Das Schlangenschwert

Bei dem Schwert handelt es sich um einen magischen Anderthalbhänder (Bastardschwert) mit moderaten Angriffs- und Schadensboni. Es wurde entwickelt, um auch dem dümmsten Barbaren die Möglichkeit zu geben, aktiv an der Lösung von Rätseln und vertrackten Situationen teilzunehmen.

Geschichte:

Einst wurde ein Dorf von einem mächtigen Finstermagier tyrannisiert. Der Fiesling hatte seinen Turm mit einer magischen Barriere geschützt, die kein Lebewesen, das magische Fähigkeiten besaß durchdringen konnte. Für alle anderen Eindringlinge hielt er sich eine Menagerie fürchterlicher Kreaturen.

So war klar, daß nur ein starker Kämpfer den Turm betreten konnte. Dort würde er aber die magischen Fallen wahrscheinlich nicht überleben.

Der beste Krieger des Dorfes war ein junger, kräftiger Mann, dessen geistige Fähigkeiten gerade dazu ausreichten, unfallfrei mit Besteck zu essen. Er war ein ausgezeichneter Kämpfer, so daß die Monster des Finstermagiers kein Hindernis für ihn darstellen würden. Doch das Resultat einer Begegnung mit dem Zauberer selbst war für jeden vorherzusehen.

So stellte sich ein alter Priester zur Verfügung, den Krieger zu begleiten, wenn eine Möglichkeit gefunden würde, die magische Barriere zu durchschreiten. Man grübelte lange über eine Mögliche Lösung nach, bis der Dorfälteste auf die Idee kam, den im nahen Wald wohnenden Zauberschmied zu bitten, die Seele des Priesters in eine Waffe zu bannen. Da der Gottesmann alt und gebrechlich war und sein Ende nahen fühlte, war er einverstanden, die wenigen Monate, die ihm noch verblieben, für die Bewohner des Dorfes zu opfern.

So kam es, daß der junge Krieger wenige Wochen später mit einem neuen Schwert auszog, den Finstermagier zu besiegen. Er durchquerte die Barriere und tötete alle Monster, die ihm den Weg in den Turm des Zauberers verwehren wollten. Im Gebäude bewahrte der Geist des Priesters, der sich auf Gedankenebene mit dem Schwertträger verständigen konnte, den jungen Krieger vor so mancher Dummheit. Schließlich gelang es ihnen zu dem Zauberer vorzudringen und ihn zu töten.

Diese Geschichte spielte vor etwa 2000 Jahren, doch das Schwert mit der Seele des Priesters existiert immer noch. Es hatte schon viele Besitzer. Immer waren es Kämpfer von mäßigen Geistesgaben, die der Anleitung bedurften. Intelligente Kämpfer, die das Schwert an sich nahmen, verloren es meist schon nach kurzer Zeit wieder.

Spieltechnisches:

Das Schwert beherrscht mehrere Sprachen und Schriften - der Spielleiter möge frei wählen. Es besitzt eine hohe Intelligenz und eine gute Gesinnung. Falls im Spielsystem vorgesehen, kennt das Schwert alle Wissensfertigkeiten.

Das Schwert gibt seinem Träger laufend irgendwelche schlauen Ratschläge. Dafür verlangt es, daß der Besitzer keine andere Waffe führt. Außerdem prüft es vor jedem Kampf, ob er ehrenhaft und notwendig ist. Ansonsten kann der Träger versuche, was er will, er wird mit diesem Schwert nicht kämpfen können! Es bleibt in der Scheide stecken, wird schwer wie Blei usw.

Ich habe dieses Schwert entwickelt, weil der Spieler mit den besten Ideen am Tisch unbedingt einen Barbaren mit einer Intelligenz von 12 spielen wollte. Da er ein guter Rollenspieler sein wollte, hat er es seiner Figur nicht gestattet, an der Lösung von Rätseln oder kniffligen Situationen teilzunehmen. Nachdem der Barbar das Schwert gefunden hatte, konnte der Spieler der Gruppe wieder mit guten Ideen zur Seite stehen. Seither war der Standartspruch in der Gruppe: "Das hat Dir Dein Schwert gesagt!"

md_tyrfi.gif Tyrfing, Sohn des Ahira
Großmeister der Zauberschmiede & Erster Hüter der Eliwagar

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