Der Leichnam


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Leichnam (Untote)

Im Gegensatz zu Zombies, die hirnlose und fremd gesteuerte Kreaturen sind, zu Wiedergängern, bei denen besondere persönliche Umstände für ein kurzfristiges "Weiterleben" die Ursache sind und zu Todlosen, die sich diese finstere Existenz selbst geschaffen haben, spielen bei einem Leichnam andere, schicksalsschwere Umstände eine Rolle.
Fremde Magie, die einem Menschen eine bedeutende Aufgabe aufzwingt, beispielsweise in Form einer Geas oder eines furchtbaren Fluchs, oder einfach das Schicksal in Form eines nachlässigen Totengottes bzw. seiner Diener können dafür sorgen, daß sich der Betroffene nicht dem "ewigen Schlaf" hingeben kann. Statt dessen hört das Herz zwar auf zu schlagen, doch der Untote erhebt sich nach einiger Zeit, mitunter nicht einmal wissend, daß er eigentlich tot, aber zur weiteren Existenz verdammt ist.
Mit der Zeit ist der Leichnam dem üblichen, wenn auch verlangsamten Zersetzungsprozeß eines Toten unterworfen, so daß das Anwenden sozialer Fertigkeiten immer weniger möglich ist. Auch bleiben oft geistige Schäden zurück, die auf diesen furchtbaren, aber unabwendbaren Prozeß zurückzuführen sind.
In der Regel ist der Leichnam erst erlöst, wenn die Aufgabe erfüllt bzw. Fluch beendet wurde; mitunter reicht es aber auch aus, seinen Körper zu zerstören.
Es gibt aber auch durchaus hartnäckige Fälle, in denen sich der gemarterte Körper nach und nach wieder zusammen setzt und weiter ausharren muß, auf die Erlösung wartend... Ähnlich wie eine gebundene Seele ist ein Leichnam deshalb oft weniger ein böses, seelenloses Monster, sondern eine bemitleidenswerte Kreatur, die auf ein endgültiges Ende hofft.

Ulf Straßburger
(www.caedwyn.de)

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