sich ein Thron befand, auf dem ein Wesen saß, daß so aussah, wie die Statuen, die wir in den Altarräumen gesehen hatten - nur sehr viel größer. Hinter dem Thron sahen wir einen faustgroßen, pulsierenden Edelstein. Das Wesen griff uns an, und nach einem langen, harten Kampf besiegten wir es mit vereinten Kräften. Der Edelstein hinter dem Thron war tatsächlich der Edelstein mit Xanathon's Lebenskraft, den wir suchten. Vor einer direkten Berührung geschützt durch den magischen Stoff meiner Weste ergriff Fingas den Stein, wickelte ihn gut darin ein und verstaute ihn in seinem Beutel. In dieser Höhle befanden sich auch viele magische Gegenstände, Edelsteine von beträchtlichem Wert und eine hohe Summe in Platin- und Goldmünzen. Während meine Gefährten die Schätze aufsammelten, ruhte ich mich auf meinem Meditationsteppich aus, den ich anschließend auch an Fingas auslieh. (Wir hatten beide alle unsere Zauber verbraucht und mußten deshalb dringend ausruhen.) Nachdem Fingas sich ebenfalls ausgeruht hatte, gingen wir den Weg zurück, den wir gekommen waren, wobei wir diesmal nicht mehr angegriffen wurden.

Der Rückweg

17.8.869 EZ - 24.8.869 EZ

In den Räumen des toten Priesters warteten die befreiten Bauernfamilien noch auf uns, die wir wie versprochen, bis zum Halblingsdorf mitnahmen. Am Höhleneingang trafen wir auch Sumse wieder, die sehr froh war, uns lebend wiederzusehen. Wir übernachteten noch einmal in der Feen-Siedlung, wobei wir diesmal allerdings nicht verzaubert wurden. Unterwegs sahen wir in dem Paß den von einem Steinschlag erschlagenen Baronssohn wieder, den keiner von uns außer mir besonders bemitleidete. Ich hatte ihm den Tod nicht gewünscht, auch wenn er sich vorher sehr arrogant verhalten hatte. Im Halblingsdorf Auental wurden wir von dem Wirt, Galbro Stolzfuß, wieder sehr gastfreundlich und gut bewirtet und mit einem riesigen Eßpaket für die Reise ausgestattet. Wir verabschiedeten uns von den Bauern, die von hier aus allein nach Hause gehen konnten und reisten zurück nach Ruhna.

Die Heilung Herzog Stefans von Ruhna

26.8.869 EZ

Achtzehn Tage nach unserer Abreise kamen wir abends wieder in Ruhna an. Auf dem Weg zum Forsetta-Tempel sahen wir, wie sehr sich die Stadt verändert hatte. Immer wieder waren uns Flüchtlinge begegnet. Die Stadttore standen weit offen und wurden nicht mehr bewacht, und in Ruhna selbst hatten die Plünderungen zugenommen. Nur die Gegend des Hochadels, wo auch unser Haus stand war davon noch verschont geblieben, wie wir hörten. Die Kaserne hatte nur noch eine kleine Notbesatzung und Drako hatte sich in die Burg zurückgezogen, die jetzt wie eine Festung von der Garde bewacht wurde. Das Elend und die Angst in der Stadt hatten sehr zugenommen, Grundstückspreise waren noch weiter gefallen, und Schiffspassagen waren unbezahlbar geworden. Im Tempel trafen wir uns wieder mit Erik, der sehr froh war, uns wiederzusehen.

Nachdem wir uns bei Erik kurz ausgeruht hatten, brachen wir noch in der gleichen Nacht durch das inzwischen reparierte Fenster wieder in Xanathon's Raum im Cretia-Tempel ein. Xanathon sah uns an und griff lächelnd zu seinem Streitkolben. Fingas wickelte den Stein aus, und die Lebenskraft darin kehrte in Xanathon's Körper zurück. Er hörte auf, zu lächeln, sah uns aber immer noch leicht überheblich an und legte seinen Streitkolben wieder hin. Xanathon schlug uns einen Handel vor. Er würde uns voll aufklären über den eigentlichen Zweck Übernahme Ruhnas durch Drako und uns ein Gegenmittel geben, das seinen Fluch brechen würde, wenn wir ihm dafür freien Abzug gewähren würden. Wir gingen auf den Handel ein, obwohl ich den Fluch auch mit einem Zauber hätte brechen können, wenn wir Drako besiegen konnten. Die Informationen über den Hintergrund der Unterstützung Drakos durch die Etengarier hätten wir anders nicht erhalten können, und deshalb nahmen Xanathon mit in den Forsetta-Tempel.

Xanathon erzählte uns, daß er Drako nur dazu benutzt hatte, Ruhna in einen Krieg mit den Zwergen zu verwickeln, damit die Zwerge ihre Armee gegen Ruhna führten. Nun sei die „Heimat der Zwerge", die „Große Spalte", nicht mehr so gut geschützt gegen einen Angriff der Etengarier, deren Armee schon jetzt dorthin unterwegs war. Er gab uns auch das versprochene Gegenmittel, ein Fläschchen mit einem magischen Pulver, das wir dem Herzog nur in die Augen zu streuen bräuchten. Danach zog ich mich für eine halbe Stunde zurück und flehte in einem großen rituellen Gebet Corellon an, die Armee der Etengarier aufzuhalten, bis wir die anrückende Armee der Zwerge erreichen konnten, um sie vor deren Angriff zu warnen.

Noch in der gleichen Nacht gingen Ceathwyn und ich kurz vor Morgengrauen in das Viertel mit der Diebesgilde von Ruhna, wo wir für unseren geplanten Angriff auf die Burg Unterstützung aushandelten. Auch Sir Winslow hatte inzwischen einige Leute um sich geschart, die uns unterstützen würden. Im Morgengrauen griffen wir dann die Burg von der Seeseite aus mit Hilfe unseres magischen Bootes und unserer magischen Fluggeräte an, während ein von der Diebesgilde organisierter Mob und Sir Winslow mit seinen Leuten am Eingang der Burg die Wachen ablenkten.

27.8.869 EZ

Wir drangen in die Burg ein und fanden relativ schnell die Räume des Herzogs. In seinem Salon erwartete uns Drako in Begleitung von drei Mitverschwörern. Sie griffen uns an. Wir besiegten sie im Kampf und fanden im Schlafraum auf dem Bett den Herzog, der nicht bei Verstand war und auch sehr ungepflegt aussah. Ceathwyn ging zu ihm und streute ihm das Pulver in die Augen. Es wirkte sofort und Herzog Stefan verschwand erst einmal sofort im Waschraum, als er wieder bei Sinnen war. Kurze Zeit später kam er gewaschen und gekämmt wieder und bedankte sich bei uns für unsere Hilfe. Er hatte in seinem vorigen Zustand alles mitbekommen, was geschehen war, konnte nur nichts dagegen unternehmen. Er war entsetzt über die Vorkommnisse der letzten Wochen, besonders über die Kriegserklärung gegenüber den Zwergen, die immer seine Freunde gewesen waren. Natürlich mußten zuerst die Zwerge vor den Etengariern gewarnt werden und wie wir erwartet hatten, bat Herzog Stefan uns, das zu übernehmen. Er gab uns einen Brief an Laurin Schmetteraxt, den König der Zwerge, mit, stellte uns Pferde zur Verfügung und versprach, so bald wie möglich, mit einer eigenen Truppe nachzukommen, um den Zwergen zu helfen. Wir gingen noch zu unserem Haus, um ein paar Vorräte von dort mitzunehmen, und sahen auf dem Weg dorthin ein Schiff ablegen, auf dem sich Xanathon befand. Wir konnten sogar auf diese Entfernung sehen, wie er uns angrinste. Wir beobachteten das Schiff noch eine Weile und sahen, wie plötzlich ein riesiger Krake das kleine Segelschiff packte und unter Wasser zog. Wir hofften alle, daß dieser böse Priester dabei den Tod gefunden hatte...

Auf dem Weg zu den Zwergen

27.8.869 EZ - 1.9.869 EZ

Wir ritten noch am gleichen Tag los, den Zwergen entgegen und beeilten uns sehr, um die Zergenarmee so schnell wie möglich zu erreichen. Sieben Tage später trafen wir am Nachmittag auf die riesige Armee der Zwerge. In der vordersten Reihe sahen wir den Wagen Königs Laurin's, dem seine Standarte, eine Axt mit einem Auge darin, vorangetragen wurde. Langsam näherten wir uns diesem Wagen und die Armee hielt an, als wir ihn erreichten. Wir berichteten König Laurin, was wirklich vorgefallen war und überreichten ihm den Brief von Herzog Stefan. König Laurin glaubte uns. Er war froh, daß nicht Herzog Stefan selbst diesen Krieg erklärt hatte, denn er kannte ihn schon sehr lange und hatte ihn auch ausgebildet. Auch die Nordmänner, die mit den Zwergen zogen, wurden unterrichtet, daß der echte Feind nicht Herzog Stefan, sondern eine Armee der Etengarier war, die zu diesem Zeitpunkt die „Große Spalte" angreifen würden.

Die Schlacht

Zusammen mit den Priestern Moradins, die den Zug begleiteten, wirkte ich den Zauber „Zusammenwirken", der die Kräfte mehrerer Priester vereint und bündelt. Der Oberste Priester der Zwerge zauberte mit unserer vereinten magischen Kraft einen Zauber, der die Erde selbst dazu brachte, die ganze Armee inklusive der Nordmänner ohne Zeitverlust zurück zur „Großen Spalte" zu befördern. Dort angekommen sahen wir die mächtige Armee der Etengarier, in deren Mitte auf einem Wagen die Göttin Cretia selbst fuhr auf uns zukommen. Es waren auch viele Dämonen dabei. Plötzlich kamen vom Himmel die überirdischen Streitkräfte Moradins, Corellons, Forsettas und anderer Götter. Wir hörten sie zu Cretia sagen, sie hätte den Vertrag der Götter gebrochen, und sahen, wie sie mitsamt den Dämonen von den anderen Göttern durch einen sich öffnendes Tor in eine andere Dimension geschleudert wurde. Wir hörten noch das entsetzte Schreien von Cretia, als sich dieses Tor schloß. Ich spürte tief in mir, daß Corellon mein Gebet erhört hatte. Die restliche Armee der Etengarier wurden von den vereinten Kräften der Zwerge und der Nordmänner besiegt, wobei wir uns natürlich an der Schlacht beteiligten.

2.9.869 EZ

Am folgenden Tag fand dann ein großer Empfang im Saal König Laurins in der „Spalte" statt, einem in einen riesigen Bergkristall gehauenen großen Saal. Wir hatten alle die Ehre, daran teilnehmen zu dürfen. Nicht einmal alle Zwerge dürfen die „Spalte" betreten, sondern nur die, die sich als würdig genug dafür erwiesen hatten. Bei diesem Empfang überreichte König Laurin jedem von uns eine Medaille, die mit seinem Siegel versehen war und uns als „Freunde der Zwerge" auswies. Jeder Zwerg, dem wir diese Medaille zeigten, würde sein Möglichstes tun, um uns zu helfen. Wir fühlten uns sehr geehrt und wußten kaum, was wir darauf sagen sollten.

2.9.869 EZ - 7.12.869 EZ

Wir blieben noch ungefähr drei Monate bei den Zwergen, während der einige von uns die Gelegenheit nutzten, um sich von ihnen weiter ausbilden zu lassen.

 

Bei den Nordmännern

(SL Werner)

3.9.869 EZ

Am nächsten Tag gingen Ceathwyn und ich abends aus reiner Neugierde in das Lager der Nordmänner, um sie näher kennenzulernen. Wir wurden freundlich empfangen und zum Haus des Hetmanns, Torge Türgeson, geleitet. Er lud uns zum Abendessen ein, bei dem auch der Odin-Priester, Ragnar Olofson, die Frigae-Priesterin, Svenja Gundhildstochter, der Thor-Priester, Torfin Gregolson, und drei Vertreter von Torge, die Schiffsführer, Orm Ragulson, Hilgo Hegerson und Brünja Naelastochter, anwesend waren.

Wir unterhielten uns hauptsächlich mit den Priestern Torfin und Ragnar. Als ich Torfin auf Ceathwyn's neues Schwert hinwies, das durch Magie besonders gut gegen Riesen wirkte, war er so freundlich, den Segen Thors über das Schwert zu sprechen. Ceathwyn konnte das Schwert durch diesen Segen niemals aus der Hand fallen. Ceathwyn hatte das Schwert nicht gern aus der Hand gegeben, freute sich aber dann über den Segen und bedankte sich bei Torfin dafür. Ragnar lud uns ein, am nächsten Tag zum Totenfest der Nordmänner zu kommen, und wir nahmen die Einladung gerne an. Die Nordmänner sind zwar rauhe Leute, aber uns waren sie sympathisch und an der Ehre der Toten lag mir persönlich auch sehr viel.

4.9.869 EZ

Am nächsten Tag gingen wir mit unseren Waffen zum Totenfest, denn man hatte uns gesagt, daß es Wettkämpfe zu Ehren der Toten geben würde. Das Totenfest wurde mit dem „Ting" eröffnet, einem Gericht, bei dem auch wir gebeten wurden unsere Stimme zu den vorgetragenen Streitigkeiten abzugeben. Ein Fall war so schwer zu beurteilen, daß es einen Zweikampf zwischen den beiden Streitenden gab. Nachdem das Gericht beendet war, nahmen Ceathwyn und ich an den Wettkämpfen im Bogenschießen, Ringen und Messerwerfen teil, die Ceathwyn bis auf den Ringkampf gewann, in dem sie den zweiten Platz belegte. Am Schluß des Festes wurden am Abend die Toten auf brennenden Schiffen den Fluß hinunter geschickt. Wir übernachteten bei den Nordmännern und gingen am nächsten Morgen wieder zurück in die Zwergenstadt.

17.07.1999

Die Befreiung Keroks, des Weisen

(SL Vera)

7.9.869 EZ

Wir waren erst ein paar Tage aus dem Lager der Nordmänner zurück, als König Laurin Perl, Ceathwyn und mich um ein Gespräch bat. Er berichtete uns, das seit ca. einer Woche einer seiner wichtigsten Berater, „Kerok, der Weise", vermißt wurde. Er war der einzige Zwerg, der alle Legenden und Sagen der Zwerge kannte, auch die, die niemals niedergeschrieben worden waren. Außerdem war er ein guter Freund von Laurin, der sich große Sorgen um ihn machte. Kerok war im Feldlager der Zwerge gewesen und auf dem Rückweg zur „Spalte" entführt worden. Er war ein sehr eigenwilliger Zwerg, der es immer abgelehnt hatte, eine Leibwache mitzunehmen. Sein Nachfolger, „Namik, der Wissende", kannte noch nicht alle diese Legenden. Deshalb war es sehr wichtig, Kerok wiederzufinden, weil sonst auch einiges von seinem Wissen unwiederbringlich verlorengehen würde.

Die Zwerge hatten natürlich nachgeforscht und herausgefunden, daß Kerok von einer versprengten Gruppe überlebender Etengarier in der kleinen Stadt „Erdherz" gefangen gehalten wurde. Etwas später hatten sie eine Nachricht gefunden, daß Kerok freigelassen werden würde, wenn den Etengariern „Freier Abzug" garantiert wurde. König Laurin mißtraute einem solchen Versprechen, und wollte sich darauf nicht einlassen. Schon zweimal hatten die Zwerge dann das Versteck der Etengarier ausfindig gemacht, aber sie waren jedesmal schon wieder geflohen, als die Zwerge das entsprechende Haus stürmten. König Laurin bat nun Pearl, mit unserer Hilfe in Erdherz nachzuforschen, weil er annahm, daß wir das unauffälliger machen könnten. Er wollte die Entführung von Kerok noch nicht öffentlich bekanntgeben, weil er fürchtete, die Zwerge könnten in hysterischer Wut die Stadt Erdherz angreifen, denn Kerok war sehr beliebt. Er empfahl uns den Gasthof „Zur reichen Erzmine", dessen Wirt, Kamosch, ein vertrauenswürdiger Zwerg war. Natürlich taten wir König Laurin gern den Gefallen, nach Kerok zu suchen.

Erdherz war eine kleine Handelsstadt mit ca. 8.000 Einwohnern, die sich aus ungefähr 40% Zwergen und 60% Menschen zusammensetzte. Wir ritten mit den Pferden nur ein paar Stunden dorthin und kamen am frühen Abend im Gasthof „Zur reichen Erzmine" an, wo wir sehr gute Zimmer bekamen. Wir fragten Kamosch, ob er wüßte, wo die Etengarier sich mit Kerok versteckt haben könnten, denn er war über die Entführung informiert. Er hatte die Idee, daß sie sich vielleicht in der alten Hausruine im Nordwesten der Stadt versteckt haben könnten. Im Arbeiterviertel in der Nähe dieser Ruine war eine kleine Kneipe, in der wir uns umhörten. Wir entnahmen den Gesprächen der Arbeiter, daß der Hausdiener der Familie Rotschild, einer reichen Handelsfamilie, der sich schon immer beschwert hatte, er würde zu wenig Lohn bekommen, seit einigen Tagen eine Arbeit nebenbei angenommen hatte. Dort bekam er eine Goldmark pro Tag, was den Leuten komisch vorkam und sie auch ein wenig neidisch machte.

8.9.869 EZ

Wir beobachteten am nächsten Tag den Hausdiener, Friedhelm, und sahen, wie er nach seiner Arbeit mit einigen Taschen voll eingekaufter Sachen in dem Schuppen neben der Ruine verschwand und ohne Taschen wieder herauskam. Wir gingen dann zur Ruine, und mit ihrem Röntgenblickring sah Pearl, daß sich tatsächlich einige Etengarier im Erdgeschoß der Ruine aufhielten. Von Kamosch erfuhren wir dann, daß die Ruine doppelt unterkellert war, wie fast alle Häuser in der Stadt. Selbst im Gasthof befanden sich direkt unter dem Erdgeschoß noch einige Gästezimmer für Zwerge. Wir informierten daraufhin den Handelsbürgermeister der Stadt, Abdul, und baten um Unterstützung der Stadtwache, die verhindern sollte, daß einer der Etengarier floh, während wir nachts die Ruine stürmten. Zehn Gardisten der Stadtwache sicherten von außen die Ruine ab, als wir nachts dort eindrangen um Kerok zu befreien.

9.9.869 EZ

Wir töteten 17 Krieger in schwarzer Rüstung und 4 Priester der Etengarier im Kampf und befreiten im zweiten Keller Kerok, der rasiert und gefoltert worden war. Wir heilten seine schlimmsten Wunden. Danach durchsuchten wir noch das Haus und fanden im Obergeschoß des Gebäudes noch einen Geheimschrank mit einigen magischen Gegenständen und Edelsteinen darin. Wir brachten Kerok zuerst einmal in den Gasthof, wo er sich erholen konnte. Während wir im Gasthof beisammen saßen, erzählte uns Kerok einige Legenden von „Der Herrin der Insel zwischen Raum und Zeit", von „Einem ehrgeizigen, arroganten Kapitän, der gegen den Willen des Meeresgottes Nestor verstieß, Delphine jagte und seitdem mit seinem Schiff, der „Cefir" von Nestor verflucht worden war, auf ewig auf der „Inneren See" zu fahren, bis sie mit „Heiliger Erde" bedeckt waren und von dem „Magischen Schutz des Nordens vor der Vorherrschaft des absolut Bösen". Diese letzte Legende interessierte uns besonders, weil sie unsere Heimat betraf.

„Die Legende vom magischen Schutz des Nordens"

Vor Tausenden von Jahren, als die „Großen Seemeister" sich gerade gegenseitig vernichtet hatten und ihre Macht und ihr Reich zerbrochen war, beschlossen die Elfen von Cormanthor, deren Reich ebenfalls bedroht gewesen war (selbst die mächtigen Magier der Elfen hatten Probleme, die Seemeister von Cormanthor fernzuhalten), eine Ausbreitung des absolut Bösen bis an die Grenzen ihres Reiches in Zukunft zu verhindern. Auch die Zwerge, die in den Bergen dort lebten, wollten ihre Gebiete nie wieder von einer derart großen Macht des Bösen bedroht sehen und arbeiteten mit den Elfen zusammen einen Plan aus, den Norden vor der Macht des „Absolut Bösen" zu schützen. Die Gnome und die Halblinge erklärten sich ebenfalls bereit, dabei zu helfen.

Zu dieser Zeit waren noch weit weniger Menschen in den Gebieten des Nordens, heute die Talländer genannt, angesiedelt, die von keinem anderen Volk beansprucht wurden. Diese Menschen pflegten gute Beziehungen zu allen anderen Völkern.

Der Zufall ergab, daß zu dieser Zeit die Fürsten von Schattental neu gewählt werden mußten. Aufgrund der Bedingungen für die Wahl des Fürsten (der Kandidat mußte guter Gesinnung sein, was vorher geprüft wurde), bot es sich an, den Schutz unauffällig und ohne deren Wissen in ihre Hände zu geben. So beschlossen die Völker, den magischen Schutz in Geschenken für den neuen Fürsten zu verbergen, da Schattental einigermaßen zentral in dieser Region im Norden liegt. Der Schutz würde auf diese Weise das Gebiet von den „Wüstenschlundbergen" im Westen bis zum Fluß „Lis" im Osten (der das „Drachengriff-Meer" mit dem „Mondsee" verbindet) und vom „Mondsee" im Norden bis zur südlichen Grenze der „Donnergipfel-Berge" abdecken. Natürlich war es nicht möglich, bei der Größe des Gebietes, jegliches Böse daraus zu verbannen, aber das Gebiet würde gegen die Herrschaft und ein Übergewicht des „Absolut Bösen" für die Zukunft geschützt sein.

1.Die Elfen schnitzten ein schönes Zepter aus dem Herzen des Stammes einer Esche und ritzten Runen hinein.

2.Die Halblinge erstellten eine große Obstschale aus glänzendem, schneeweißen Marmor, in die sie ebenfalls Runen ritzten (und die natürlich mit Obst gefüllt überreicht wurde J ).

3.Die Gnome stellten ein wunderschönes Amulett mit exzellent geschliffenen Diamanten her, in deren Fassungen auch sie auf der Rückseite Runen ritzten.

4.Die Zwerge der Wüstenschlundberge schmiedeten eine Axt mit mehrfach gefalteter, perfekt gehärteter Klinge aus feinstem Stahl, in deren Schaft aus Eichenholz sie ebenfalls Runen schnitzten.

Danach legte der mächtigste Magier der Elfen einen Schutzzauber auf die Geschenke, und verband die Wirkung des Zaubers örtlich mit dem Fürstenpalast in Schattental und gleichzeitig mit den Personen der „rechtmäßigen Fürsten" von Schattental. Solange sich die Geschenke im offiziellen Fürstenpalast (selbst bei einem Umzug würde die Wirkung erhalten bleiben) oder in einer Entfernung von höchstens 1 km von dem Fürsten oder der Fürstin befanden, würde der Schutz erhalten bleiben. Im anderen Fall würde er schwächer, aber nicht sofort unwirksam werden.

Es ist allerdings kaum jemandem bekannt, daß die Zwerge die Axt zweimal schmieden mußten. Die Axt war gerade fertig, die Klinge geschwärzt und die Runen auch schon in den Schaft geschnitzt, als die Dunkelelfen die Zwerge in den Wüstenschlundbergen angriffen. Es war zwar nur eine kleine Einheit (nach Zwergenmaßstäben), die auch schnell besiegt war - aber die Dunkelelfen waren bis zur Schmiede vorgedrungen und hatten die Axt dabei gestohlen.

Die Zwerge waren entsetzt, erzählten niemandem davon (es war ihnen wohl auch peinlich, daß sie den Diebstahl nicht verhindern konnten) und schmiedeten eine neue Axt gleicher Qualität. Sie hatten aber nicht mehr die Zeit, die Klinge zu schwärzen (wodurch sie den Kämpfer in der Dunkelheit nicht verraten würde).

Nachdem alle Geschenke überreicht waren, erfuhren die Zwerge durch einen Informanten, daß die Dunkelelfen sehr begeistert von der Axt waren (was niemanden wunderte) und einer Ihrer mächtigsten Magier einen Zauber darauf gelegt hatte. Was dieser Zauber genau bewirkte, wußte der Informant allerdings nicht. Die Runen auf der Axt bedeuten: „Lege dies in die Hände des Fürsten oder der Fürstin, und der Norden ist weitgehend geschützt vor allem, was seiner oder ihrer Gesinnung widerspricht."

10.9.869 EZ

Es war ein interessanter Abend. Am nächsten Morgen reisten wir zurück zur „Spalte", wo König Laurin Kerok herzlich umarmte und ihm freundschaftliche Vorwürfe machte, daß er nie eine Leibwache mitnahm, wenn er aus der „Spalte" ging. Er bedankte sich sehr herzlich bei uns und erreichte beim Hohepriester des Moradin, daß er die magischen Gegenstände für uns umsonst identifizierte. Fingas hielt sich während unseres Aufenthalts bei den Zwergen fast ausschließlich in der Bibliothek auf und war deshalb nicht ansprechbar. Es waren zwei Schutzformeln, eine gegen Magie und eine gegen Pflanzen, und ein „Pulver der Spurlosigkeit".

 

Jasmine

(SL Vera)

16.9.869 EZ

Als wir ein paar Tage später am Nachmittag auf der Veranda unseres Feldhauses, eines einfachen Holzhauses, saßen, kam ein junges, sehr schönes Mädchen auf uns zu. Sie war sehr groß, schlank und hatte lange, schwarze Haare und dunkelbraune Augen. Sie trug ein einfaches, sauberes Kleid, einen alten Waffenrock, ein altes Kurzschwert in einer abgewetzten Scheide und hatte ein Bündel dabei. Sie ging schüchtern zu Ceathwyn und sprach sie an. Noch bevor sie richtig aussprechen konnte, bot Ceathwyn ihr erstmal an, sich zu setzen. Das Mädchen sagte, ihr Name sei Jasmine, und sie habe von unserem Sieg über die Entengarier in der Ruine gehört. Sie erzählte, sie hätte in der Vergangenheit heimlich gelernt, mit dem Schwert zu kämpfen und wollte gerne Kämpferin werden. Aber nun hatte ihr Vater beschlossen, sie zu verheiraten. Sie mochte den Mann nicht, den sie heiraten sollte und fragte, ob Ceathwyn sie nicht mitnehmen und sie ausbilden wolle. Ceathwyn war ganz gerührt von der offensichtlichen Bewunderung, die Jasmine ihr entgegenbrachte, und konnte sie nicht sofort abweisen. Außerdem haßte Ceathwyn es, wenn man den Frauen die Freiheit eigener Entscheidung nicht ließ, und Jasmine war wirklich ein liebenswertes Mädchen von fünfzehn Jahren. Ceathwyn prüfte mit ein paar Übungsschlägen, was Jasmine schon konnte, und stellte fest, daß sie Talent zum Schwertkampf hatte.

Als Jasmine sagte, sie würde lieber allein weggehen, bevor sie Muchtar heiraten würde, siegte Ceathwyn's weiches Herz endgültig. Sie erlaubte ihr, bei ihr zu bleiben, und versprach ihr, sie auszubilden. Sie brachte es einfach nicht fertig, Jasmine wieder wegzuschicken. Den ganzen Nachmittag brachte sie dann damit zu, eine gute Ausrüstung für Jasmine zu kaufen: einen Lederanzug, ein Kettenhemd, eine Schwertscheide, eine Rucksack und anderes, alles von allerbester Qualität. Sie schenkte Jasmine ihr altes, magisches Kurzschwert, das sehr viel besser war, als Jasmine‘s, und kaufte ihr sogar ein Pferd. Ich schmunzelte nur, denn ich kannte Ceathwyn zu gut, um etwas Anderes von ihr zu erwarten. Jasmine staunte über die vielen neuen Sachen und machte sich Sorgen, wann sie das jemals alles würde zurückzahlen können. Aber sie war sehr froh, daß Ceathwyn, eine Kämpferin, die sie so sehr bewunderte, ihr erlaubte mitzukommen. Natürlich hielt Jasmine auch von Pearl und mir sehr viel, aber Ceathwyn bewunderte sie am meisten von uns.

17.9.869 EZ

Am nächsten Morgen ging Ceathwyn mit mir zusammen zum Vater von Jasmine und bezahlte einen hohen Preis, um sie von der Verpflichtung, zu heiraten, zu befreien. Sie erreichte damit, daß Jasmine zu Hause immer willkommen sein würde, wenn sie zurückwollte. Genau das hatte sie auch beabsichtigt, denn sie wußte nur zu gut, wie es war, keine Eltern mehr zu haben. Die Eltern von Jasmine kamen noch mit zu unserem Haus und verabschiedeten sich von ihr. Jasmine konnte kaum fassen, daß sie jetzt von ihnen die Erlaubnis bekam, zu gehen. Ceathwyn konnte sich bei dieser rührenden Szene nur schlecht beherrschen und hatte schon ganz feuchte Augen. Als sie zwischendurch kurze Zeit allein mit mir war, weinte sie sich dann bei mir aus. Jasmine kam dazu und war erschrocken, was Ceathwyn passiert war. Ceathwyn faßte sich schnell wieder, beruhigte sie und machte Schwertkampfübungen mit ihr.

Am Nachmittag des gleichen Tages kam Muchtar mit noch zwei üblen Schlägern in den Stall zu Jasmine, die es übernommen hatte, unsere Pferde zu versorgen. Er war wirklich nicht sehr schön mit seiner Narbe, die ihm über das rechte Auge ging, aber noch schlimmer war sein herrisches Wesen. Muchtar verlangte von Jasmine, daß sie mit ihm kommen solle, und sagte, sie wäre seine Braut und müsse ihn heiraten. Jasmine wollte nicht und sagte ihm auch, Ceathwyn hätte sie ausgelöst, und sie würde jetzt bei ihr bleiben. Sie stritten sich so laut, daß Ceathwyn, Pearl und ich es vor dem Haus hörten. Wir gingen in den Stall. Ceathwyn stritt sich mit Muchtar und verprügelte ihn und seine zwei Kumpane, als sie nicht gehen wollten. Wir rechneten damit, daß er wiederkommen würde, und Ceathwyn befürchtete, er könnte Jasmine entführen. Deshalb sicherten wir Jasmines Zimmer und das Haus mit Fallen und Zaubern ab.

19.9.869 EZ

Tatsächlich kam Muchtar zwei Tage später mit drei Kumpanen wieder, um Jasmine zu entführen. Er und seine Leute waren uns wieder nicht gewachsen, doch diesmal rief Ceathwyn den Kommandanten der Zwergengarde, Steinbeißer, nachdem wir Muchtar und seine Leute festgesetzt hatten. Er brachte sie nach Erdherz zurück. Sie wurden verurteilt und aus der Stadt gejagt. Jasmine war sehr froh, nun endlich Ruhe vor ihm zu haben, und dankbar für Ceathwyn’s Freundschaft.

 

Omar

(SL Vera)

20.9.869 EZ

Am nächsten Tag kam Omar, Jasmine's Bruder, zu unserem Haus. Er war gerade von Ruhna zurückgekommen, wo er mit drei anderen Gardisten aus Erdherz vorübergehend eingesetzt gewesen war, und hatte erfahren, daß Jasmine mit uns gehen wollte. Er hatte ihr heimlich beigebracht, mit dem Schwert zu kämpfen, und ihr sein Kurzschwert und seinen Waffenrock geschenkt, als er in der Garde befördert worden war und eine neue Ausrüstung bekommen hatte. Omar sah seiner Schwester sehr ähnlich und war ein geübter und charismatischer Kämpfer. Wir freuten uns, ihn kennenzulernen, und Jasmine war ganz begeistert, ihren Bruder früher, als erwartet, wiederzusehen. Er war hatte als einziger, ihren Wunsch, Kämpferin zu werden, verstanden und ihr geholfen wann immer er konnte. Omar freute sich für seine Schwester, daß sie in Ceathwyn so eine gute Lehrmeisterin gefunden hatte, die sie weiter ausbilden würde.

20.9.869 EZ - 7.12.869 EZ

Er schien uns alle zu mögen, war aber wohl besonders von Pearl angetan. Das beruhte anscheinend auf Gegenseitigkeit, denn sie machten am Nachmittag einen langen Spaziergang zu zweit in die Steppe, von dem sie erst am Abend wiederkamen. Pearl schien recht glücklich zu sein, und in den nächsten Tagen stellte sich heraus, daß sie sich tatsächlich in ihn verliebt hatte. Omar blieb unser Gast, bis Karotte mit seiner Ausbildung fertig war. Am darauffolgenden Tag verabschiedete er sich von uns und kehrte in der Gewißheit nach Erdherz zurück, daß Jasmine bei uns in guten Händen war. Ich glaube, Pearl wird ihn noch lange vermissen...

24.07.1999

Der Abschied von den Zwergen

(SL Werner)

7.12.869 EZ

Am Abend verabschiedeten wir uns von den Zwergen, um wieder in unsere Heimat zurückzukehren. Es wurde ein großes Abschiedsfest veranstaltet, und die Zwerge machten uns noch ein Abschiedsgeschenk: der Hohepriester des Moradin sprach einen Zauber über uns, der uns allen eine bessere Kondition schenkte. Wir waren darüber sehr erfreut, und bedankten uns herzlich dafür. Anschließend beförderte uns der Hohepriester mit einem Erdbewegungszauber direkt zurück nach Ruhna, wo sich die Lage wieder normalisiert hatte.

 

Abschied von unseren Freunden in Ruhna

(SL Werner)

8.12.869 EZ

Meine Gefährten verkauften am nächsten Tag ihre Häuser mit einem beträchtlichen Gewinn. Herzog Stefan von Ruhna schenkte uns ein besseres Haus, als wir zusammen erworben hatten, das sich auch näher bei der Burg befand. Außerdem schenkte Herzog Stefan jedem von uns noch ein exzellentes, sehr wertvolles Pferd, um sich für seine Rettung zu bedanken. Wir freuten uns sehr darüber, und als ich sah, was für eine gute Pferdezucht es hier gab, kaufte ich später beim Pferdehändler noch zwei gute Zuchtpferde, die ich unserem Pferdezüchter in Wolkensang wieder verkaufen wollte.

Wir verschenkten dann das Haus, das wir uns alle zusammen gekauft hatten an Erik von Forsett für die Einrichtung eines Kinderheims. Erik empfahl uns auch einen pensionierten Soldaten der Stadtgarde als Verwalter für unser neues Haus. Nachdem er sich vorgestellt hatte, stellten wir diesen Soldaten, Husam, ein, der mit seiner Familie, Frau und Tochter, dort auch wohnen würde. Danach kauften wir noch ein paar Handelsgüter und warben vier Söldnerinnen als zusätzlichen Schutz für die Reise nach Arrabar an, weil wir so viele wertvolle Güter dabei hatten.

10.12.869 EZ

Zwei Tage später reisten wir weiter nach Arrabar.

 

Die traurige Harfe

(SL Werner)

25.1.870 EZ - 26.1.870 EZ

Die Reise verlief ruhig, bis wir fünfeinhalb Wochen später in einem kleinen Ort, Mühlental, südlich von Ormpetarr ankamen. Der Ort wurde überall geschmückt, und man sagte uns, daß der Baron Answin von Mühlental in drei Tagen heiraten würde. Die Leute freuten sich für ihren Baron, daß er nun doch eine Frau gefunden hatte. Er war lange Zeit sehr traurig gewesen, nachdem seine frühere Braut, eine junge adlige Frau namens Myrthia, vor ungefähr sechs Monaten am Wehr von Mühlental in den kleinen Fluß gefallen war, der durch Mühlental floß. Die jetzige Braut war Myrthia‘s Schwester, Rudabeth. Wir übernachteten dort in dem Gasthof „Goldene Palme" und hörten während der Nacht eine ungewöhnliche, schöne und gleichzeitig traurige Melodie, die auf einer Harfe gespielt wurde. Seltsamerweise konnte niemand außer uns diese Melodie hören. Wir fragten am nächsten Morgen den Wirt, Ysman, wer so gut Harfe spielen konnte. Er antwortete, daß außer Myrthia nur der Baron selbst so gut spielen konnte.

Als wir am Nachmittag über den Basar gingen, kamen wir an einem Stand mit Musikinstrumenten vorbei, in dem eine sehr schöne, weiße Harfe ausgestellt war. Ceathwyn, die Musikinstrumente liebte, wollte die Harfe gerne kaufen, aber der Verkäufer sagte, sie wäre unverkäuflich, da er sie als Geschenk für den Baron gefertigt hatte. Er ließ sie aber auf der Harfe ein wenig spielen, als sie darum bat. Ceathwyn bemerkte gar nicht, daß sie dieselbe Melodie spielte, die wir nachts gehört hatten, bis wir es ihr sagten. Sie sagte aber, sie hätte das Gefühl gehabt, daß die Harfe ihr etwas sagen wollte. Jasmine bewunderte die Harfe, und fragte, woraus sie gemacht sei. Der Verkäufer antwortete, er habe sie aus Tierknochen gefertigt, die er von einem Händler in Ormpetarr gekauft habe.

27.1.870 EZ

Wir überlegten, daß es vielleicht mit einem anderen Musikinstrument möglich sein würde, einen Dialog mit der Harfe zu führen, und Ceathwyn wollte es am nächsten Tag mit ihrer Laute versuchen. In der darauffolgenden Nacht hörten wir alle wieder diese seltsame Melodie. Am Morgen gingen wir dann nochmal zu dem Stand, und Ceathwyn formulierte unsere Fragen an die Harfe mit ihrer Laute. Sie antwortete tatsächlich, und wieder konnten nur wir sie hören. Sie erzählte uns, daß sie Myrthia sei. Sie und ihre Schwester hatten sich beide in den Baron verliebt. Als sie eines Tages einen Spaziergang machten, um sich auszusprechen, rutschte sie aus und fiel ins Wehr. Sie rief ihrer Schwester zu, ihr doch bitte zu helfen, aber Rudabeth drehte sich um, ging weg und ließ ihre Schwester ertrinken. Ihre Knochen waren dann später in der Nähe von Ormpetarr ans Ufer gespült worden. Während des Erzählens wurde die Harfe immer zorniger. Auf die Frage, was sie wollte, antwortete sie: Gerechtigkeit und ihre Liebe. Wir gingen zurück in den Gasthof und überlegten, wie wir der Harfe helfen könnten, fanden aber keine Lösung. Darüber wurde es Abend, und wir gingen schlafen. In der Nacht hörten wir die Harfe wieder ihre Melodie spielen.

28.1.870 EZ

Am nächsten Morgen begann schon früh das Hochzeitsfest. Wir waren auch eingeladen, und als wir den Saal betraten, sahen wir auf einem Tisch neben anderen Geschenken auch die Harfe stehen. Als die Hochzeitszeremonie begann, spielte die Harfe so, daß alle im Saal Anwesenden sie hören konnten und erzählte ihre Geschichte. Sie wurde dabei immer zorniger und wütender, und ich spürte, daß das Böse in ihr immer mächtiger wurde. Am Schluß ihrer Erzählung griff die Harfe auf magische Weise ihre Schwester Rudabeth an. Ich stellte mich zwischen sie und ihre Schwester, und begann auf sie einzureden, daß Rache nicht die Lösung für ihr Problem sei. Schließlich erkannte der Baron seine geliebte Myrthia in der Harfe wieder, ging zu ihr hin und spielte auf ihr. Während seines Spiels wurde sie immer friedlicher und liebevoller. Als der Baron zu Ende gespielt hatte, sahen wir zwei weiße schemenhafte Wesen vereint davonschweben und der Baron war tot. Ein glückliches Lächeln lag auf seinen Lippen.

Rudabeth rannte in Panik aus dem Saal, was Pearl bemerkte. Sie rief uns zu, ihr zu folgen. Wir holten Rudabeth erst am Wehr ein, in das sie sich stürzen wollte. Wir überredeten sie, sich nicht selbst zu töten, sondern als Sühne für ihr Verbrechen anderen zu helfen. Sie schwor einen Eid, sich nur noch um die Hilflosen zu kümmern, und wollte als erstes ein Waisenhaus für Mühlental bauen.

29.1.870 EZ - 8.2.870 EZ

Wir reisten am nächsten Morgen weiter, und erreichten vier Tage später Ormpetarr. Hier blieben wir nur eine Nacht. Fünfzehn Tage später erreichten wir unser Ziel - Arrabar.

 

Entführung in Arrabar

(SL Werner)

8.2.870 EZ - 9.2.870 EZ

Wir mieteten uns Zimmer im Gasthof „Der goldene Delphin", dem besten Gasthof der Stadt und bezahlten die vier Söldnerinnen, die uns begleitet hatten. Am nächsten Tag gingen wir zum Reeder Aragon, der uns eine Schiffspassage und den nötigen Laderaum für unsere Waren auf der „Stolz von Arrabar" vermietete, die drei Tage später mit dem Zielhafen Selgaunt auslaufen würde. Danach kauften wir ein bürgerliches Haus, daß uns die Bürgerrechte der Stadt sicherte, und baten den Nachbarn, Kasim, während unserer Abwesenheit auf das Haus zu achten. Er war einverstanden. Ceathwyn bezahlte Schutzgeld für die nächsten acht Jahre bei der Diebesgilde der Stadt, so daß das Haus vor Einbrüchen sicher war. Wir sahen uns noch ein wenig in der Stadt um, wobei Jasmine nicht mitkommen wollte, weil sie erst die Pferde versorgen wollte. Mittags saßen wir dann gerade im Gasthof „Zur gebackenen Ente" beim Essen, als uns ein Bekannter von Ceathwyn aus der Diebesgilde ansprach.

Er sagte, wir könnten ihn „Achmed" nennen und erzählte uns, daß ein „Mann mit einer Narbe im Gesicht" ihn beauftragen wollte, ein junges Mädchen aus unserem Haus zu entführen. Er hatte den Auftrag abgelehnt, weil wir mit der Diebesgilde ein Abkommen hätten, hielt es aber für besser, uns zu unterrichten. Wir machten uns Sorgen um Jasmine, denn der „Mann mit der Narbe" konnte nur Muchtar sein, der anscheinend immer noch der Meinung war, Jasmine wäre seine Braut, und nicht aufgeben wollte. Ich bat Achmed, die Adresse von diesem Mann ausfindig zu machen und uns in unserem Haus zu benachrichtigen. Gegen eine Gebühr von 50 Goldmark erklärte er sich bereit, das für uns zu tun und verabschiedete sich.

Wir eilten zurück zu unserem Haus. Vor unserem Haus wurde gerade Kasim versorgt, der versucht hatte, Fremde von unserem Grundstück fernzuhalten und dabei verletzt worden war. Ich sprach einen Heilzauber über ihn, und wir bedankten uns bei ihm. Im Stall fanden wir die Spuren eines Kampfes und Jasmine's Umhang. Ceathwyn war außer sich vor Wut, und es war schwer für uns, sie zu beruhigen. Wir überzeugten sie schließlich doch, daß es besser war, erst auf Achmed's Informationen zu warten, bevor wir etwas unternahmen. Es dauerte auch zum Glück nicht lange, bis Achmed kam und uns die Adresse von Muchtar mitteilte.

Es war inzwischen früher Abend geworden, als wir bei dem Haus ankamen, in dem Muchtar wohnen sollte. Hinter dem Haus befand sich noch ein Lagerhaus. Es war für Pearl nicht schwer, mit dem Röntgenblickring festzustellen, daß sich Muchtar, sechs üble Schläger und Jasmine in dem Lagerhaus befanden. Jasmine lag gefesselt auf einem alten Bett und war anscheinend von Muchtar auch geschlagen worden. Wir stürmten das Gebäude durch die zwei Türen und schlugen Muchtar und seine Kumpane nieder. Ceathwyn schnitt Jasmine los, die sehr froh war, uns zu sehen. Sie hatte die Hoffnung schon aufgegeben, daß wir sie finden würden, und geglaubt, sie würde Muchtar nun doch heiraten müssen. Wir riefen die Stadtgarde und übergaben ihr Muchtar und seine zwei überlebenden Komplizen.

10.2.870 EZ

Am nächsten Morgen wurden die drei Verbrecher vor Gericht gestellt, abgeurteilt, bestraft, gebrandmarkt und abends aus der Stadt gejagt. Im Laufe des Tages gingen Ceathwyn und ich zu unserem Nachbarn Kasim und fragten, ob es ihm wieder gut ging. Er ließ uns ein, bedankte sich für unsere Sorge um ihn, und wir tranken eine Tasse Tee bei ihm. Natürlich wollten wir uns bei ihm für seinen Versuch zu helfen am Tag vorher mit einem kleinen Geschenk bedanken und sahen uns in seinem Wohnzimmer aufmerksam um. Wir stellten fest, daß er eine geschmackvoll eingerichtete Wohnung hatte und offenbar kleine schöne Tierstatuen liebte. Wir sahen uns auf dem Basar nach einer solchen kleinen Statue um und fanden auch eine schöne kleine Statue von einem Adler. Nachmittags gingen wir dann nochmal zu Kasim und überreichten ihm das Geschenk zum Dank für seine Aufmerksamkeit am Tag vorher. Er hat sich sehr darüber gefreut.

12.2.870 EZ

Zwei Tage später verluden wir unsere Waren auf die „Stolz von Arrabar" und waren endlich wieder auf dem Weg nach Hause. Ich träumte schon seit Wochen von einer Gefahr für unsere Heimat und war sehr froh, jetzt bald wieder dort zu sein.

 

Die zweite Jahresfeier

(SL Werner)

16.4.870 EZ

Wir waren zwei Monate und vier Tage auf See, als wir an Bord des Schiffes das zweite Jahr des Bestehens unserer Gruppe feierten. Während dieser Zeit war nichts Ungewöhnliches passiert, so daß unsere Feier für die Schiffsbesatzung eine willkommene Abwechslung war. Den Kapitän und die Offiziere luden wir natürlich dazu ein, und die Mannschaft freute sich über den Wein, den wir mit Erlaubnis des Kapitäns für sie ausgaben.

 

Das verfluchte Schiff

(SL Werner)

31.4.870 EZ

Als wir weitere eineinhalb Wochen unterwegs waren, begegneten wir einem Schiff, das merkwürdigerweise direkt gegen den Wind segelte. Das Schiff trug den Namen „Cefir". Wir erinnerten uns an die Legende, die Kerok uns erzählt hatte, und wollten uns das Schiff gerne näher ansehen. Wir baten den Kapitän des Schiffes, in Selgaunt für eine gute Unterbringung unserer Waren zu sorgen, bis wir nachkommen würden. Er versprach uns, daß wir uns um unsere Waren keine Sorgen zu machen brauchten. Anschließend verließen wir die „Stolz von Arrabar" und segelten mit unserem magischen Boot zur „Cefir" hinüber.

Als wir das verfluchte Schiff betraten, sahen wir an Deck acht Leichen, die sich offensichtlich gegenseitig umgebracht hatten. Der Kapitän des Schiffes war mit einem Säbel an den einen Mast genagelt worden, und sein Sohn war vor ihm zusammengebrochen, so, als hätten sie sich gegenseitig getötet. Unter Deck fanden wir noch weitere sechs Leichen, die sich auch bekämpft hatten. Keine der Leichen ließ sich bewegen. Das Schiff steuerte einen Kurs nach Osten und das Ruder war ebenfalls nicht auf einen anderen Kurs zu zwingen. Während wir noch überlegten, wie wir sie Seeleute von ihrem Fluch befreien könnten, wendete das Schiff, und sie waren plötzlich wieder lebendig. Sie stritten sich und fingen an, sich zu bekämpfen. Wir konnten keinen von ihnen aufhalten, denn unsere Hände griffen nun durch sie hindurch, und sie nahmen uns auch nicht wahr. Nach dem Kampf lagen sie genauso, wie wir sie vorgefunden hatten. Wir hörten ihre leisen, klagenden Stimmen, daß sie es nicht mehr aushalten könnten, diesen Kampf immer und immer wieder kämpfen zu müssen. Sie flehten um Erlösung. Danach wendete das Schiff wieder. Wir beschlossen, die Seeleute von ihrem Fluch zu befreien. In der Legende hieß es, die Seeleute müßten dazu mit „Heiliger Erde" bedeckt werden, aber hier auf dem Meer gab es keine „Heilige Erde", mit der wir sie hätten bedecken können. Wir kamen schließlich auf die Idee, „Heilige Erde" zu holen und fuhren mit unserem Boot nach Selgaunt, in der Hoffnung, dort in einem Tempel welche zu bekommen. Wenn die Legende der Wahrheit entsprach, konnten wir den Fluch damit brechen.

33.4.870 EZ - 34.4.870 EZ

Zwei Tage später kamen wir in Selgaunt an und fanden dort unsere Waren gut verwahrt in der Hafenmeisterei vor. Der Kapitän hatte sein Versprechen gehalten. Wir wohnten wieder im Gasthof „Zur großen Seeschlange". Am nächsten Morgen gingen wir zum Tempel von Nestor und fragten den Hohepriester dort nach „Heiliger Erde", um den Fluch, der vor so vielen Jahrhunderten auf die „Cefir" gelegt wurde zu brechen und den Seeleuten ihren Frieden zu geben. Nachdem wir versichert hatten, daß diese Leute ihren Frevel wirklich bereuten, bekamen wir gegen eine sehr großzügige Spende die „Heilige Erde". Allerdings brauchte der Tempel zwei Tage Zeit, um eine so große Menge, wie wir benötigten zu weihen. Wir nutzten diese zwei Tage, um uns auch in Selgaunt ein gemeinsames Haus zu kaufen, das uns die Bürgerrechte in der Stadt sicherte, und einen guten Verwalter, Lugan, für dieses Haus einzustellen.

36.4.870 EZ - 40.4.870 EZ

Am übernächsten Tag später holten wir die „Heilige Erde" vom Tempel ab und segelten wieder zurück zur „Cefir", die nicht schwer wiederzufinden war, da sie immer den gleichen Kurs fuhr. Dort angekommen bedeckten wir die Verfluchten mit der Erde. Sie wurden dadurch tatsächlich befreit und zu geisterhaften, leuchtenden Gestalten, die sich bei uns bedankten, und ihre letzte Fahrt beendeten, indem sie uns mit dem Schiff nach Selgaunt brachten. Vier Tage später trafen wir wieder in Selgaunt ein, und die Seeleute verschwanden. Sie hatten endlich ihren Frieden gefunden. Die Ladung des Schiffes, die aus wertvoller Seide bestand, die sehr gut erhalten war, verkauften wir noch am gleichen Tag. Das Schiff selbst schenkten wir dem Tempel des Nestor.

1.5.870 EZ - 2.5.870 EZ

Am nächsten Tag verkauften wir unsere eigenen Waren an Faruk di Grassano mit einem guten Gewinn. Einen Tag später verließen wir Selgaunt, um nach Suzail weiterzureisen, wo sich Ceathwyn ebenfalls ein Haus kaufen wollte.

 

Die Reise nach Hause

(SL Vera)

3.5.870 EZ

Am nächsten Tag feierten wir unterwegs in einem kleinen Gasthof Jasmine's Geburtstag. Sie hatte bei unserer Abreise aus Selgaunt schon gedacht, wir hätten ihn vergessen und freute sich um so mehr über unsere Geschenke.

4.5.870 EZ - 17.5.870 EZ

Am nächsten Morgen reisten wir weiter über Mulhessen nach Huddach, wo wir drei Tage später im Gasthof „Zum schäumenden Krug" übernachteten. Hier waren auch einige zwergische Händler abgestiegen, von denen wir ein paar Säcke ungeschliffener Halbedelsteine kauften. Über Daerlun, Weloon und Hilp erreichten wir dann weitere zehn Tage später Suzail.

Wir wohnten wieder im Gasthof „Zum Einbeinigen Piraten" und kauften uns auch hier ein Haus, um die Bürgerrechte der Stadt zu erwerben. Die Halbedelsteine verkauften wir an den Edelsteinschleifer „Baldur Stolzfuß", einen Halbling, der mit „Uriel Stolzfuß" verwandt war, dem Delikatessenhändler, den wir vor einem Jahr bei der Karawanenbegleitung kennengelernt hatten. Uriel Stolzfuß hatte inzwischen das Reisen aufgegeben und ein Geschäft direkt neben dem von Baldur Stolzfuß eröffnet. Wir wurden von ihnen sehr gastfreundlich empfangen und erzählten ihnen von ihrem entfernten Verwandten Galbro Stolzfuß, dem Gastwirt in Auental. Zum Abschied bekamen wir noch ein großes Paket mit Spezialitäten, wie Käse, Wurst, Schinken, usw., geschenkt. Es war schön gewesen, mal wieder einen Bekannten zu treffen.

18.5.870 EZ - 22.5.870 EZ

Wir blieben nur einen Tag in Suzail und reisten dann weiter nach Tyrluk, der Heimatstadt von Ceathwyn, die ihre Bekannten dort gerne besuchen wollte. In Tyrluk kamen wir drei Tage später an und übernachteten in dem Haus, in dem Ceathwyn aufgewachsen war, „Der gewaltige Stier". Obwohl es ein „Haus für besondere Dienste" war, merkten wir in der Wohnung von Ceathwyn's Bekannten nichts davon. Das war auch gut so, denn Jasmine war schließlich noch sehr jung und naiv. Auch hier blieben wir nur einen Tag, aber Ceathwyn hat sich gefreut, ihre menschliche Familie, die sie aufgezogen hatte, wiederzusehen.

24.5.870 EZ - 36.5.870 EZ

Als wir zwei Tage später in Arabel ankamen, fiel uns auf, daß die Stadt irgendwie anders wirkte, ein wenig düsterer, als wir sie in Erinnerung hatten. Es war eine kaum spürbare Veränderung, die wahrscheinlich Leuten, die oft durch Arabel reisten, gar nicht aufgefallen wäre. Wieder blieben wir nur eine Nacht und reisten über Griso und durch die Donnerkluft weiter nach Hochmond, wo wir elf Tage später ankamen. Diese beiden Orte hatten sich zum Glück noch nicht verändert. Endlich waren wir wieder zu Hause. Das Erdgeschoß unserer Häuser war schon fertig, und in dem Haus, das ich mit Ceathwyn zusammen baute, standen auch schon einige der von meinem Vater gefertigte Möbel, die Ceathwyn bestellt hatte. Wir bezahlten noch einen Aufpreis für stärkere Zauber, um das Haus schneller wachsen zu lassen. Anschließend kauften wir noch ein Stück Land nach, um unser Grundstück zu erweitern. Wir gaben noch ein Haus für einen Verwalter in Auftrag, das auf dem neuen Landstück wachsen sollte, und an der Grundstücksgrenze entsteht nun mein eigener Schrein, den ich Corellon weihen werde, wenn er in einem halben Jahr fertig ist (36.11.870).

37.5.870 EZ - 5.6.870 EZ

Wir fanden eine Waldläuferin, Sherin Falkenauge, die bereit war, mit ihrem Mann, Andran, unser Grundstück und unsere Häuser in Ordnung zu halten, wenn wir unterwegs waren. Sie lagerten schon jetzt dort und würden in das neue Haus einziehen, wenn sobald es fertig sein würde. Das alles zu organisieren dauerte nur einen Tag, so daß wir schon am nächsten Tag mit dem Boot nach Wolkensang fuhren. Wir besuchten meine Eltern und heirateten zwei Tage später im Tempel von Hanali Celanil, eine Tagesreise von Wolkensang entfernt. Die Prieserin des Hanali-Schreins von Wolkensang, Tealine Goldhaar, traute Ceathwyn und mich dort nach elfischer Sitte. Ich besuchte den Corellon-Tempel und bildete mich dort weiter. Shaola hatte nichts dagegen, wenn eine ihrer Priesterinnen in meiner Abwesenheit für meinen Schrein sorgte. Nach seiner Fertigstellung würde das „Eileen Schwarzeiche" für mich mit übernehmen, die erfahren genug war, sich auch Novizen zur Unterstützung holen zu können, wenn ihr allein die Arbeit zuviel wurde.

 

Übernahme eines wichtigen Auftrags

(SL Vera)

5.6.870 EZ

Shaola erzählte Ceathwyn auf ihre Frage hin noch einiges über die „Legende vom magischen Schutz des Nordens", was der Zwerg Kerok nicht gewußt hatte. Wir erkannten, daß die Veränderung, die uns in Arabel aufgefallen war, mit dem Verschwinden der Fürstin von Schattental, Celiane Sternenglanz, am Ende des Krieges vor zwölf Jahren zu tun hatte. Auch die schwarze Axt hatte eine größere Bedeutung, als wir geahnt hatten. Wenn die Entführer es schafften, sie in die Hände der Fürstin zu zwingen, würde die Axt ihre böse Gesinnung der Fürstin aufzwingen. Sie würde dann eine bösartige Fürstin werden, und damit würden alle magischen Gegenstände, die den Norden schützten, innerhalb von fünf Jahren ihre Magie verlieren. Diese war aber schon jetzt durch die lange Abwesenheit der Fürstin schwächer geworden.

Shaola fragte uns, ob wir bereit wären, die Fürstin zu suchen. Als wir zustimmten, riet sie uns, mit der Suche im Osten, in der Stadt „Mulmaster", beginnen, weil allgemein angenommen wurde, daß die „Roten Magier von Tay" die Fürstin entführt hatten. Shaola warnte uns auch, daß die Suche gefährlich sein würde. Drei andere Abenteurergruppen waren in den letzten Jahren auf die Suche geschickt worden, aber von keiner hatte man je wieder etwas gehört. Außerdem riet sie uns noch, bevor wir nach Mulmaster reisen würden, zum Tempel des Mask zu gehen und dort die Hohepriesterin, Auralia, aufzusuchen. Sie könnte als Dunkelelfe vielleicht noch weitere wichtige Informationen für uns haben. Ich wußte nun endlich, weshalb Corellon mir schon seit Monaten diese merkwürdigen Träume schickte, die mich nach Hause getrieben hatten.

Ceathwyn fragte Shaola auch nach Seline, die wir damals begleitet hatten. Shaola lächelte und sagte, daß sie Seline seit ungefähr zweihundert Jahren gut kannte. Sie erzählte uns, daß Seline sich schon lange am Schutz der Talländer beteiligte und zu dieser Zeit einige Botschaften verteilt hatte. Seline war, wie Shaola uns lächelnd erklärte, die Menschengestalt eines verwandelten silbernen Drachen. Ceathwyn und ich waren sprachlos, als wir das erfuhren. Natürlich wollten wir alles tun, was in unserer Macht stand, um die Talländer vor der Herrschaft des Bösen zu schützen. Wir würden die Suche nach der Fürstin bald aufnehmen müssen, aber erst mußte ich meine Weiterbildung abschließen.

6.7.870 EZ

Einen Monat später war ich mit meiner Fortbildung fertig. In dieser Zeit verkaufte ich noch meine beiden Zuchtpferde, die ich in Ruhna erworben hatte, an unseren Pferdezüchter in Wolkensang, der sich darüber freute, daß ich ihm einen fairen Preis machte. Wir reisten danach erstmal nach Hochmond zurück, um Vorbereitungen für die Suche nach der Fürstin zu treffen. Zwei Tage später trafen wir dort ein.

 

Der Dämon

(SL Werner)

9.7.870 EZ

Wir hatten gerade eine Nacht in Hochmond übernachtet, als uns ein bürgerlicher Mann mittleren Alters aufsuchte und um unsere Hilfe bat. Er erzählte uns eine leicht wirre Geschichte von einigen merkwürdigen Sterbensfällen in „Bleichgrund", einem kleinen Dorf ca. eine Tagesreise von Hochmond entfernt im Osten, wo sein Bruder lebte. Sein Bruder behauptete, ein „Gespenst" sei schuld daran. Er selbst glaubte nicht so recht daran, wäre aber froh, wenn wir uns in Bleichgrund einmal umsehen würden. Eigentlich war mir überhaupt nicht danach zumute, jetzt Hochmond nochmal wieder zu verlassen. Ich wollte mich in Ruhe auf unseren wichtigen Auftrag vorbereiten, aber irgendwie tat mir der Mann auch leid, der da so nervös vor uns stand. Ceathwyn ging es genauso, deshalb wir versprachen wir ihm nach Bleichgrund zu reiten und der Sache nachzugehen.

9.7.870 EZ - 11.7.870 EZ

Wir ritten nicht ganz einen Tag nach Bleichgrund, wo uns der Bruder des Mannes wie versprochen freundlich aufnahm. Während unserer ersten Nacht tauchte tatsächlich so eine Art „Gespenst" auf und erschreckte die Bauern. Einer der Bauern war überzeugt, das „Gespenst" wäre Lyrak, der Barde, der sich vor ein paar Wochen umgebracht hatte. Wir forschten am nächsten Tag bei der Geliebten von Lyrak nach, die seitdem allerdings nicht mehr sprechen konnte, und entdeckten dort bei den Sachen von Lyrak einen merkwürdigen Spiegel, der ein verzerrtes Hintergrundbild wiedergab. Draußen an der Wand des Hauses, in dem die junge Frau wohnte, fanden wir eine Zeichnung, die auf eine Ruine hinwies.

Wir gingen zur Ruine, wo der Geist von Lyrak mit uns Kontakt aufnahm und uns sagte, wenn seine Braut auf den Spiegel weinte, würde der Dämon freigesetzt, der ihn gefangen hielt. Wir liefen zurück zu dem Haus, kamen aber zu spät, denn der Dämon manifestierte sich gerade. Wir bekämpften und besiegten ihn. Danach kam plötzlich der Geist von Lyrak aus dem Spiegel und schwebte davon. Lyrak's Braut konnte danach auch wieder sprechen. Die Dorfbewohner bedankten sich bei uns, weil wir die Gefahr beseitigt hatten. Am nächsten Tag ritten wir zurück nach Hochmond.

 

Ein Wiedersehen

(SL Vera)

11.7.870 EZ

Auf halbem Weg zurück trafen wir Arugantin Graufalke wieder. Ich freute mich sehr darüber und ich glaube, auch Ceathwyn hat sich gefreut, Arugantin wiederzusehen, denn sie lud ihn ein, die Nacht in unserem, inzwischen fast fertigen, Haus zu verbringen. Er nahm die Einladung an, weil wir ein Elfenhaus hatten und erzählte uns am Abend ein wenig von seinen Reisen und Abenteuern. Er trug die gleiche Zwergenmedaille, die wir auch bekommen hatten. Er mußte in seiner Jugend sehr weit gereist sein, denn er erwähnte auch kurz „Tiefwasser", die große Handelsstadt an der „Schwertküste", weit im Westen von Faerun. Arugantin kannte auch die Legende und gab uns noch einige Informationen über die Stadt Mulmaster. Er erzählte uns auch, daß das Zepter, eines der vier Geschenke ebenfalls seit längerem vermißt wurde. Er wunderte sich, daß wir davon nichts wußten. Wahrscheinlich hatte Shaola das Zepter nicht erwähnt, weil es wichtiger war, die Fürstin zu finden und zu befreien. Jasmine staunte - über Arugantin’s Wissen, seine Fähigkeiten und seine Abenteuer. Ich staunte, aber mehr über Arugantin selbst, denn so gesprächig hatte ich ihn schon sehr lange nicht mehr erlebt :-) . Spät am Abend gingen wir dann schlafen.

31.07.1999

Galbar Sohn des Morgar

(SL Vera)

12.7.870 EZ

Als wir am nächsten morgen aufwachten, war Arugantin schon wieder gegangen. Unsere Gefährten hatten in den letzten Tagen eigene Angelegenheiten erledigt und kamen nun auch wieder zurück. Wir frühstückten gerade zusammen, als am Tor jemand nach Karotte fragte. Er wurde eingelassen, und als erstes hörten wir: „Oh nein, eine Elfe!", als ein kleiner, junger Zwerg um die Ecke bog und uns sah. Er wandte sich danach an Karotte, sagte, sein Name sei Galbar, und erzählte ihm, er sei von seinem Vater, Morgar, zu ihm geschickt worden, der ein guter Freund von Karotte's Pflegemutter war – Karotte war als Findelkind bei Zwergen aufgewachsen -. Er sollte bei Karotte noch mehr über den Kampf lernen, obwohl er schon gut kämpfen könnte. Karotte tadelte ihn erst mal für seinen Ausspruch und erklärte ihm, daß wir alle gute Freunde wären und auch Galbar dies zu akzeptieren habe, wenn er bei uns bleiben wollte. Danach machte er mit ihm ein paar Waffenübungen und zeigte ihm dabei, daß er sehr wohl noch einiges von Karotte lernen konnte. Anschließend schenkte Karotte Galbar eine magisch verbesserte Streitaxt, die wir mal erbeutet hatten. Galbar blieb als Gefolgsmann bei Karotte und begleitete uns, als wir kurze Zeit später abreisten.

 

Die Suche nach der Fürstin von Schattental

(SL Vera)

18.7.870 EZ - 6.8.870 EZ

Wir reisten mit dem Boot über Wolkensang nach Ashabafurth, der Hauptstadt von Nebeltal. Von dort aus ritten wir nach Tilverton, wo wir von einem zwergischen Händler zwei Säcke Rohedelsteine kauften, denn wir wollten als Händler getarnt nach Mulmaster reisen. Wir reisten wieder zurück nach Ashabafurth und weiter durch die Elfenwälder nach Fernberg. In Fernberg erkundigten wir uns nach einer Schiffspassage nach Ulmwald. Wir erfuhren, daß neben den üblichen Linienschiffen auch unser alter Bekannter, Kapitän Gordon mit seiner „Silverstar" am nächsten Tag erwartet wurde und sicher wieder nach Ulmwald zurückfahren würde.

7.8.870 EZ - 8.8.870 EZ

Wir beschlossen, mit der „Silverstar" zu fahren. Am nächsten Tag sprachen wir mit Kapitän Gordon, der uns gerne wieder mitnahm. Da wir uns wieder an der Wache beteiligen wollten, bekamen wir die Fahrt umsonst. Kapitän Gordon würde am folgenden Morgen bei Sonnenaufgang auslaufen. Wir bestellten noch zwei Fässer Zwergenbier, das wir am Schiff anliefern ließen. Am nächsten Morgen segelten wir mit der „Silverstar" los in Richtung Ulmwald. Unterwegs gaben wir dem Kapitän das Bier für die Mannschaft und erzählten ihm von unseren Abenteuern im fernen Süden und in der „Großen Spalte". Kapitän Gordon glaubte uns zwar nicht alles, war aber doch sehr erstaunt, als er die uns von Laurin verliehenen Medaillen sah.

Auf der Suche nach Informationen

8.8.870 EZ - 11.8.870 EZ

Drei Tage später erreichten wir Ulmwald. Ceathwyn erkundigte sich hier in verschiedenen Tempeln nach Mulmaster und eventuellen Kontaktleuten dort. Die Tempelpriester in Ulmwald wußten jedoch nicht sehr viel über Mulmaster und sogar der Tempel der Göttin Tymora, Göttin des Glücks und der Abenteurer, hatte nur lockeren Kontakt zum Tymora-Tempel in Mulmaster. Die Priester sagten aber, daß man uns im Tymora-Tempel in Mulmaster sicher mehr Informationen geben könnte. In der Nacht hatten Ceathwyn und ich sehr merkwürdige, aufwühlende Träume. Am nächsten Morgen wachten wir beide mit dem Wissen auf, daß jeder von uns beiden eine „besondere persönliche Fähigkeit" geschenkt bekommen hatte. Wir erzählten uns davon. Ceathwyn hatte von Erevan, dem Elfengott der Spitzbuben und Diebe, den sie am meisten verehrte, die Fähigkeit bekommen, sich einmal am Tag unsichtbar zu machen. Die Unsichtbarkeit würde 24 Stunden anhalten, wenn sie in dieser Zeit niemanden angriff oder sie selbst vor Ablauf dieser Zeit beendete. Mir hatte Corellon die Fähigkeit verliehen, auch kämpfenderweise durch Berührung einmal am Tag eine leichte Wunde zu heilen. Wir waren beide sehr beeindruckt und ich sprach ein Dankgebet an Corellon. Ich vermute, auch Ceathwyn hat sich bei Erevan bedankt :-) .

12.8.870 EZ - 15.8.870 EZ

Wir ritten am nächsten Morgen zum Mask-Tempel, wo die Hohepriesterin, Auralia, uns den Namen eines Informanten in Mulmaster, Helmar Musker, sagen konnte. Seinen derzeitigen Aufenthaltsort kannte sie allerdings nicht. Dieser würde sich alle paar Tage ändern, sagte sie, denn Informanten lebten in Mulmaster nicht besonders lange, wenn sie zu unvorsichtig waren. Sie war aber ziemlich sicher, daß wir im Tymora-Tempel in Mulmaster erfahren könnten, wo Helmar Musker zu finden war, wenn er dann noch lebte. Sie empfahl uns auch einen Gasthof in Mulmaster, „Zum silbernen Mond", in dem wir wohnen könnten und wo unser Gepäck sicher vor Diebstahl sein würde. Am nächsten Morgen ritten wir zurück nach Ulmwald, wo wir einen Tag später im Tymora-Tempel alle die magischen Gegenstände deponierten, die wir in Mulmaster voraussichtlich nicht brauchen würden, denn wir wollten dort nicht durch eine zu große magische Aura auffallen. Die „Roten Magier von Tay", die dort ein großes Gildenhaus haben sollten, würden uns sonst sicher sehr schnell entdecken. Wir bekamen eine Schiffspassage auf einem Handelsschiff nach Mulmaster. Das Schiff lief am nächsten Morgen aus.

Mulmaster

15.8.870 EZ - 19.8.870 EZ

Fünf Tage später sahen wir am Nachmittag den riesigen Hafen von Mulmaster vor uns liegen. Im Hintergrund waren einige Türme, vermutlich von den Tempeln und anderen wichtigen Gebäuden, zu erkennen und in der Ferne sahen wir die mächtigen Türme der Festung von Mulmaster am anderen Ende der Stadt aufragen. Es war ein beeindruckendes Bild (das der Spielleiter - ich - leider nicht richtig beschreiben durfte, denn die Spieler waren zu eifrig, die Stadt so schnell wie möglich zu betreten und dann auch wieder zu verlassen :-) ). Mulmaster hätte eine so herrliche Stadt sein können, wenn sie nicht von bösen, machtgierigen Menschen regiert worden wäre...

Wir verbargen mittels Zauber die noch mächtige magische Aura einiger unserer stärksten Waffen, die wir mitgenommen hatten und gingen zum Gasthof „Zum silbernen Mond". Der Wirt, Cordovan, ein Zwerg, empfing uns freundlich und wies uns Zimmer an. Er konnte uns einen guten Edelsteinhändler empfehlen, „Malzan, Sohn des Bomil", ebenfalls ein Zwerg, der sein Geschäft am Marktplatz hatte. Wir verkauften unsere Rohdiamanten an Malzan und gingen zum Tymora-Tempel, der nicht weit von dem Händler entfernt war. Die Hohepriesterin, Naneetha Danchul, kannte Helmar Musker und wußte auch seinen momentanen Aufenthaltsort, an dem er noch die nächsten drei Tage zu finden sein würde. Sie sagte uns auch das Klopfzeichen, das man an dem rosafarbenen Haus anwenden mußte, um eingelassen zu werden.

Noch am Abend des gleichen Tages gingen Ceathwyn und Karotte zu dem Haus, das am Rand eines der verrufensten Viertel von Mulmaster lag, während wir anderen im Hotel blieben. Als sie zurückkamen, hatten sie einige wertvolle Informationen bekommen, die allerdings nicht gerade billig gewesen waren. Sie erzählten uns, Helmar Musker hätte ihnen gesagt, daß sich die „Roten Magier" von den vielen Gruppen, die nach der Fürstin suchten sehr gestört fühlten. Sie hatten Spione ausgesandt, um zu erfahren, wer die Fürstin tatsächlich entführt hatte, denn sie selbst waren es nicht gewesen. Einer dieser Spione sei vor zwei Tagen wiedergekommen und Helmar Musker vermutete, daß er etwas herausgefunden hatte. Die „Roten Magier" hatten zwar auch ein Gildenhaus in der Stadt, aber eine so wichtige Sache würde sicher in deren abgelegenen Haus am Hafen besprochen werden.

Nachdem Helmar Musker das Zeichen der „Roten Magier", eine rote Robe, erwähnte, fiel Ceathwyn ein, daß sie im Hafen ein Gebäude mit diesem Zeichen gesehen hatte, das wie ein Lagerhaus aussah. Außerdem hatte Helmar Musker ihnen erzählt, daß es in Mulmaster zwei rivalisierende Diebesgilden gab. Die mächtigere, die „Schwarzen Schatten" akzeptierte auch Meuchelmörder und besaß legte auch nicht so viel Wert auf die „Ehre der Diebe", wie die kleinere, die „Weißen Klingen". Die „Schwarzen Schatten" beherrschten außerdem die Unterstadt von Mulmaster, aus der man lebend nicht wieder herauskam, wenn man sich dorthin wagte ohne eingeladen worden zu sein. Kontakt mit den „Weißen Klingen" aufzunehmen würde ca. zwei Wochen Zeit kosten, da diese relativ kleine, wenn auch „ehrvolle" Diebesgilde die Leute, die sie nicht kannten, erstmal eine Zeitlang beobachten würden, um sich vor Verrat zu schützen. Das war uns zu lange, denn wir wollten Mulmaster so schnell wie möglich wieder verlassen. Wir beschlossen deshalb, zu dem Lagerhaus der „Roten Magier" im Hafen zu gehen, um dort mehr herauszufinden.

Der Kampf mit den Magiern

20.8.870 EZ

Am nächsten Morgen buchten wir zum Schein eine Schiffspassage nach „Melvaunt", einer Stadt an der nördlichen Küste des Mondsees, falls jemand nach uns forschen sollte. Wir gingen über den Marktplatz und schauten uns nach Waren für die Weiterreise um, wie es Händler auch tun würden. Wir besuchten auch noch mal den Tymora-Tempel und kauften ein paar Heiltränke. Am Abend gingen wir bei Einbruch der Dunkelheit zum Gebäude der „Roten Magier" im Hafen, wobei wir auch unser Gepäck mitnahmen. Wir ließen Jasmine und Galbar vor der Eingangstür warten und drangen in das Gebäude ein. Galbar maulte, weil er draußen warten sollte und tat es nur sehr unwillig. Ceathwyn bekam die Tür auch problemlos auf, aber den Bereich direkt hinter der Tür hatten die „Roten Magier" anscheinend mit einem Zauber gesichert, denn als die Tür aufschwang, löste sie einen lauten, klingelnden Alarm aus.

Die „Roten Magier" waren nun also vorgewarnt, und wir stürmten durch einen Lagerraum zur Tür am anderen Ende und in den nächsten Raum. Es war ein ungefähr 12m x 7m großer Raum, der nur spärlich mit einem Tisch, ein paar Stühlen, einer Kochecke und einem Regal eingerichtet war. Gerade als wir dort ankamen hatten die Magier ihre ersten Zauber beendet. Es waren vier, von denen einer eine rote Robe trug, der jetzt neunmal zu sehen war, weil er acht Abbilder von sich gezaubert hatte, und drei in dunkelgraue Roben gekleidete. Wir griffen sie an, während sie ihre nächsten Zauber sprachen. Ceathwyn stürzte sich auf den neunfachen Magier in der roten Robe und zerstörte ein Abbild nach dem anderen, während Pearl und Karotte die anderen drei angriffen. Fingas setzte alle seine magischen Geschosse ein, und ich sprach meine Schutzzauber über die Gefährten und heilte Karotte und Fingas zwischendurch, die wirklich stark verwundet wurden. Mitten im Kampf lief Karotte plötzlich von magischer Furcht ergriffen davon, konnte sich aber schnell wieder fangen und kam ebenso schnell wieder zurück. Es war nicht einfach, die Magier zu besiegen, und der Magier in der roten Robe entkam uns aus mehreren Wunden blutend durch ein Dimensionstor. Wir durchsuchten die Leichen der anderen drei Magier und fanden ein paar magische Schutzringe, die wir mitnahmen.

Eine wichtige Information

Leider fanden wir außer diesen Ringen nichts mehr. Enttäuscht gingen wir wieder zum Ausgang, wo wir Jasmine und Galbar über einer rotgewandeten Gestalt gebeugt stehen sahen. Der Magier in der roten Robe hatte sich direkt vor die Gebäudetür begeben, wo Galbar und Jasmine sofort reagiert und ihn angegriffen hatten. Da er schon verwundet und sehr überrascht gewesen war, war es für sie nicht schwierig gewesen, ihn zu töten. Dieser Magier hatte eine Botschaft bei sich, der wir entnehmen konnten, daß die Entführer der Fürstin von Schattental die Zentarim waren. Sie hatten die Verwirrung am Ende des Krieges genutzt, um die Fürstin zu entführen, und es so aussehen zu lassen, als wären es die „Roten Magier von Tay" gewesen.

21.8.870 EZ - 24.8.870 EZ

Mit dieser Information in den Händen gingen wir zum Strand, ließen unser magisches Boot zu Wasser und segelten zurück nach Ulmwald, wo wir ohne Schwierigkeiten vier Tage später ankamen. Wir waren froh, diese bösartige Stadt verlassen zu können.

Nachdem wir uns in Ulmwald wieder im Gasthof „Gackernde Gans" Zimmer gemietet hatten, schickte Ceathwyn eine Nachricht mit der Botschaft, die wir gefunden hatten nach Shaola. Falls uns etwas zustoßen sollte, würden andere so wenigstens nicht mehr vergebens nach Mulmaster reisen müssen.

Wiedertreffen mit Seline

25.8.870 EZ - 27.8.870 EZ

Wir holten unsere zurückgelassene Ausrüstung im Tymora-Tempel ab und reisten am nächsten Morgen weiter nach Fernberg. Dort angekommen mieteten wir uns wieder Zimmer im Gasthof „Zur Sonne", wo wir schon mehrmals gut übernachtet hatten. Als wir beim Abendessen saßen, bemerkten wir an einem anderen Tisch eine Bekannte. Es war Seline, von der wir jetzt wußten, das sie eigentlich ein Drache war, auch wenn ich mir immer noch nicht recht vorstellen konnte, wie ein Drache in seiner natürlichen Gestalt aussieht, denn ich hatte noch nie einen gesehen.

Ceathwyn lud Seline ein, sich zu uns zu setzen und sie kam mit an unseren Tisch. Sie fand sehr interessant, was wir herausgefunden hatten, und freute sich wohl auch, uns wiederzusehen. Sie kam noch kurz auf unser Abenteuer in Suzail zu sprechen, wo wir dem Zwerg, Grazok, seine Axt wiederbeschafft hatten. Sie sagte, wir sollten ihm die Axt lassen, denn dort wäre sie im Moment am sichersten aufgehoben. Seline wußte auch, wo sich Grazok zur Zeit aufhielt und war sicher, daß die Zentarim dort nicht an ihn herankommen könnten. Ceathwyn fragte, wie sie da so sicher sein könnte, worauf Seline nur sagte, sie hätte Grazok gesagt, er solle für längere Zeit die Wüste „Anauroch" im Westen der Wüstenschlundberge erforschen. Ceathwyn verstand nicht, wie sie so sicher sein konnte, daß Grazok das auch tun würde. Seline antwortete, daß jemand, der sie in ihrer ursprünglichen Gestalt sah, tun würde, was sie verlangte. Ceathwyn verstand erst nicht, was Seline meinte. Seline schlug ihr vor, mit hinauszukommen, um es ihr zu zeigen. Das war aber nicht mehr nötig, denn jetzt verstand Ceathwyn sie sehr genau.

Auf die Frage von Ceathwyn nach dem verschwundenen „Zepter von Schattental" antwortete Seline, sie vermutete aufgrund ihrer Nachforschungen, daß sich das Zepter in den Ruinen von Yulash befinden würde. Sie war auf der Reise dorthin, um es dort zu suchen. Ceathwyn bot an, daß wir mit Seline kommen könnten, und sie hatte nichts dagegen einzuwenden. Danach musizierte Ceathwyn noch ein wenig mit Seline und stellte dabei fest, daß Seline gut Laute spielen konnte. Ceathwyn fragte nach neuen Liedern und war überrascht, ein Lied über die Schlacht an der Zwergenspalte zu hören, in dem auch die Abenteurer (wir) erwähnt wurden, die dort beteiligt gewesen waren. Ein anderes Lied handelte von einer einem Zwerg gestohlenen Axt, die ihm zwei Elfen wiederbeschafften, ohne zu ahnen, daß sie damit ein größeres Unheil ebenfalls verhindert hatten. Spät an diesem Abend gingen wir schlafen.

28.8.870 EZ

Am nächsten Tag machten wir mit Seline einen Ausflug an den „Mondsee", das Binnenmeer, an dem Fernberg lag, weil sie gerne Schwimmen gehen wollte. Dort sahen wir sie zum erstenmal in ihrer Gestalt als Drache - es war sehr beeindruckend. In Drachengestalt ist Seline ca. 65 m lang und ca. 15 m hoch. Fingas weigerte sich auch diesmal standhaft, mit ins Wasser zu kommen, weil er sich nicht in seinem violetten, hellrosa quergestreiften Badeanzug sehen lassen wollte :-) . Er saß nur am Strand und las in seinen Büchern. Galbar hielt auch nicht viel davon, dem Wasser zu nahe zu kommen, und setzte sich neben Fingas. Er hatte ein kleines Faß Zwergenbier mitgenommen und trank es mit Fingas zusammen aus, während wir uns im Wasser amüsierten. Als wir im Meer badeten, tauchte plötzlich ein anderer, nicht ganz so großer Drache auf. Es war ein bronzener Drache, der Seline offensichtlich kannte und Neuigkeiten mit ihr in Drachensprache austauschte. Er unterhielt sich auch neugierig mit Ceathwyn, und sagte, wir könnten ihn „Cali" nennen. (Einen richtigen Drachennamen würde kein Mensch oder Halbmensch jemals richtig aussprechen können.) Er wußte aber nicht viel über die Vorkommnisse in den Talländern, sondern interessierte sich mehr für die Geschehnisse im Norden des Mondsees.

Am Abend gingen wir zurück nach Fernberg. Fingas kaufte sich hier mit unserer Beratung eine dezent blaue Badehose. Damit würde er sich sicher bei der nächsten Gelegenheit zum Schwimmen in unserer Gesellschaft wohler fühlen :-) . Danach gingen wir zurück zum Gasthof. Es war ein schöner Tag, den wir alle sehr genossen hatten. Wir beschlossen, Seline auf der Suche nach dem Zepter in den Ruinen von Yulash zu begleiten und anschließend weiter nach der Fürstin zu suchen. Am folgenden Tag brachen wir auf. Die Reise würde mit Pferden nur ca. vier Tage dauern.

07.08.1999

Der rote Drache

29.8.870 EZ - 32.8.870 EZ

Am dritten Tag unserer Reise blieb Seline abends ein wenig zurück - wir wußten nicht genau warum. Plötzlich sahen wir ein großes fliegendes Wesen aus der untergehenden Sonne auf uns zufliegen. Zu spät erkannten wir, daß es ein roter Drache war, der uns auch sofort mit einem Feuerstrahl angriff. Wir konnten nicht mehr rechtzeitig ausweichen und erlitten mehr oder weniger schwere Brandwunden. Wir griffen den Drachen zwar sofort mit unseren magischen Pfeilen an, aber uns war sehr wohl bewußt, wie wenig wir gegen dieses Wesen ausrichten konnten. Auf einmal sahen wir auch Seline am Himmel, die in ihrer natürlichen Gestalt von der Seite her auf den roten Drachen zuflog. Mit diesem Angriff hatte er nicht gerechnet und konnte nur knapp dem Eisstrahl Selines ausweichen, der ihn trotzdem noch sehr schwer verletzte. Der rote Drache gab nicht auf und griff uns weiter an. Mit unseren magischen Pfeilen konnten wir ihn dann besiegen. Wir bedankten uns bei Seline für die Hilfe und nahmen von dem roten Drachen ein paar Schuppen mit, um sie später an einen Schmied zu verkaufen, der daraus Rüstungen machen konnte. Glücklicherweise hatten wir nach diesem schwierigen Kampf eine ruhige Nacht. Am nächsten Tag nachmittags erreichten wir die Ruinen von Yulash. Wir sahen uns in den Ruinen um und fanden einen guten Platz, um unsere Pferde unterzustellen. Wir beschlossen, am nächsten Morgen in die unterirdischen Bereiche der Ruinen zu gehen.

07.08.1999, 25.09.1999, 09.10.1999, 16.10.1999

Die Ruinen von Yulash

33.8.870 EZ - 38.8.870 EZ

Vier untereinander gelegene große Höhlensysteme mit den unterschiedlichsten Monstern von Troglodyten bis Basilisken durchforschten wir im Laufe von vier Tagen. Der Basilisk auf der vierten Ebene hatte drei von uns versteinert. Wir anderen mußten danach die Höhlen nochmal verlassen, um zum Tymora-Tempel nach Voonlar reisen und dort Formeln „Stein zu Fleisch" zu erwerben. Diese Reise dauerte zwei Tage. Keiner von uns hatte mit einem Basilisken in den Höhlensystemen gerechnet. Unsere Gefährten überstanden die Rückverwandlung und wir waren froh, sie wieder lebend vor uns zu sehen.

39.8.870 EZ -40.8.870 EZ

Von der vierten Ebene aus führte eine Geheimtür in eine riesige, verlassene unterirdische Stadt. Während der Erforschung der Stadt haben wir einen „Betrachter" besiegt, eine „düstere Naga" erfolgreich bestochen, zwei Tempel und einen Palast durchsucht, einige Schätze gefunden und viele Fallen entschärft. Wir fanden auch den in Stein verwandelten Halbling „Dirian, der Geschickte", den wir zurückverwandeln konnten, weil Ceathwyn vorsorglich zwei Formeln mehr gekauft hatte, als wir brauchten. Er erzählte uns, daß er mit seiner Gruppe gegen einen Betrachter gekämpft hatte und sich danach an nichts mehr erinnern könnte. Diese Abenteurergruppe war auch auf der Suche nach dem Zepter gewesen. Anscheinend waren bei dem Kampf Dirian‘s Gefährten alle umgekommen, so daß er sich uns für kurze Zeit anschloß. Schließlich fanden wir in dem kleineren Tempel in einem geheimen Fach das Zepter von Schattental, das Fingas in Verwahrung nahm. Er spürte eine so mächtige Magie davon ausgehen, daß er Ehrfurcht vor dem Magier bekam, der es vor Jahrtausenden verzaubert hatte. Hier fanden wir auch einige Briefe, in denen die gefangene Fürstin erwähnt wurde. Leider enthielten sie keinen Hinweis auf ihren genauen Aufenthaltsort.

1.9.870 EZ - 2.9.870 EZ

Zwei Tage später hatten wir uns durch die neu auftauchenden Monster wieder an die Oberfläche gekämpft. Wir waren alle sehr froh, das Unterreich verlassen zu können. Hier verabschiedete sich Dirian von uns und ging seiner Wege - vielleicht treffen wir ihn ja mal wieder...

16.10.1999

Rückgabe des Zepters von Schattental

3.9.870 EZ - 12.9.870 EZ

Als wir ohne Zwischenfälle zehn Tage später in Schattental ankamen, überreichten wir das Zepter dem derzeitigen Regenten, Ronald, zur sicheren Aufbewahrung. Er war sehr dankbar, bot uns aber seltsamerweise keine Belohnung an. Meinen Gefährten fiel das nicht so sehr auf, denn sie waren mit ihren Gedanken schon wieder bei der Suche nach der Fürstin von Schattental, aber ich wunderte mich sehr darüber...

Als wir wieder im Gasthof waren, verabschiedete sich Seline von uns, um andere wichtige Aufgaben zu erledigen, wie sie uns sagte. Wir hofften, sie nochmal wiederzusehen, denn wir mochten sie alle sehr gern. Wir blieben vier Monate in Schattental, weil alle außer mir sich weiterbilden wollten. Vor allem Fingas wollte sich durch einen Intensivkurs im Waffenlosen Kampf spezialisieren :-) . Meine Gefährten fanden alle glücklicherweise auch geeignete Lehrmeister, die sich in Schattental aufhielten oder dort wohnten. Zwischendurch reisten wir in die nahegelegenen Berge, wo wir bei den dort ansässigen Zwergen einiges von unserer Beute zu einem guten Preis verkaufen konnten. Ceathwyn versuchte Informationen über die Zentarim und die Zentilfeste zu bekommen, aber sie erfuhr leider nur sehr wenig. Nach den Auskünften, die sie bekam, konnte die Fürstin in Zentilfeste, in der „Rabenzitadelle" oder in der „Dunkelburg", alles Standorte der Zentarim, gefangen gehalten werden. Dies hatten wir aber auch schon den beiden Briefen, die wir in dem kleinen Tempel in der unterirdischen Stadt gefunden hatten entnehmen können.

Über die Stadt Zentilfeste war in Schattental ebenfalls nur wenig bekannt: es ist der Hauptsitz der Zentarim, eine Handelsstadt, die keine so gute Ausstrahlung hat, wie Suzail oder Selgaunt, aber auch nicht so absolut böse ist, wie Mulmaster. Nach Abschluß aller Ausbildungen beschlossen wir zuerst in der Zentilfeste weiter nach der Fürstin zu suchen und brachen dorthin auf.

Die Reise zur Stadt Zentilfeste

13.1.871 EZ - 15.1.871 EZ

Am zweiten Tag unserer Reise zur Zentilfeste griff uns nachts eine gemischte Gruppe aus Goblins und Hobgoblins an. Während die Goblins uns mit ihren Streitkolben in einen Nahkampf verwickelten, schossen die Hobgoblins mit Pfeilen aus guter Deckung heraus auf uns. Wir besiegten sie schließlich, aber jeder wurde bei diesem Kampf durch einige Pfeile getroffen, und für mich gab es nach dem Kampf viele Wunden zu heilen. Am nächsten Tag nachmittags sahen wir ein Stück seitlich des Weges einen umgekippten Planwagen und ein paar Leichen um ihn herum verstreut. Als wir ihn uns näher ansahen, fanden wir in dem Wagen ein verschüchtertes Mädchen - ungefähr 10 Jahre alt. Sie erzählte uns, ihr Name sei Melora und sie wohne in Teschwelle. Ihre Eltern wollten mit ihr zusammen ihren Onkel, Ma'Abat, in Suzail besuchen. Sie seien von Goblins und Hobgoblins angegriffen worden. Melora hatte sich verstecken können und so überlebt. Sie hatte noch eine Großmutter in Teschwelle, wie sie uns sagte, und wir beschlossen, Melora dorthin zu bringen. Ceathwyn hatte mit ihren Gefühlen zu kämpfen, um nicht vor Melora in Tränen auszubrechen. Am gleichen Abend noch erreichten wir Voonlar, wo wir wieder im Gasthof „Drallen Dora" übernachteten. Diesmal lehnte Karotte das Angebot in Dora's Räumen zu übernachten nicht ab :-) .

Er wollte dann auch noch einige Zeit in Voonlar bleiben, als wir abreisten. Galbar blieb als treuer Gefolgsmann natürlich bei Karotte. (Der Spieler von Karotte und Galbar arbeitet auf Montage und konnte leider mal wieder nicht mitspielen, was öfter vorkam.)

16.1.871 EZ - 21.1.871 EZ

Am nächsten morgen ritten wir weiter und erreichten ohne Zwischenfälle zwei Tage später Teschwelle, wo Melora uns das Haus ihrer Oma zeigte. Ceathwyn erzählte ihr von dem Überfall, und die Großmutter, Ralina, nahm Melora bei sich auf. Ceathwyn tat Melora so leid, daß sie ihr unbedingt eine Freude machen wollte, denn sie hatte auf der ganzen Reise kaum ein Wort gesprochen. Also kaufte sie ein Pony und ein Weidegrundstück für das Pony als Geschenk für Melora. Sie ging am nächsten Morgen noch einmal zu Melora’s Großmutter, um ihr die Geschenke zu übergeben. Es war das erste Mal, das wir Melora lächeln sahen, als sie ihr Pony streichelte. Sie konnte kaum begreifen, daß es nun ihr gehörte. Ralina bedankte sich sehr herzlich bei Ceathwyn, und wir reisten ab in Richtung Zentilfeste. Ceathwyn hatte in Teschwelle ein wenig mehr über die Stadt erfahren, so daß wir jetzt wenigstens wußten, wo wir gut übernachten konnten und die ungefähre Lage einiger Tempel kannten.

22.1.871 EZ - 23.1.871 EZ

Von Teschwelle aus reisten wir am Ufer des Flusses „Tesch" weiter, weil es der kürzeste Weg war. Am Nachmittag des zweiten Tages, als wir die Pferde wieder mal führten, ging ausgerechnet unsere Waldläuferin, Pearl, so dicht am Fluß, daß sie das Gleichgewicht verlor und hineinrutschte. Da das Wasser in Ufernähe flach war, konnte sie zwar sofort wieder herauskommen, aber sie war völlig durchnäßt :-) .

Wir mußten anhalten und rasten, damit sie ihre Kleidung wechseln und ihre Lederrüstung über einem Feuer trocknen konnte. Während Pearl sicherlich im Stillen fluchte, amüsierten wir uns über ihren „Unfall". Wir blieben die Nacht über an dieser Stelle und reisten am nächsten morgen weiter, immer noch grinsend über Pearls „Unfall".

Im Laufe des Nachmittags kam uns wieder ein riesiges fliegendes Wesen entgegen - aber - es war zum Glück nur Cali, der Bronzedrache, der auf Kundschaftsflug war. In der Unterhaltung mit ihm erfuhren wir, daß irgendwo nördlich des Mondsees ein uralter goldener Drache sein Nest hatte, den Cali gut kannte. Wir alle würden gerne mal einem goldenen Drachen begegnen und hörten sehr interessiert zu, als Cali über ihn erzählte. Kurze Zeit später verabschiedeten wir uns wieder und gingen weiter.

Am Abend erreichten wir dann die Stadt Zentilfeste und mieteten uns dort im Gasthof „Bei den drei kleinen Steinen" Zimmer. Der Gastwirt, ein Zwerg namens „Ulric Felsenhauer, Sohn des Wilbur Steinbeißer", kannte sich gut aus in der Stadt und konnte uns einiges über sie erzählen. Er kannte sogar zu jeder der drei Diebesgilden eine Kontaktperson. Ceathwyn interessierte sich hauptsächlich für die „Grüne Gilde", die sich auf das öffnen von Schlössern und Fallen entschärfen spezialisiert hatte. Die „Blaue Gilde", die auf dem Gebiet Fallen stellen und Taschendiebstahl unschlagbar waren interessierte sie nicht so sehr. Mit der „Schwarzen Gilde", die ihr Geld durch Entführungen verdiente, und der auch Meuchelmörder angehörten, wollte keiner von uns etwas zu tun haben. Ulric erzählte uns auch, daß im Spiellokal „Glücksstern" ein Mensch namens „Gilfan" anzutreffen war, der zu den Zentarim gehörte und deren offizielle Kontaktperson war. Wer etwas von den Zentarim wollte, der ging zu Gilfan. Spät in der Nacht gingen wir dann schlafen.

23.10.1999

Die Begleitung von Melora nach Suzail

(SL Werner)

24.1.871 EZ - 26.1.871 EZ

Am nächsten Morgen erreichte uns eine Botschaft von Ralina, der Großmutter von Melora, in der sie uns bat, nach Teschwelle zurückzukommen und Melora von dort aus nach Suzail zu ihrem Onkel, Ma'Abat zu begleiten. Wir reisten ungern zurück, denn schließlich hatten wir einen Auftrag von äußerster Wichtigkeit für die Talländer zu erfüllen. Aber wir wollten Ralina auch nicht im Stich lassen, und Ceathwyn mochte Melora sehr. Als wir zwei Tage später in Teschwelle ankamen, erklärte uns Ralina, daß Ma'Abat noch einmal dringend gebeten hatte, Melora möge doch nach Suzail kommen, und sie selbst könnte in der derzeitigen Situation des Geschäftes Teschwelle nur schlecht verlassen. Ma'Abat wäre krank, und wollte Melora unbedingt sehen. Wir waren etwas beunruhigt, zu hören, daß unser Bekannter in Suzail anscheinend unter einer schweren Krankheit litt.

26.1.871 EZ - 28.1.871 EZ

Am nächsten Morgen reisten wir mit Melora ab, die inzwischen ein bißchen auf ihrem Pony reiten gelernt hatte. Am Abend erreichten wir Voonlar, wo sich Karotte noch ein wenig länger aufhalten wollte - anscheinend hatte er sich wohl doch in die Wirtin Dora verliebt. Auch Pearl mußten wir in der Obhut von Dora lassen, denn sie war aufgrund ihres unfreiwilligen Bades erkältet und fieberte. Also reisten nur Ceathwyn, Jasmine, Fingas und ich am nächsten Morgen weiter. Kurz vor Schattental griffen uns plötzlich 16 Elitekrieger der Hobgoblins an. Wir besiegten sie zwar, fragten uns aber doch, was Hobgoblins um diese Jahreszeit hier suchten. Es war Winter und große Karawanen fuhren nicht mehr in Richtung Süden, denn die Pässe waren für Wagen schon seit Wochen unpassierbar. In Schattental meldeten wir den ungewöhnlichen Überfall der Stadtgarde. Wir blieben nur eine Nacht dort und reisten dann weiter.

29.1.871 EZ - 33.1.871 EZ

Zwei Tage später begegnete uns eine Patrouille der Stadtgarde von Schattental, angeführt von Hauptmann Alrie, der uns berichtete, daß sie das Lager der Hobgoblins gefunden und vernichtet hätten. Sie führten drei Gefangene Hobgoblins mit sich, die sie verhören wollten. Hauptmann Alrie hatte bei einem Hobgoblin auch einen Zettel gefunden, auf dem stand: „Findet sie und versagt nicht wieder, sonst... R.". Mir kam da schon langsam der Verdacht, daß sich der Angriff auf uns mehr auf Melora bezog, denn keiner der Hobgoblins, die wir getötet hatten, hatte sie angegriffen. Nachdem wir die Nachricht gelesen hatten, verabschiedeten wir uns von Hauptmann Alrie und reisten weiter.

33.1.871 EZ - 3.2.871 EZ

Als wir drei Tage später die Paßhöhe des Donnerpasses erreichten, wurden wir von 6 Ettins (das sind zweiköpfige Oger) angegriffen, die wir ebenfalls töteten. Wir waren froh, als wir zwei Tage später Tilverton erreichten. Auch hier blieben wir nur eine Nacht, denn unsere Aufgabe, die Fürstin von Schattental zu suchen, drängte uns zur Eile. Auf halbem Weg nach Arabel, drei Tage später, wurden wir schon wieder angegriffen, diesmal von 8 schwarzgekleideten Assassinen. Diese Gegner waren schwieriger zu besiegen, als die anderen, aber wir schafften es schließlich. In Arabel übernachteten wir dann zwei Tage später und nach weiteren drei Tagen Reise erreichten wir schließlich Suzail, wo wir mit Melora zum Haus von Ma'Abat gingen, nachdem wir unsere Pferde und das Gepäck in unserem Haus untergebracht hatten.

Ma'Abat war nur noch ein Schatten seiner Selbst und konnte kaum noch gehen. Seit wir ihn das letzte Mal gesehen hatten, hatte er seine zwei Söhne durch Unfälle verloren und jeder Lebensmut schien aus ihm gewichen zu sein. Sein Gesicht hellte sich allerdings auf, als er Melora sah. Ma'Abat bot uns an, bei ihm zu wohnen, und wir gingen nochmal zu unserem Haus, um unsere Sachen zu holen. Als wir eine gute Stunde später wieder zum Haus von Ma'Abat kamen, herrschte dort helle Aufregung. Zwei Wächter waren ermordet worden und der Hausdiener war mit Melora verschwunden. Ma'Abat war zwar sehr geschockt, wollte uns aber trotzdem unsere Fragen beantworten, bis ich ihn mit einem Schlafmittel ins Bett schickte. Natürlich hatten wir ihm versprochen, Melora zu suchen und wieder zu ihm zu bringen.

4.2.871 EZ

Am nächsten Morgen erzählte uns Ma'Abat, daß Melora eigentlich seine Tochter war, die er aber einem guten Freund in Pflege gegeben hatte. Damals hätte es seinem Ruf und dem seiner späteren Frau, einer Adligen, geschadet, wenn die Öffentlichkeit von ihr erfahren hätte. Seine Frau war dann zwar vor ein paar Jahren durch einen Reitunfall gestorben, aber Ma'Abat hatte sich nicht entschließen können, Melora zu sich zu nehmen. Die einzige Person, die Grund hatte ihn zu hassen, war, seiner Meinung nach, sein Schwager, Geoffrey Dubois, für den er bis vor einem Jahr seine Spielschulden bezahlt hatte.

Wir forschten also am frühen Abend in den Spiellokalen der Stadt nach und erfuhren, daß Geoffrey dort nicht gut angesehen war. Für diese Auskunft schuldet Ceathwyn „Cyrian Herzblatt", dem Besitzer des Spiellokals „Goldmark", in dem wir zuerst waren, nun einen Gefallen. In zwei anderen Spiellokalen bekamen wir dann die gleiche Auskunft. Allerdings waren Geoffrey‘s Spielschulden von einem mysteriösen Mann namens „Ralbar von Stetten" in allen drei Lokalen vor einiger Zeit aufgekauft worden. Von der „Schwarzen Hanne", einem ehemaligen Mitglied einer Straßenkinderbande, erfuhr Ceathwyn später, daß ein Mann, auf den die Beschreibung von Ralbar paßte, in Geoffrey's Haus schon seit ca. fünf Jahren regelmäßig zu Besuch war. Für diese Information vermittelten wir ihr zur Belohnung eine Stelle als Hausmädchen bei Ma’Abat :-) . Es war auffällig, daß der verschwundene Hausdiener von Ma'Abat ebenfalls seit fünf Jahren dort beschäftigt gewesen war.

In der darauffolgenden Nacht brachen wir im Haus von Geoffrey ein, in der Hoffnung dort an Informationen über den Verbleib von Melora zu kommen und wurden dabei von zwei Assassinen und Ralbar überrascht. Nachdem wir sie im Kampf getötet hatten, fragten wir Geoffrey aus und erfuhren, daß Ralbar sich sonst im nahegelegenen Sumpf außerhalb der Stadt in einer Ruine aufhielt. Leider konnten wir Ralbar nicht mehr ausfragen, und Geoffrey wußte nicht, für wen Ralbar arbeitete. Wir brachten Geoffrey zu Ma'Abat, der ihn den örtlichen Behörden übergab. Wir berichteten Ma’Abat, was wir erfahren hatten.

5.2.871 EZ

Er empfahl uns dann einen Waldläufer, der uns am nächsten Morgen durch den Sumpf zur Ruine führte. Nachdem wir einige Ettins und Fleischgolems besiegt und ein paar gemeine Fallen beseitigt hatten, fanden wir Melora im Keller der Ruine in einer kleinen Zelle. Sie hatte naiv darauf vertraut, daß wir sie schon finden und befreien würden. Melora war nicht so verängstigt, wie wir angenommen hatten, aber doch sehr froh, uns zu sehen. In dem Arbeitsraum fanden wir Schriftstücke, aus denen hervorging, daß Ma'Abat seit fünf Jahren systematisch vergiftet wurde und die Unfälle in seiner Familie Morde waren. Dadurch sollte Geoffrey dann legal an das Erbe kommen können. Anscheinend hatte eine mächtige Organisation vorgehabt, ihn anschließend als Marionette zu benutzen. Wir vermuteten, es könnte sich dabei um den „Eisenthron" handeln, die schärfsten Konkurrenten der Zentarim. Diese Handelsgesellschaft war genauso skrupellos, plante aber oft langfristiger, als die Zentarim.

5.2.871 EZ - 5.3.871 EZ

Wir brachten Melora zu Ma'Abat zurück, wo ich sofort das Gift ihn seinem Körper mit einem mir von Corellon gegebenen Zauber neutralisierte. Wir blieben noch einen Monat in Suzail, weil Fingas und Ceathwyn sich unbedingt weiterbilden mußten. Während dieser Zeit erholte sich Ma'Abat zusehends und konnte auch wieder viel besser gehen. Er hatte auch guten Kontakt zu einem Adligen in Zentilfeste, Andrion von Hochbach, von dem er wußte, daß er Kontakte zur grünen Diebesgilde hatte. Ma'Abat gab uns eine Botschaft an Andrion mit, um uns eine unauffällige Kontaktaufnahme zum ihm zu ermöglichen. Nach diesem Erlebnis waren wir Freunde geworden, obwohl es sicherlich in geschäftlichen Angelegenheiten weiterhin harte Verhandlungen mit Ma'Abat geben wird :-) .

(SL Vera)

6.3.871 EZ

Am Tag vor unserer geplanten Abreise, erreichte uns eine Einladung vom Fürsten von Cormyr, Azoun II. Wir verschoben unsere Abreise um einen Tag und nahmen die Einladung an. Fürst Azoun, ein beeindruckender Mensch, sagte uns, er würde sich freuen, wenn Abenteurer, wie wir, sich in Cormyr niederlassen würden, was wir jedoch freundlich ablehnen mußten. Wir erklärten ihm, daß wir uns durch unsere Bürgerrechte wohl Cormyr verpflichtet fühlten, unser Hauptwohnsitz aber in Hochmond sei und wir bei einer erzwungenen Entscheidung vorrangig dem Grafen Teremen von Tiefental zur Seite stehen würden. Fürst Azoun zeigte Verständnis dafür, wenn er auch ein wenig enttäuscht über unsere Wahl war.

Die Rückreise nach Zentilfeste

(SL Vera)

7.3.871 EZ - 21.3.871 EZ

Wir reisten an der Küste des Drachenmeeres entlang über Hilp, Weloon, Daerlon, Huddach, Mulhessen, Saerb und Bogenbrücke nach Hochmond, um die Berge zu umgehen, weil die Donnerkluft immer noch nicht gut passierbar war. Als wir fünfzehn Tage später in Hochmond ankamen, sahen wir, daß die Stadtmauer inzwischen fertig war, und die Bewaffnung gerade aufgebaut wurde. Meines Corellon-Schrein war schon längere Zeit stand fertig gewachsen, und ich wollte ihn endlich einweihen. Shaola kam, um die Zeremonie mit mir zusammen durchzuführen, zu der wir auch den Herrscher von Tiefental, Graf Teremen Ulath, eingeladen hatten. Es war eine schöne und beeindruckende Feier. Auch meine Eltern waren zusammen mit Shaola gekommen, um daran teilzunehmen. Überraschenderweise hatte sich sogar Arugantin Graufalke mal wieder entschlossen, seinen geliebten Wald zu verlassen. Spät in der Nacht sah ich ihn an dem Schrein beten...

22.3.871 EZ - 1.4.871 EZ

Wir blieben fünfzehn Tage in Hochmond, weil Ceathwyn gerne lernen wollte, Harfe zu spielen, und einen Lehrer ausfindig gemacht hatte. Außerdem wollte Fingas seine Wurfmesser magisch verbessern. Danach reisten wir mit dem Boot weiter nach Wolkensang, wo wir zwei Tage blieben. Ceathwyn ging zum Schrein von Erevan und mußte natürlich mit dem Priester einige Flaschen Wein lehren. Sie kam sehr weinselig zurück und mußte sich am nächsten Morgen von Shaola einen Antikatertrank holen. Ich grinste schadenfroh, denn das Zeug schmeckt wirklich scheußlich, wenn es auch sofort wirkt. Anschließend verabschiedeten wir uns von meinen Eltern und fuhren mit unserem Boot weiter den Ashaba hinauf.

2.4.871 EZ

Am Mittag wurden wir plötzlich von 10 Elite-Hobgoblins vom Ufer aus beschossen, während Ceathwyn und ich gerade über die unterschiedlich Lebenserwartung von Elfen und Menschen sinnierten. Während Fingas das Boot ans Ufer steuerte, schossen wir mit unseren Pfeilen zurück. Es war kein einfacher Kampf für uns und Karotte und Pearl fehlten uns jetzt doch sehr. Die Hobgoblins hatten es anscheinend auf mich abgesehen, weiß Corellon warum, denn ich entrann in diesem Kampf nur knapp dem Tod. Aber Corellon beschützte mich und ich lebe noch :-) , denn wir konnten die Hobgoblins schließlich doch besiegen.

Wir beschlossen noch bis Ashabafurth weiterzufahren, wo wir wieder im Gasthof „Zum schwarzen Bären" wohnten. Der Wirt, Lufan, war sehr froh, daß Karotte und Galbar diesmal nicht bei uns waren, aber ich dachte dabei an den Kampf zurück. Ceathwyn ging zum Hauptmann der Stadtgarde, Wilfried Harmsen, um von den Hobgoblins zu berichten. Ich ging zum Tymora-Tempel, um Shaola eine Nachricht darüber zu schicken. Dort sprach ich auch ein rituelles Dankgebet, weil Corellon mein Leben beschützt hatte. Nach einem guten Essen gingen wir dann schlafen, und Ceathwyn und ich sprachen noch über die Möglichkeit, vielleicht einmal eine eigene kleine Truppe zu finanzieren, die in Hochmond unsere Häuser schützen sollte. Wir überlegten, vielleicht Omar, den Bruder von Jasmine, zu fragen, ob er das Kommando über diese Truppe dann übernehmen würde.

Eine Botschaft so weit nach Süden würde sehr lange brauchen, um den Empfänger zu erreichen. Deshalb schickte ich am nächsten Morgen heimlich eine Botschaft an Omar, in der ich ihn fragte, ob er das Kommando über eine von uns angestellte Söldnertruppe übernehmen würde, wenn es soweit war :-) .

Die Bitte des Fürsten von Nebeltal

4.4.871 EZ

Am nächsten Morgen bekamen wir beim Frühstück eine Botschaft vom Fürsten „Rudolf IV von Nebeltal", in der er uns einlud, zum Mittag bei ihm zu essen. Eine solche Einladung konnten wir schlecht ablehnen, und so verschoben wir unsere Abreise auf den nächsten Tag. Wir verkauften die Schwerter und Bögen der Hobgoblins, und Ceathwyn beauftragte einen örtlichen Bäcker Butterkuchen für alle Kinder der Stadt (ca. 200) zu backen, den sie im Voraus bezahlte. Sie hat ja öfter solche verrückten Ideen :-) .

Am Mittag gingen wir zur Burg des Fürsten. Wir wurden erwartet und sofort eingelassen. Ein Diener führte uns in einen kleinen Speiseraum. Kurze Zeit später erschien der Fürst, ein gutaussehender menschlicher Mann mittleren Alters, der aber seltsamerweise sehr traurig aussah. Er trug das „Amulett der Sendar", eine einfache Lederrüstung und ein anscheinend sehr gutes Schwert, woran wir erkannten, daß er ein Kämpfer war. Beim Essen fragte uns der Fürst nach dem Ziel unserer Reise. Er war über die Wiederbeschaffung des Zepters von Schattental informiert und wußte auch, daß wir die Fürstin von Schattental suchten.

Als wir ihm sagten, wir würden unsere Suche in der Zentilfeste fortsetzen, bat er uns um einen Gefallen. Er erzählte uns, daß seine Tochter, Allia, vor ungefähr sieben Jahren von einem Adligen entführt worden war. Dieser Adlige wollte sie heiraten, sie hatte aber abgelehnt, weil sie ihn nicht mochte. Es hatte ihn Jahre der Nachforschung gekostet, zu erfahren, daß der Adlige aus Zentilfeste stammte, aber er hatte immer noch nicht seine Identität herausfinden können. Er bat uns, in Zentilfeste zu versuchen, nähere Informationen darüber zu bekommen. Er liebte seine Tochter sehr und sie war außer seinem Bruder, dem Herzog von Sendar, seine einzige Verwandte. Seine Frau hatte er vor fünf Jahren verloren, denn nach der Entführung seiner Tochter wurde sie kränklich und er nahm an, daß sie vor Trauer gestorben war. Er selbst konnte aber die Hoffnung nicht aufgeben, sie doch noch wiederzufinden. Ceathwyn versprach ihm, wir würden tun, was in unserer Macht stand, um etwas über seine Tochter herauszufinden. Sie würde auch versuchen, über ihre „speziellen" Kontakte (als Dieb) etwas in Erfahrung zu bringen. Wenn möglich würden wir seine Tochter auch befreien und zurückbringen.

Uns allen ging die Geschichte sehr nahe. Besonders Jasmine tat Allia sehr leid. Sie hatte ja mit Muchtar ähnliche Erfahrungen gemacht und stellte sich jetzt vor, sie hätte sieben Jahre mit ihm zusammenleben müssen. Der Fürst gab uns noch eine Empfehlung an seinen Bruder mit, der uns dann als Gäste auf seiner Burg empfangen würde, die genau einen Tagesritt weit im Norden auf unserem Weg lag. Aufgrund der Zusage von Ceathwyn war sein Gesichtsausdruck etwas hoffnungsvoller geworden, als wir uns nach dem Essen von ihm verabschiedeten.

Auf dem Rückweg zum Gasthof sahen wir schon einige Botenkinder mit Butterkuchenstücken in der Hand herumlaufen, die sich bei Ceathwyn mit klebrigen Händen und verschmiertem Mund bedankten. Am nächsten Morgen reisten wir dann ab. Eigentlich wollten wir mit dem Boot den Ashaba weiter hinauffahren, aber der Fürst hatte davon abgeraten, weil es möglich war, daß wir zu dieser Jahreszeit auf Eisschollen treffen könnten. Also entschlossen wir uns nach Burg Sendar zu reiten, um den Bruder des Fürsten kennenzulernen und dort zu übernachten.

Burg Sendar

5.4.871 EZ

Am Abend kamen wir bei der Burg Sendar an, vor der sich eine große Siedlung befand. Wir ritten direkt zur Burg und zeigten dort unser Empfehlungsschreiben vor. Als die Wächter das Siegel erkannten, wurden wir sofort zum Burgherren, Herzog Reinhard II von Sendar und seiner Frau, Illiane, die ein Baby erwartete, geleitet. Herzog Reinhard lud uns ein, als Gäste zu bleiben. Beim Abendessen sagte er, er wäre sehr froh, daß wir dem Fürsten helfen wollten, und hoffe, daß wir Erfolg hätten, damit sein Bruder wieder mehr Freude am Leben haben könnte. Anscheinend liebte er seinen Bruder sehr. Nachdem wir uns am nächsten Morgen verabschiedet hatten, reisten wir weiter nach Voonlar, wo wir Pearl und Karotte wiedertreffen wollten.

30.10.1999

Wieder in Voonlar

6.4.871 EZ - 9.4.871 EZ

Drei Tage später kamen wir in Voonlar an. Auf der Reise hatten uns wieder Hobgoblins überfallen, denn es wurde jetzt im Frühjahr langsam wärmer, und sie kamen aus ihren Höhlen. Wir übernachteten wieder in der „Drallen Dora", und Dora gab uns wieder ihre besten Zimmer. Pearl beschwerte sich, daß Dora ihr die Flöte weggenommen hatte. Ceathwyn versprach ihr, ihr das Flötespielen beizubringen, wenn sie im Gegenzug nicht mehr in Gegenwart der anderen Gruppenmitglieder spielen würde, bis sie es erlaubte. Pearl ging auf diesen „Handel" ein, und Ceathwyn leidet seitdem zweimal pro Woche allein unter ihrem Flötenspiel :-) . Schon am nächsten Morgen reisten wir weiter in Richtung Zentilfeste. Karotte kam allerdings nicht mit, denn er hatte sich in Dora verliebt und wollte noch einige Zeit dort bleiben. Galbar blieb ebenfalls dort, denn er wollte Karotte nicht allein lassen.

Zurück in Zentilfeste

9.4.871 EZ - 12.4.871 EZ

Wir reisten über Teschwelle weiter nach Zentilfeste, wobei die drei Tage Reise zum Glück ohne Angriff verliefen. In Zentilfeste mieteten wir wieder Zimmer im Gasthof „Bei den drei kleinen Steinen". Am nächsten Morgen entdeckten wir, daß jedem von uns eine magische Waffe oder ein magischer Gegenstand in der Nacht gestohlen worden war. Wir ärgerten uns und gingen sofort mit der Botschaft von Ma'Abat zum Haus von Andrion von Hochbach, weil wir vermuteten, daß er wüßte, wo unsere Sachen seien.

Als wir die Botschaft überreichten, sahen wir in Andrion einen beeindruckenden Mann vor uns und ich wünschte mir, ihn besser nicht zum Feind zu haben. Er schien ein starker Kämpfer zu sein und hatte sicher auch schon viel Erfahrung, denn er war ungefähr fünfzig Jahre alt, sah aber wesentlich jünger aus. Er hatte tatsächlich Dirian, den Halbling, den wir in den „Ruinen von Yulash" kennengelernt hatten, beauftragt, jedem von uns einen Gegenstand zu stehlen. Er versprach, uns die gewünschten Informationen zu geben und unser Eigentum zurückzugeben, wenn wir vorher beweisen würden, daß wir vertrauenswürdig waren. Wir willigten also ein, einen Auftrag für ihn zu erfüllen.

12.4.871 EZ - 13.4.871 EZ

Andrion wollte zwei wertvolle magische Gegenstände, den „Ring der Handlungsfreiheit" und den Dolch „Herz eines Golems", aus dem Haus von Rafael, eines der zwei Anführer der „Schwarzen Diebesgilde". Wir durften dabei allerdings keine Spuren hinterlassen, die auf den Dieb oder dessen Auftraggeber hinweisen würden, wobei Andrion egal war, wie wir dies bewerkstelligten.

Wir beobachteten das Haus von Rafael und drangen schon in der folgenden Nacht dort ein, wobei wir die Wachen bis auf zwei betäuben konnten. Diese zwei Wachen hatten uns bemerkt, so daß Ceathwyn sie im Kampf töten mußte. Im Erdgeschoß wurden wir von einem Magier der „Gilde der schwarzen Magier" überrascht, der anscheinend bei Rafael wohnte. Andrion hatte ihn gar nicht erwähnt. Wie sich später herausstellte, hatte er nicht gewußt, daß der Magier bei Rafael wohnte und arbeitete. Im Kampf töteten wir ihn.

Nachdem wir die Wachen im ersten Stock betäubt hatten, fanden wir Sir Rafael schlafend in seinem Bett. Ceathwyn tötete ihn im Schlaf. In einem mit Fallen gesicherten Geheimfach in einer Wand des Schlafzimmers fanden wir dann den „Ring der Handlungsfreiheit". Danach durchsuchten wir noch die anderen Räume im ersten Stock und fanden hinter einer Geheimtür in der Bibliothek einen kleinen Raum mit zwei Truhen. In einer der Truhen befand sich der Dolch „Herz eines Golems", der eine schwarze Klinge hatte und magisch so verbessert war, daß er tiefere Wunden verursachte, als ein normaler Dolch.

Die Befreiung von Allia

Nach der Anzahl der Betten einerseits und der betäubten und getöteten Wachen andererseits mußten irgendwo noch zwei Wachen sein, die Ceathwyn unbedingt finden wollte. Wir suchten nochmal alles ab, und fanden schließlich in dem kleinen Geheimraum mit den Truhen noch eine Geheimtür, hinter der sich eine Treppe befand. Wir gingen die Treppe hinunter, die unter das Haus in einen Keller führte. Dort kamen wir in einen kleinen Flur in dem sich links und rechts je eine Tür befand. Hinter der rechten Tür fanden wir in einem kleinen Aufenthaltsraum die zwei letzten Wachen, die wir im Kampf töteten. Hinter der linken Tür befand sich ein großer Wohn- und Schlafraum. In dem Bett schlief eine schöne, junge Frau, auf deren Aussehen die Beschreibung von Allia paßte. Ceathwyn weckte die Frau vorsichtig und sie bestätigte, daß sie wirklich Allia sei. Wir waren alle froh über diesen Zufall, und Allia konnte kaum glauben, daß ihr Vater nach so vielen Jahren immer noch nach ihr suchte. Als sie erfuhr, daß ihre Mutter gestorben war, füllten sich ihre Augen mit Tränen, obwohl sie diese Nachricht einigermaßen gefaßt aufnahm. Allia zog sich an, und Ceathwyn gab ihr einen Dolch, bevor wir das Haus mit Allia zusammen wieder verließen. Auch auf dem Rückweg wurden wir nicht bemerkt und kamen unentdeckt wieder im Gasthof an.

14.4.871 EZ

Am nächsten Morgen lud Ceathwyn Andrion ein, zum Abendessen in unseren Gasthof zu kommen. Beim Abendessen, das aus gestohlenen Delikatessen bestand, die aus dem Haus von Rafael stammten, übergaben wir Andrion, der mit Dirian zusammen gekommen war, die gewünschten Gegenstände und erhielten unser Eigentum zurück. Dirian mußte für Andrion immer mal wieder einen Auftrag erledigen, denn er zahlte auf diese Weise seine Ausbildung bei ihm ab. Deshalb verziehen wir ihm :-) . Sir Andrion gewährte jedem von uns eine Belohnung nach eigenem Wunsch, soweit es in seiner Macht lag, sie zu beschaffen, weil wir den Auftrag so gut durchgeführt hatten. Aus unseren Wünschen ergaben sich zwei weitere Aufträge für Dirian, der noch in der Nacht aus dem Hauptgebäude der „Gilde der schwarzen Magier" eine Schriftrolle für Fingas stahl und am nächsten Tag durch Taschendiebstahl für Pearl „Handschuhe der Waffenfertigkeit" besorgte. Selbst Ceathwyn mußte zugeben - Dirian war ein exzellenter Dieb.

15.4.871 EZ - 17.4.871 EZ

Wir wollten nun die Verliese der Stadt nach der Fürstin von Schattental durchsuchen, und Andrion sagte uns seine Unterstützung zu. Am Abend nannte uns eine Zeit zwei Tage später, in der dort Wachen Dienst hatten, von denen nur zwei von ihm nicht bestochen werden konnten. Wir ließen Allia im Gasthof zurück und drangen in der Nacht während dieser Zeit in das Verlies ein, betäubten die zwei unbestechlichen Wachen und durchsuchten die Gefängniszellen. Wir befreiten zwei Gefangene, die offensichtlich wegen kleinerer Verbrechen dort einsaßen und einen Untergebenen Andrions, - aber die Fürstin fanden wir dort leider nicht :-( -. Immerhin wußten wir jetzt mit Sicherheit, daß die Fürstin von Schattental nicht in Zentilfeste gefangengehalten wurde. Damit waren wir unserem Ziel einen Schritt näher gekommen. Wir beschlossen, als nächstes in der Rabenzitadelle nach der Fürstin zu suchen und fragten Andrion, was er darüber wüßte. Er hatte leider nur Informationen über diese Anlage, die allgemein bekannt waren...

Ein langersehntes Wiedersehen

18.4.871 EZ - 25.4.871 EZ

Am nächsten Morgen reisten mit Allia nach Ashabafurth ab, um sie sicher nach Hause zu bringen. Während der Reise wurden wir zum Glück nicht angegriffen, und Allia freute sich sehr, wieder im Freien zu sein, denn ihr Gefängnisraum hatte keine Fenster gehabt. Drei Tage später kamen wir in Burg Sendar an, wo Allia von Herzog Reinhard II und seiner Frau Illiane sehr herzlich begrüßt wurde. Sie konnten gar nicht glauben, daß wir Allia gefunden hatten, bis sie sich davon überzeugt hatten. Wir übernachteten in der Burg und reisten am folgenden Morgen weiter nach Ashabafurth, wo wir sofort zum Palast gingen und zum Fürsten geführt wurden. Fürst Rudolf IV war so froh, seine Tochter wiederzusehen, daß es ihm schwerfiel, seine Tränen zu verbergen. Wir waren alle sehr gerührt und Jasmine weinte, als wir sahen, wie sehr der Fürst seine Tochter liebte. Fürst Rudolf bot uns eine Belohnung an, aber da wir Allia eigentlich mehr durch Zufall gefunden hatten, lehnten wir ab. Wir erklärten ihm, seine Freundschaft wäre für uns Belohnung genug.

Wir wollten uns gerne mal in der Bibliothek von Ashabafurth umsehen, um etwas über den Bau der Rabenzitadelle herauszufinden - vielleicht gab es dort ja sogar noch Baupläne dieser Verteidigungsanlage. Der Fürst ermöglichte uns den Zugang zu diesen alten Werken und wir blieben ein paar Tage in Ashabafurth und suchten nach den Informationen über die Rabenzitadelle. Während dieser Zeit fand auch das Frühjahrsfest statt. Bei dieser Gelegenheit habe ich Ceathwyn zum erstenmal überzeugen können, ein Kleid zu tragen, weil wir zum Fest im Palast eingeladen worden waren. Sie kaufte sich ein goldfarbenes, langes Kleid und sah sehr schön darin aus. Allerdings fühlte sie sich nackt und wehrlos ohne ihr Schwert mit nur zwei Wurfmessern in den Ärmeln und ich grinste schadenfroh :-) . Auf dem Fest stellte der Fürst seine Tochter dem Adel vor. Alle Bürger der Stadt freuten sich, daß ihr Fürst seine Tochter wieder bei sich hatte, denn er sah nicht mehr so schwermütig aus. Sie hofften, er würde nun auch die Kraft finden, wieder zu heiraten und dem Tal eine neue Fürstin zu geben.

In der Bibliothek, aus der wir Fingas jeden Abend herauszerren mußten, fanden wir schließlich nach längerer Suche Schriftstücke über den Bau der Rabenzitadelle und sogar die alten Baupläne. An dieser Verteidigungsanlage, die ursprünglich zur Abwehr der Ogerhorden aus dem Norden gebaut worden war, hatten die Talländer gemeinschaftlich mit den Zentilern vor ca. siebenhundert Jahren über zehn Jahre lang gebaut. Es war ein gewaltiger Komplex. Wir reisten fünf Tage später nach Teschwelle, in der Hoffnung, dort jemanden zu finden, der uns mehr Informationen darüber geben könnte, wie die Rabenzitadelle jetzt aussah.

Die Patin Ceathwyn

26.4.871 EZ - 28.4.871 EZ

Am Abend besuchten wir Herzog Reinhard und seine Frau Illiane, deren Sohn, Rudolf V, gerade geboren worden war. Wir überbrachten herzliche Grüße von Fürst Rudolf IV von Nebeltal, der gerne gekommen wäre, aber Ashabafurth in diesen Tagen wegen wichtiger Verhandlungen mit den Elfen nicht verlassen konnte. Wir blieben noch zwei Tage in Sendar, weil Ceathwyn sich entschlossen hatte, die Patenschaft für den kleinen Rudolf zu übernehmen und bei der Namensgebung dabeisein mußte. Nach der Zeremonie verabschiedeten wir uns von dem Herzog und mieteten uns ein Zimmer im Gasthof „Blumenwiese". Der Herzog bat uns zwar, noch zu bleiben, aber wir waren der Ansicht, daß wir auch im Gasthof gut wohnen könnten. Wir wollten dem Herzog und seiner von der Geburt noch geschwächten Frau nicht zur Last fallen. Wir erklärten ihm, es wäre ja nur für eine Nacht, weil wir am nächsten Morgen weiterreisen wollten. Ich hatte den Eindruck, er war dann doch ganz froh, im Moment nicht für so lange Zeit zu lange Gäste zu haben.

06.11.1999

28.4.871 EZ

Wir waren gerade mit dem Abendessen fertig, als eine junge, menschliche, blonde Frau mit grünen Augen die Gaststube betrat. Sie trug einen Plattenpanzer, ein Schwert und einen Bogen und war eindeutig eine Kämpferin. Sie sah sich kurz um, kam dann direkt zu unserem Tisch und fragte, ob wir die Abenteurer wären, die Allia, die Tochter des Fürsten von Nebeltal befreit hatten. Wir wunderten uns, woher sie das wüßte und fragten sie, wer sie sei. Sie sagte, ihr Name sei Isa und erzählte, daß jeder in Ashabafurth über uns reden würde. Sie fragte, was wir als nächstes vor hätten, und wir erzählten ihr von unserer Suche nach der Fürstin von Schattental. Wir sagten ihr, daß wir als nächstes zur Rabenzitadelle reisen würden, um sie dort zu suchen. Isa hatte großes Interesse, mit uns zu reisen, und erzählte, sie hätte bis jetzt in der Stadtgarde von Marsember, ihrer Geburtsstadt, ein Kommando geführt, wollte sich nun aber mal in der Welt umsehen. Auch ihr Vater habe ihr geraten, nicht immer nur in Marsember zu bleiben und andere Erfahrungen zu sammeln. Da sie eine sehr gute Kämpferin zu sein schien, hatten wir nichts dagegen einzuwenden. Es war auch für uns von Vorteil, wenn Isa mit uns reiste, weil Karotte anscheinend dauerhaft verliebt war. Wir wußten nicht, wann er sich von Dora wieder losreißen konnte, um uns zu begleiten.

Auf Umwegen zur Rabenzitadelle

29.4.871 EZ

Am nächsten Morgen brachen wir mit Isa zusammen, aber ohne Pearl auf nach Voonlar, denn Pearl war im Badehaus von einer Wespe ausgerechnet am Hintern gestochen worden und würde für einige Tage nicht reiten können. Sie versprach uns aber, uns so schnell wie möglich zu folgen.

30.4.871 EZ

Schon am zweiten Tag unserer Reise konnten wir uns davon überzeugen, was für eine gute Kämpferin Isa war, als uns zwanzig Hobgoblins überfielen. Sie war ein echter Gewinn für unsere Gruppe.

33.4.871 EZ

In Voonlar trafen wir wieder Geruk, den fahrenden Händler von den „Flying Merchants", bei dem sich Isa ein paar gute, magische Wurfmesser kaufte, die sie immer wiederfinden würde. In der Annahme, sich bei den Zentarim einschleichen zu müssen, kaufte sich Ceathwyn bei Geruk noch schwarzes Haarfärbemittel, einen Ballen schwarze Seide, eine schwarze Hose und einige andere Dinge. Geruk sagte uns auf unsere Frage, die Rabenzitadelle wäre sehr stark verteidigt und eine reine Festung ohne Zivilisten. Sie sei sehr schwer zu erreichen und zu dieser Jahreszeit wäre es nur zu Fuß überhaupt möglich. Er sagte, Melli, eine Proviantlieferantin der Rabenzitadelle, die in Teschwelle wohnte, wüßte eventuell mehr über das Innere der Festung, als er selbst. Er wußte aber nicht genau, wo sie wohnte. Wir bedankten uns bei ihm und gingen weiter zur „Drallen Dora". Dort hatten wir, wie vermutet keinen Erfolg dabei, Karotte zu mitkommen zu bewegen. Er war so verliebt, daß er die Umwelt kaum noch zur Kenntnis nahm. Ich machte mir langsam Gedanken darüber, ob Dora wohl eine Nymphe war :-) . Auch Galbar konnten wir nicht überreden, allein mit uns zu kommen, so daß wir ohne die beiden am nächsten Morgen Voonlar wieder verließen.

34.4.871 EZ - 35.4.871 EZ

Am Abend erreichten wir Teschwelle und mieteten uns dort wieder Zimmer im Gasthof „Zum großen Felsen", obwohl der Wirt, ein Zwerg namens „Ulric Felsenhauer" keine Elfen mochte. Er hatte gute, günstige Zimmer, und das Essen war auch gut. Am nächsten Morgen besuchten wir zuerst Ralina, die Großmutter von Melora, und berichteten ihr nochmal persönlich von unseren Erlebnissen in Suzail. Sie war sehr froh, daß nun alles vorbei war und sagte, sie würde vielleicht im Sommer einmal nach Suzail reisen, um Melora zu besuchen. Wir fragten sie auch, ob sie Melli kennen würde. Sie wußte, daß Melli Proviant zur Rabenzitadelle lieferte, und sagte sie würde am anderen Ende der Stadt wohnen. Wir verabschiedeten uns von Ralina und gingen quer durch die Stadt in das Gebiet, wo Melli wohnen sollte.

Ceathwyn fragte eines der Kinder auf der Straße nach Melli und der Junge führte uns dann zu ihrem Haus. Melli war zu Hause und öffnete uns die Tür. Sie war eine menschliche Frau mittleren Alters, kräftig gebaut mit guter Figur und sehr mißtrauisch. Sie fragte, was wir wollten, und Ceathwyn sagte, sie wolle ihr Informationen abkaufen. Melli sah uns leicht verwirrt an und bat uns ins Haus. Ceathwyn fragte sie nach ihrem Preis für Informationen über die Rabenzitadelle, und Melli antwortete, sie wolle einen Gefallen von uns dafür. Wir erklärten uns einverstanden. Sie erzählte uns dann einiges über die Gegend, den Weg zur Rabenzitadelle und das Innere der Hauptfestung, wo sie den Proviant hinlieferte. Sie wirkte die ganze Zeit über rätselhaft und undurchschaubar. Ceathwyn fragte sie schließlich, was für einen Gefallen wir ihr tun sollten, und Melli sagte, wir sollten ihre Kinder für sie finden, Kirian und Arielle, Zwillinge, die vor fünfzehn Jahren von den Zentarim entführt wurden und heute beide 27 Jahre alt sein würden. Solange die Zentarim ihre Kinder hätten, müßte sie Proviant zur Rabenzitadelle liefern, womit sie gerne aufhören würde. Ceathwyn versprach ihr, ihre Kinder zu ihr zu bringen, auch wenn es vielleicht sehr lange dauern könnte.

Nachdem wir uns von Melli verabschiedet hatten, ging Ceathwyn zum Friseur und ließ sich ihre Haare auf halbe Länge kürzen. Jetzt gingen sie ihr allerdings immer noch fast bis zur Taille. Danach gingen wir zurück in den Gasthof, wo Jasmine begann, für Ceathwyn neue Kleidung zu nähen, die zu einer Meuchelmörderin passen würde. Ceathwyn beabsichtigte, sich als Meuchelmörderin in der Zentilfeste bei den Zentarim einzuschleichen und sich dann von ihnen offiziell zur Rabenzitadelle versetzen zu lassen - nach Möglichkeit als Anführer einer Wachtruppe. Unterwegs zur Rabenzitadelle könnten wir anderen dann wieder zu ihr stoßen...

Ceathwyn/Gwendolyn - die Meuchelmörderin

36.4.871 EZ - 38.4.871 EZ

Am nächsten Morgen reisten wir in Richtung Zentilfeste ab. Nach ein paar Stunden Reise hielten wir am Flußufer an, und Ceathwyn färbte sich ihre Haare schwarz und zog ihre neue Kleidung an. Von nun an war sie „Gwendolyn, die Meuchelmörderin". Jasmine sollte sie unter dem Namen Naheb als ihre „Leibwächterin" begleiten. Die Reise verlief ruhig, so daß wir zwei Tage später Zentilfeste erreichten. Ceathwyn/Gwendolyn mietete sich mit ihrer „Leibwächterin" Jasmine/Naheb im Gasthof „Zum schwarzen Rappen" ein Zimmer, dem teuersten Gasthof der Stadt. Wir anderen wohnten wieder im Gasthof „Bei den drei kleinen Steinen".

Am gleichen Abend ging Ceathwyn/Gwendolyn zum Spiellokal „Glücksstern", wo sich, unseres Wissens nach, ein Mensch namens „Gilfan" aufhalten sollte, ein Kontaktmann der Zentarim. Sie traf ihn auch dort an, und bot über ihn den Zentarim ihre Dienste an. Inzwischen nahm ich Kontakt zu Andrion auf, der mir eine Hure namens „Raven" im Haus „Zur grünen Dame" als Kontaktperson für Botschaften an ihn von Ceathwyn/Gwendolyn nannte.

39.4.871 EZ - 3.5.871 EZ

Schon am nächsten Tag abends meldete sich auch tatsächlich ein Mann namens „Salkar" bei Gwendolyn und erteilte ihr einen Mordauftrag, den sie zu seiner Zufriedenheit noch in der gleichen Nacht erledigte. Es folgte ein weiterer Auftrag, ebenfalls von Salkar, die Gwendolyn genauso schnell und effektiv erledigte. Durch diese beiden Aufträge stieg er in der Hierarchie der Zentarim um zwei Stufen auf. Er schien äußerst zufrieden mit Gwendolyn's Arbeit zu sein, denn drei Tage später bot Salkar Gwendolyn eine festere Stellung in seinen Diensten als Anführer seiner Wachen an. Gwendolyn nahm diese Stellung an und Naheb wurde als Unteranführer eingestellt.

4.5.871 EZ - 33.5.871 EZ

Gwendolyn erfuhr in ihrer neuen Stellung, daß diese Wachen durch Erpressung in den Dienst gezwungene normale Bürger mit Familien waren. Ihre Kinder wurden entführt und die Väter so in den Wachdienst gezwungen. Ceathwyn fühlte sich immer schlechter, denn im Zuge der Erledigung eines der Mordaufträge war sie gezwungen gewesen, zwei Wächter zu töten. Nun erfuhr sie, daß sie im Grunde genommen normale Bürger getötet hatte, die gerade mal wußten, wie man ein Schwert hält. Aber wenn wir zum Ziel kommen wollten, mußte sie ihre Rolle weiterspielen, und so drillte Gwendolyn die zwölfköpfige Wachtruppe, die ihr unterstand, in den nächsten drei Wochen in einem harten Training. Sie lernten tatsächlich etwas dazu, wurden im Kampf besser und schliefen beim Wachdienst auch nicht mehr ein. In dieser Zeit schleuste Gwendolyn auch Isa und Fingas unauffällig in die Truppe ein.

34.5.871 EZ

Dies blieb Salkar's Konkurrenten innerhalb der Zentarim nicht verborgen, und einer hatte, anscheinend aus Neid, bei den Führern der höheren Ebene gepetzt. Gwendolyn erhielt nach dem Ablauf von drei Wochen den Befehl, mit der gesamten Wachtruppe zur Rabenzitadelle zu reisen. Gute Wachen konnten dort, nach Meinung eines Anführers der Zentarim, Manshoon, bessere Arbeit leisten, als auf einem Privatgrundstück. Manshoon selbst wohnte in der Rabenzitadelle. Salkar war das gar nicht recht, denn jetzt mußte er sich eine neue Wachtruppe zusammenstellen, aber er konnte nichts dagegen unternehmen. Ceathwyn/Gwendolyn und die ihr unterstellten Wächter packten also ihre Sachen, um am nächsten Morgen abzureisen.

Das bösartige Schwert

Am Abend ging Ceathwyn nochmal zu Andrion, um ihm für seine Unterstützung zu danken und sich zu verabschieden. Sie hatte in den letzten Wochen Salkar so sehr gehaßt, daß sie den Gedanken äußerte, ihn noch in der Nacht zu töten. Andrion riet ihr aber davon ab und erzählte ihr von dem Salkar’s mächtigem bösen Schwert, das ihn so gut, wie unbesiegbar machte. Er sagte, er selbst hätte auch ein solches Schwert, welches jedoch eine gute Gesinnung hätte. Nur er selbst hätte eine Chance, Salkar mit diesem Schwert im Kampf zu besiegen. Aber Salkar war sein Bruder, und deshalb weigerte er sich, gegen ihn zu kämpfen, obwohl sogar sein Schwert es immer wieder von ihm forderte. Daraufhin versiegte Ceathwyn’s Haß, und sie plante nun, irgendwann Salkar von dem Schwert zu befreien und dieses bösartige Artefakt zu vernichten.

Die lange Reise zur Rabenzitadelle

35.5.871 EZ - 36.5.871 EZ

Am nächsten Morgen reiste Ceathwyn/Gwendolyn mit ihrem Wachtrupp ab. Sie mußten zu Fuß gehen, denn die meisten Männer in dem Wachtrupp konnten nicht reiten. Kurz hinter der Stadtgrenze kam ich als angeblich geheime Gefangene hinzu, die allerdings mit äußerstem Respekt zu behandeln war. Die Wächter taten mir fast leid, denn in der nächsten Zeit würden sie sehr unter meiner Arroganz als „gefangene Elfe" zu leiden haben :-) .

Schon nach zwei Stunden blieben ein paar der Wächter zurück, so daß Gwendolyn eine Pause machte. Dadurch verriet sie allerdings unbewußt den Wächtern, daß sie keine echte Zentarim sein konnte. Echte Zentarim hätten soviel Rücksicht nicht gezeigt, sondern die langsameren durch Schläge und Drohungen angetrieben. Nach der Rast verlangsamte Ceathwyn das Reisetempo und war froh, daß sie an diesem und dem nächsten Tag nicht angegriffen wurde.

37.5.871 EZ - 39.5.871 EZ

Am dritten Tag unserer Reise entschloß sich Ceathwyn auf meinen wiederholten Vorschlag hin, die Wächter, von denen sie annahm, daß sie schweigen konnten, in ihre wahren Absichten einzuweihen. Die Gespräche mit den acht Wächtern, die sie einweihen wollte zogen sich bis zum übernächsten Tag morgens hin. Ceathwyn war erstaunt, daß sie alle schon vermutet hatten, sie wäre keine echte Zentarim, und erfreut, daß einige der Wächter Informationen über die Rabenzitadelle hatten, die sie noch nicht kannte.

Sie erzählten ihr auch von der Eisenerzmine, in der ihre Kinder jetzt mit anderen Sklaven arbeiteten. Die Mine befand sich ganz in der Nähe der Rabenzitadelle. Auch über die Anzahl der Wächter in der Mine wußte einer der Männer recht gut Bescheid. Ein anderer, Ralf, der Edelsteinschleifer, hatte einen Bruder, Karl, der in der Rabenzitadelle Sklavenarbeiter war, und mit dem er seit Jahren heimlich Nachrichten über die Proviantwagen tauschte. Er wußte viel über den unterirdischen Ausbau der Rabenzitadelle, der seit Jahren durchgeführt wurde. Karl war Schlosser und mußte auch die Schlösser in der Zitadelle reparieren. Deshalb wußte er ebenfalls viel über die inneren Anlagen zu berichten. Er berichtete Ceathwyn von einem Gerücht über ein geheimes Rohedelstein-Lager in der Nähe der Eisenerzmine, das als finanzielle Reserve für die Zentarim im Norden der Talländer genutzt wurde.

Mit jeder Information wandelten sich Ceathwyn's Pläne, so daß sie jetzt nicht nur beabsichtigte, wie ursprünglich geplant die Rabenzitadelle nach der Fürstin von Schattental zu durchsuchen. Sie plante nun, auch noch die ca. zweihundert Sklavenarbeiter dort zu befreien; die Kinder ihrer Wächter und die Sklavenarbeiter aus der Mine befreien, die Mine danach zu zerstören und das Rohedelstein-Lager auszuräumen. Die acht Männer ihrer Truppe, die sie eingeweiht hatte, erklärten sich alle bereit, aktiv zu helfen, denn für die Befreiung ihrer Kinder würden sie alles tun - auch sich in tödliche Gefahr begeben.

Während dieser ganzen Zeit kam Ceathwyn immer wieder zu mir und wollte Hilfe in ihrem inneren Konflikt mit ihrer angenommenen Persönlichkeit, Gwendolyn, denn sie hatte Angst vor sich selbst, vor der dunklen Seite ihrer Seele bekommen. Aber hierbei konnte ich ihr leider nicht viel helfen, denn solche Prüfungen schickte Corellon persönlich, und nur er wußte, warum. Ceathwyn folgte meinem Rat und richtete ihre Frage an den Corellon selbst. In der Nacht darauf bekam sie im Traum die für sie rätselhafte Antwort: „Erkenne Dich selbst - und Du wirst die Anderen kennen!". Ich verstand nur nicht ganz, warum Corellon Ceathwyn einer Prüfung unterzog, wie sie normalerweise nur Novizen der Corellon-Tempel durchleben mußten, aber Corellon's Wege waren eben manchmal seltsam und schwer zu verstehen :-) .

In der folgenden Nacht kam Pearl in unser Lager, die uns aufgrund des langsamen Reisetempos und der häufigen Pausen hatte einholen können. Sie war einen Tag nach unserer Abreise in Zentilfeste angekommen und folgte uns dann. Wir waren froh, daß sie wieder bei uns war.

13.11.1999

40.5.871 EZ

Am sechsten Tag unserer Reise durch sanftes Hügelland sahen wir, daß wir am nächsten Tag gegen Abend die ersten Ausläufer der steilen Drachenberge erreichen würden, in denen die Rabenzitadelle lag.

1.6.871 EZ - 3.6.871 EZ

Drei Tage später sahen wir alle am Himmel zwei Drachen miteinander kämpfen. Selbst aus weiter Entfernung war es ein beeindruckendes Erlebnis. Ceathwyn befahl der Truppe in Deckung zu gehen, als einer der Drachen abstürzte und der andere dann auf uns zuflog. Als wir aber erkannten, daß seine Schuppen bronzefarben waren, gingen wir auf ihn zu. Er landete nicht weit von uns. Es war Cali, der von dem Kampf auch einige Verletzungen trug. Wir heilten ihn mit Hilfe von Zaubern und Heiltränken. Nach einer kurzen Unterhaltung nahm er zum Dank einige Botschaften von uns mit, an den Fürsten von Nebeltal und den Grafen von Tiefental, und flog weiter in Richtung Süden davon.

Die Rabenzitadelle

4.6.871 EZ - 5.6.871 EZ

Weitere zwei Tage später erreichten wir nach einer schwierigen Reise über den leicht verschneiten, steilen Weg endlich die Rabenzitadelle. Die Reise hatte elf Tage gedauert, und alle Männer in dem Wachtrupp waren erschöpft. Ceathwyn wurde mit ihrer Truppe schon erwartet und nach einer kurzen Durchsuchung eingelassen. Ich wurde als „besonders wertvolle Gefangene" direkt in das Hauptgebäude geführt und bekam eine Zelle im zweiten Untergeschoß.

6.6.871 EZ - 10.6.871 EZ

Am nächsten Tag sprach Ceathwyn mit dem Kommandanten der Festung und bot an, mit ihren Leuten die Nachtwachen zu übernehmen. Da sich sonst keine Halbmenschen mit Infravision in der Festung befanden, wurde ihr Angebot gerne angenommen. Ceathwyn hatte sich allerdings etwas zu hochnäsig verhalten, so daß sie tagsüber, während die anderen schliefen, das Kommando auf dem Übungsplatz zu übernehmen hatte. Volle vier Tage hielt sie das durch, bis sie vor Müdigkeit kaum noch stehen konnte und noch einmal, diesmal etwas kleinlauter, mit dem Kommandanten sprach. Von da an hatte auch sie nur noch Nachtdienst.

12.6.871 EZ

Nach sechs Tagen ließen die nächtlichen Kontrollen des Kommandanten nach und die Truppe räumte in der siebten Nacht das Ausrüstungslager der Söldner leer und drang durch einen Eingang innerhalb der Festung in das unterirdisch ausgebaute Tunnelsystem ein. Karl, der Bruder von Ralf, dem Edelsteinschleifer, hatte alle Arbeitersklaven benachrichtigt, sich dort einzufinden und führte sie, zusammen mit den vorher aus der Schlafbaracke befreiten anderen Sklaven, zu einem Ausgang des Tunnelsystems, der außerhalb der Festung lag und ihm bekannt war.

13.6.871 EZ - 14.6.871 EZ

Ceathwyn, Fingas, Pearl und Isa drangen durch das Tunnelsystem von unten in den Zellenkomplex unter dem Zentralgebäude ein. Zuerst öffnete Ceathwyn meine Zelle. Danach durchsuchten wir das Stockwerk über mir, wo wir fünf eingesperrte menschliche Kämpfer befreiten. Im untersten Stockwerk, dem dritten Stockwerk, befreiten wir noch zwei menschliche Frauen, von denen die eine ebenfalls eine Kämpferin war, und die andere eindeutig eine Magierin. Leider befand sich die Fürstin von Schattental, die wir suchten, nicht in der Rabenzitadelle. Wir waren nun also gezwungen, zur Dunkelburg zu reisen, denn nur dort konnte sie noch sein. Wir gingen mit den befreiten Gefangenen ebenfalls zu dem Ausgang, den Karl uns beschrieben hatte, wo die Arbeitersklaven schon auf uns warteten. Wir gaben ihnen die warme Kleidung und die Waffen aus dem Ausrüstungslager. Auch die sieben befreiten Gefangenen aus den Zellen nahmen sich Waffen und Ausrüstung. Sie bedankten sich bei uns für ihre Befreiung, sprachen aber sonst nicht sehr viel. Anschließend gingen wir sofort in die Berge, um soviel Abstand, wie möglich zwischen uns und die Festung zu bringen.

Erst gegen Morgen hielten wir an, um eine Pause einzulegen. Es war ein schwieriger Weg, und wir kamen nicht gut voran mit den zweihundert befreiten Sklaven durch Schnee und Eis. Ceathwyn ärgerte sich, daß sie kein Entfärbungsmittel für ihre Haare hatte und weiter mit schwarzen Haaren herumlaufen mußte. Sie hatte vergessen, das Entfärbungsmittel gleich mit zu kaufen, das es anscheinend nur bei Geruk gab, denn in Zentilfeste hatte sie erfolglos danach gesucht.

Die Zerstörung der Mine der Zentarim

14.6.871 EZ - 18.6.871 EZ

Glücklicherweise konnten uns die Wachen nicht zu Pferd folgen, weil die Berge hier zu unwegsam waren. Ob sie uns zu Fuß gefolgt sind, weiß keiner so genau, denn wir haben auf unserem Weg zu den Minen niemanden gesehen. Ceathwyn fiel auf, daß die sieben befreiten Gefangenen aus den Zellen unter dem Zentralgebäude der Festung alle das Zeichen einer „kleinen Harfe in einem Halbmond" auf der Kleidung trugen. Auf ihre Frage hin bestätigten sie ihre Vermutung, daß sie alle zu den Harfnern gehörten. Ceathwyn wollte dieser Gilde gerne beitreten, und nach eingehender Prüfung ihrer Gesinnung durch die Magierin, Merane Morgenrot, wurde Ceathwyn auf ihre Bitte hin von Claudia Seewelle, der anderen Frau in die Harfnergilde aufgenommen.

Unterwegs wurden wir von einem Rudel Worgs in Begleitung zweier Vampirwölfe angegriffen. Die Harfner, die wir befreit hatten erwiesen sich jedoch als sehr gute Kämpfer und waren eine wertvolle Unterstützung in diesem Kampf, so daß wir siegen konnten, ohne einen der befreiten Sklaven zu verlieren.

19.6.871 EZ - 20.6.871 EZ

Fünf Tage später erreichten wir nach einer schwierigen Reise die Mine. Wir ließen die Sklaven in der Obhut der Harfner zurück und schlichen uns in der Nacht zusammen mit den zwölf Männern, die zu Ceathwyn’s „Truppe" gehörten, an die Wächter an. Durch die Überraschung gelang es Ceathwyn, sie alle zu betäuben. Im Wachhaus waren zwar Betten, aber es schlief dort niemand, was seltsam war.

Wir drangen in die Mine ein, um die Arbeitersklaven und die Kinder zu suchen. Unterwegs trafen wir einen Arbeitersklaven der Nachtschicht, der uns versprach, die anderen Arbeitersklaven zu dem Ausgang zu führen. Er sagte uns auch, daß wir in einem neu angelegten Stollen waren und am Hauptausgang der Mine noch Wachen wären. Wir gingen dorthin und betäubten auch diese Wachen ohne Kampf. Auch in dem Wachhaus dort war niemand. Wir gingen zurück in die Mine und drangen in einen anderen Stollen ein. Dort fanden wir die restlichen Wachen schlafend vor und betäubten auch sie. Eine kurze Strecke weiter fanden wir die entführten Kinder, die in einem größeren Hohlraum schliefen. Die zwölf Männer, die uns begleiteten waren sehr froh, ihre Kinder wiederzusehen. Es waren aber auch viele andere Kinder dort, insgesamt einhundertfünfzig. Wir nahmen sie alle mit.

Nachdem alle die Mine verlassen hatten, zeigten zwei der Minenarbeiter den beiden Magiern, Fingas und Merane, wo die Stollen brüchig waren. Fingas und Merane zauberten Blitzstrahlen an diese Stellen, so daß die Stollen einstürzten. Es würde sehr lange dauern, diese Mine wieder in Betrieb zu nehmen :-) .

20.11.1999

Das Edelsteinlager

21.6.871 EZ - 22.6.871 EZ

Ceathwyn wollte nun das Edelsteinlager suchen, aber zunächst mußten wir alle erstmal ausruhen. Am nächsten Morgen reisten wir mit den fünfhundert befreiten Arbeitersklaven und Kindern weiter in Richtung Teschwelle. In dieser Richtung mußte auch irgendwo versteckt das Edelsteinlager sein. Wir kamen nun noch langsamer voran, denn die Kinder konnten natürlich nicht so schnell laufen.

23.6.871 EZ

Nach zwei Tagen Reise trafen wir auf zwei der ehemaligen Minenwächter. Es waren Söldner, die jetzt keine Arbeit und somit keine Bindung mehr an ihren Auftraggeber hatten. Sie stellten sich mit den Namen Albert und Marco vor und fragten uns, ob sie sich uns anschließen dürften. Ceathwyn schloß dann gleich einen Vertrag auf drei Monate mit ihnen und bezahlte im Voraus für diese Zeit.

Als sie das Edelsteinlager erwähnte, sagten sie, sie wüßten, wo es sei, und führten uns hin. In einer natürlichen Höhle lagerten dort Rohdiamanten im geschätzten Wert von acht Millionen Goldmark. Wir plünderten das Lager vollständig aus, um den Arbeitersklaven Geld für den Aufbau einer neuen Existenz in Hochmond zu geben und außerdem die Zentarim finanziell zu schädigen. Keiner von uns wollte von diesem schmutzigen Geld etwas behalten, also wollten wir es später unter den befreundeten Städten in den Talländern, Sembia und Cormyr aufteilen und allen eine Spende zukommen lassen.

24.6.871 EZ

In der darauffolgenden Nacht träumte Ceathwyn wieder, diesmal von Corellon’s Avatar, der sie mit strenger Stimme fragte: „Weißt Du nun, was Leben wert ist?". Wie immer war auch diese Äußerung Corellons etwas rätselhaft, aber ich glaube, Ceathwyn hatte verstanden, was er meinte, denn sie hatte keinen der Minenwächter getötet.

25.6.871 EZ - 30.6.871 EZ

Am nächsten Tag trafen wir Seline wieder, die zu unserem Schutz bis Teschwelle mit uns reisen wollte. Ceathwyn war so froh, sie zu sehen, daß sie ihr entgegenrannte und sie gleich umarmte. Ich weiß allerdings nicht, wie ein Silberdrache eine solche Umarmung aufnimmt :-) ...

Sie fragte Seline auch nach den beiden Schwertern von Andrion und Salkar. Seline erzählte ihr, daß diese Schwerter Jahrtausende alte Artefakte waren, die immer sich nahestehenden Personen gehörten, bis diese starben oder gewaltsam von ihnen getrennt wurden und dann dadurch starben. Seline kannte diese „Schwerter der entgegengesetzten Gesinnung" schon so lange sie existierten. Seline blieb bei uns, bis wir Teschwelle erreichten und reiste dann weiter. Sie sagte, sie wolle an die Schwertküste nach Tiefwasser reisen. Wir würden sie wohl für längere Zeit nicht wiedersehen...

Wieder in Teschwelle

30.6.871 EZ

Nach weiteren sechs Tagen schwieriger und langwieriger Reise erreichten wir endlich Teschwelle und waren sehr erleichtert, als uns Gardisten aus Ashabafurth am Stadttor begrüßten. Fürst Rudolf hatte also unsere Nachricht erhalten und uns einen kleinen Trupp Gardisten zum Schutz der befreiten Arbeitersklaven und Kinder auf der Weiterreise nach Hochmond geschickt, wo wir sie hinbringen wollten. Zu unserer Überraschung wurde dieser Trupp von Hauptmann Harmsen selbst geführt.

Die sieben Harfner, die wir befreit hatten, verabschiedeten sich hier von uns und reisten weiter nach Zentilfeste, wo sie noch wichtige Aufgaben zu erledigen hatten. Wir gingen in der Stadt als erstes zu Melli und brachten ihre, inzwischen erwachsenen, so lange vermißten Kinder zu ihr. Sie waren ebenfalls Arbeitersklaven in der Mine gewesen, wo sie ihr halbes Leben verbracht hatten. Melli war sprachlos vor Glück, bedankte sich herzlich bei uns und wandte sich dann sofort Kirian und Arielle zu. Wir ließen sie mit ihren Kindern allein.

Als nächstes wollten wir mit Hauptmann Harmsen sprechen und trafen kurz einen seltsamen alten Mann in einem der Zimmer des Gasthofes, weil wir das falsche Zimmer erwischt hatten. Fingas war erstaunt über die mächtige magische Aura, die dieser Mann ausstrahlte. Da sie aber nicht bösartig war, entschuldigten wir uns und gingen sofort wieder. Im Zimmer daneben wohnte Hauptmann Harmsen. Wir sprachen kurz mit ihm und gingen danach zu Ralina. Ceathwyn hatte erfahren, daß sie auch ein Mitglied der Harfner war.

Ralina hatte uns schon erwartet, denn ein seltsamer alter Mann hatte ein Päckchen für Ceathwyn abgegeben. Die Beschreibung paßte genau auf den Mann, den wir im Gasthof gesehen hatten. Ceathwyn öffnete es und fand darin das Entfärbungsmittel für ihre Haare, nach dem sie sich schon seit Tagen so sehr sehnte. Sie bedankte sich und ging sofort in Ralina's Bad, um endlich die schwarze Haarfarbe wieder loszuwerden :-) . Mit ihrer normalen roten Haarfarbe kam sie strahlend nach einer Viertelstunde wieder und fühlte sich nun endlich befreit von „Gwendolyn", die sie nie wieder sein wollte. Ich erkannte, daß der erste Teil von Corellons Prüfung nun abgeschlossen war - aber ich wußte auch, daß dies nicht alles sein würde. Das erwähnte ich allerdings Ceathwyn gegenüber nicht, denn sie sollte sich noch ein wenig freuen können, bevor der nächste Teil anfing. Wir vermuteten, daß der seltsame alte Mann eventuell Elminster sein könnte, und wollten ihn nochmal im Gasthof aufsuchen, aber der Wirt sagte auf unsere Frage hin erstaunt, in dem Zimmer würde niemand wohnen. Als wir nachsahen fanden wir das Zimmer leer vor...

Wir gingen zurück zu den befreiten Sklaven und schliefen bei ihnen im Freien. In dieser Nacht träumte Ceathwyn von Erevan’s Avatar, der Scherze mit ihr trieb. Fingas hatte auch einen merkwürdigen Traum, in dem er sich mit seinem alten Lehrmeister unterhielt. Als er am Morgen aufwachte, hatte er die Persönliche Fähigkeit einmal am Tag „Verständigung" wie im Magierzauber beschrieben (mit ihm bekannten Personen über jede Entfernung hinweg eine Botschaft auszutauschen) auszuüben, ohne den Zauber lernen zu müssen, von Mystra, die er sehr verehrte geschenkt bekommen. Er freute sich sehr darüber.

Wieder zu Hause in Hochmond – und – Ansiedlung der Flüchtlinge

31.6.871 EZ - 1.7.871 EZ

Am nächsten Morgen brachen wir alle auf nach Hochmond, wo wir ohne weitere Zwischenfälle mit kleineren Aufenthalten in Voonlar, wo sich Karotte und Galbar uns wieder anschlossen, Ashabafurth, Sendar (Ceathwyn wollte ihr Patenkind sehen) und Wolkensang nach einer Woche ankamen. In Wolkensang hatte Ceathwyn von unserer Magierin Tahiba Sternenglanz eine Truhe erhalten, die innen mit einem Material ausgekleidet war, das magische Ausstrahlung weitgehend abschirmte. Dafür versprach sie Tahiba, ihr einen Gefallen zu tun, wann immer sie es wünschte.

Wir wollten einen kleinen Teil der Rohdiamanten aus dem Lager der Zentarim für eine kleine Söldnertruppe verwenden, die unser Grundstück schützen und im Notfall auch Hochmond mit verteidigen sollte. Die zwei Söldner, die Ceathwyn schon eingestellt hatte sollten bleiben und noch achtzehn weitere angeworben werden. Diese Aufgabe übernahm Karotte für uns. Wir nahmen uns soviel Geld, daß wir davon die zwanzig Söldner für zehn Jahre bezahlen konnten. Graf Teremen erhielt natürlich auch etwas von dem Geld, genauso, wie vorher schon der Älteste von Teschwelle, der Fürst von Nebeltal, Shaola im Tempel Corellons in Wolkensang und der Herzog von Sendar etwas erhalten hatten. Wir gaben jedem der befreiten ehemaligen Arbeitersklaven, die sich alle in Hochmond ansiedeln wollten, eintausend Goldmark für den Aufbau einer neuen Existenz. Sie freuten sich sehr darüber, denn alle hatten in Hochmond ein Baugrundstück bekommen, und ihre Wohn- und Geschäftshäuser befanden sich schon in Bau.

2.7.871 EZ - 4.7.871 EZ

Nach drei Tagen Aufenthalt in Hochmond richtete Ceathwyn nachträglich zu ihrem Geburtstag ein Volksfest für alle aus. Fingas und Ceathwyn waren der Meinung, wir sollten auch den anderen Herrschern die Spende ebenfalls persönlich überreichen und planten deshalb eine Rundreise durch Sembia, Cormyr und die Talländer. Fingas und Rolf, einer der Männer aus dem Wachtrupp, der mit Ceathwyn zur Rabenzitadelle gereist war, verstanden sich so gut, daß Rolf sich entschloß, Fingas als Gefolgsmann zu begleiten und von ihm die Zauberkunde zu lernen. Nun war unsere Gruppe wieder um einen Gefährten größer geworden.

5.7.871 EZ

Am Tag nach dem Fest begannen wir diese Rundreise, die uns über die „Festung Schwertspitze" in Bogental, Selgaunt, Suzail, Tyrluk, Arabel, Tilverton, Schattental und Voonlar schließlich nach Zentilfeste führte.

Ceathwyn wollte unbedingt zurück zur Zentilfeste um Salkar von seinem bösartig gesinnten Schwert zu trennen, in der Hoffnung, daß er uns mit seiner eigenen, guten Gesinnung dann vielleicht neuere Informationen über die Dunkelburg geben würde, als wir bisher hatten. Danach wollten müßten wir allerdings zuerst das Schwert so schnell wie möglich in einem Vulkan an der „Weiten Küste" östlich von Kurth vernichten, denn nur dort würde das möglich sein. Seline hatte uns erzählt, daß die beiden „Schwerter entgegengesetzter Gesinnung" von Salkar und seinem Bruder Sir Andrion Artefakte waren, die nur so vernichtet werden konnten. Dazu war außerdem ein sehr altes Ritual eines Moradin-Priesters notwendig.

Karotte und Galbar reisten nicht mit uns, weil unsere Söldnertruppe noch nicht vollständig war, und würden uns dann in Zentilfeste wiedertreffen. Diese Rundreise dauerte eineinhalb Monate, und wir gaben das Geld in unterschiedlich hohen Summen bis auf die letzte Goldmark weg. Die letzten Spenden gingen an den Mystra-Tempel und den Tymora-Schrein in Zentilfeste.

Die Spendenrundreise

5.7.871 EZ - 26.8.871 EZ

Auf dieser Reise erhielten wir auch einige wichtige Informationen. Unter anderem erfuhren wir in Suzail von Vangerdahast, dem königlichen Hofmagier von Azoun II, daß der Rote Magier „Alghorn", den Jasmine und Galbar in Mulmaster getötet hatten, wiederbelebt worden war. Er wünschte sich nun nichts sehnlicher, als uns zu vernichten - wir hatten uns einen mächtigen Erzfeind geschaffen! Ein Harfnermitglied berichtete, daß auch Händler ab und zu durch die Dunkelburg reisten und wir uns auch als Händler ausgeben könnten. Allerdings wüßte niemand etwas genaueres über das Hauptgebäude oder die unterirdischen Bereiche der Dunkelburg...

27.11.1999

Der Diebstahl von Salkar’s Schwert

27.8.871 EZ

Zwei Tage nachdem wir in Zentilfeste angekommen waren und Andrion uns ein „Sicheres Haus" zum wohnen überlassen hatte, kamen auch Karotte und Galbar aus Hochmond an und mieteten sich im Gasthof „Bei den drei kleinen Steinen" ein Zimmer. Am Abend führte Pearl (die jeden Tag einmal dorthin gegangen war, um zu sehen, ob unsere Gefährten schon angekommen waren) die beiden dann zu unserem sicheren Haus. Weil Ceathwyn Zentilfeste so schnell wie möglich wieder verlassen wollte, beschlossen wir, möglichst bald in Salkar’s Haus einzudringen, um das Schwert zu stehlen und von Salkar zu trennen.

28.8.871 EZ - 30.8.871 EZ

Rainer von Ranstetten, einer der Harfner, die wir in der Rabenzitadelle befreit hatten, wohnte im Haus neben Salkar. Er erklärte sich bereit, uns zu helfen, als wir ihn fragten. Er würde zur Ablenkung ein Fest geben, und wir könnten dann durch seinen Keller und einen unterirdischen Verbindungsgang in Salkar’s Stall gelangen. Dieses Angebot nahmen wir gerne an. Rainer brauchte für die Vorbereitung eines solchen Festes allerdings vier Tage Vorbereitungszeit.

31.8.871 EZ - 32.8.871 EZ

Vier Tage später gingen wir dann als geladene Gäste zu dem Fest, zogen uns im Keller von Rainer’s Haus um und gelangten durch den unterirdischen Gang in Salkar’s Stall. Obwohl Ceathwyn viele der Sicherheitsmaßnahmen selbst eingerichtet hatte und kannte, war es nicht einfach für uns, in das Haus und an das Schwert zu kommen. Salkar hatte inzwischen einen Magier gebeten, einige magische Fallen nachzuinstallieren, und durch zwei dieser Fallen, die Ceathwyn nicht gefunden hatte, wurde sie auch verletzt. Den Magier fanden wir im Gästezimmer und ließen ihn gefesselt im Bett zurück. Wie sich später herausstellen sollte, war er aber einer der Führer der „Gilde der schwarzen Magier", „Fandarel" in Zentilfeste, in dem wir uns dadurch einen weiteren mächtigen Feind geschaffen hatten.

Salkar schlief so tief, daß wir keine Mühe hatten, ihn zu betäuben, und Pearl brachte ihn anschließend sofort zum Haus von Andrion. Er hatte sich natürlich bereiterklärt, uns zu helfen, denn schließlich handelte es sich um seinen Bruder.

Das Schwert zu finden war gar nicht so einfach, aber Fingas konnte selbst im ersten Stock des Hauses seine Ausstrahlung spüren und feststellen, aus welcher Richtung sie kam. Er wies nach unten, und wir gingen in den Keller, wo Fingas auf einen Raum zeigte, in dem Ceathwyn nie gewesen war. Auch hier waren Fallen angebracht, aber schlimmer war der Kampf gegen die zwei Fleischgolems innerhalb des Raumes. Der Raum war bis auf den Tresor, in dem sich eindeutig das Schwert befinden mußte, leer. Das Schloß an dem Tresor war so kompliziert, daß Ceathwyn es nicht öffnen konnte. Wir nahmen also den ganzen Tresor erstmal mit in unser „Sicheres Haus". Während der ganzen Aktion konnten wir es zum Glück vermeiden, einen der Wächter zu töten, worüber besonders Ceathwyn nach unseren Erfahrungen mit den anderen Wächtern, die ihr unterstellt gewesen waren, sehr froh war.

Nachdem wir in unserem „Sicheren Haus" angekommen waren, war die Verbindung zwischen Salkar und dem Schwert getrennt, denn es befand sich nun am entgegengesetzten Ende der Stadt von Andrion’s Haus. Pearl konnte dort beobachten, wie Salkar dadurch erst richtig krank wurde und schließlich starb. Andrion hatte einen Priester aus dem Tymora-Tempel in sein Haus gebeten, der Salkar danach wiederbelebte. Pearl war fasziniert davon, denn so etwas hatte sie noch nie gesehen. Leider hatte Salkar nach der Wiederbelebung zunächst keine Erinnerung an die Zeit, in der er unter dem Einfluß des Schwertes gestanden hatte.

33.8.871 EZ

In der Zwischenzeit ging Fingas zum Mystra-Tempel und fragte, ob er den Zauber „Klopfen" dort kaufen könnte. Er hatte Glück und bekam den Zauber für eine stattliche Summe. Nachdem er ihn am nächsten Tag gelernt hatte, öffnete er den Tresor mit diesem Zauber, in dem sich tatsächlich das Schwert befand. Es war ein sehr schön gearbeitetes, hervorragendes Schwert, das dem von Andrion äußerlich genau glich. Wir ließen das Schwert in die Truhe mit der magischen Abschirmung fallen, die Ceathwyn von Tahiba erhalten hatte.

34.8.871 EZ - 35.8.871 EZ

Während Isa, Jasmine, Rolf und ich dem Schwert abwechselnd am nächsten waren, damit es über keinen von uns Macht gewinnen konnte, gingen Fingas und Ceathwyn zu Andrion’s Haus, um Salkar über die Zentarim auszufragen. Salkar’s Erinnerung kehrte nur langsam zurück - vielleicht auch deshalb, weil er selbst nicht wissen und glauben wollte, was er alles getan hatte. Aber innerhalb der nächsten zwei Tage erfuhr Ceathwyn von ihm, daß sich unter der Dunkelburg ein sehr ausgedehntes Gängesystem befand, daß ständig weiter ausgebaut wurde. Dort befand sich auch ein großes Verlies, in dem vor ungefähr zehn Jahren, als Salkar zuletzt in der Dunkelburg war, eine wichtige gefangene Elfe eingesperrt gewesen war, die auch elfische Wächter hatte. Er wußte nicht, wer sie war, und war erstaunt, als Ceathwyn ihm sagte, es würde sich wahrscheinlich um die Fürstin von Schattental handeln, die immer noch dort gefangen gehalten wurde.

Salkar konnte uns leider keinen Hinweis geben, wie man heimlich in dieses Verlies eindringen könnte, denn der Eingang war im Zentralgebäude der Burg, in das nur Angehörige der Zentarim eingelassen wurden. Wir würden also auskundschaften müssen, ob es für uns irgendeine Möglichkeit geben würde, dort unbemerkt einzudringen. Wir wollten gerne die Fürstin befreien, ohne dabei von dem mächtigen Magier Semmemon, der dort wohnte, oder seinen Wachen entdeckt zu werden.

Dringender war aber im Moment die Vernichtung des Schwertes von Salkar, denn selbst quer durch die Stadt konnte Salkar den Ruf des Schwertes spüren. Karotte hatte sich inzwischen um eine Schiffspassage nach Ulmwald gekümmert und einen Fischer gefunden, Kapitän Herrmannsdorf, der bereit war, uns gegen Entgelt dorthin zu bringen. Das Schiff war zwar nicht groß genug, um uns alle mit den Pferden aufzunehmen, aber zusammen mit unserem eigenen magischen Schiff würde es reichen. Der Wasserweg war der schnellste Weg, Zentilfeste zu verlassen.

36.8.871 EZ

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von Andrion, der uns so dankbar war, daß er Ceathwyn den „Ring der Handlungsfreiheit" verkaufte - ein normalerweise unverkäulicher Ring. Außerdem lieh Salkar Ceathwyn seine „Maske der vielen Gesichter" bis zur Befreiung der Fürstin von Schattental. So sehr sich Ceathwyn auch bemühte - diese Maske war tatsächlich unverkäuflich - und blieb es auch.

04.12.1999

Die Reise nach Ulmwald

37.8.871 EZ - 38.8.871 EZ

Am frühen Morgen des nächsten Tages trafen wir uns im Hafen mit Kapitän Herrmannsdorf, bei dem Karotte, Galbar, Isa, Ceathwyn und Jasmine mitsegelten. Unser eigenes Schiff steuerte Fingas, und Rolf, Pearl und ich halfen ihm dabei. Einige Stunden später zog ein Sturm auf. Der Wind kam ungünstigerweise von vorne, so daß wir den ganzen ersten Tag gegen diesen sehr starken Wind kreuzen mußten und nicht sehr weit kamen. Dabei stellte sich heraus, daß Fingas ebensogut navigieren konnte, wie Kapitän Herrmannsdorf.

Am Abend legte sich der Sturm. Wir übernachteten auf See und segelten am nächsten Morgen weiter in Richtung Fernberg. Wir hatten jetzt besseres Wetter, und gegen Mittag entdeckten wir ein paar Delphine, die unsere Schiffe begleiteten. Kapitän Herrmannsdorf freute sich darüber, denn in der Gesellschaft von Delphinen reist man relativ sicher vor Angriffen von wilden Meerestieren, erklärte er Karotte. Fingas versuchte sich mit den Delphinen zu verständigen, aber sie verstanden ihn nicht. An diesem Abend übernachteten wir wieder auf See.

39.8.871 EZ

Am folgenden Tag entdeckten wir vormittags zwei See-Elfen. Einer schwamm neugierig beim Schiff von Kapitän Herrmannsdorf und einer bei unserem. Fingas sprach den See-Elfen an, und Karotte folgte seinem Beispiel. Beide wurden eingeladen, die nahe See-Elfenstadt zu besuchen. Als sie zustimmten, tauchte einer der See-Elfen unter und kam nach einiger Zeit in Begleitung einer etwas älteren See-Elfe wieder, die über alle, die mitkommen wollten einen Zauber sprach, so daß wir unter Wasser atmen konnten. Rolf und Galbar waren nicht mitgekommen. Ceathwyn, Jasmine und Isa schliefen so tief, daß wir sie nicht stören wollten.

Es war ein sehr interessanter Besuch in der See-Elfenstadt. Karotte und Fingas kauften auf dem Markt der Stadt sogar ein paar Andenken. Fingas erbat für uns eine Delphinbegleitung bis Ulmwald. Eine in der Nähe von Fernberg lebende Delphinschule erklärte sich einverstanden, uns gegen einen, zu gegebener Zeit einzulösenden, Gefallen nach Ulmwald zu begleiten. Karotte hatte der Sturm gar nicht gefallen, so daß er um einen Wetterzauber bis Fernberg bat. Er bekam den gewünschten Zauber von einer Magierin der Stadt und blieb dafür ebenfalls einen Gefallen schuldig. Am Abend verabschiedeten wir uns dann von den See-Elfen und kehrten auf unsere Schiffe zurück.

40.8.871 EZ - 1.9.871 EZ

Am nächsten Tag mittags erreichten wir Fernberg, wo wir im Gasthof „Zur Sonne" übernachteten. Wir wollten wenigstens eine Nacht wieder festen Boden unter den Füßen haben. Schon am nächsten Morgen segelten wir weiter.

2.9.871 EZ

Zwei Tage später ankerten wir abends in der Nähe der „Glocken der Tiefe". Pearl und Fingas wachten in der Nacht vom Läuten der Glocken auf, das genau um Mitternacht anfing und eine halbe Stunde dauerte. Fingas war neugierig und flog mit seinem Fluggürtel hinüber.

Er konnte anfangs nicht viel sehen, weil es zu dunkel war, erkannte aber mit seiner Infravision, daß sich sehr weit unten im Wasser einige Wärmequellen befanden. Was das genau war konnte er aber nicht feststellen. Er spürte auch eine schwache Magie aus dem Wasser, konnte aber nicht genau feststellen, ob sie nur schwach oder ihre Quelle sehr weit von ihm entfernt am Meeresgrund war. Er zauberte dann Dauerhaftes Licht in Richtung der Glocken. In dem Bereich dieses Lichtes befand sich ein Stück Mauer neben den Glocken, so das Fingas jetzt sehen konnte, daß es sich um sechs Glocken handelte. Er sah sie läuten, aber niemanden, der sie läutete. Er sah auch, daß der Turm, in dem die Glocken befestigt waren, offensichtlich einmal zu einer mächtigen Festung gehört hatte. Mehr konnte er leider auch jetzt nicht erkennen, denn selbst das gezauberte Licht verlor sich in der Tiefe des Mondsees. Auch die Wärmequellen konnte er jetzt nicht mehr sehen, weil er durch sein eigenes Licht geblendet war.

3.9.871 EZ

Dies alles erzählte er uns am nächsten Morgen. Ich amüsierte mich ein bißchen darüber, daß die „Glocken der Tiefe" jetzt für etliche Jahrhunderte beleuchtet sein würden, wenn niemand einen Gegenzauber sprach :-) .

4.9.871 EZ

Durch die uns erwiesenen Dienste von den Delphinen hatten wir eine ruhige Reise bis nach Ulmwald, wo wir zwei Tage später mitten in der Nacht ankamen und uns im Gasthof „Gackernde Gans" Zimmer mieteten und müde schlafen gingen. Die ganze Reise über hatten wir uns beim tragen des Schwertes täglich abgewechselt, damit es niemanden von uns zu sehr beeinflussen konnte. Trotzdem wurde es mir langsam unangenehm, ständig die mächtige, böse Magie des Schwertes zu spüren. Selbst dann, wenn ich es nicht selbst trug, war sie trotz der Magisch abschirmenden Truhe, in der es sich befand, immer noch sehr stark. Ich würde froh sein, wenn dieses Schwert endlich im ewigen Feuer des Vulkans vernichtet sein würde - aber bis dahin war es noch ein weiter Weg...

11.12.1999

Weiterreise zum Vulkan „Heldan"

5.9.871 EZ

Am nächsten Tag kauften wir noch Vorräte in der Stadt ein und mieteten uns bei einem Bauern außerhalb der Stadt einen Stall und Pflege für unsere Pferde, die wir in die Berge zum Vulkan nicht mitnehmen konnten. Uns schien es sicherer, sie in Ulmwald zurückzulassen, als irgendwo an der „Weiten Küste", wo wir niemanden kannten.

6.9.871 EZ - 8.9.871 EZ

Am darauffolgenden Tag reisten wir zu Fuß weiter. Wir hatten beschlossen, den Fluß „Lis", der die „Weite Küste" von den Talländern trennte, mit unserem Boot zu überqueren und dann querfeldein bis zum Ort „Maskyrs Auge" zu reisen. Wir wollten so Mulmaster umgehen, wo sich vermutlich unser Erzfeind Alghorn befand.

Am Abend kamen wir am Ufer des Lis an, und schlugen dort ein Nachtlager auf. Wir mußten im Freien übernachten, weil ich gehört hatte, daß sich in der Stadt „Kurth", durch die wir reisen mußten, viele Taschendiebe befanden. Aus „Sicherheitsgründen" hatte ich deshalb die magische Hütte in Ulmwald im Tempel zurückgelassen (ich war Spielleiter :-) ). In dieser Nacht griffen uns ein paar Worgs an, die uns offenbar für ein schmackhafteres Essen hielten, als die Hasen, die überall zu sehen gewesen waren. Diesen Angriff bezahlten sie mit dem Tod.

Am Morgen überquerten wir den Lis und reisten weiter in Richtung „Maskyrs Auge". An diesem Tag war die Reise ereignislos - eher ein netter Spaziergang, denn es war sogar sehr schönes Wetter. Aber in der folgenden Nacht durften wir wieder nicht ruhig schlafen, denn einige Riesenspinnen waren der gleichen Meinung, wie vor ihnen die Worgs - mit dem gleichen Erfolg. Am Abend des nächsten Tages stießen wir auf den Weg, der von „Maskyrs Auge" nach Mulmaster führt. Ein Stück seitlich des Weges schlugen wir unser Nachtlager auf.

9.9.871 EZ

Früh am Morgen sah Karotte, der mit Galbar Wache hatte, einen einzelnen Menschen im Priestergewand aus Richtung Mulmaster den Weg herankommen. Wir hatten in Ulmwald gehört, daß in Kurth der Tymora-Schrein nicht ständig besetzt war, sondern regelmäßig von einem Priester aus Mulmaster besucht würde. Karotte nahm an, der Mensch könnte dieser Priester sein, und er hatte recht damit. Der Priester stelle sich mit dem Namen „Armilan" vor und war einverstanden, mit uns zusammen nach Kurth zu reisen.

Am Abend dieses Tages erreichten wir „Maskyrs Auge", ein kleines Dorf mit nicht mehr als zehn Häusern in einem wunderschönen Tal. Hier gab es auch einen der besten Gasthöfe an der gesamten „Weiten Küste", „Die Hand des Magiers", in dem wir sehr gutes Essen und gemütliche Zimmer bekamen.

10.9.871 EZ

Eigentlich tat es mir leid, das wir am nächsten Morgen schon wieder weiterreisen mußten, denn ich wäre gerne noch etwas länger in diesem friedlichen Dorf geblieben, aber wir fühlten uns alle nicht sehr wohl mit dem bösartigen Schwert in unserem Gepäck. Der Träger des Schwertes wechselte jeden Tag, und jeder, der das Schwert gerade trug, bekam trotz der Abschirmung mittlerweile richtig Kopfschmerzen von den Versuchen des Schwertes, in seine Hand zu gelangen, um Macht über ihn zu gewinnen. Wir mußten also wirklich so schnell wie möglich zu dem Vulkan - und hatten immer noch keine Ahnung, wie wir die Zwerge finden sollten, in deren Gebiet er lag...

11.9.871 EZ

Am nächsten Tag kamen wir am Nachmittag in Kurth an. Wir hatten vorsorglich unser größtes Barvermögen in versteckte Taschen getan und trugen nur wenige Münzen in den offen sichtbaren Gürteltaschen. Ceathwyn hatte uns dabei beraten. Diese Vorsorge erwies sich als sehr nützlich, denn schon als wir im Gasthof „Beluar’s Jagd" ankamen, vermißten einige von uns ihre Gürteltaschen. Die Taschendiebe von Kurth waren anscheinend sehr gut.

Ceathwyn ärgerte sich darüber sehr, denn es ging an ihre Berufsehre als Dieb, daß ihr die Gürteltasche gestohlen werden konnte, ohne daß sie es bemerkte. Abends gingen ein paar von uns noch auf den Markt, in der Hoffnung, mehr Informationen über das Zwergenreich bei dem Vulkan zu bekommen. Auch hier verschwanden wieder die Gürteltaschen, und Galbar kaufte im Auftrag von Karotte ein paar neue Gürteltaschen. Es waren viele Zwergenhändler auf dem Markt, und Ceathwyn sprach einen Waffenhändler an. Er wußte nicht viel von dem Reich, zu dem der Vulkan gehörte, denn er kam aus den Bergen im Südwesten von Kurth. Der Vulkan befand sich aber in den Bergen im Nordwesten.

Ceathwyn konnte bei einem Taschendiebstahl gerade noch feststellen, wer ihre Tasche gestohlen hatte und stellte den Dieb ein paar Straßenecken weiter. Sie versuchte, von ihm Informationen zu bekommen, aber das war nicht sein Geschäft. Er schwieg hartnäckig auf ihre Fragen und grinste sie nur an. Es war ein sehr einseitiges Gespräch :-) . Auf die Frage hin, wo sie Informationen kaufen könnte, wurde sie allerdings von ihm an den Gasthof „Handschuh und Gürtel" verwiesen. Sie wollte diese Möglichkeit aber eigentlich nicht nutzen, da es ihrer Meinung nach viel Zeit in Anspruch genommen hätte, Kontakte zu knüpfen.

Meine Gefährten wollten schon die Hoffnung aufgeben, auf dem Markt Informationen zu bekommen, als sie (mit Hilfe des Spielleiters) auf die Idee kamen, mal einen der anderen Zwergenhändler anzusprechen. Diesmal war es ein Rüstungsmacher, der auch einiges über das „Reich von König Helbur" wußte. Nachdem er von meinen Gefährten den Grund für ihre Reise erfahren hatte, stellte er sich mit dem Namen „König Helbur, Sohn von Burdan, Enkel des Tuir, Blut von Heldan" vor. Unsere Gefährten hatten in ihm zufällig den König des Reiches selbst vor sich, der seine Waren hier auf dem Markt zweimal im Jahr verkaufte. Er bot ihnen an, sich am nächsten Morgen bei Sonnenaufgang mit ihm am Stadtrand zu treffen und mit ihm in sein Reich zu reisen, was sie erfreut annahmen. Der Vulkan, zu dem wir wollten, gehörte zum Reich König Helburs und trug den Namen „Heldan", wie er uns sagte.

12.9.871 EZ - 13.9.871 EZ

Am nächsten Morgen konnten wir also diese ungemütliche Stadt verlassen und hatten sogar einen Führer, der sich in den Bergen sehr gut auskannte. Nach ungefähr einer Stunde trafen wir dann auch auf die Begleitung des Königs, die vor der Stadt kampiert und auf ihn gewartet hatte. Es waren zwanzig gut ausgebildete Zwergenkämpfer, die erstaunlicherweise keine Armbrüste, sondern Bögen trugen. Während der Weiterreise sahen die Zwerge Galbar immer wieder mit leicht spöttischen Blicken an. Sie trugen alle Plattenpanzer und fanden es merkwürdig, daß Galbar als Zwerg nur ein Kettenhemd trug.

14.9.871 EZ – 16.9.871

Nach vier Tagen Reise, die ohne irgendwelche Angriffe verlief, gingen wir abends durch einen versteckten Spalt im vereisten Fels und einen langen Gang in das Reich König Helburs. Wir übernachteten hier und reisten am nächsten Morgen weiter. Am folgenden Tag erreichten wir mittags die Zwergenstadt. Wir wurden eingeladen, seine Gäste zu sein, während er eine Botschaft zum Nachbarreich schickte, um einen Priester des Gottes Moradin kommen zu lassen, der die priesterliche Zeremonie zur Vernichtung des Schwertes durchführen würde.

Die Legende der „Schwerter der entgegengesetzten Gesinnung"

König Helbur wußte viel über die „Schwerter entgegengesetzter Gesinnung" und erzählte uns ihre Geschichte, die bisher nur Zwerge vollständig kannten, und die nach der Vernichtung des bösartigen Schwertes wohl überall in der Welt erzählt werden würde. „Diese beiden Schwerter waren vor 4000 Jahren in den „Wüstenschlundbergen" von den damals zwei besten Schmiedemeistern der Zwerge als Geschenk für die Zwillinge des Königs dieses Reiches geschmiedet worden", erzählte er und weiter: "Der König, der den Auftrag gegeben hatte, wußte allerdings nicht, daß einer der Schmiedemeister eine böse Gesinnung hatte. Er hatte einen befreundeten Elfenmagier gebeten, die Schwerter so zu verzaubern, daß sie nicht nur außergewöhnlich gut wurden, sondern auch während des Schmiedens, das mehrere Monate dauerte, auch die Gesinnung der Schmiedemeister mit in die Schwerter floß. Er war überzeugt gewesen, daß diese beiden Schmiedemeister rechtschaffen gut waren, wie fast alle Zwerge. Er hatte die Gesinnung seiner Söhne überprüfen lassen, weil sie seine Nachfolger sein würden, und es wurde ihm gesagt, daß sie beide rechtschaffen böse wären. Deshalb sollten die Schwerter die Gesinnung des Besitzers ändern. Erst als die Schwerter fertig waren und zufällig der gutgesinnte Schmied das andere Schwert in die Hand nahm, wodurch er sich plötzlich anders verhielt, weil sich seine Gesinnung geändert hatte, erkannte der König, was da für Schwerter geschaffen worden waren. Er wollte sie vernichten und erreichte durch eine List, daß der bösartig gesinnte Schmiedemeister das andere Schwert in die Hand nahm. Mit seiner, nun veränderten Gesinnung folgte er dem anderen Schmiedemeister, der das Reich verlassen hatte, um das bösartige Schwert, das er selbst geschmiedet hatte, zurückzuholen. Aber das gutartig gesinnte Schwert war sogar noch ein wenig stärker geworden, als das bösartige, und haßte sein Gegenstück noch mehr, als alles andere Böse, so daß er sich nicht wehren konnte, mit dem anderen Schmiedemeister zu kämpfen, als er ihn fand. Beide kamen dabei ums Leben. Die Schwerter wurden von zwei Abenteurern gefunden, denen es nicht besser erging. Die Leichen der beiden Schmiedemeister und der Abenteurer fanden die Zwerge später, als sie nachforschten, die beiden Schwerter aber waren verschwunden und tauchten erst einige Jahre später an der Schwertküste wieder auf. Seitdem wird vor diesen Schwertern gewarnt und die Legende der Schwerter erzählt, aber die Umstände ihrer Erschaffung gerieten in Vergessenheit. Trotz der Warnungen gab es gab immer wieder Ahnungslose, die diese Schwerter fanden und in Besitz nahmen, nur, um dann von ihnen beherrscht zu werden. Die letzten waren Sir Andrion und Salkar. Das Zwergenreich zerfiel einige Jahrzehnte später, als die beiden Söhne des Königs das Erbe antraten und sich zerstritten. Es wurde kurze Zeit später in einem Bürgerkrieg völlig zerstört. Genau dies hatte der alte König verhindern wollen."

Diese Legende zu hören war für uns alle sehr interessant, denn uns wurde klar, daß wir mit der gelungenen Trennung von nur einem der Besitzer von seinem Schwert und der Vernichtung des bösartigen Schwertes einen kleinen Sieg über das Böse erlangen konnten und eine Tat begangen hatten, die in die Geschichte eingehen würde, auch wenn man unsere Namen im Laufe der Zeit sicher vergessen würde...

Im Reich König Helburs gab es nicht nur sehr reiche Eisenerzadern, sondern auch ebenso reiche Rohdiamanten-Vorkommen. Ceathwyn dachte wie immer ans Geldverdienen und fragte, ob sie Rohdiamanten kaufen könnte. Der König sagte, daß die Diamanten nicht verkäuflich seien, da sie in seinem Reich geschliffen und erst danach verkauft werden würden. Wenn wir wollten, könnten wir uns aber selbst Rohdiamanten aus dem Fels hauen - gegen einen kleinen Gefallen versteht sich - bis der Moradin-Priester aus dem Nachbarreich kommen würde.

Ceathwyn ging zu Karotte um ihn zu fragen, ob er ihr zeigen könnte, wie man Rohedelsteine abbaut. Dort stellte sie fest, daß Galbar eine neue Rüstung, einen Plattenpanzer, trug, der sogar eine Namenssignatur (HB) von König Helbur trug. Galbar hatte sich bei König Helbur einen Plattenpanzer gekauft, während wir uns in der Zwergenstadt umgesehen hatten, und fühlte sich nun wesentlich wohler. Jetzt war er richtig stolz, denn er hatte den teuren Panzer von seinem eigenen Geld gerade noch bezahlen können, ohne sich von Karotte etwas leihen zu müssen.

Galbar hatte Bergbau richtig gelernt, und Karotte hatte als Kind auch ein wenig davon mitbekommen. Beide stimmten zu, Ceathwyn zu zeigen, wie man Rohdiamanten aus dem Fels schlägt, und konnten auch für sich selbst einige Rohdiamanten abbauen - Galbar natürlich am meisten, was seinen Geldbeutel füllte. Ceathwyn beabsichtigte, wenn wir wieder nach Hochmond kamen, Ralf, den Edelsteinschleifer, zu fragen, ob er sie bei Gewinnbeteiligung für sie schleifen würde.

Die Vernichtung des bösen „Schwertes entgegengesetzter Gesinnung"

17.9.871

Fast zwei Tage dauerte es, bis der Moradin-Priester eintraf, der dann mit einer uralten Zeremonie das bösartige Schwert mit der Truhe, in der es sich befand, in den Vulkan warf und somit endgültig vernichtete. Keiner von uns ließ es sich nehmen, dabei zu sein. Schließlich hatten wir das Schwert lange genug mit uns herumgetragen, um zu wissen, wie bösartig es war, und wir wollten alle sehen, wie es vernichtet wurde. Als die abschirmende Truhe vernichtet war, und die Lava das Schwert erreichte und schmolz, sahen wir einen blutroten hellen Schein aufblitzen, bevor es endgültig vernichtet war. Ohne die Zeremonie des Moradin-Priesters wäre es nicht geschmolzen, erklärte uns der Priester. Wir waren alle sehr froh, daß dieses Schwert nun vernichtet war.

Die Rückreise

König Helbur bat uns, als Gegenleistung für die Rohdiamanten eine Botschaft an den Herrscher von „Narbental" zu überbringen. Er wollte gerne Handelsbeziehungen zu den Talländern aufbauen und brauchte dafür die Erlaubnis des Herrschers von Narbental, in dem Hafen dort ein Kontor von einer befreundeten Handelsgesellschaft errichten zu lassen. Außerdem müßte dieser Hafen ausgebaut werden, damit auch größere Handelsschiffe dort anlegen könnten, und König Helbur würde sich daran beteiligen, wenn er das Kontor errichten lassen dürfte. Da keiner der Zwerge bereit war, eine so weite Reise auf sich zu nehmen - erst recht nicht über das Meer - und ein Botendienst an der „Weiten Küste" nicht existierte, hatte er bisher nicht die Möglichkeit gehabt, Kontakt zum Herrscher von Narbental aufzunehmen. Wir versprachen König Helbur gern, ihm diesen Gefallen zu tun, zumal das für uns sowieso kein Umweg war. Außerdem würden wir mal wieder an Tidfort vorbeikommen und könnten Fürst Elrohir, unseren Freund, dann besuchen.

18.9.871 - 23.9.871

Am nächsten Morgen reisten wir, nun endlich befreit von dem bösartigen Schwert, zurück nach Kurth. König Helbur hatte uns freundlicherweise eine Eskorte von zehn Zwergenkriegern mitgegeben, die sich erst kurz vor Kurth von uns wieder verabschiedeten, wo wir fünf Tage später ohne Zwischenfälle ankamen. Wir übernachteten angesichts der Taschendiebe nur eine Nacht in Kurth im Gasthof „Beluar’s Jagd". Am nächsten Morgen kauften wir uns Reitpferde und reisten weiter nach Süden, nach „Blanaer", einem Dorf, wo wir in der einzigen Taverne „Zum mächtigen Krieger" zu Abend aßen, aber mangels Zimmer im Freien übernachteten. Die Taverne hatte zwar keine Zimmer, aber es gab dort wirklich hervorragendes Essen.

Ein seltsamer Gastwirt

Der Gastwirt, Gerbudan, war offensichtlich selbst ein guter Kämpfer, aber er hinkte auch. Das war seltsam, weil es doch so gute Heilzauber gibt. Wir hatten auch nicht den Eindruck, als ob der Gastwirt die Taverne führte, weil er das Geld brauchte, daß er verdiente. Als wir ihn nach seinem Hinken fragten, erzählte er uns, daß er selbst mit einer Abenteurergruppe lange unterwegs gewesen war, bis sie auf diesen üblen Magier trafen. Der Magier hatte einen selbst entwickelten Zauber angewandt, in dessen Wirkungsbereich sich leider sein Bein befand. Der Magier hatte den Kampf nicht überlebt, und ohne das Wissen der Funktionsweise des Zaubers, konnte die Wirkung auch nicht aufgehoben werden. Da auch alle priesterlichen Heilzauber versagt hatten, hatte er diese Taverne aufgebaut, wo er immer durch die Händler, die hier durchkamen Neuigkeiten erfuhr. Die Händler schliefen sowieso lieber bei ihren Wagen, weshalb er keine Zimmer zum vermieten hatte. Der Magier seiner Gruppe forschte schon seit über zehn Jahren nach dem Zauber um einen Gegenzauber entwickeln zu können, hatte bisher aber keinen Erfolg. Die Gruppe selbst würde zur Zeit den großen Gletscher im Norden erforschen und erst in ungefähr einem Jahr zurück sein. Das war der seltsamste Gastwirt, den wir bisher kennengelernt hatten...

24.9.871 - 25.9.871

Am nächsten Morgen reisten wir weiter und erreichten zwei Tage später mittags „Thindlar", ebenfalls ein kleines Dorf, in dem es außer Bauern und einer kleinen Taverne nichts gab. Wir reisten gleich weiter und übernachteten gegen Abend in dem Ort „Hlintlar" in dem kleinen Gasthof „Zum Dorfkrug".

In Tantras

26.9.871

Nachdem wir noch einen weiteren Tag geritten waren, erreichten wir die große Hafenstadt „Tantras", unser vorläufiges Ziel, und mieteten uns im Gasthof „Zum Holzbein" ein. Ein gemütlicher, guter Gasthof, der uns am Stadttor zu recht empfohlen worden war. Wir verkauften unsere Pferde wieder, die wir nur für diese Reise angeschafft hatten - Galbar lief Ceathwyn zu langsam - aßen zu Abend und gingen dann schlafen. Von hier aus wollten wir dann über das Meer „Drachen-Griff" zur Stadt „Narbental", der Hauptstadt des Narbentals, mit unserem magischen Boot segeln.

18.12.1999

27.9.871 - 28.9.871

Am nächsten Tag kauften wir noch ein paar Vorräte für die Reise und sahen uns die Stadt an. Ceathwyn verkaufte ein paar Handelswaren, die sie in der Zentilfeste erworben hatte mit Gewinn. Tantras ist eine große Hafenstadt; mit 90.000 Einwohnern ist sie die größte Stadt an der „Weiten Küste". Die Atmosphäre dieser Stadt war fast so gut, wie in Suzail, und trotz der sehr gemischten Bevölkerung ließ es sich dort gut aushalten. Wir blieben trotzdem nur diesen einen Tag und reisten am nächsten Tag mit unserem eigenen magischen Boot weiter in Richtung Narbental, um die Botschaft von König Helbur zu überbringen.

Eine interessante Begegnung

Eigentlich hatten wir gehofft, schnell voranzukommen, denn der Wind stand günstig, aber schon nach zwei Stunden Fahrt gerieten wir in ein großes Tangfeld, so daß unsere Geschwindigkeit auf die Hälfte reduziert wurde. Vielleicht war das gar nicht so schlecht gewesen, denn am frühen Abend begegneten wir einem Ki-Rin. Diese sehr seltenen Luftwesen, die Ähnlichkeit mit Pferden haben und ohne Flügel fliegen, bekommt man wirklich nur mit sehr viel Glück zu sehen. Das Ki-Rin stellte sich mit dem Namen „Ti-Bel-Ra" vor und war gekommen, weil es von unseren vielen guten Taten gehört hatte. Es wohnte in den Bergen im Westen der „Weiten Küste", wo sich auch der Vulkan „Heldan" befand. Ti-Bel-Ra wollte uns für unsere guten Taten belohnen und schenkte jedem von uns einen magischen Gegenstand. Wir bedankten uns und freuten uns über diese unerwarteten Geschenke. Es war eine sehr interessante Begegnung, die ich wohl nie vergessen werde.

In dieser Nacht segelten wir weiter, wobei sich Fingas und Ceathwyn bei der Navigation ablösten. Fingas, der nachts navigierte, weil er es besser konnte, als Ceathwyn, mußte allerdings eine unfreiwillige zweistündige Pause einlegen, als Wolken am Himmel aufzogen. Erst am frühen Morgen konnte er die Sterne wieder sehen und weitersegeln. Zwei Stunden später weckte er Ceathwyn und legte sich sehr müde hin, um zu schlafen.

Der Piratenangriff

29.9.871

Am Abend dieses Tages sahen wir ein größeres Schiff, einen Dreimaster, seitlich vor uns, das gerade den Kurs änderte und auf uns zusegelte. Kurze Zeit später sahen wir anhand der schwarzen Flagge, daß es ein Piratenschiff war. Wir wollten keinen Kampf und versuchten alles um auszuweichen, aber dieses Schiff hatte Hilfsruder und holte uns trotz ungünstigerem Wind bald ein. Die Piraten fingen schon an, mit Pfeilen auf uns zu schießen, bevor sie in Schußreichweite waren, und als Reaktion darauf, schossen wir ebenso erfolglos zurück.

Als sie herangekommen waren, stellte sich heraus, daß die Piraten sehr gute Kämpfer waren, denn sie trafen uns sehr oft und verletzen uns schwer. Fingas zauberte seine stärksten Angriffszauber, und Ceathwyn warf einige der Perlen ihrer kostbaren Geschoßhalskette, die in Feuerbällen auf dem Piratenschiff explodierten, bevor wir die Piraten besiegen konnten. Während des Kampfes mußte ich Fingas einmal sehr schnell verbinden, denn er wurde so schwer verletzt, daß er in Ohnmacht fiel und sonst verblutet wäre. Ich heilte ihn soweit, daß er wieder zu sich kam und noch einen letzten Zauber aussprechen konnte, bevor der Kampf vorbei war.

Wir hatten Glück im Unglück, denn das Piratenschiff war zwar schwer beschädigt, aber gerade noch manövrierfähig, als der Kampf beendet war. Die paar angeheuerten Seeleute, die sich ausschließlich mit der Steuerung des Schiffes beschäftigt hatten, gaben auf, als der Anführer tot war, denn sie konnten alle nicht navigieren. Acht von ihnen hatten den Kampf überlebt und waren nun damit beschäftigt, die noch brennenden Feuer zu löschen. Sie gehörten nicht direkt zu den Piraten, sondern arbeiteten nur für sie, so daß Ceathwyn ihnen anbot, von nun an für uns zu arbeiten. Sie willigten ein und bekamen von Ceathwyn gleich für drei Monate im Voraus den Lohn.

Wir stiegen um auf das Piratenschiff und verkleinerten unser magisches Boot wieder. Danach ersetzten wir aus dem Bordbestand ein paar kleinere Segel und durchsuchten das Schiff. Wir fanden viele Platinmünzen, Edelsteine und auch ein paar Schriftrollen mit Magierzaubern, die Fingas und Rolf natürlich besonders interessierten. Wir sahen uns auch die Seekarten an, aber leider war darauf kein Hinweis auf die Insel des Piraten zu finden. Am nächsten Morgen begruben wir die toten Piraten im Meer und segelten mit diesem Schiff, der „Seemöve", dann weiter nach Narbental. Wir hatten Glück, denn der Wind frischte auf und war so günstig, daß wir am späten Abend den kleinen Hafen von Narbental erreichten.

In Narbental

30.9.871

Narbental war nicht sehr groß mit ca. 4.000 Einwohnern und hatte auch nur einen kleinen Fischerhafen und eine ebenso kleine Werft. Die wichtigsten Reparaturen an der „Seemöve" konnten dort nur notdürftig durchgeführt werden, aber immerhin konnte uns die Werft die benötigten neuen Segel fertigen. Der Werftmeister, Mani, gab allerdings an, daß es wohl drei Tage dauern würde, bis sie fertig waren. Wir müßten danach dann weitersegeln zur Stadt „Yhaunn", wo wir den Hauptmast und den Fockmast ersetzen lassen könnten. Er empfahl uns den Gasthof „Zur Languste", wo wir auch gemütliche Zimmer und ein gutes Abendessen vom Wirt, Jonny, bekamen.

31.9.871

Am nächsten Morgen meldeten wir uns beim Fürsten „Lashan von Narbental" an, um die Botschaft von König Helbur zu überreichen. Kurze Zeit später kam der Botenjunge mit der Antwort zurück: der Fürst erwartete uns am späten Vormittag. Ceathwyn maulte, weil sie ihr Kleid wieder anziehen mußte, um uns nicht zu blamieren, worüber ich mich wieder amüsierte :-) .

Als wir im Fürstenhof ankamen, trafen wir zu unserer Überraschung auch Elrohir, der sich dort zu Besuch befand. Wir freuten uns sehr, unseren Freund wiederzusehen und uns mit ihm unterhalten zu können. Fürst Lashan, ein älterer, kräftiger, sympathischer männlicher Mensch mit hellbraunen, schon leicht angegrauten Haaren, Vollbart und hellblauen Augen, konnte kaum glauben, daß wir die „Seemöve" besiegt hatten. Er erzählte uns, daß der Pirat „Ramor" mit seiner „Seemöve" schon seit fünf Jahren gesucht würde, den Kriegsschiffen von Yhaunn und Selgaunt aber aufgrund seiner Hilfsruder immer wieder entkommen wäre. Er sagte auch, daß die beiden Städte eine Belohnung für seine Vernichtung ausgesetzt hatten, Yhaunn 10.000 Goldmark und Selgaunt 20.000 Goldmark, weil Ramor mit seinen Schiffen den Seehandel sehr behinderte. Diese Belohnung wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und nach Yhaunn mußten wir sowieso wegen der Reparatur segeln.

Fürst Lashan sagte, er wolle am Nachmittag selbst zum Hafen gehen, um sich davon zu überzeugen, daß wir tatsächlich das gesuchte Schiff hatten. Er würde uns dann ein Schreiben geben, in dem er das bestätigte, damit wir die Belohnungen auch bekommen würden. Auch Elrohir und Edmund, der Hofmagier des Fürsten von Yhaunn, der sich auch zu Besuch dort befand, würden sich anschließen. Er riet uns außerdem, die „Seemöve" umzutaufen, weil wir sonst eventuell Probleme mit den Kriegsschiffen bekämen, die das Schiff immer noch suchten.

Fürst Lashan lud uns ein, zum Essen zu bleiben, und wir nahmen diese Einladung gern an. Während des Essens erfuhren wir, daß Fürst Lashan am nächsten Tag Geburtstag hatte, und sich deswegen so viele Gäste jetzt schon in seiner Burg aufhielten. Wir wurden auch eingeladen, an der Feier mit dem Ball teilzunehmen. Diese Einladung nahmen wir ebenfalls gerne an, wobei Ceathwyn seufzte, sie müsse sich ein neues Kleid dafür kaufen - und - schon wieder eins tragen :-) .

Nachdem alle im Hafen das Schiff gesehen hatten, überreichte uns Fürst Lashan die versprochene Bestätigung, die von den genannten Herren mit unterschrieben worden war. Er bat uns außerdem seine Antwort auf die Botschaft von König Helbur mit nach Yhaunn zu nehmen und sie mit einem Handelsschiff weiterzuschicken. Er war mit den Vorschlägen König Helbur einverstanden, denn dieser hatte ihm eine Beteiligung von 1.000.000 Goldmark für den Ausbau seines Hafens und die Erlaubnis zur Errichtung eines Kontors angeboten :-) . Ceathwyn gab dem Werftmeister noch den Auftrag, dem Schiff den neuen Namen „Silberdrache" zu geben (in silberner Schrift auf schwarzem Grund), als kleine Hommage an Seline. Am Abend versuchten Ceathwyn, Fingas und Rolf noch einmal, aus den Seekarten einen Hinweis auf den Standort der Insel des Piraten herauszulesen, allerdings mit mäßigem Erfolg. Sie fanden nur einen Hinweis auf das ungefähre Gebiet, in dem sich die Insel befinden müßte. Es war leider ein Gebiet, in dem sich sehr viele kleine Inseln befanden, von denen nur die größten verzeichnet waren. Spät am Abend gingen sie müde schlafen.

32.9.871

Am nächsten Tag gingen wir in unseren neuen Kleidern zum Ball, wo sich Ceathwyn nicht so sehr wohl fühlte. Die Fürstin „Aurelia von Eggental" hatte nur ein Geschenk geschickt, aber anscheinend freute sich Fürst Lashan sehr darüber. Es war ein sehr wertvoller Dolch.

Als Ceathwyn fragte, wieso gerade dieses Geschenk den Fürsten so freute, erhielt sie die Antwort, daß die Symbolik des Geschenkes ihn mehr freute, als sein Wert. Fürst Lashan versuchte seit zwei Jahren einen Freundschaftsvertrag mit Eggental abzuschließen, und dieses Geschenk würde eine Zusage sein, daß der Vertrag endlich von Eggental unterschrieben werden würde. Ceathwyn bot Edmund an, mit uns nach Yhaunn zu segeln, was er gerne annahm. Er würde sich mit uns am nächsten Morgen im Hafen treffen.

Elrohir bat uns noch um einen Gefallen. Er wünschte sich schon seit Jahren das magische „Handbuch der Schnelligkeit" und fragte, ob wir es für ihn suchen und ihm bringen könnten. Er hatte als Fürst so viel zu tun, daß er es nicht selbst suchen könnte. Ceathwyn versprach ihm, ihm das Buch zu bringen, falls wir es finden würden, denn schließlich war Elrohir ein guter Freund von uns, dem sie diese Bitte nicht abschlagen wollte. Er sagte uns dann, er habe als einzigen Hinweis bisher erfahren, daß sich irgendwo im Land Cormyr dieses Buch befinden sollte. Spät in der Nacht gingen wir zurück zu unserem Gasthof.

Die Belohnungen

33.9.871

Am nächsten Morgen gingen wir nochmal zur Burg, um uns von Elrohir und vom Fürsten Lashan zu verabschieden. Anschließend gingen wir zum Hafen und mit Edmund, der schon auf uns wartete, an Bord unseres Schiffes, das jetzt den Namen „Silberdrache" trug. Wir segelten ab in Richtung Yhaunn.

33.9.871 - 36.9.871

Am dritten Tag unserer bis dahin ereignislosen Reise begegneten wir abends einem großen Kriegsschiff, einem Viermaster, das offensichtlich aus Yhaunn kam. Wir verlangsamten unsere Geschwindigkeit, und das Schiff kam längsseits bis auf Rufweite heran. Es wurde gefragt, wer wir seien, und wir antworteten. Das Schiff hieß „Delphin". Der Kapitän des Schiffes, Kaman, wurde von Ceathwyn eingeladen, auf unser Schiff zu kommen und nahm die Einladung an.

Ceathwyn erzählte ihm, daß unser Schiff die ehemalige „Seemöve" sei und zeigte ihm das Schreiben mit der Bestätigung, Kapitän Kaman freute sich, daß der Pirat Ramor endlich aufgebracht worden war. Jetzt würden die Kriegsschiffe nur noch nach den letzten zwei Schiffen dieser Piraten suchen müssen, denn drei andere waren schon gefunden und vernichtet worden. Dann würden die Handelsrouten endlich wieder sicherer sein. Ceathwyn bot ihm an, die Seekarten des Schiffes zum kopieren im Hafen abzugeben, auch wenn darauf nur ein schwacher Hinweis auf das Gebiet zu finden war, wo sich die Pirateninsel befand. Kapitän Kaman war erfreut über das Angebot und sagte uns, wo wir die Karten hingeben könnten. Danach verabschiedeten wir uns wieder von ihm, und er ging wieder an Bord der „Delphin".

37.9.871 - 38.9.871

Zwei Tage später erreichten wir sehr spät abends den Hafen von Yhaunn, einer großen Hafenstadt mit ca. 100.000 Einwohnern, und ankerten über Nacht vor dem Hafen. Am nächsten Morgen segelten wir zu einer Anlegestelle und meldeten uns beim Hafenmeister an. Der Hafenmeister schickte uns dann einen Lotsen, der uns half, die „Silberdrache" in eine der beiden Werften zu steuern. Der Werftmeister nannte uns einen Preis von 14.000 Goldmark für die Überholung des Schiffes und die Erneuerung der zwei Masten. Für die Galionsfigur, die Ceathwyn zusätzlich bestellt, einen Drachen, berechnete er 2.000 Goldmark. Er sagte, es würde ca. 3-4 Monate dauern, bis die Masten und die Galionsfigur gefertigt und gesetzt waren. Er empfahl uns dann den Gasthof „Zum Seestern" für unseren Aufenthalt in der Stadt.

Edmund versprach, uns beim Fürsten „Hammadin II von Yhaunn" anzumelden, damit wir unsere Belohnung erhalten könnten. Wir kauften erst noch ein Geschenk für Pearl nachträglich zum Geburtstag und gingen dann zum Gasthof „Zum Seestern", mieteten dort gemütliche Zimmer und aßen zu Mittag. Kurz nach dem Essen erhielten wir eine Botschaft, daß Fürst Hammadin II uns am Nachmittag empfangen würde. Ceathwyn mußte schon wieder ein Kleid anziehen und das Schwert ablegen :-) . Sie brauchte auch wieder wie immer ca. zwei Stunden um ihre widerspenstigen Haare in eine Frisur zu bringen, mit der sie sich bei Hofe sehen lassen konnte.

Interessenkonflikte

Fürst Hammadin II war ein männlicher, jüngerer Mensch mit blonden Haaren, Vollbart, dunkelblauen Augen und sicher ein sehr guter Kämpfer. Er war vom „Rat der Fünf", einem Händlerrat, dem die ersten fünfundsiebzig Grundbesitzer von Yhaunn angehörten, vor drei Jahren auf Lebenszeit gewählt worden. Er empfing uns in kleinem Rahmen und händigte uns nach kurzer Unterhaltung die Belohnung für die Vernichtung des Piraten Ramor aus.

Als er erfuhr, daß wir nach Selgaunt weiterreisen wollten und dem Land Sembia auch durch Grundbesitz verpflichtet waren, bat er uns, eine Botschaft an den Fürsten von Selgaunt für ihn zu überbringen und uns dafür einzusetzen, daß Selgaunt seine Kriegsschiffe aus seinem Gebiet zurückzog. Er hatte schon vor einiger Zeit eine entsprechende Botschaft ohne Erfolg gesandt. Er hatte nichts dagegen, wenn die Selgaunter auch nach den Piraten suchen würden, aber sie sollten sich auf ihre eigenen Grenzen und Handelsrouten beschränken. Fürst Hammadin II war der Meinung, daß er sehr wohl die eigenen Seegebiete mit seinen Schiffen absuchen und schützen konnte. Auch wenn Yhaunn ebenfalls zu Sembia gehörte, schätzte er es nicht besonders, wenn sich die Kriegsschiffe aus Selgaunt nicht an die vereinbarten Stadtbereichsgrenzen hielten. Wir versprachen, die Botschaft zu überbringen und uns für ihn einzusetzen, weil es auch nicht im Interesse Selgaunts liegen konnte, sich gerade jetzt mit Yhaunn über Seerechte zu streiten, wo die Gewinne der großen Handelshäuser durch den - inzwischen beendeten - Handelskrieg mit Cormyr und die Störung des Seehandels durch die Piraten schon genug geschmälert worden waren.

Das Gespräch hatte sehr lange gedauert und wir wurden eingeladen, zum Abendessen zu bleiben. Wir nahmen diese Einladung an und verabschiedeten uns nach dem Essen von dem Fürsten, der uns die Botschaft an Selgaunt übergab.

Ceathwyn wollte noch auf die Suche nach einem Haus gehen, und wir sahen uns im Hafenviertel um. Nach ca. einer Stunde fanden wir ein gutes bürgerliches Haus, an dem „Zu verkaufen" stand. Ceathwyn klopfte an und erfuhr, daß der Besitzer noch wach und auch zu sprechen war. Der Händler, Limbar, dem das Haus gehörte, wollte nach Procampur ziehen und dort heiraten, wie er uns erzählte. Das Haus würde Ende des Monats frei werden. Ceathwyn und Limbar wurden schnell handelseinig, wobei Ceathwyn auch den Diener, das Hausmädchen und die Köchin übernahm. Ich beteiligte mich auch mit 1.000 Goldmark an dem Haus, immerhin einem Fünftel meines Vermögens :-) .

Anschließend ging ich zum Gasthof zurück, während Ceathwyn, sich nach Kontakten zur Diebesgilde umsehen wollte. Limbar hatte ihr gesagt, daß sie vielleicht in dem Spiellokal „Glücksrad" Erfolg haben könnte. Er wußte es nicht genau, denn die Diebesgilde schickte immer einmal im Jahr jemanden zu ihm, wenn das Schutzgeld gegen Diebstahl fällig war. Wir konnten aber darauf nicht warten, also ging Ceathwyn ins Spiellokal, wohin ich auf keinen Fall mitgehen wollte. Ceathwyn erzählte später, daß sie Erfolg gehabt hatte und uns einen Einbruchsschutz für ein Jahr für 500 Goldmark erkauft beim "Schwarzen Schatten" hatte. Was für Namen diese Diebe immer tragen - tz, tz, tz :-) .

39.9.871

Am nächsten Morgen mieteten wir Pferde für die Reise nach Selgaunt. Danach ging Ceathwyn nochmal in den Tymora-Tempel und fragte, ob Harfner in der Stadt seien. Sie bekam die Auskunft, es wären sechs Harfner in der Stadt, die in den Lokalen „Zur grünen Seeschlange", „Zum Einbeinigen Seemann" und „Zum Betrunkenen Seemann" zu finden waren. Ceathwyn war daraufhin zwei Stunden unterwegs, um Nachrichten auszutauschen. Für sie war es eine Tortur - Seeleute singen so schlecht :-) , aber sie erfuhr dabei, wie sehr wir die Zentarim geärgert hatten. Wir würden Manshoon als neuen Erzfeind gewonnen haben, wenn er herausfand, wer die Mine der Zentarim zerstört hatte, denn bis jetzt wußten sie noch nicht, daß wir es gewesen waren. Kurz vorm Mittag ritten wir los in Richtung Selgaunt.

5.10.871

Nach einer ereignislosen Reise erreichten wir Selgaunt sieben Tage später am Vormittag und stellten die Pferde und unser Gepäck in unserem Haus unter. Ceathwyn ging auch hier in den Tymora-Tempel und fragte wieder, ob Harfner in der Stadt seien. Hier wurde ihr gesagt, daß sie die drei Harfner, die sich zur Zeit in der Stadt befanden im Lokal „Zum springenden Delphin" finden würde. Das Lokal war eine Taverne für Schiffsoffiziere und etwas ruhiger, als typische Seemannskneipen, aber Ceathwyn konnte nicht feststellen, daß die Musik hier besser klang, als in anderen Seemannskneipen. Diese drei Harfner kamen von der Schwertküste. Sie wußten allerdings nichts neues über die Dunkelburg, außer daß es für den Zutritt zum Zentralgebäude notwendig war, den „Siegelring der Zentarim" zu tragen, der durch Magie leicht leuchtete, wenn ihn sein rechtmäßiger Besitzer trug. Nachdem Ceathwyn zurückgekommen war, gingen wir zur Kaserne um Raithsporn, den Anführer der „Ritter von Selgaunt", zu sprechen, aber er war leider nicht da. Der Soldat sagte, er würde im Laufe des nächsten Tages zurückerwartet. Wir gingen zurück zu unserem Haus und übernachteten dort.

6.10.871

Schon früh am Nächsten Morgen gingen wir wieder zur Kaserne, weil Ceathwyn sehr ungeduldig war, mit Raithsporn zu sprechen, aber leider war er immer noch nicht wieder zurück. Als wir am Nachmittag wieder hingingen, und Ceathwyn gerade fragen wollte, ob Raithsporn nun zurückgekommen sei, hörten wir hinter uns Pferde kommen. Wir drehten uns um und sahen die beeindruckende Gestalt von Raithsporn, dem Anführer der „Ritter von Selgaunt". Er war ein großer, kräftiger Mensch, der in voller Rüstung auf einem schönen, schwarzen schweren Streitroß ritt und eine Patrouille von zwanzig Soldaten anführte, die teilweise verletzt waren. Auch Raithsporn’s Rüstung sah staubig aus und war blutbefleckt. Er hielt bei uns an, und Ceathwyn fragte ihn, ob sie ihn kurz sprechen könnte. Er antwortete, daß er sie in einer halben Stunde erwarten würde, weil er sich erst säubern wollte. Auf den Zustand der Patrouille hin angesprochen sagte er, daß sie mit sehr vielen Ogern gekämpft hatten und ritt dann weiter.

Wir warteten eine halbe Stunde, während der ich die am schlimmsten verletzten Soldaten heilte, und gingen dann ins Büro von Raithsporn. Man konnte ihm nicht ansehen, daß er gerade von einem schweren Kampf zurückgekommen war. Er saß sauber hinter seinem Schreibtisch und bot uns an, uns zu setzen. Jetzt, wo er keinen Helm trug, sahen wir, daß er volle, schwarze Haare und graue Augen hatte. Er trug keinen Bart.

Raithsporn las die Botschaft des Fürsten von Yhaunn, die Ceathwyn ihm zeigte und sagte, das sei bestimmt nicht die erste Botschaft dieser Art, denn so unfreundlich wäre der Fürst von Yhaunn sonst nicht. Als wir ihm das bestätigten, sagte Raithsporn, er würde dafür sorgen, daß die Kriegsschiffe wieder, wie vorgesehen, nur die eigenen Seegebiete und Handelsrouten kontrollieren würden. Er war auch sehr erfreut, daß der Pirat Ramor endlich vernichtet war, und würde die Kriegsschiffe anweisen, verstärkt das Gebiet mit den Inseln abzusuchen, in dem wir die Insel Ramor's vermuteten. Er würde uns auch beim Fürsten anmelden, damit wir ihm die Botschaft offiziell überreichen und die Belohnung erhalten könnten. Raithsporn würde uns dann eine Nachricht in unser Haus schicken.

Das Abendessen beim Fürsten von Sembia und Selgaunt

6.10.871

Wir waren kaum wieder in unserem Haus, als auch schon ein Bote mit der Nachricht kam, daß der Fürst von Selgaunt und Sembia, der „Hulorn" Andeth Ichammer, uns zum Abendessen erwartete. Wieder einmal mußte Ceathwyn sich in ein Kleid zwängen und brauchte sehr lange für ihre Frisur. Als Folge kamen wir ein paar Minuten zu spät, und Fürst Andeth war schon am Essen. Am Ende einer langen Tafel waren noch einige Plätze für uns frei, und auch Raithsporn saß dort. Der ganze Palast gefiel uns nicht, denn er war überladen mit Statuen und Schmuck.

Fürst Andeth war ein unglaublich fetter Mensch mit blondem, leicht angegrautem Haar und wässrigblauen Augen. Er trug keinen Bart. Er sprach in einer sehr hohen Tonlage, sehr monoton und redete so viel, daß dieses Abendessen eine Strafe hätte sein können. Raithsporn, der in unserer Nähe saß, sagte uns, jetzt sei die einzige Möglichkeit, die Botschaft zu überreichen und die Belohnung zu erhalten, weil sich der Fürst nur selten unter vier Augen sprechen ließ. Wir erzählten von der Vernichtung des Piraten Ramor und zeigten das Schreiben vor, das wir von Fürst Hammadin II erhalten hatten. Schließlich bekamen wir - nach dreimaliger Bitte (der Fürst tat so, als habe er uns nicht verstanden) - die versprochene Belohnung ausgezahlt. Anschließend überreichten wir die Botschaft von Fürst Hammadin II. Fürst Andeth las sie und vergaß anscheinend alles um sich herum, denn er regte sich furchtbar auf und sagte Dinge, die man normalerweise nicht an einer Tafel über den Nachbarfürsten sagt. Als er sich langsam wieder beruhigte, schien es, als ob ihm erst jetzt wieder bewußt würde, wo er sich befand. Er schwieg für mehrere Minuten – welch eine Erholung für unsere Ohren :-) ! Raithsporn sagte zu uns, daß er nun nach dem Essen allein mit dem Fürsten sprechen könnte, weil er ihm helfen mußte, dieses Verhalten zu entschuldigen. Bei dieser Gelegenheit würde er ihn von einem Abzug der Kriegsschiffe überzeugen können.

Das Essen dauerte für mein Gefühl sehr lange, denn ich wäre am liebsten nach fünf Minuten schon wieder gegangen, aber es wurde schließlich doch beendet. Raithsporn winkte uns nach dem Essen nochmal kurz zur Seite und fragte, ob wir nach Yhaunn wieder zurückreisen würden. Wir bestätigten das. Daraufhin bat er uns, dem Fürsten Hammadin II mündlich zu übermitteln, daß er bei ähnlichen Zwischenfällen besser gleich eine Nachricht an ihn selbst schicken sollte und nicht an den Fürsten. Wir versprachen dies auszurichten. Raithsporn sagte er müßte jetzt mit dem Fürsten Andeth sprechen und verabschiedete sich von uns. Wir gingen zurück zu unserem Haus und reisten am nächsten Morgen wieder ab in Richtung Yhaunn.

Weiterreise

7.10.871 - 13.10.871 EZ

Auch diesmal war die Reise ruhig, und wir kamen sieben Tage später am Vormittag wieder in Yhaunn an. Wir gaben die Pferde zurück und mieteten uns wieder Zimmer im Gasthof „Zum Seestern", weil unser Haus noch nicht frei war. Als wir uns im Palast anmeldeten, hatten wir Glück, denn Fürst Hammadin II hatte zwar wenig Zeit, aber er lud uns zum Mittagessen ein. Bei diesem Essen richteten wir die mündliche Botschaft von Raithsporn, dem Anführer der „Ritter von Selgaunt", aus. Der Fürst sah uns leicht ungläubig an. Aber wir konnten bestätigen, daß Raithsporn tatsächlich die Macht hatte, den Fürsten dazu zu bringen seine Entscheidungen rückgängig zu machen, wenn sie falsch waren. Fürst Hammadin II bedankte sich für diese Nachricht und sagte, er würde es in Zukunft so halten. Erstmal war er zufrieden, wenn sich die Kriegsschiffe von Selgaunt in ihre eigenen Bereiche zurückzogen.

Nach dem Essen gingen wir zurück zum Gasthaus, wo Ceathwyn ihr Kleid wieder einmal weit von sich warf, in der Hoffnung, es so schnell nicht wieder anziehen zu müssen, und ihre normale Kleidung wieder anzog und ihr Schwert wieder an sich nahm.

Da die Schiffsreparatur noch ca. zweieinhalb bis dreieinhalb Monate dauern würde, wollten wir als zuerst unsere Pferde in Ulmwald wieder abholen. Wir wollten über Narbental und Eggental reisen und danach durch den Cormanthor, um bei dieser Gelegenheit endlich mal unseren eigenen König, Ragantil, in der Elfenstadt „Elfenhof" kennenzulernen, von dessen Weisheit wir schon so viel gehört hatten.

08.01.2000

14.10.871 EZ - 18.10.871 EZ

Früh morgens am nächsten Tag reisten wir mit unserem magischen Boot an der Küste des „Drachen-Griff"-Meeres entlang nach Narbental, wo wir vier Tage später abends ankamen. Wir mieteten uns wieder Zimmer im Gasthof „Zur Languste". Am nächsten Morgen gingen wir zum Stall von Fürst Lashan, der uns versprochen hatte, uns für die Reise nach Ulmwald Pferde zu leihen. Der Stallknecht war informiert und übergab uns bereitwillig einige gute Reitpferde und zwei Ponys (für Galbar und mich).

19.10.871 EZ

Bis Eggental ritten wir nur zwei Tage und fanden dort abends bei unserer Ankunft einen guten kleinen Gasthof, „Zum kleinen Wal", wo wir beim Wirt, Ium, günstig Zimmer für die Übernachtung mieteten.

Eggental war mit ca. 3.500 Einwohnern ungefähr genauso groß, wie Narbental. Wir schickten vom Gasthof aus eine Botschaft zur Fürstin „Aurelia von Eggental" mit der Information, daß wir uns in der Stadt aufhielten. Wir hatten in jeder anderen Stadt mit den Fürsten gesprochen und wollten nicht, daß sich die Fürstin von Eggental durch eine Mißachtung unsererseits zurückgesetzt fühlte. Am nächsten Morgen kam tatsächlich sehr früh eine Antwort, daß die Fürstin mit uns frühstücken wollte, um uns kennenzulernen. Anscheinend wurde inzwischen doch sehr viel über unsere Gruppe erzählt, was vorteilhaft sein konnte, aber auch Nachteile hatte. Unsere Gruppe wurde immer bekannter, und wir hatten einige mächtige Feinde, die nach uns suchten.

20.10.871 EZ

Nachdem Ceathwyn endlich ihre Haare frisiert hatte, gingen wir zur Burg der Fürstin. Wir wurden schon erwartet und auch sofort in den Speiseraum geführt. Die Fürstin Aurelia von Eggental war eine sehr schöne, große Menschenfrau mit dunkelblonden Haaren und dunkelblauen Augen. Sie wirkte sehr selbstsicher und war sicher auch eine gute Kämpferin. Als sie im Gespräch mit uns erfuhr, daß wir auch auf der Geburtstagsfeier des Fürsten Lashan von Narbental gewesen waren, fragte sie interessiert, wie der Fürst ihr Geschenk aufgenommen hatte. Wir erzählten ihr, daß er sich sehr über den Dolch gefreut hätte, vor allem, über seine symbolische Bedeutung. Sie war anscheinend sehr zufrieden, zu hören, daß ihre indirekte Botschaft angekommen war. Sie hatte selbst nicht zu der Feier gehen können, weil die Angriffe der Orks auf die Bauernhöfe in der Umgebung zur Zeit überhand nahmen. Die Fürstin Aurelia warnte uns, daß wir bis zum Waldrand des Cormanthor ständig mit solchen Angriffen zu rechnen hätten.

Nach dem Frühstück verabschiedeten wir uns von der Fürstin und gingen wieder zu dem Gasthof. Die Unterhaltung mit der Fürstin Aurelia hatte so lange gedauert, daß wir beschlossen, uns in der Stadt noch ein wenig umzusehen und erst am nächsten Tag weiterzureisen.

21.10.871 EZ - 22.10.871 EZ

Schon früh am nächsten Morgen reisten wir weiter zur Stadt „Elfenhof", unserem nächsten Ziel. An diesem Tag passierte nichts ungewöhnliches und wir fanden am Abend auch einen guten Rastplatz. Während der letzten Wache dieser Nacht, die Ceathwyn, Rolf und ich hatten, wurden wir dann im Morgengrauen von einigen Orks angegriffen, die mit Hobgoblins zusammenarbeiteten. Während uns die Orks in einen Nahkampf verwickelten, schossen die Hobgoblins mit Pfeilen aus guter Deckung heraus auf uns und verletzten Isa und Rolf schwer. Es war ein langer, harter Kampf, aber schließlich besiegten wir unsere Feinde. Nachdem wir die Waffen unserer Gegner und ihre Goldstücke eingesammelt hatten, und ich die Wunden meiner Gefährten geheilt hatte, reisten wir weiter.

Am Nachmittag begegnete uns eine Patrouille aus Eggental. Einige der Gardisten waren verletzt, denn auch sie hatten mit Orks und Hobgoblins gekämpft. Wir fragten sie, ob wir ihnen helfen könnten. Ihnen waren die Heiltränke ausgegangen, und sie waren sehr dankbar, als sie von jedem von uns ein paar Heiltränke geschenkt bekamen. Die Schwerverletzten tranken sie auch sofort. Wir ließen noch Grüße von uns an die Fürstin ausrichten und verabschiedeten uns danach von den Gardisten. Am Abend erreichten wir dann den Rand des Elfenreiches Cormanthor. Wir fanden wieder einen guten Platz zum übernachten, und in dieser Nacht erfolgte kein weiterer Angriff.

23.10.871 EZ - 26.10.871 EZ

Am Morgen reisten wir weiter in den Wald hinein. Ungefähr eine Stunde später wurden wir von einem Elfen aufgehalten, der uns fragte, was wir im Elfenreich wollten. Wir sagten, wir wollten zum Elfenhof, um mit König Ragantil zu sprechen und fragten nach dem Weg. Erst als Ceathwyn und ich für unsere Gefährten bürgten, durften wir weiterreisen. Die Reise zum Elfenhof in den nächsten Tagen verlief ruhig, obwohl ich mir sicher war, daß wir ständig beobachtet wurden, auch wenn wir keine Elfen mehr sahen.

Vier Tage später erreichten wir am frühen Abend die große Elfenstadt „Elfenhof".

In Elfenhof

26.10.871 EZ

Elfenhof befand sich mitten in dem großen Wald Cormanthor. Die Stadt zog sich über ein weites Gebiet, denn Elfen mochten nicht so eng beieinander leben, wie die Menschen. Die aus Pflanzen bestehenden, mit Hilfe von Zaubern gewachsenen, Elfenhäuser standen unauffällig zwischen den Bäumen, und die Wege zwischen ihnen waren sehr schmal und kaum erkennbar.

Bei den ersten Häusern von Elfenhof fragten wir eine Elfe nach dem Weg zu Ranagtil‘s Haus und zum Corellon-Tempel. Sie beschrieb uns den Weg zu diesen Häusern, die relativ dicht nebeneinander standen. Zu unserer Überraschung stand nicht weit von diesen beiden Häusern auch ein großes, aus weißem Stein erbautes Gebäude, an dem die Wappen vieler Länder und Städte der Talländer zu sehen waren. Ceathwyn und ich gingen in den Corellon-Tempel um zu beten. Hier erfuhren wir von einem Priester, daß Ragantil selbst das Steingebäude für die Botschafter der Menschen vor über 250 Jahren erbaut hatte, weil sie sich in den Elfenhäusern nicht wohl fühlten.

Karotte und Galbar gingen in das Botschaftsgebäude, wo Galbar ein Gästezimmer bekam. Karotte wollte lieber in einem Elfenhaus wohnen und fragte nach einem Gästehaus für uns alle. Er wurde an den Verwalter der Gästehäuser außerhalb des Botschaftsgebäudes verwiesen.

Gerade als er in Richtung des Seitenausgangs ging, der ihm gezeigt worden war, begegnete ihm ein Paladin, der große Ähnlichkeit mit ihm hatte. Karotte hatte fast das Gefühl in einen Spiegel zu sehen. Der Paladin war ebenfalls verblüfft und fragte Karotte, ob er vielleicht als Findelkind aufgewachsen wäre. Karotte bestätigte das. Daraufhin stellte sich der Paladin mit dem Namen „Renard von Marliir von Arabel" vor und sagte, er wäre Karotte‘s Bruder. Er sagte, daß Karottes Familie ihn seit dem Überfall suchte, bei dem er vor Jahren als Baby verschwunden war. Er war sehr froh, seinen Bruder gefunden zu haben. Renard war nämlich auch nur für kurze Zeit hier, um seinem Cousin, Soran von Marliir, der hier Botschafter war, Nachrichten von der Familie zu bringen.

Ceathwyn und ich kamen gerade aus dem Tempel in das Botschaftsgebäude, um Karotte zu suchen, als er noch im Gespräch mit seinem Bruder war. Ceathwyn sprach im ersten Moment versehentlich Renard an, weil sie ihn mit Karotte verwechselte. Erst nach ein paar Sekunden viel ihr auf, daß Renard etwas älter aussah, als Karotte. Wir waren verblüfft über die Ähnlichkeit zwischen den beiden Brüdern. Ceathwyn lud Renard ein, mit Soran am nächsten Abend zu uns zum Abendessen zu kommen. Er nahm die Einladung gerne an. Wir gingen dann gemeinsam zum Verwalter der Gästehäuser, der uns ein schönes großes Elfenhaus für unseren Aufenthalt zur Verfügung stellte. Karotte war immer noch so verblüfft, daß er kaum noch ein Wort sagte.

Wir gingen anschließend zu Ragantil, in dem wir einen sehr unkomplizierten König kennenlernten, der Bildhauer war und gerade an einer wunderschönen Statue, einer Elfe aus weißem Marmor, arbeitete. Wir sprachen ihn an, und obwohl er uns sehr unformell antwortete, konnte ich doch die große Selbstsicherheit und Weisheit in seinen hellgrünen Augen sehen. Wir würden einen großartigen König verlieren, wenn er in 50 Jahren nach Immerdar ging. Meine Gefährten bewunderten auch die anderen Statuen, die in seiner Werkstatt standen, denn sie waren alle hervorragend gearbeitet und wirkten lebensecht. König Ragantil sah, wie sehr einige meiner Gefährten seine kleinen Tierstauen bewunderten und schenkte sie ihnen. Sogar Galbar hatte sich in ein kleines, braunes Wiesel verliebt und war sehr dankbar, als er es geschenkt bekam. Wir wurden eingeladen, zum Abendessen zu kommen, wenn wir wollten. Allerdings war es zum Ärger von Ceathwyn das monatliche offizielle Abendessen, so daß sie entgegen ihren Erwartungen auch in der Elfenstadt ein Kleid anziehen mußte :-) .

Alle Botschafter waren bei diesem Essen anwesend, auch Soran, der Cousin von Karotte. Er hatte zwar auch ein wenig Ähnlichkeit mit ihm, aber er hatte dunkelbraune Haare und graue Augen. Neben König Ragantil standen seine Leibwachen, unter denen sich auch eine Halbelfe befand, die die Zeichen von Corellon und Helm trug und sehr grimmig dreinschaute. Als Ceathwyn sie nach ihrem Namen fragte, sagte sie abweisend, sie würde Thylara heißen. Ceathwyn erwähnte, daß sie nicht gern Kleider trug, woraufhin es leicht um Thylara’s Mundwinkel zuckte, aber sonst war ihr keine Gefühlsregung anzusehen. Die anderen Leibwachen waren Aregan, der Neffe von Ragantil, seine Frau Khedara, eine ebenfalls sehr ernst aussehende Waldläuferin und Ragantil‘s Tochter Kamiana, die Anführerin der Einhornreiterinnen von Elfenhof. Ceathwyn fragte später Ragantil, warum sich unter seinen Leibwachen eine Halbelfe befand und bekam die Antwort, daß Thylara seine Nichte war, die sich nach vielen Abenteuern hier zur Ruhe gesetzt hatte. Nach dem Essen gingen wir müde in unserem Gästehaus schlafen.

27.10.871 EZ

Am folgenden Tag sahen wir uns in dieser beeindruckenden Elfenstadt noch ein wenig um, und Pearl kaufte cremefarbenen Stoff, schwarzes Leder und eine Schwertscheide für ein Kleid, das sie für Ceathwyn nähen wollte. Sie ließ sich von Jasmine die Maße geben und fing sofort an, an dem Kleid zu nähen.

Am Abend kamen Renard und Soran wie verabredet zum Abendessen zu uns, und Ceathwyn bot von unseren Halblingsspezialitäten an, die wir in Suzail eingekauft hatten. Bei dieser Gelegenheit lernte Karotte seine neuen Verwandten etwas besser kennen und erfuhr auch, daß sein Geburtsname „Bagert von Marliir von Arabel" war. Renard wollte ebenfalls in ein paar Tagen wieder nach Hause reisen und war einverstanden, sich uns anzuschließen. Es war ein gemütliches Abendessen, obwohl sich Karotte immer noch nicht ganz damit abfinden konnte, außer seiner Zwergenfamilie, jetzt auch noch eine menschliche Familie zu haben.

28.10.871 EZ - 30.10.871 EZ

Am nächsten Morgen gingen Fingas und Rolf zum Magier von Elfenhof, Eregon Holunderbeere, von dem sie einiges lernen wollten. Eregon war gerade dabei magische Tränke herzustellen, als sie ankamen, erklärte sich aber bereit, jedem von ihnen einen Zauber beizubringen. Sie blieben zwei Tage dort, und Fingas konnte sogar zwei magische Tränke von Eregon kaufen. Als sie wieder zurückgekommen waren, reisten wir am nächsten Morgen in Begleitung von Renard weiter nach Ulmwald.

Ein Wiedersehen mit der „Silverstar"

33.10.871 EZ

Vier Tage später kamen wir abends in Ulmwald an und sahen im Hafen die „Silverstar" liegen. Wir gingen zu Kapitän Gordon und fragten, wann er wieder nach Fernberg fahren würde. Er sagte, er würde am nächsten morgen ablegen. Er war einverstanden uns mitzunehmen. Wir holten unsere Pferde bei dem Bauern ab und verluden sie. Danach holten wir unserer zurückgelassenen Sachen aus dem Tymora-Tempel und hinterließen dem Priester dort eine großzügige Spende. Anschließend kauften wir noch zwei Fässer Zwergenbier und gingen noch in der Nacht an Bord der „Silverstar". Kapitän Gordon und seine Mannschaft bedankten sich für das Bier und stießen mit uns auf unser Wiedersehen an. Sie freuten sich natürlich auch, den „mächtigen Riesenseeschlangentöter" Fingas wiederzusehen, der sich diesmal nicht unsichtbar gemacht hatte :-) .

34.10.871 EZ

Am nächsten Morgen legte die „Silverstar" im Morgengrauen ab und segelte mit uns nach Fernberg. Am ersten Abend ankerten wir in der Nähe der „Glocken der Tiefe", von denen jetzt ein Lichtschein kam, seit Fingas „Dauerhaftes Licht" darauf gezaubert hatte. Jetzt waren sie noch unheimlicher, als vorher. Ceathwyn flog auf ihrem fliegenden Teppich neugierig hinüber, konnte aber auch nicht mehr sehen, als Fingas vorher. Auch sie sah nur die Spitze eines Festungsturms mit sechs Glocken darin, die diesmal nicht läuteten, weil Mitternacht schon vorbei war.

35.10.871 EZ - 36.10.871 EZ

Am nächsten Morgen segelten wir weiter. Da uns diesmal keine Riesenseeschlangen angriffen, hatten wir eine ruhige Reise und erreichten zwei Tage später den Hafen von Fernberg. Wir verabschiedeten uns von Kapitän Gordon und mieteten uns wieder Zimmer im Gasthof „Zur Sonne", wo wir bisher in Fernberg immer gut übernachtet hatten. Pearl schenkte Ceathwyn an diesem Abend das Kleid, das sie jetzt fertig genäht hatte. Zuerst war Ceathwyn gar nicht begeistert von dem Geschenk, aber als Pearl ihr zeigte, daß sich unter den vielen Rüschen verborgen die Schwertscheide befand, so daß Ceathwyn trotz Kleid ein Schwert tragen konnte, bedankte sie sich herzlich bei ihr.

Eine frohe Botschaft

37.10.871 EZ - 3.11.871 EZ

Wir blieben nur eine Nacht in Fernberg und reisten am nächsten Morgen weiter nach Ashabafurth, wo wir sieben Tage später eintrafen. Auch hier wohnten wir wieder im Gasthof „Zum schwarzen Bären", wo der Wirt, Lufan, uns schon erwartete, weil er eine Botschaft für uns hatte. Ich hatte vor ein paar Monaten, nachdem Ceathwyn und ich darüber gesprochen hatten, eine Botschaft an Omar geschickt und ihn gefragt, ob er Interesse hätte, eine Söldnertruppe in Hochmond für uns zu führen, die unseren Besitz dort bewachen sollte. Nun war Omar’s Antwort eingetroffen und uns von Hochmond aus hierher geschickt worden. Omar schrieb, daß er gerne diese Aufgabe übernehmen würde, und ließ auch liebe Grüße an Jasmine und Pearl :-) ausrichten. Er würde drei Monate nach dieser Botschaft eintreffen. Jasmine und Pearl freuten sich sehr darüber.

Auch drei unserer Söldner erwarteten uns in Begleitung von Doran, einem der Wächter, die damals mit Ceathwyn in der Rabenzitadelle gewesen waren. Karotte hatte sie herbestellt, damit sie unsere Geschenke von König Ragantil sicher nach Hochmond bringen konnten. Es war schön, Doran einmal wiederzusehen, der auf dem Weg zur Rabenzitadelle Ceathwyn’s größte Stütze gewesen war. Wir gaben den Söldnern unsere Geschenke, mit denen sie am nächsten Morgen mit dem Boot wieder zurück nach Hochmond fuhren.

4.11.871 EZ - 5.11.871 EZ

Auch wir reisten am Nächsten Morgen weiter in Richtung Sendar, wo Ceathwyn ihren Patensohn besuchen wollte. Am Abend kamen wir dort an und konnten uns davon überzeugen, wie gut es dem kleinen Rudolf ging. Wir blieben nur eine Nacht dort und reisten am Morgen danach weiter in Richtung Arabel, wo Ceathwyn Karotte‘s Familie gerne kennenlernen wollte.

Eine unerfreuliche Botschaft

12.11.871 EZ - 13.11.871 EZ

Acht Tage später kamen wir in Tilverton an, wo wir uns wieder Zimmer im Gasthof „Zum goldenen Adler" mieteten, in dem wir schon öfter übernachtet hatten. Am nächsten Morgen erhielt Renard eine dringende Botschaft. Er las sie, und sein Gesichtsausdruck wurde immer besorgter. Er sagte uns dann, daß er schnellstens nach Hause reiten müsse, und nicht mehr auf unser Reisetempo Rücksicht nehmen könnte. Er würde vorausreiten und uns dann in Arabel wiedersehen. Als Ceathwyn ihn fragte, was passiert sei, erzählte er, daß der kleine Sohn des Verwalters der Familie seit ein paar Tagen verschwunden war, und er bei der Suche helfen müßte. Ceathwyn versprach ihm, daß wir so schnell, wie möglich nachkommen würden. Wir reisten dann ebenfalls sofort nach dem Frühstück ab.

In Arabel

18.11.871 EZ

Sechs Tage später kamen wir am frühen Abend in Arabel an und erkundigten uns nach dem Familiensitz der Familie Marliir. Der Torwächter beschrieb uns den Weg. Als wir dort ankamen, erfuhren wir, daß der kleine Sohn des Verwalters, Jano, immer noch nicht gefunden worden war. Obwohl wir uns beeilt hatten, war Renard vor zwei Tagen angekommen und hatte bei der Suche geholfen. Es fehlten auch nur noch wenige Gebiete, die noch nicht abgesucht waren. Unser Angebot, bei der Suche zu helfen, wurde gerne angenommen, denn dann bestand die Chance, den Jungen noch am nächsten Tag zu finden, der sich irgendwo auf den Ländereien der Familie außerhalb der Stadt befinden mußte.

Wir wurden eingeladen, als Gäste in dem Haus der Familie Marliir zu bleiben, was wir gerne annahmen. An diesem Abend freundete sich Ceathwyn mit der Kusine von Karotte, Sajana, an. Sajana war eine junge, gute Kämpferin, die anscheinend bei Hof etwas zu oft aussprach, was sie dachte. Sie beschwerte sich, daß sie in dieser Hofsaison leider wieder einmal zu Hause bleiben mußte. Karotte’s Onkel, Rahun, und seine Tante, Catera, saßen dabei und schmunzelten nur, als sie der Unterhaltung zwischen Ceathwyn und Sajana zuhörten. Spät am Abend gingen wir dann schlafen.

19.11.871 EZ

Am nächsten Morgen ritten wir zusammen mit Sajana und Rahun auf die Ländereien der Familie Marliir, um einen weiteren Abschnitt nach Jano abzusuchen. Am Nachmittag hörten wir tatsächlich auf unsere Rufe eine Antwort aus einem großen Felsen. Anfangs konnten wir aber keinen Eingang sehen. Ceathwyn beschloß dann, den Felsen von außen Stück für Stück abzutasten. Nach einer halben Stunde griff sie dann plötzlich durch den Fels durch und war halb drin und halb draußen. In dem Felsen war eine Höhle. Der Höhleneingang war durch eine Illusion geschützt worden, die nun allerdings unwirksam geworden war. Wir alle sahen jetzt den Höhleneingang. In der Höhle saß Jano, der nicht wieder herausgefunden hatte. Er erzählte, er habe sich gegen den Felsen gelehnt und sei dann plötzlich in dieser Höhle ohne Ausgang gewesen. Er war sehr froh, jetzt wieder nach Hause zu können.

Ceathwyn ging noch einmal in die Höhle, um sie sich näher anzusehen, denn für eine solche Sicherung mußte es einen Grund geben. Sie fand eine geheime Falltür und öffnete sie. Dabei wurde sie durch eine Falle, die sie ausgelöst hatte verletzt. Ich heilte sie. Sie ärgerte sich, über sich selber, weil sie nicht nach Fallen gesucht hatte, und über denjenigen, der die Falle gebaut hatte. Unter der Falltür befand sich eine Treppe, die nach unten führte. Anscheinend war hier gut versteckt der Eingang in die Unterreiche, den die Cormyrer schon länger suchten, wie uns Rahun sagte. Ceathwyn baute eine Blitzfalle in die Falltür ein und schloß sie wieder, um sich für ihre Verletzungen zu revanchieren. Danach brachten wir Jano nach Hause, wo sein Vater, Harol, ihn sehr froh und dankbar wieder in seine Arme schloß. Rahun schickte eine Botschaft über den gefundenen Eingang zur Unterwelt zum Fürsten von Cormyr.

22.11.871 EZ

Wir blieben noch zwei Tage bei Karotte’s Familie. Gerade, als wir am Morgen des dritten Tages nach dem Frühstück nach Suzail abreisen wollten, kam ein Bote mit einer Nachricht vom Fürsten Azoun II von Suzail und Cormyr. Der Fürst war erfreut, daß der Eingang zu den Unterreichen nun endlich gefunden war und versprach, aus Suzail einige Gardisten zur Verstärkung zu schicken. Außerdem bat er unsere Gruppe, nach Suzail zu kommen, weil er mit uns sprechen wollte. Wir verabschiedeten uns von Karotte’s Familie und reisten ab nach Suzail, wobei wir uns fragten, was der Fürst wohl von uns wollte.

Wieder in Suzail

23.11.871 EZ

Zwei Tage später kamen wir abends in Suzail an, wo wir in unserem Haus übernachteten. Noch am Abend schickten wir eine Botschaft an den Fürsten, daß wir eingetroffen waren.

24.11.871 EZ

Schon früh am nächsten Morgen - Ceathwyn war gerade aufgestanden - erhielten wir eine Botschaft von Fürst Azoun II, in der er Ceathwyn und Karotte mit Begleitung zu einem zwanglosen Frühstück in den Palast einlud. Ceathwyn wollte Karotte das gerade sagen, als Galbar ihr grinsend im Flur entgegenkam und sagte, daß Karotte seit dieser Nacht kaum noch von der Toilette herunterkam. Wir mußten uns beeilen, wenn wir rechtzeitig im Palast sein wollten, und ich hatte unglücklicherweise den Zauber „Krankheit Heilen" für heute nicht erbeten. Also entschieden wir uns, ohne Karotte zu gehen, und ließen Galbar zur Pflege bei ihm bleiben.

Ceathwyn brauchte diesmal kein Kleid anzuziehen, weil der Fürst betont hatte, daß es sich um ein zwangloses Treffen handelte. Als wir ankamen und Karotte entschuldigten, bedauerte er sehr, daß Karotte nicht hatte mitkommen können. Nach dem Frühstück erhielt Ceathwyn dann als Dank für die vielen Dienste, die wir Suzail und Cormyr schon erwiesen hatten, nicht zuletzt, für die Entdeckung des schon lange gesuchten Eingangs zu den Unterreichen auf dem Land der Marliirs, ein Lehn von ihm verliehen.

Es handelte sich um eine große Burg mit viel Land und ca. 800 Einwohnern an der Grenze zu Sembia, Burg Eichenhöhe, die von dem Vorbesitzer, Baron Nural, durch seine Spielsucht sehr vernachlässigt worden war. Fürst Azoun sagte, er habe erst kürzlich davon erfahren, als sich einer der Bauern aus dem Gebiet an ihn gewandt hatte, weil die Steuern von 15%, die Nural erhoben hatte für die Landbevölkerung unbezahlbar geworden war. Außerdem hatte der Bauer um Schutz gegen die zunehmenden Orküberfälle gebeten, den sie von Nural nicht bekamen. Die kleine Miliz, aus Bauern und Handwerkern, die sie als Selbsthilfe aufgestellt hatten, konnte damit nicht mehr fertig werden, obwohl die Nachbarstädte halfen, so gut sie konnten. Fürst Azoun war entsetzt gewesen und hatte sofort einige Gardisten zur Burg geschickt, die Baron Nural gefangen nahmen. Er war inzwischen des Landes verwiesen und deportiert worden.

Fürst Azoun II brauchte nun einen zuverlässigen neuen Lehnsherren und hätte vollstes Vertrauen in Ceathwyn. Von den Gardisten hatte er erfahren, daß sich die Burg in keinem guten Zustand befand, und erließ Ceathwyn deshalb für die nächsten fünf Jahre die Abgaben an das Land Cormyr. Außerdem hatte er großes Interesse daran, daß Grenzstreitigkeiten zwischen den Bauern, die noch zu Cormyr gehörten und deren Nachbarn, die teilweise Sembier waren, friedlich geschlichtet wurden. Er vertraute auch hier auf Ceathwyn’s diplomatisches Geschick, sagte er.

Ceathwyn war zuerst sprachlos :-) . Es war zwar nicht gerade ihr Wunsch, Lehnherrin zu werden, aber ablehnen konnte sie diese hohe Ehre auch wieder nicht. Es gelang ihr sogar, sich vollkommen zu beherrschen und die Urkunde dankend entgegenzunehmen. Wir verabschiedeten uns anschließend von dem Fürsten, der uns noch die besten Wünsche an Karotte ausrichten ließ.

Burg Eichenhöhe – Ceathwyn’s Lehn

Als nächstes ging Ceathwyn sofort zum Ausrufer und ließ verkünden, sie würde zehn Söldner zum Schutz eines Lehns suchen. Nachdem, was sie von Fürst Azoun über den Zustand des Lehns gehört hatte, meinte sie, sie würde sie brauchen. Danach kaufte sie noch Dolche, Kurzschwerter, ein paar Äxte und Lederrüstungen für die Bürgermiliz ein, von der sie gehört hatte.

Als wir vom einkaufen zurück zu unserem Haus kamen, standen dort schon fünf Söldner, von denen Ceathwyn vier einstellte. Besonderes Glück hatte sie mit Sukan, einem südländischen, sehr guten Kämpfer aus Arrabar, den sie dann auch sofort zum Anführer der Truppe machte. Bis zum Abend hatte sie dann alle zehn Söldner zusammen, die sie mit Sukans Hilfe auswählte. Darunter war sogar ein Großmeister im Kampf mit der Keule namens Oko :-) .

Die Ankunft

25.11.871 EZ - 32.11.871 EZ

Am nächsten Morgen reisten wir mit den Söldnern nach Burg Eichenhöhe, Ceathwyn’s Lehn. Die Burg lag genau zwischen Saerb, Kulta, Huddach und Mulhessen. Nach acht Tagen Reise kamen wir dort an. Die Bauern, die wir auf Ceathwyn’s neuem Land trafen, waren sehr mißtrauisch. Einer beschrieb Ceathwyn den weg zur Burg sehr abweisend und einsilbig.

Schließlich sahen wir die Burg, die aus der Ferne noch recht beeindruckend aussah. Aber als wir näher kamen, änderte sich dies immer mehr. Ceathwyn hatte sich ja schon auf einiges vorbereitet, aber der Anblick der Burg war wirklich niederschmetternd. Auf den Burgmauern standen keine Waffen mehr, weil Baron Nural sie anscheinend verspielt hatte, und die Burgmauern selbst waren teilweise kurz vorm Einstürzen. Im Burghof fehlten einige Pflastersteine, so daß wir Glück hatten, daß die Pferde nicht stolperten. Ein Stallbursche kam, nahm uns die Pferde ab und führte sie in den Stall, der auch nicht mehr neu aussah, und ein Loch im Dach hatte.

Als wir in die Burg gingen, wurden wir von den Dienstboten, einer Köchin, Amalia, zwei Zimmermädchen, Maike und Anne, und zwei Dienern, Alfons und Anton, empfangen. Wir besichtigten die Burg, und Ceathwyn stellte fest, daß bis auf die Räume für die Dienstboten und die beiden Wohnräume des ehemaligen Verwalters fast alle Räume renoviert werden mußten. Auch die meisten Möbel waren nicht mehr brauchbar. Die Köchin Amalia, und der Diener Alfons erwiesen sich als wirkliche Stützen, und auch die beiden Zimmermädchen und der zweite Diener waren gute Dienstboten. Sie waren in der Hoffnung auf einen besseren neuen Herren geblieben. Ceathwyn behielt sie alle und gab ihnen einen neuen Arbeitsvertrag. Auch der Stallbursche, Jan, erwies sich als tüchtig, konnte aber so viel Arbeit nicht allein schaffen, so daß Ceathwyn noch einen zweiten, Ulf, einstellte.

Da das Gebäude für die Wachen völlig unbenutzbar war, und die Burg nur vier große Gästezimmer hatte, bat Alfons Ceathwyn untertänig, sich doch Zimmer in dem kleinen Gasthof im Ort dazu zu mieten. Untertänig war übrigens die ganze Bevölkerung, und Ceathwyn ging es bald auf die Nerven, daß sich jeder vor ihr verbeugte, sobald er erfuhr, daß sie die neue Burgherrin war. Kein Wunder - Ceathwyn hält als Elfe nicht besonders viel von solchen Dingen. Der Gasthof, „Zum Weinberg", war nicht weit weg von der Burg und Ceathwyn mietete beim Wirt, Ulan, alle sechs Zimmer. Als nächstes beauftragte sie verschieden Handwerker im Ort, mit der Innenrenovierung der Burg zu beginnen, neue Möbel und Vorhänge herzustellen, und ein neues Wächterhaus zu bauen. Außerdem gab Ceathwyn einigen Handwerkern noch ein kleines zinsloses Darlehn, damit sie sich neue Werkzeuge und Vorräte kaufen konnten.

Lichtblicke

32.11.871 EZ

Aber es gab auch Lichtblicke. Es gab einen kleinen Tymora-Tempel in dem Ort, der von der Priesterin Larita zusammen mit ihrer Novizin Serena geführt wurde. Er war nicht weit von der Burg entfernt. Es war viel brachliegendes Land vorhanden, auf dem sich sicher Bauern ansiedeln würden, wenn sie erfuhren, daß die Steuern auf Burg Eichenhöhe nicht mehr so hoch waren. Zwei Weinbauern gehörten ebenfalls zur Burg, die sehr guten Wein anbauten, von dem noch ein paar Fässer im Keller der Burg gelagert waren. In den Hügeln südlich der Burg konnte auch noch mehr Wein angebaut werden - ein gewinnträchtiges Geschäft für jede Burg.

Die Rede

32.11.871 EZ

Ceathwyn rief als nächstes noch am gleichen Tag die erreichbare Bevölkerung auf dem Dorfplatz vor dem Tymora-Tempel zusammen und hielt eine Rede. Sie verkündete einen Steuererlaß für ein Jahr, damit die Bauern und Handwerker ihre Höfe und Geschäfte instand setzen konnten. Danach, so sagte sie in ihrer Rede, würden zunächst Steuern von 4% erhoben werden. Die Steuern würden langsam steigen, aber immer unter 10% bleiben, solange sie Burgherrin war, versprach sie ihrer Bevölkerung. Ihre neuen Bürger jubelten ihr daraufhin zu. Anschließend an diese Versammlung verteilte Jasmine an jeden Bürger einen Dolch und sagte ihnen, wer damit nicht umgehen könnte, sollte am nächsten Tag zur Burg kommen. Dort könnten sie dann den Umgang mit dem Dolch lernen.

Danach versammelten sich, auf Ceathwyn’s Befehl, die fünfzig Mitglieder der Bürgermiliz in dem Gasthof. Ceathwyn gab den zwanzig kräftigsten je ein Kurzschwert und eine Lederrüstung. Sie sagte auch ihnen, sie würde denen, die es noch nicht konnten, den Umgang mit dem Kurzschwert beibringen. Sie sollten ebenfalls am nächsten Tag zur Burg kommen. Nur fünf meldeten sich, die anderen hatten nur kein Geld gehabt, sich ein Kurzschwert zu kaufen.

Sehr müde gingen wir an diesem Abend schlafen.

Beginn der Renovierung und Vorstellung bei den Nachbarn

33.11.871 EZ - 37.11.871 EZ

Am nächsten Morgen begann die Innenrenovierung der Burg, die Alfons zusammen mit der Köchin, die Schreiben konnte, leitete. Die Bürger, die lernen wollten, mit dem Dolch oder dem Kurzschwert umzugehen, meldeten sich in der Burg.

Ceathwyn und ich ritten danach über Saerb, wo sich Ceathwyn ihrem Nachbarn, Graf Vancor von Saerb, vorstellte und ihm für die Hilfe in den vergangen Jahren dankte, zum Reich des Zwergenkönigs Kamozok in den Donnergipfel-Bergen. Mit König Kamozok handelte sie aus, daß er mit seinen Handwerkern die Burgmauer instand setzte und mit Waffen bestückte. Am nächsten Tag ritt ich mit König Kamozok und den 30 Zwergen in seiner Begleitung zurück zur Burg Eichenhöhe, und Ceathwyn ritt weiter nach Kulta und Huddach, wo sich ebenfalls ihren neuen Nachbarn, Graf Heron von Kulta und Graf Goltan von Huddach, vorstellte und sich für die Hilfe in den vergangen Jahren bedankte.

37.11.871 EZ

Obwohl Ceathwyn den weiten Umweg gemacht hatte, kam sie zusammen mit mir und den Zwergen am Vormittag in Burg Eichenhöhe an, denn die Zwerge waren zu Fuß gekommen. König Kamozok sah sich die Burgmauer an und machte Ceathwyn dann einen Kostenvoranschlag von 30.000 Goldmark für die Renovierung der Mauer. Er sagte, es würde ungefähr drei bis vier Monate dauern, bis die Mauer renoviert war und mit Waffen bestückt werden konnte. (Bis 15.3.872)Die vier Türme müßten alle abgerissen werden und Teile der Mauer ebenfalls. Ceathwyn war einverstanden, und die Zwerge machten sich dann sofort an die Arbeit.

Am Nachmittag ritt Ceathwyn zu den beiden Weinbauern, Soron und Lanur, die zu ihrer Burg gehörten. Sie hatten noch nichts von ihren neuen Regelungen gehört und freuten sich sehr darüber. Beide würden bei niedrigeren Steuern Gehilfen einstellen und einen weiteren Weinberg bebauen können. Trotzdem würde noch unbebautes Land genug für weitere fünf Weinbauern übrig sein. Wieder zurück im Dorf, fragte Ceathwyn Larita, ob sie ihr jemanden als Verwalter für die Burg empfehlen könnte, aber in dem Dorf gab es leider niemanden, der diese Arbeit leisten könnte, antwortete Larita.

38.11.871 EZ - 40.11.871 EZ

Am nächsten Morgen reisten wir nach Mulhessen, wo sich Ceathwyn nach unserer Ankunft am Nachmittag wieder ihrem Nachbarn, Handelsbürgermeister Zeran, vorstellte. Sie bedankte sich ganz besonders bei ihm für die Hilfe in den letzten Jahren, denn schließlich gehörte Mulhessen schon zu Sembia und hatte trotzdem hin und wieder mit der eigenen Garde bei Orkangriffen auf Burg Eichenhöhe ausgeholfen. Wir übernachteten in Mulhessen im Gasthof „Der schwarzen Dolch" und reisten am nächsten Tag weiter nach Selgaunt, wo wir zwei Tage später am Vormittag eintrafen.

Rücklagenauflösung und Gespräch mit Raithsporn

40.11.871 EZ

Ceathwyn holte sich ihr hier hinterlegtes Geld und fragte im Tymora-Tempel, wo sie einen Verwalter für ihre Burg finden könnte. Sie wurde an die Schreibergilde verwiesen. In der Schreibergilde war tatsächlich einer der Schreiber bereit, diese Arbeit zu übernehmen, weil er sich sowieso eine andere Arbeit hatte suchen wollen. Dieser Schreiber, Raimund, schien erfahren und auch ehrlich zu sein, und Ceathwyn stellte ihn ein. Außerdem überredete Ceathwyn auch einen Fuhrmann, Markan, sein Geschäft nach Burg Eichenhöhe zu verlegen. Markan nahm dann auch Raimund, der nicht reiten konnte, mit zur Burg Eichenhöhe.

Verwalter und Fuhrmann für das Lehn

40.11.871 EZ

Anschließend ging Ceathwyn zur Kaserne und sprach kurz mit Raithsporn. Sie beabsichtigte, Burg Eichenhöhe wieder voll zu bewaffnen, und erzählte ihm dies, um Mißverständnisse zu vermeiden. Schließlich lag ihre Burg direkt an der Grenze zu Sembia. Raithsporn nahm erfreut zur Kenntnis, daß die Burg gegen Orks und Oger aufgerüstet wurde und nicht gegen Sembia. Er wünschte Ceathwyn dann noch alles Gute für ihr Lehn und hoffte auf eine gute Zusammenarbeit gegen die gemeinsamen Feinde.

Rückreise und genauere Anweisungen

1.12.871 EZ - 4.12.871 EZ

Am nächsten Morgen reisten wir zurück zur Burg Eichenhöhe, wo wir vier Tage später am Vormittag ankamen. Kurze Zeit später kam auch der Verwalter Raimund mit dem Markan an.

11.01.2000

4.12.871 EZ - 14.12.871 EZ

In den folgenden neun Tagen ritt Ceathwyn mit Sukan und seinem Stellvertreter, Ercan, das ganze Land ab und gab ihnen Anweisungen, wie die Burg zu schützen war. Sie schulte die Bürger im Umgang mit dem Kurzschwert und beteiligte sich auch an der Ausbildung der anderen Bürger im Umgang mit dem Dolch.

Sie sah sich mit dem Verwalter Raimund die Pläne des Besitzes im Arbeitszimmer des ehemaligen Burgherren an, und gab ihm einen Etat von 25.000 Goldmark, mit dem er die laufenden Kosten des Lehns bestreiten sollte. Dabei gab sie ihm Anweisungen, wie die Burg zu verwalten war. Ab und zu hörte sie dabei einige entsetzte Aufschreie aus dem Nebenraum, wo Rolf die Buchführung der Burg überprüfte und in Ordnung brachte.

Sie gab den Söldnern noch weitere Anweisungen, wie sie ihre Arbeit auszuführen hatten. Sie überließ die Polizeigewalt und das Schiedsgericht in kleineren Fällen dem Wirt Ulan, dem Anführer der Bürgermiliz, der das auch bei ihrem Vorgänger schon übernommen hatte, und seinem Stellvertreter, dem Weinbauern Soron. In Problemfällen sollten sie sich an den Verwalter Raimund oder an Sukan wenden, wenn sie selbst nicht da war. Sehr schwierig zu entscheidende Fälle mußten warten, bis sie ihr Lehn wieder besuchen konnte.

Das alles war sehr viel Arbeit, aber sie bemerkte auch, wie die Bevölkerung ihr gegenüber aufgeschlossener wurde und sich sogar langsam das Verbeugen abgewöhnte :-) . Ein Gästezimmer wurde in dieser Zeit bezugsfertig und die Treppe in den ersten Stock knarrte nicht mehr, auch wenn sie noch nicht poliert war. Der Abriß der Mauertürme sowie anderer Teile der Mauer ging zügig voran, und die Zwerge arbeiteten gut. Das neue Holzgebäude für die Söldner war inzwischen auch schon in Bau.

Die Vercharterung unseres Schiffes „Silberdrache" in Yhaunn

14.12.871 EZ – 22.12.871

Am zehnten Tag reisten wir noch einmal nach Mulhessen, wo sich Ceathwyn mit Bürgermeister Zeran über ein gemeinsames Handeln im Kampf gegen die Oger und Orks in der Gegend besprach. Wir übernachteten wieder im Gasthof „Der schwarze Dolch". Am nächsten Morgen reisten wir weiter über Selgaunt nach Yhaunn, weil die Reparatur unseres Schiffes „Silberdrache" bald abgeschlossen sein würde, und wir den eingestellten Seeleuten noch weiteren Lohn zahlen mußten. Außerdem wollten wir die Mannschaft dann dort vervollständigen und das Schiff danach an einen guten Reeder verchartern. Sieben Tage später kamen wir am frühen Vormittag in Yhaunn an.

Zuerst bezahlten wir die acht Seeleute auf unserem Schiff für weitere drei Monate. Danach gingen wir zur Werft und erfuhren dort, daß unser Schiff in den nächsten Tagen mit den Waffen bestückt werden würde. Wenn anschließend die Galionsfigur montiert war, könnte es auslaufen. Wir erkundigten uns nach einem guten Kapitän, worauf uns der Werftmeister an die Reederei „Dagan", deren Besitzer, „Arrakin", sicher einen guten Kapitän empfehlen könnte. Wir gingen zu der Reederei, wo uns der Reeder Arrakin den Kapitän „Halgor" für unser Schiff empfahl, der zur Zeit ohne Schiff war. Er sagte, Kapitän Halgor wäre zwar ein sehr guter Kapitän, aber auch sehr teuer. Das gleiche traf auch auf den Steuermann zu, den er uns ebenfalls empfehlen könnte, einen Mann namens „Rimbal". Arrakin bot uns auch an, das Schiff zu chartern. Wir sagten, wir würden uns das noch überlegen und verabschiedeten uns erstmal von ihm.

Zuerst gingen wir zu Kapitän Halgor, der tatsächlich einen hohen Lohn verlangte. Wir stellten ihn zu seinen Forderungen ein, weil wir den Eindruck hatten, daß Kapitän Halgor wirklich ein guter und erfahrener Kapitän war. Kapitän Halgor begleitete uns dann auch zu dem Steuermann Rimbal, der überraschenderweise ein Halbelf war. Die beiden kannten sich, und auch den Rimbal stellten wir zu seinen Lohnforderungen ein. Kapitän Halgor bestand auch darauf, sich seine Seeleute selbst auszusuchen, wogegen wir nichts einzuwenden hatten. Nur die acht Seeleute, die schon auf dem Schiff waren, mußte er mit übernehmen, weil wir sie schon bezahlt hatten. Damit war Kapitän Halgor einverstanden, wenn sie sich als gute Seeleute erwiesen. Wir verabredeten, uns mit Kapitän Halgor am nächsten morgen zu treffen. Anschließend gaben wir in den Hafenkneipen bekannt, daß wir Seeleute für unser Schiff suchen würden. Wer Interesse hätte, sollte sich am nächsten Morgen am Kai melden.

Abends gingen wir noch einmal zur Reederei Dagan und handelten mit Arrakin einen Charterpreis von 20.000 Goldmark pro Jahr für das Schiff aus. Davon sollten 6.000 Goldmark von ihm als Etat für den Lohn der 22 Seeleute, des Kapitäns und des Steuermanns (4.004 Goldmark) und für laufende Instandhaltungskosten (2.000 Goldmark) bei Arrakin zurückgelegt werden. Anschließend gingen wir zu unserem Haus, um dort zu übernachten.

23.12.871

Am folgenden Morgen schickten wir noch ein paar Botschaften zum Fürsten Hammadin II von Yhaunn und zum Grafen Teremen. Nach dem Frühstück gingen wir dann zum Hafen. Kapitän Halgor kam auch gerade dort an, und wir sahen, daß sich von den vielen Bewerbern schon einige entfernte, als sie ihn sahen. Anscheinend war er für seine hohen Ansprüche bekannt, die er an die Mannschaft stellte, und hatte sie früher schon einmal abgelehnt. Bis zum Mittag war die Mannschaft komplett. Kapitän Halgor sagte uns, daß die „Silberdrache" in ungefähr einer Woche auf ihre erste Handelsfahrt gehen würde. Anschließend machten wir noch ein paar Einkäufe, und ich schickte 5.000 Goldmark an Eileen für meinen Corellon-Schrein.

Wieder in Burg Eichenhöhe – Vorbereitungen für ein Fest

24.12.871 - 30.12.871

Am frühen Morgen des nächsten Tages reisten wir über Ordulin, Bogenbrücke und Saerb zurück zur Burg Eichenhöhe. Ceathwyn plante, zum Jahreswechsel ein Fest auf ihrer Burg zu veranstalten. Sie ging deshalb in Saerb zu Graf Vancor, um ihn persönlich dazu einzuladen. Graf Vancor nahm die Einladung an. Danach kauften wir noch Lebensmittel für das Fest ein und reisten weiter. Sieben Tage nach unserer Abreise aus Yhaunn kamen wir abends in Burg Eichenhöhe an, wo Ceathwyn sofort Anweisungen gab, das Fest vorzubereiten. Die Bürger dort freuten sich sehr darüber, denn es hatte in diesem Lehn seit über fünfzig Jahren kein so großes Volksfest gegeben...

31.12.871 - 33.12.871

In den nächsten drei Tagen ritt Ceathwyn zu ihren Nachbarn nach Mulhessen, Kulta und Huddach, um auch die Herrscher dort, Bürgermeister Zeran, Graf Heron und Graf Goltan, persönlich zu dem Fest einzuladen. Sie nahmen alle die Einladung an. Auch einige Bauern, an deren Höfe sie auf ihrem Weg vorbeikam, lud Ceathwyn persönlich zu dem Fest ein. Am späten Abend des dritten Tages kam Ceathwyn wieder auf ihrer Burg an.

34.12.871 - 39.12.871

In den nächsten Tagen bereiteten sich alle Bürger des Lehns auf das Fest vor. Sie freuten sich alle, ein Fest feiern zu können, denn Ceathwyn hatte einen Zuschuß von 2.000 Goldmark für das Fest gegeben. Besonders der Fuhrmann Markan hatte in dieser Zeit sehr viel Arbeit.

Ein neuer Schrein in dem Dorf

Mitten in den Vorbereitungen meldete sich ein Priester namens „Selgar" auf der Burg, der Ceathwyn fragte, ob sie ihm erlauben würde, einen Schrein für den Gott Lathander, dem Gott des Beginns, in dem Dorf einzurichten. Ceathwyn hatte natürlich nicht dagegen und freute sich, daß sich ein Priester des Gottes, den die meisten ihrer Bauern verehrten, in ihrem Dorf niederlassen wollte.

Der Priester übergab Ceathwyn auch eine Botschaft mit Fürst Azoun‘s Siegel. In der Botschaft wünschte er ihr einen guten Anfang und viel Erfolg bei der Führung ihres Lehns. Er schrieb auch, daß er sich persönlich beim Lathander-Tempel in Suzail dafür eingesetzt hatte, daß einer der Priester dort in ihrem Dorf einen Schrein errichtete. Sie sollte dies als Neujahresgeschenk betrachten :-) . Ceathwyn freute sich sehr darüber.

Das Fest zum Jahreswechsel

40.12.871 - 2.1.872

Zwei Tage nachdem der Lathander-Priester zur Burg gekommen war, fand das Fest statt. Ceathwyn’s Gäste lobten das gute Essen, das Amalia gekocht hatte. Das Volk hatte auf dem Dorfplatz viel Freude an dem Fest. In der Nacht, kurz nach Beginn des neuen Jahres, sprach Selgar dann seinen Segen für das neue Jahr über das Lehn, was besonders den Bauern sehr viel bedeutete. Das Fest ging weiter bis zum frühen morgen, denn Ceathwyn hatte den ersten Tag des neuen Jahres zum Feiertag für alle erklärt. Am frühen Morgen verabschiedeten sich Ceathwyn‘s Nachbarn und reisten zurück nach Hause. Danach gingen wir schlafen.

Nachdem wir ausgeschlafen hatten, gab Ceathwyn Sukan und einigen Söldnern frei, weil sie während des Festes an den Grenzen des Lehns Patrouillen geritten waren. Für die nächsten eineinhalb Tage übernahm sie das selbst. Sukan nutzte die Zeit, um das Land außerhalb des Lehns kennenzulernen, weil er eventuell mit der Söldnertruppe den Nachbarn bei einem Orkangriff mal helfen müßte.

Die Rückreise nach Suzail

3.1.872 - 10.1.872

Eineinhalb Tage später reisten wir wieder zurück nach Suzail, wo wir acht Tage später ohne Zwischenfälle abends ankamen. Ceathwyn sandte noch gleichen am Abend eine Botschaft an Fürst Azoun, in der sie sich für seinen Einsatz für einen Lathander-Priester in ihrem Dorf bedankte. Anschließend ließ sie durch den Ausrufer bekanntgeben, daß sie noch zwei weitere Söldner für ihr Lehn suchte. Anschließend gingen wir schlafen.

Ein Hofmagier und noch mehr Söldner für Burg Eichenhöhe

11.1.872

Am nächsten Morgen ging Ceathwyn zur Kriegsmagiergilde und fragte dort Saganos, ob ein Magier bereit wäre, bei ihr als Hofmagier zu arbeiten. Saganos antwortete, er würde die Magier fragen und ihr dann eventuell jemanden schicken. Im Laufe des Tages wies Ceathwyn mehrere Kämpfer ab, die sich als Söldner bei ihr bewarben. Bis zum Abend hatte sie dann aber doch zwei Söldner eingestellt, die ihren Ansprüchen genügten. Kurz vor dem Abendessen kam dann ein Magier namens „Helin" zu uns, der bereit war, als Hofmagier auf Ceathwyn’s Burg zu arbeiten. Ceathwyn stellte ihn ein. Nach dem Essen gingen wir müde schlafen.

Der Auftrag von Fürst Azoun II

15.01.2000

12.1.872

Früh morgens am nächsten Tag reisten die beiden neuen Söldner und der Magier Helin ab zur Burg Eichenhöhe. Wir waren etwas später aufgestanden und frühstückten gerade, als eine Botschaft von Fürst Azoun II eintraf, in der er uns bat, ihn zum Mittag aufzusuchen.

Am Mittag gingen wir zu Fürst Azoun II, der uns zum Mittagessen einlud, und uns beim Essen fragte, ob wir bereit wären, durch den Eingang ins Unterreich, den wir auf dem Land der Marliirs gefunden hatten nach unten zu gehen. Er bat uns, dort nachzuforschen, wer den Eingang gebaut und mit der Falle und der Illusion versehen hatte. Wir bräuchten nicht sehr weit ins Unterreich eindringen, denn Fürst Azoun II wollte nur mit Sicherheit wissen, ob es dort unten Drow (Dunkelelfen) gab, oder ob nur ein verrückter Magier dort sein Versteck hatte. Er bat uns darum, weil er einen großen Teil seiner Garde aus wichtigen Gründen an die westliche Landesgrenze hatte schicken müssen. Wir waren zwar alle bis auf Galbar nicht sehr begeistert von diesem Auftrag, nahmen ihn aber an, weil wir uns Fürst Azoun II verpflichtet fühlten.

Am Nachmittag machten wir dann noch ein paar Einkäufe, weil es sich nicht lohnte, an diesem Tag noch abzureisen. Ceathwyn erkundigte sich dann noch bei dem Delikatessenhändler Uriel Stolzfuß, ob er Fachleute für eine Käserei und eine Fleischerei in dem Dorf in ihrem Lehn kennen würde. Uriel konnte zwar auf Anhieb niemanden empfehlen, wollte sich aber mal umhören, ob jemand bereit war, dort sein Geschäft zu eröffnen. Natürlich mußte Ceathwyn bei dieser Gelegenheit ihm auch noch ein paar Fäßchen Wein abkaufen.

13.1.872 - 15.1.872

Am nächsten Morgen ritten wir nach Arabel. Drei Tage später erreichten wir abends den Familiensitz von Karottes Verwandten, der Familie Marliir. Nur seine Kusine Sajana war anwesend und öffnete uns die Tür. Rahun und Catera waren nach Suzail gereist, um das Stadthaus der Familie dort auf die Hofsaison im Frühjahr vorzubereiten. Sajana war erstaunt, uns nach so kurzer Zeit schon wiederzusehen. Als wir ihr von unserem Auftrag erzählten, fragte sie scherzhaft, ob sie mitkommen und uns beschützen sollte :-) . Wir lehnten das natürlich ab, denn wir waren genug Leute, um eine kurze Erkundung eines kleinen Teils der Unterreiche durchzuführen.

Die Erkundung des Eingangs zu den Unterreichen

16.1.872

Wir übernachteten in dem Haus der Marliirs und ritten am nächsten Morgen zu dem Felsen mit dem Eingang in die Unterreiche. Kurz nach Mittag kamen wir dort an. Ceathwyn sah nach der Falle, die sie gestellt hatte. Sie sah, daß sie von einem Aaskriecher ausgelöst worden war. Wir kletterten über seine Leiche und stiegen die schmale, enge Treppe hinunter. Am Ende der Treppe gelangten wir an die scharfe Biegung nach rechts, die wir von oben aus hatten sehen können. Wir blickten vorsichtig um die Ecke, und sahen einen langen Gang vor uns. Wir folgten dem Gang, der nach ein paar Metern höher und breiter wurde. Noch einige Meter weiter führte er aus dem Fels heraus und wir waren nur noch von festem Erdreich umgeben.

Nach ungefähr einer Stunde sahen wir vor uns eine Kreuzung. Ceathwyn, die voranging, hörte leise Geräusche von der Kreuzung kommen und wir machten uns kampfbereit. Ceathwyn ging allein vorsichtig weiter in Richtung der Kreuzung und sah, das von vorne, von links und von rechts einige Riesenspinnen auf uns zu kamen. Sie kam zu uns zurück und wir gingen gemeinsam bis kurz vor die Kreuzung. Die beiden Riesenspinnen von vorne erreichten uns zuerst und griffen an. Wir hatten kaum eine dieser Riesenspinnen getötet, als ein weitere um die Ecke aus dem rechten Gang kam. Auch die zweite Riesenspinne hatte eine Nachfolgerin, diesmal aus dem linken Gang. Es waren zum Glück nur diese vier Riesenspinnen, die wir alle töten konnten. Sie waren sehr giftig, aber keine hatte einen meiner Gefährten beißen können. Wir schnitten ihnen nach ihre Giftbeutel heraus, um sie später zu verkaufen.

Wir erkundeten danach den Gang, der von der Kreuzung nach links führte. Nach ungefähr einer halben Stunde sah Ceathwyn rechts ein großes Loch in der Wand. Als sie vorsichtig um die Ecke leuchtete, griffen uns plötzlich aus der Höhle dahinter drei Aaskriecher an. Wir waren zufällig auf ihr Nest gestoßen. Nach einem kurzen Kampf hatten wir sie getötet.

Anschließend gingen wir diesen Gang noch fast 2 Stunden weiter und trafen weder auf einen Seitengang, noch auf eine Kreuzung. Wir kehrten um und gingen zurück zu der Kreuzung, an der wir die Riesenspinnen bekämpft hatten. Ein paar Meter weiter in Richtung Ausgang ruhten wir uns dann erst einmal aus.

Der Kampf mit den Drow (Dunkelelfen)

17.1.872

Am nächsten Morgen überquerten wir die Kreuzung und erkundeten den Gang, der geradeaus weiterführte. Nach ungefähr drei Stunden sahen wir vor uns eine weitere Gangkreuzung. Wir entschieden uns dafür, diesmal zuerst nach rechts zu gehen. Wir waren kaum ein paar Meter in den Gang eingedrungen, als wir plötzlich aus der Dunkelheit mit Wurfpfeilen angegriffen wurden. Einige meiner Gefährten wurden dabei verletzt, aber das Gift der Wurfpfeile drang zum Glück nicht in ihren Körper ein. Wir wußten, daß wir es mit Drow zu tun hatten und rannten ihnen entgegen, um sie in einen Nahkampf zu verwickeln. Als wir gerade die Drow vor uns sahen, standen wir plötzlich in einer absoluten, magischen Finsternis. Meine Gefährten griffen die Drow trotzdem an, während ich einen „Licht-Zauber" gegen die Dunkelheit sprach. Ein paar meiner Gefährten hatten blind kämpfen gelernt und konnten die Drow trotz der Dunkelheit verletzen. Nachdem mein Lichtzauber wirkte, konnten wir alle wieder normal sehen und die Drow auch schwer verletzen. Fingas wurde dann von einem Wurfpfeil vergiftet und fiel ohnmächtig zu Boden. Ich neutralisierte das Gift in seinem Körper, damit er wieder kämpfen konnte. Es dauerte nicht lange, da standen wir plötzlich wieder in einer magischen Dunkelheit. Diesmal mußte ich den Zauber „Dauerhaftes Licht" dagegen zaubern, denn den Lichtzauber hatte ich nur einmal gelernt. Wieder konnten wir trotz der Dunkelheit ein paar Drow verletzten. Als wir wieder normal sehen konnten, sahen wir, daß zwei Drow schon tot am Boden lagen, und Pearl und Karotte auf deren Leichen einschlugen. Sie wandten sich sofort einem anderen Feind zu. Nach weiterem längerem Kampf war dann auch der letzte Drow, anscheinend der Anführer, besiegt.

Wir durchsuchten die Leichen der fünf Drow und nahmen das Geld mit, das sie bei sich hatten. Wir fanden bei einem von ihnen auch zwei Päckchen mit dem an der Oberfläche sehr begehrten Drow-Gift. Leider konnten wir die Rüstungen und die Waffen der Drow nicht mitnehmen, weil sie bei Sonnenlicht zerfallen würden. Selbst vor der Sonne geschützt würden sie ihre magischen Eigenschaften leider nur eine Woche behalten.

Die Rückreise

17.1.872

Wir konnten nun mit absoluter Sicherheit sagen, daß sich Drow den Eingang zu den Unterreichen gebaut hatten, der für sie allerdings ein Ausgang war. Damit hatten wir unseren Auftrag erfüllt und kehrten deshalb zum Ausgang zurück. Als wir alle den Felsen verlassen hatten, legte Ceathwyn noch einmal eine Falle bei der Falltür. Anschließend ruhten wir uns kurz aus und ritten dann zurück zum Haus der Familie Marliir. Wir kamen am Abend dort an, gerade rechtzeitig, um mit Sajana zu Abend zu essen.

Anschließend trennte sich der Spielleiter (ich) wegen ständiger persönlicher Differenzen mit einem Spieler, die das Spiel immer wieder sehr störten von der Gruppe.

Wer weitere Informationen über die grob geplanten, noch folgenden zwei Abenteuer, die Befreiung der Fürstin von Schattental in der Dunkelburg und die abschließende Belohnung haben möchte, kann sich weiter unten informieren.

Anschließend war geplant:

Damit wäre die Kampagne dann zu Ende gewesen und es hätte danach ein anderer Spielleiter übernommen.

Vera Herzog

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

© Copyright by Dogio