Vampire: Die Maskerade - Clanbuch Ravnos

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Name: Vampire: Die Maskerade - Clanbuch Ravnos

Art: Clan-Quellenbuch
74 Seiten, farbiges Softcover

ISBN: 3-93161-260-0

Preis: 27.-DM

Kontakt:
Feder & Schwert
Wasserwerkstraße 204
68309 Mannheim
EMail: Feder&Schwert@-SPAMSCHUTZ-hei-net.de
Homepage: www.feder-und-schwert.com

Schreibstil & Qualität

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Illustration & Aufmachung

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Spielspaß & Nutzen

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Preis / Gegenwert

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Da die Ravnos im Grundregelwerk der 2ten Edition von Vampire noch nicht beschrieben waren und auch im Grundregelwerk der 3ten Edition nur 'oberflächlich' angekratzt wurden, überraschte mich das Studium dieses Bandes umso mehr. Bislang dachte ich immer "Ravnos und Gangrel müssen doch eigentlich gut miteinander klarkommen". Die Andeutungen meines Spielleiters (der die englische Ausgabe des Ravnos Clanbooks kannte) ließen mich dann aber bald Gegenteiliges ahnen.

Nach dem Studium der Ravnos-Schöpfungsgeschichte zu beginn des Bandes ging mir quasi ein Licht auf. Aber ich werde den Teufel tun, hier allzuviel zu verraten. Gesagt sei nur, das die Geschichte beider Clans seit Anbeginn miteinander verknüpft ist und es gibt (zumindest wenn man den Überlieferungen glauben darf) handfeste Gründe für Mißgunst zwischen den beiden Gruppen.

Was sind Ravnos?
Der Volksmund nennt die Menschen zu denen sich die Vampire des Clans Ravnos verbunden fühlen schlicht Zigeuner (ich gebrauche diesen Ausdruck nicht als Beleidigung, sondern wertneutral). Aufgeklärte Gemüter sprechen von den Volksgruppen Roma, Gitanos oder Rudari. Unser Bild eines Zigeuners ist das des rastlosen Streuners, wohnwagenbewohnend, staatenlos und selten lang an einem Ort. Ihre Lebensweise bleibt unverstanden und undeutlich, weil keine Zeit bleibt sie kennenzulernen, ohne mitzureisen. Da Zigeuner aufgrund ihrer Rastlosigkeit keiner (orts-)festen Arbeit nachgehen, wird ihnen oftmals unterstellt ihr "Geld mit Dingen zu verdienen, die ein ehrlicher Bürger nicht tut".
In der Umgebung von Zigeunern, unter den Kumpania, fühlen sich Ravnos daheim. Sie selbst tragen Zigeunerblut im Körper und sehen sich selbst als machtvolle Beschützer der Zigeuner, den ewig Vertriebenen. Jede Kumpania hat einen Baro - und der Namensgeber dieses Clans, Ravnos, war einst selbst vor seinem letzten Sonnenaufgang solch ein Baro, nachdem er von Kain selbst den Kuß erhalten hatte.

Heute sind die Erben Ravnos überall auf dem Erdball verteilt, und auch schon in der Antike gehörten die Zigeuner-Vampire zu den ungewöhnlichen ihrer Sorte, die die Straße den sicheren Mauern bevorzugten. Ihr Hang zum Handel und zwielichtigen Geschäften brachte häufig Konflikte mit den Jüngern des Set, die ebenfalls mafiaähnliche Strukturen pflegten. Auch die Gaje (also die Seßhaften) zeigten sich selten von einer längeren Anwesenheit des fahrenden Volkes begeistert - auch wenn diese Geschichten erzählen, Musik machen und Kunststücke vollführen können.

Die flexiblen Ravnos haben irgendwie alle Unbillen der Geschichte mehr oder weniger gut gemeistert. Die Besiedelung Amerikas und der zweite Weltkrieg waren zwei der härtesten Epochen für die Ravnos die viele Mitglieder des Clans das Unleben gekostet haben.

Untergruppen
Die Ravnos unterscheiden sich nach Herkunft oder Vorlieben in verschiedene Sekten. Die ursprünglichen Ravnos stammen aus den Reigen der Roma. Andere Ravnos erhielten in den verschiedenen Ecken der Welt den Kuß und sind daher anderer Herkunft. Über die Georgio-Sekte wird ein 'echter' Ravnos eher abfällig sprechen, denn sie teilen sich zwar das gleiche Blut, pflegen aber nicht die Traditionen.

Natürlich bleibt auch eine Schwäche der Ravnos nicht unerwähnt: der Blutfluch einem kriminellen Laster nachzugehen (meist folgen sie auch dem Pfad des Paradox). Das heißt aber nicht, daß sie gar keine Gesetze befolgen. Verstöße gegen die Traditionen werden sogar teilweise sehr hart bestraft.

Ergänzend zum Grundregelwerk gibt es höhere Stufen für die Disziplinen Tierhaftigkeit und Schimären und einige passende Vorzüge und Schwächen. Für noch unsichere Spieler gibt es eine Reihe Ravnos-Beispielcharaktere. Für den Spielleiter sind dagegen die Beschreibungen der Legendären Ravnos gedacht. Die kurzen Beschreibungen, inkl. Charakterportrait werfen allerdings meist mehr Fragen auf, als Antworten zu geben - ideales Material für eigene Kampagnen.

Den Abschluß bildet ein vierseitiges Ravnos-Charakterblatt.

Fazit:
Der Band ist schön geschrieben und auch ansprechend illustriert. Die über 70 Seiten lassen sich recht flüssig in wenigen Stunden lesen. Der Nutzwert für den Leser ist klar: neben einem wesentlich besseren Verständnis für den Clan der Ravnos, finden Spieler und Spielleiter eine Reihe von Hinweisen, wie Ravnos wesentlich intensiver ausgespielt werden können.

Leo

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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