Schnorrer, Penner, schräge Narren !

Name: Schnorrer, Penner, schräge Narren !

Art: Compaktdisk mit "alter Musik"
aus mehreren Jahrhunderten, wie man sie auch
von Mittelaltermärkten, Ritterbanketten,
Burgfesten und Liverollenspielen kennt

Preis: 30.- DM

Kontakt:
Musik und Tanz Roland Kempen
& Susanne Rühling GbR
Tel: 0228/318018 oder 0228/3680707 (Studio)
Fax: 0228/3862228
EMail: Roland@-SPAMSCHUTZ-Streuner.de
Homepage: www.Streuner.de

Qualität der Musik

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Illustration & Aufmachung
 
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Hörspaß

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Begleitend zum Rollenspiel

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Preis / Gegenwert

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Oops, es soll vorkommen, daß man Dingen denen man häufig begegnet gar nicht mehr die richtige Aufmerksamkeit zukommen läßt. So geschehen mit der Rezension dieser CD, der Klänge mich so manchen Abend und auf so mancher Autofahrt in den letzten Wochen begleitet haben. Und trotz dieser Präsenz, wartet die silberne Scheibe seitdem auf eine angemessene Bewertung.

"Schnorrer, Penner, schräge Narren!" ist nicht die erste CD von den Streunern die den Weg zu mir gefunden hat. Bereits "Wein, Weib und Gesang" erregte meine Aufmersamkeit auf diese Band, die es schafft die Vergangenheit sowohl Vokal als auch Instrumental in der Gegenwart neu zu beleben.

Auch mit "Schnorrer, Penner, schräge Narren!" gelingt es der Band wieder, ein breites Spektrum an Nuancen abzudecken. Die Lieder sind allesamt mittelalterlich inspiriert und mit vollen Stimmen und gut gespielten Instrumenten umgesetzt.

Die Titel im Einzelnen:

  1. Der Schlemmer
    Flottes Lied, Gitarre, Fiedel, Gesang. Interessante Melange aus Einzel- und Gruppengesang.
  2. Die Hexe
    Geschichte zwischen den Ausführungen einer jungen Hexe, bzw. Frau und einem 'Verzauberten'. Sehr melodisch. Gitarre, Fiedel und Maultrommel.
  3. Unter den Toren
    Spottlied über Diebesvolk und des Nachts fröstelne Ordnungskräfte. Gitarre, Fiedel und Maultrommel.
  4. Der Bauer aus dem Odenwald
    Erotisch angehauchte Geschichte über einen Bauern, seine hübsche Frau und die noch hübschere Dienstmagd. Gitarre.
  5. Die Lindenwirtin
    Schöne Melodie, eher kräftiger Männergesang, teils mit weiblicher Ergänzung. Dominierende Gitarre und dezente Schellen. Geschichte über leere Mägen, leere Geldbeutel und die Kunst des Pfändens.
  6. Coleraine Jig
    Instrumental. Dominante Fiedel mit Gitarrenbegleitung.
  7. Lumpen
    Chor mit dominater rauher Männerstimme. Derbe Geschichte über die gottfernen Ansichten eines zum Tode verurteilten. Dominante Fiedel und Gitarre.
  8. Die Räuber
    Ziemlich schnelles Lied. Fiedel, Flöte und Gitarre. Schelmisch-derbe Männerstimme, Solo im Wechsel mit Gruppe.
  9. Schnorrer, Penner, Schräge Narren
    Vermittelt irgendwie die Eindruck einer verrauchten Kaschemme. Man kann den vernarbten Sänger mit Augenklappe und Piratentuch fast schon vor sich wirbeln sehen. Eher langsames Gitarrenspiel, dominante rauchige Männerstimme im Wechsel mit gemischtem Chor. Zum Ende steigendes Tempo.
  10. Martinsgans
    Kanon. Recht kurz.
  11. Chevalier de la table Ronde
    Sehr beschwingtes fröhliches Lied. Fiedel, Gitarren, Schellen. Sehr volle Stimmen. Aber irgendwie sehr französisch. *g*
  12. Das Kleine Lied der Völker
    Im Gegensatz zum Titel eher ein lustiges Lied. Aneinanderreihung lustiger Verse, die durch kräftigen Refrain getrennt werden. Gitarre.
  13. Söldnerschwein
    DAS Lied für alle, die gerne Söldner spielen. "Was kann schöner sein, als ein Söldnerschwein zu sein?" Trommel, Gitarre, Fiedel und derbe Männerstimmen.
  14. Pater Gabriel
    Deftige Weise über einen lüsternen Pater, der die erste Beichte der jungen Anna gleich mit einer Entjungferung verbindet. Schönes Spiel mit Anspielungen. Dominante Fiedel und Gitarre.
  15. Aber nein, Aber nein
    Über das für und wider der holden Weiblichkeit aus der Sicht eines Junggesellen. Gitarre und melodische Männerstimme. Fast schon etwas melancholisch.

Fazit:
"Schnorrer, Penner, schräge Narren!" ist erneut eine gut gelungene Mischung aus sehr melodischen und auch mal schelmischen oder rauchigen und rüpelhaften Liedern. Die meisten laden zum Mitsingen geradezu ein, der Fuß wird bei entsprechenden Naturen eh kaum stillhalten.
Insgesamt gefällt mir die neue CD genausogut wie ihr Vorgänger - vielleicht sogar noch besser, weil die Lieder ausgeglichener und besser anrrangiert erscheinen.
Für jeden Liebhaber mittelalterlich angehauchter Musik nur zu empfehlen!

Dogio the Witch

Der Digest (MD/DRoSI/Archont)

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